Heizung berechnen

Radiatoren und Heizkörper berechnen zum Heizungkörpertausch

Heizkörper sind die Schnittstelle zwischen Heizung und zu erwärmender Umgebungsluft. Ist die Größe und die Leistung des Heizkörpers dem zu beheizenden Raum nicht angemessen, wird Energie vergeudet oder der Raum nicht ausreichend erwärmt. Vor dem Kauf neuer Heizkörper sollte daher die notwendige Wärmeabstrahlung für den Raum rechnerisch ermittelt werden. Auch die Dämmung spielt eine große Rolle: Der Wärmewert des Hauses sollte in die Berechnungen mit einbezogen werden. Sollte durch die Fenster Zugluft eindringen, ist eine Reparatur oder ein Austausch der Fenster sehr empfehlenswert.

In diesem Artikel liefern wir die Grundlagen für eine möglichst genaue Heizkörper-Berechnung. Eine professionelle Wärmebedarfsberechnung kann diese nicht ersetzen. Für Heimwerker und Bauherren bietet sie allerdings einen guten Orientierungsrahmen.

Heizkörper berechnen an einem einfachen Beispiel

Die Berechnung der benötigten Wärmeleistung von Heizkörpern für Neubauten ist eine sehr komplizierte Formelsammlung und erfordert einen hohen Sachverstand. Doch hier soll es nur um den Austausch bereits montierter Heizkörper gehen. Diese Berechnungen können auch von Laien anhand relativ einfacher Formeln durchgeführt werden.

Gesucht ist immer ein passender Heizkörper für die erforderliche Leistung in Watt (W) pro Quadratmeter (m²). 

Heizkörpernormen und ihre Anwendung

Grundbedingung für alle Berechnungen von Heizkörpern ist die Kenntnis folgender DIN-Normen:

  • DIN 4707 alt: Vorlauftemperatur 90°C, Rücklauf 70°C,
    Raumtemperatur 20°C, Kurzform: 90/70/20

  • DIN 4707 neu: Vorlauftemperatur 70°C, Rücklauf 55°C,
    Raumtemperatur 20°C, Kurzform: 70/55/20

  • EN 442: Vorlauftemperatur 90°C, Rücklauf 70°C,
    Raumtemperatur 20°C, Kurzform: 75/65/20

 

Die DIN 4707 in ihrer alten Fassung ist lediglich noch zu Vergleichszwecken geeignet. Mittlerweile werden, außer bei sehr alten Heizungsanlagen, nur noch Heizkörper nach DIN 4707 neu verbaut. Diese nennt man auch Niedertemperaturheizungen.

Die EN 442, mit der im europäischen Ausland gebaute Heizkörper berechnet werden, ist nicht direkt auf die neue Fassung der DIN 4707 übertragbar. Faustformel für die Umrechnung ist hier: EN 442 = 1,2 x Heizleistung nach DIN 4707.

Zuschläge für bestimmte bauliche Gegebenheiten

Auf den Grundwärmebedarf, nach DIN 4707 neu etwa 100 Watt/m², müssen für bestimmte bauliche Gegebenheiten folgende Leistungszuschläge addiert werden: 

  • 20 W/m²:  Zuschlag ohne Wärmeschutzverglasung

  • 10 W/m²:  Zuschlag für ein freistehendes Haus

  • 10 W/m²:  Zuschlag für Decken über 2,60 m

Beispiel für die Berechnung eines Heizkörpers in einem Altbau mit Isolierfenstern

Nun können wir uns an die Berechnung wagen:

Gegeben sei ein Raum mit 20 m² in einem gedämmten, nicht freistehenden Altbau mit Isolierfenstern und normal hohen Decken:

20x100 W = 2000 W

Die gleiche Rechnung für den freistehenden Altbau mit hohen Decken und Einfachverglasung fällt deutlich ungünstiger aus:

20x100 W + 20x20 W/m² + 20x10 W/m² + 20x10 W/m² = 2800 W

Zu beachten ist bei dieser Rechnung freilich, dass es sich lediglich um eine Faustformel handelt. Ein erfahrener Installateur berechnet mit deutlich feineren Methoden und Messungen den Wärmebedarf wesentlich genauer und energiesparender. Als Orientierungsrahmen ist diese Rechnung aber allemal ausreichend.

Ermittlung des Heizwertes der alten Heizkörper

Es geht aber auch anders: Bei alten Gussheizkörpern lässt sich der ungefähre, zuvor verbaute Wärmewert auch anhand der Abmessungen und der Bauform abschätzen. Voraussetzung für diese Berechnung ist, dass mit der vorhandenen Anlage eine angenehme Raumtemperatur erreicht werden konnte.

Wichtige Kenngrößen sind hier, neben den Abmessungen des Heizkörpers, der sogenannte Nabenabstand zwischen dem Zu- und Rücklauf-Verbindungsrohr sowie die Anzahl der Heizkörperrippen (siehe nebenstehende Zeichnung)

Für die Berechnung anhand der Maße des alten Heizkörpers gilt folgende Tabelle.

Hinweis: Die Wärmeleistung ist eingetragen in "Watt pro Rippe"

 

Nehmen wir für unsere Beispielberechnung an, dass eine "Rippe" des alten Guss-Heizkörpers über einen Nabenabstand von 50 cm verfügt, 16 cm tief und 60 cm hoch ist.

In diesem Fall findet sich in der Tabelle eine Heizleistung von 63 Watt pro "Rippe" nach DIN 4707 neu. Gehen wir nun davon aus, dass unser Heizkörper 25 Rippen hat, ergibt sich folgende Rechnung:

25 x 63 = 1575 Watt pro Heizkörper

Anhand dieses Wertes kann nun ein neuer Heizkörper gekauft werden – vorausgesetzt, die alte Leistung des Heizkörpers war zur Erwärmung des Raumes ausreichend. Im Zweifelsfalle gilt immer: Fragen an den Fachmann kosten meist weniger als der Einbau falscher Heizkörper.

Bildnachweis:

Alte Heizkörper: © fersing / pixelio.de

Heizkörper-Maßangaben: © heimwerker.de

Tabelle z. Heizkörperberechnung: © heimwerker.de


 

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ohne7 , d. 15-01-17 09:43:

hallo !

aus aktuellem Grund (1) müßte ich das jeweilige Inkrafttreten der DIN Normen 4707 alt, 4707 neu, EN 422 wissen.
(1) Meinungsdifferrenzen zu der eingestellten Vorlauftemperatur.

mfg ohne7

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