Baum fällen: Von der Genehmigung bis zu den Kosten

Wenn Sie planen, einen Baum selbstständig zu fällen, sollten vorab bereits einige Vorkehrungen getroffen werden. Die genaue Planung im Vorfeld ist sehr wichtig, um die Sicherheit aller beteiligten Personen und Passanten zu gewährleisten.

Zuerst müssen Sie klären, ob und zu welcher Jahreszeit Sie mit dem Baumfällen beginnen dürfen. In der Regel müssen die Fällarbeiten zwischen dem 30. September und dem 1. März erledigt werden, um die Nist- und Brutstätten der einheimischen Vögel nicht zu gefährden. Zudem sind bestimmte Baumarten geschützt und dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung gefällt werden. Genauere Informationen und eine individuelle Beratung erhalten Sie im zuständigen Ordnungsamt Ihrer Gemeinde.

Haben Sie schließlich die Genehmigung erhalten, benötigen Sie eine entsprechende Schutzkleidung und Ausrüstung. Im Folgenden finden Sie eine Anleitung, wie Sie sicher einen Baum fällen.

Ausgangssituation ermitteln

Um herauszufinden, ob Sie auf eigene Faust Ihren Baum fällen können, empfiehlt es sich erst einmal, ihn genau zu untersuchen und sich folgende Fragen zu beantworten:

  1. Gibt es Eigenheiten, die zu Komplikationen führen können? Steht der Baum etwa schief, ist er sehr hoch oder befindet er sich am Hang?
  2. Müssen Sie beim Fällen besondere Rücksicht auf Instabilität durch Fäule oder Borkenkäferbefall nehmen?
  3. Bietet Ihr Garten ausreichend Platz, damit der Baum fallen kann, ohne Schaden am Haus, Schuppen oder Nachbargrundstück anzurichten?

Haben Sie die Gegebenheiten geprüft und trauen es sich zu, diese Aufgabe selbst zu übernehmen, können Sie mit den Vorbereitungen beginnen.

Genehmigung: Wo bekomme ich die Erlaubnis zum Baumfällen?

Baumfällen
Zum Fällen großer Bäume wird eine Genehmigung benötigt.

Um einen Baum in Ihrem Garten zu fällen, benötigen Sie, aufgrund der Baumschutzverordnung, zuerst eine Genehmigung zum Baumfällen vom Ordnungsamt Ihrer Gemeinde. Dies gilt für Bäume ab einem Stammumfang von 80 cm, gemessen in einer Höhe von 1 m bis zu 1,30 m. Diese Angaben unterscheiden sich jedoch von Gemeinde zu Gemeinde.

Die Kosten für die Genehmigung liegen, je nach Gemeinde, zwischen 25 und 85 Euro. Eine Investition, die sich lohnt, denn der Preis für das Fällen ohne Erlaubnis ist hoch: Bis zu 50.000 Euro kann Sie ein solches Vergehen kosten. Fälle von diesen extrem hohen Bußgeldern sind zwar nicht sehr häufig, jedoch ist auch eine Strafe in Höhe von mehreren Tausend Euro sehr ärgerlich. Für Obstbäume gelten hingegen andere Vorschriften, die durch das Bundeskleingartengesetz geregelt sind.

Hat Ihnen die zuständige Behörde die Genehmigung erteilt, gilt es im Folgenden zu prüfen, um welche Baumart es sich handelt: Je nach Art der Fasern haben Bäume unterschiedliche Fallverhalten. Sogenannte "Problembäume" bedürfen ebenfalls einer Sonderbehandlung. Durch sorgfältige Untersuchungen im Vorfeld können Sie sich optimal auf das, was Sie erwartet, einstellen und vermeiden somit unschöne und gefährliche Überraschungen.

Baumfällen
Beim Baumfällen kommt es auf eine richtige Eigensicherung und gutes Werkzeug an.
Elektrosäge
Kettensägen eignen sich zum Fällen großer Bäume.

Baumfällung: Zuständige Ämter in Deutschland

Berlin
Umwelt- und Naturschutzamt
Rinkartstr. 13
12437 Berlin
Telefon: 030/90297-0

Weitere Informationen zur Antragsstellung in Berlin

Düsseldorf
Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Abt. Gartenanlagen 68
40200 Düsseldorf
Telefon: 0211/89-94832

zum Antragsformular

Hamburg
Bezirksamt Hamburg-Mitte
Infozentrum Umwelt und Gesundheit
Klosterwall 6
20095 Hamburg
Telefon: 040/ 343536

zum Antragsformular

Leipzig
Amt für Bauordnung und Denkmalpflege
Technisches Rathaus
Prager Straße 118-136 (Haus C)
04317 Leipzig

Weitere Informationen zur Antragsstellung in Leipzig

München
Untere Naturschutzbehörde
Blumenstraße 28 b
80331 München
Telefon: 089/233-28484

Weitere Informationen zur Antragsstellung in München

Stuttgart
Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Maybachstraße 3
70192 Stuttgart
S-Nord

Weitere Informationen zur Antragsstellung in Stuttgart

Die passende Schutzkleidung

Ein Schutzhelm mit Visier schützt das Gesicht vor herumfliegenden Holzstücken.

Um Unfälle zu vermeiden, wird von Experten empfohlen, sich während der Fällarbeiten ausreichend durch professionelle Schutzkleidung vor Verletzungen zu schützen. Damit Ihnen nichts passiert, tragen Sie einen Schutzhelm, eine Schutzbrille, Schutzhandschuhe sowie feste Kleidung und festes Schuhwerk, idealerweise Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen.

Arbeiten Sie häufiger mit der Kettensäge, lohnt sich die Anschaffung einer Schnittschutzhose, speziellen Schnittschutzschuhen sowie Schnittschutzhandschuhen. Ihr Stoff verfängt sich bei Kontakt mit der Kettensäge im Schneidblatt und blockiert dieses, bevor es zu tiefen Schnittwunden kommen kann.

Eine gute Ausrüstung hilft Ihnen nicht nur bei größeren Missgeschicken mit der Kettensäge, sondern bewahrt Sie auch vor Vorletzungen durch kleinere Splitter und Sägespänen, die mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft fliegen und zu schweren Augenverletzungen führen können. 

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Kettensäge und Fällkeil – die notwendigen Materialien

Für das Fällen großer Bäume mit breitem Stamm ist eine Motorsäge sehr gut geeignet. Auch hier gilt: Machen Sie sich vorher mit dem Gerät vertraut, damit Sie sich oder andere nicht verletzen. Eine ideale Vorbereitung für die Arbeit mit diesen Geräten ist der Besuch eines Motorsägenkurses. Zudem finden Sie nützliche Hinweise in unserem ausführlichen Bericht über Kettensägen.

Je nach Beschaffenheit des Stammes werden Sie sogenannte Fällkeile benötigen, die Sie ebenfalls vorab bereitlegen sollten. Das Fällkeil übernimmt dabei zwei wesentliche Aufgaben: Es schiebt beim Einschlagen den Baum in die vorgesehene Fallrichtung und verhindert zugleich, dass die Kettensäge festklemmt. Daher bestehen die meisten Fällkeile, die beim Bäumefällen zum Einsatz kommen, auch aus Kunststoff, um die Kette der Säge nicht zu beschädigen.

Absicherung des Gefahrenbereichs

Um mit Ihrem Vorhaben niemanden zu gefährden, müssen Sie den gesamten Gefahrenbereich um den Baum absperren. Gemeint ist der Bereich rund um den Baum mit einem Radius der zweifachen Baumlänge. Stellen Sie sicher, dass sich während der Baumfällung nur unmittelbar am Geschehen beteiligte Personen in diesem Bereich aufhalten und informieren Sie gegebenenfalls Nachbarn, die anliegende Gehwege benutzen könnten. Zudem sollten Sie farblich auffällige Warnschilder gut sichtbar aufstellen, die unbekannte Passanten in Kenntnis setzen und vor möglichen herabstürzenden Ästen warnen.

Professionelle Schnitttechnik

Haben Sie alle Vorbereitungen abgeschlossen und sich ausreichend geschützt, können Sie endlich mit dem Fällen beginnen.

Hierzu bietet sich die folgende Sägetechnik an, die sogenannte Fallkerbanlage: Zuerst sägen Sie die Fallkerbe – das ist eine Kerbe auf der Seite des Stammes, auf die der Baum später fallen soll. Hierzu sägen oder schlagen Sie 20–30 % tief in den Stamm einen waagerechten Sohlenschnitt und in circa 45° Abstand den Dachschnitt.

Anschließend setzen Sie auf der anderen Seite des Stammes den Fällschnitt an. Dieser muss sich ein paar Zentimeter oberhalb der Fallkerbe befinden, damit der Baum Übergewicht bekommt und in die vorbestimmte Richtung fällt. Allerdings sägen Sie nicht bis zur Fallkerbe durch, sondern lassen einige Zentimeter als Bruchstufe stehen. Dies garantiert, dass der Baum in die vorbestimmte Richtung fällt. Sollte Ihr Baum jetzt noch nicht von selbst kippen, können Sie Fällkeile in den Fällschnitt schlagen, um ihn kontrolliert zu Fall zu bringen.

Schnitttechnik
Schnitttechnik: Haltebandfällung eines Baumes
Schnitttechnik mit Kettensäge
Schnitttechnik: Übersicht der Schnittstellen nach Fällung

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Martin , d. 02-02-16 06:31:

Hallo,

vielen Dank für den sehr ausführlichen Artikel! Ich habe auf meinem erworbenen Grundstück ein paar Bäume stehen die ich in Eigenleistung fällen möchte. Darunter sind viele Obst Bäume die aber dennoch ordentlich groß geworden sind. :-)

Danke für die Anleitung! Macht weiter so.

LG Martin

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1. "Baum fällen"von PublicDomainImages (Pixabay) Lizenz: [CC0 1.0] Copyright: [PublicDomainImages CC0 1.0 / Pixabay]
2. "Baumfällen im Garten" (Originalbild): maxymiu, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Mann fällt Baum" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Säge im Baum" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Forsthelm (Original Titel: Husqvarna Product Tour)"von Charles & Hudson (Flickr) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [Charles & Hudson CC BY-SA 2.0 (Flickr)]
6. "Schnitttechnik mit Kettensäge"von Saibo, Haltebandfällung.jpg: Drahkrub (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 3.0] Copyright: [http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Drahkru]
7. "Schnitttechnik beim gefällten Baum"von Saibo, Haltebandfällung2.jpg: Drahkrub (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 3.0] Copyright: [http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Drahkru]

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