Auch beim Lackieren gilt: Je besser der Untergrund vorbehandelt wurde, desto leichter lässt er sich lackieren und desto schöner und dauerhafter ist das Ergebnis. Deswegen muss der Untergrund zunächst von Staub und Fett befreit werden.
Die Oberfläche sollte fein geschliffen werden (180er-Schleifpapier zum Vorschleifen und 280er-Schleifpapier zum Anschleifen), der Staub ist anschließend zu entfernen. Risse oder Unebenheiten sind ebenfalls anzuschleifen und mit Spachtelmasse zu glätten. Diese muss trocknen, nachgeschliffen und entstaubt werden.
Für ein sauberes Ergebnis beim Lackieren müssen Rolle und Pinsel immer gleichmäßig mit Farbe benetzt sein. Streichen Sie nie tropfnass. Beginnen Sie den Anstrich mit dem Pinsel immer an Ecken und Kanten, aber Vorsicht: Nicht zu weit in die Fläche streichen, so vermeiden Sie Ansätze.
Anschließend den Lack in waagerechten Bahnen auftragen. Große Flächen werden lackiert, indem der Lack zügig in Bahnen aufgetragen, quer verteilt und eventuell in entgegengesetzter Längsrichtung durchgezogen wird. Zum Abschluss mit dem Pinsel oder der Rolle noch einmal senkrecht über die Fläche streichen, damit eine gleichmäßige Oberfläche entsteht.
Da Lacke (vor allem wasserhaltiger Lack) sehr schnell antrocknen, teilen Sie größere Flächen in kleinere Abschnitte und lackieren Sie nass in nass und lassen zwischen dem Lackieren der Ecken und Kanten sowie dem Lackieren großer Flächen keine Pause, um sichtbare Ansätze zu vermeiden.
Grundsätzlich gilt: Für alle Arbeitsschritte des Lackierens einer Fläche sollte immer der gleiche Lacktyp verwendet werden. Ein Mischen von wasserverdünnbarem Acryllack und Kunstharzlack ist nicht zu empfehlen.
Für ein schönes Ergebnis kommt es auch auf die Wahl des richtigen Werkzeugs an. Beim Lackieren mit dem Pinsel diesen maximal halb in die Farbdose eintauchen und gut am Rand abstreichen. Um den Dosenrand sauber zu halten, können Sie ein Klebeband quer über die Dose spannen und daran den Pinsel abstreichen.
Kunstharzlacke werden am besten mit Naturborsten- Pinseln aufgetragen, feinste Lackierungen sind mit Chinaborsten möglich.
Bei den wasserverdünnbaren Lacken empfehlen sich spezielle Acrylpinsel, weil sie den Lack besser aufnehmen und einen glatten Verlauf ermöglichen. Flachpinsel sind ideal für große Flächen, Rundpinsel eher für feine Arbeiten wie Kanten und schmale Stellen geeignet.
Hochwertige Lacke lassen sich auch im Spritzauftrag verarbeiten. Dazu sind die jeweiligen technischen Informationen der Geräte-Hersteller zu beachten.
Tipp: Um möglichst wenig Lack auswaschen zu müssen, sollte der Pinsel gut auf Zeitungspapier ausgestrichen werden. Wenn am nächsten Tag weiter gearbeitet werden soll, können die Pinsel hängend im Wasser (bei Acryllacken) oder in Pinselreiniger (bei Kunstharzlacken) gelagert werden.
Gießen Sie den Lack in eine kleinere Farbwanne. Dann den Moltoprenroller darin eintauchen und sorgfältig auf der geriffelten Fläche abstreichen. Speziell für große Flächen geeignet gibt es verschiedene Walzen für wasserverdünnbare Lacke und Kunstharzlacke.
Beim Arbeiten mit Lackwalzen aus Schaumstoff oder Moltopren können kleine Bläschen auf der Oberfläche entstehen. Rollen Sie in diesem Fall noch einmal ganz leicht über die Fläche, ohne den Roller erneut in den Lack zu tauchen. Die Bläschen springen dann auf und der Anstrich wird glatt.

- Farbtöne im Trend
Die Standard-Farbtonauswahl zeigt sowohl bei wasserverdünnbaren Acryllacken als auch bei Kunstharzlacken zunächst eine Auswahl an klassischen RAL-Tönen, die viel gebraucht werden. Bei Markenartikel-Kollektionen sind das beispielsweise 14 unterschiedliche Farbtöne jeweils in Glanz und Seidenmatt bei Acryllacken sowie in Hochglanz und Seidenmatt bei Kunstharzlacken. Hinzu kommen insgesamt 28 Trend-Farbtöne, die speziell für die harmonische Wohnraumgestaltung innen und außen entwickelt wurden.
Da der Endverbraucher häufig keinen Mut zur Farbe besitzt, benötigt er entsprechende Anregungen. Eine elegante Präsentation von Trendfarbtönen macht die Ausahl zum Genuss. Hierfür gibt es von Markenherstellern Prospekte - beispielsweise "Color & Emotion", die in die Praxis umgesetzten "Farbgestaltungs-Rezepte" im Wohnbereich darstellen - dies gilt sowohl für die farbigen Wände als auch für die dazu gehörenden lacktypischen Oberflächen.
Zunehmend werden auch alte handwerkliche Malertechniken gewünscht wie zum Beispiel Stupfen, Schablonieren, Wischen und Wickeln. Auch diese lassen sich mit wasserverdünnbaren Acryllacken in einem besonders attraktiven Oberflächenbild herstellen.
Entsorgen Sie sämtliche Materialien vorschriftsmäßig. Ausgetrocknete und leere Gebinde zum Recycling geben, hart gewordene Pinsel und Rollen in den Hausmüll. Flüssige Reste sind als Sondermüll in den Sammelstellen zu entsorgen.
Zum Aufbewahren von Lackresten die Dose fest verschließen und kurz umdrehen. So bleibt die Dose luftdicht verschlossen. Lacke sollten Sie trocken, kühl und frostfrei lagern.
Quelle: Dulux