Terrasse mit Betonplatten oder Pflastersteinen pflastern

Nachdem man den Untergrund für die Terrasse vorbereitet hat, geht es ans Verlegen der Betonplatten oder Pflastersteine. Dafür muss jeder Selbstbauer wissen, wie die Steine später angeordnet sein sollen. Hier ist ein Verlegeplan hilfreich, mit dessen Hilfe man schon im Vorfeld erkennen kann, ob das geplante Terrassenmuster den Vorstellungen entspricht. Gegen eine Bearbeitungsgebühr kann man beim Kauf der notwendigen Materialien die vom Kunden skizzierte Fläche von einem Zeichner mittels CAD in ein Verlegemuster übertragen lassen. Dabei sollte auch klar werden, welche Materalien wie zum Liegen kommen sollen. Wer zum Beispiel Betonplatten mit Natursteinen kombinieren möchte, kann Probleme bekommen. Denn durch die unterschiedlichen Konstruktionshöhen (Natursteinpflaster 5 bis 8 cm, Betonplatten 3 bis 5 cm) muss der Untergrund entsprechend angepasst werden. Als Materialien für das Pflastern der Terrasse braucht man abgesehen von den Terrassenplatten oder -steinen auch ein Feinsplitt-, Sand oder Mörtelgemisch für die Bettung sowie eine Richtschnur, ein langes Holzbrett und einen Gummihammer. Außerdem werden noch Splitt, Sand oder Quarzsand sowie ein Besen und Wasser für das Einschlämmen der Terrassenfläche benötigt.

Wie die Bettung anlegen?

Für das Verlegen einer Steinterrasse wird eine Bettung angelegt, die meistens aus einem Feinsplitt-, Sand- oder Mörtelgemisch besteht. Bei einer gebundenen Ausführung braucht man für das Pflastern Pflasterverlegemörtel, Verlegeschlämme und Fugenmörtel, die für eine dauerhafte Stabilität sorgen. Dafür kann gewaschener Sand wird mit handelsüblichem Zement im Verhältnis 3:1 angemischt werden. Bei einer ungebundenen Ausführung dient ein Brechsand-Splittgemisch mit einer Körnung von 0 bis 5 mm als Ausgleichschicht. Diese sollte 0,5 bis 1 cm höher als die fertige Terrassenfläche abzüglich der Stärke des Terrassenbelages sein, sodass nach der Verdichtung Terrassenfläche und Randeinfassung bündig abschließen.

Das Brechsand-Splittgemisch oder der Trockenmörtel werden in einer Schicht von 3 bis 8 cm Stärke locker über die Fläche verteilt und geglättet. Man sollte darauf achten, dass sich in der Bettung keine Steine oder Mörtelreste befinden. Zum Abziehen der Fläche kann man Metallrohre, sogenannte Lehren, verwenden, die in Höhe und Gefälle entsprechend eingebettet werden und auf denen mit einem längeren Holzbrett die Bettung abgezogen wird. Anschließend werden die Metallrohre entfernt und die verbliebenen Rillen gefüllt. Der Terrassenuntergrund sollte nach dem Abziehen am besten nicht mehr betreten werden. Ist die Fläche allerdings so groß, sodass ein geradliniges Verlegen schwieriger wird, empfiehlt es sich in Teilstücken von ca. 1,5 bis 2 m zu arbeiten.

Wie eine Terrasse pflastern?

Es ist ratsam, beim Pflastern mit Betonsteinen oder Pflastersteinen an einer geraden Seite wie einer Hausfassade zu beginnen. Bei größeren Terrassenflächen empfiehlt es sich außerdem in Teilstücken zu arbeiten und von der Hausfassade aus Richtschnüre im rechten Winkel mit einem Abstand von ca. 1,5 m zu spannen. Damit erzielt man eine gerade Stoßfugenschicht. Darüber hinaus ist es bei gebundenen Ausführungen wichtig, dass man Platz für eine Dehnungsfuge an den Rändern oder Einbauten lässt, die eine Breite von etwa 4 mm haben sollte.

Die erste Betonplatte wird entlang der gespannten Richtschnur ausgerichtet und bis unter das Türen- oder Fensterprofil geschoben. Dabei sollte man darauf achten, dass diese und alle darauf folgenden Platten entsprechend des zuvor gewählten Gefälles vom Haus zum Garten hin mit einem Gummi ausgerichtet werden. Eine Wasserwaage kann zur Kontrolle des Verlaufs eingesetzt werden. Man sollte außerdem darauf achten, dass die Fugen frei von Mörtel und Sand bleiben und die einzelnen Reihen immer sauber durchgelegt werden. Dabei können Fugenkreuze helfen, die einen Fugenabstand von 3 bis 5 mm gewährleisten.

Beim Verlegen von Pflastersteinen und Pflasterklinkern wird ebenfalls ein meist enger Fugenabstand zwischen 3 und 5 mm gelassen, der nach jeweils circa vier Reihen mit Brechsand ausgefüllt wird. Dabei werden die Pflastersteine "über Kopf" eingebaut. Um eine farblich ausgewogene Terrassenfläche zu erhalten, sollte man die Steine aus mehreren Paketen und unterschiedlichen Lagen mischen. Das gilt nicht nur für Pflastersteine- und klinker, sondern auch für Platten aus Beton. Als Werkstoff aus den Naturprodukten Kies, Sand und Zement ist Beton natürlichen Farbschwankungen unterworfen. Es kommen zwar hochwertige Eisenepoxidfarben und farbechte Hartgestein-Splitter zum Einsatz, doch zwischen verschiedenen Lieferungen kann es zu Schwankungen kommen.

Wie eine Terrasse mit Musterung anlegen?

Für Anfänger empfiehlt es sich auf aufwendige Muster zu verzichten und die Terrasse aus Betonplatten oder Pflastersteinen nur in einfachen Verbänden bzw. geraden Bahnen zu verlegen. Dennoch kann es gelingen, eine Terrasse aus unterschiedlich farbigen Betonplatten zu verlegen und diese mit Gestaltungspflastersteinen interessanter zu gestalten.

Beispielsweise kann man einen andersfarbigen Betonstein für die Bänderung verwenden und die Terrassenplatten mit kleinen Einlegern – z. B. aus Edelstahl – auflockern. Diese werden nur lose in die Bettung geklopft, nachdem die ersten Platten gelegt wurden. Fehlende Passtücke kann man außerdem ganz einfach mit einer wassergekühlten Steinsäge oder einem Winkelschleifer herstellen. Terrassenplatten schneiden kann man außerdem auch mit einem Steinknacker.

Das Pflastern der Terrasse sollte sehr sorgfältig erfolgen. Daher sollte man auch immer wieder die Wasserwaage zur Hand nehmen und das Gefälle kontrollieren. Am besten klappt die Arbeit, wenn man mindestens noch einen Helfer hat mit dem man im Teamwork die Terrasse schnell und präzise fertigstellen kann.

Wie eine Terrasse verfugen?

Nach dem Pflastern der Terrasse erfolgt das Einschlämmen der Fläche, um die Fugen des Terrassenbelages zu verschließen. Beim Verlegen mit Betonplatten eignet sich am besten Quarz- oder Silbersand, der problemlos in jede Fuge gelangt. Für eine Fläche von 25 qm werden ca. drei Säche Sand benötigt. Dieser wird mit einem Besen in die Fugen eingekehrt und anschließend mit einem Gartenschlauch genässt. Dadurch erhält die Terrassenfläche ihre Verbundwirkung und Tragfähigkeit. Zum Abschluss wird der verbliebenen Sand abgekehrt.

Beim Verlegen von Pflastersteinen und Pflasterklinkern erfolgt das Verfüllen der Fugen zunächst mit trockenem Brechsand mit einer Körnung von 0 bis 2 mm oder mit Splitt mit einer Körnung von 1 bis 3 mm. Die verfüllte Pflasterdecke muss – anders als Betonplatten – anschließend verdichtet werden, am besten mit einer Rüttelplatte mit Plattengleitvorrichtung. Erst nach dem Rütteln werden die Fugen noch durch Einkehren von Sand vollständig verfüllt, der Fugensand mit einem Wasserschlauch eingeschlämmt und die Terrassenfläche von den Sandresten gesäubert. Zurück bleibt eine saubere, je nach Verlegemuster kreativ verspielte oder ruhige Pflasterung mit einer sehr hohen Lebenserwartung. Möchte man die Langelebigkeit des Pflasterverbandes noch mehr fördern, so sollte man auch die alternative Methode Pflastersteine verfugen mit Fugenmörtel in Betracht ziehen.

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Von: Nga Tran

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    1. "Terrasse pflastern"von Marc Tollas (pixelio)
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    3. "Bettung anlegen für Terrasse"von Feiter Copyright: [Feiter]
    4. "Beginn der Pflasterarbeiten"von Wienerberger Ziegelindustrie Copyright: [Wienerberger Ziegelindustrie]
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