Autofeuerlöscher-Test

Feuerlöscher für das Auto im Vergleich

Um einen Fahrzeugbrand nicht zum Horrorszenario werden zu lassen, sollte auch im Auto stets ein guter Feuerlöscher griffbereit sein. Speziell für den Gebrauch in Autos und Wohnmobilen konzipierte Feuerlöscher sind schnell einsatzbereit und leicht zu benutzen. Achten Sie auf die Europäische Norm DIN-EN3-7.

Im folgenden Test wurden vier Produkte auf ihre Wirksamkeit, Handhabung und spezifischen Eigenschaften getestet. Dabei handelt es sich um zwei Pulverfeuerlöscher und zwei Feuerhemmer.

Wie alle Feuerlöscher sollten auch Autofeuerlöscher alle zwei Jahre (von einem Fachmann) kontrolliert werden. In der Regel halten Feuerlöscher 20 Jahre, bevor man sie ersetzen muss. Nur so können Sicherheit und Schutz gewährleistet werden.

Feuerlöscher und Feuerhemmer

Bei den Pulverfeuerlöschern handelt es sich um den Gloria FG1 Dauerdrucklöscher mit 1 kg Löschmittelinhalt und den Sicli AM 5 P2 Aufladepulverlöscher mit 2 kg Löschmittelinhalt. Beide verfügen über ein ABC-Löschpulver als Löschmittel.

Die getesteten Feuerhemmer sind der MF50 und der MF100 von Mangia Fuoco. Sie verwenden ein Kaliumaerosol als Löschmittel, welches als Rauchnebel austritt. Feuerhemmer können offiziell nicht als Feuerlöscher zugelassen werden, da laut Europäischer Norm dieser mindestens einen Löschmittelinhalt von 1 kg aufweisen muss.

In einem Auto oder Wohnmobil sind keine Feuerlöscher vorgeschrieben, daher ist die Einhaltung dieser Normen nicht massgebend.

Autofeuerlöscher im Test

Vergleichssieger: die Pulverfeuerlöscher konnten überzeugen

Ausgangssituation

Um das Verhalten der Feuerlöscher und Feuerhemmer in einer realen Situation testen zu können, wurde ein Fahrzeug speziell präpariert und nach einheitlichen Bedingungen kontrolliert in Brand gesetzt. Beim Umfang des Versuchsbrandes wurde darauf geachtet, dass die Löschgeräte an ihre Grenzen stoßen und ihre Leistung vollumfänglich aufzeigen können. Der Fahrzeugbrand erreichte ein Stadium, das als Entstehungsbrand in fortgeschrittenem Stadium bezeichnet werden kann. Darunter versteht man einen Brand, der selbst gelöscht werden kann, jedoch genügend Rauch produziert, um Personen ernsthaft zu schaden.

Ergebnis unseres Vergleichs

Bei den Löschversuchen konnten die beiden Pulverfeuerlöscher mit 1 kg und 2 kg Löschmittel überzeugen. Der Brand konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden, wobei beim 2-kg-Feuerlöscher noch Löschmittelreserven vorhanden blieben und beim 1-kg-Löscher das Löschmittel knapp ausreichend war.

Die beiden Feuerhemmer MF50 und MF100 konnten die Versuchsbrände nicht löschen. Dafür war deren Löschmittelstrahl zu schwach; der Brand konnte sich ungehindert ausbreiten. Feuerhemmer sind daher nur für kleine Entstehungsbrände geeignet – darunter fallen beginnende Kabelbrände und Treibstoffbrände, welche beim Hantieren im Motorraum entstehen. Ein solcher Versuchsbrand ohne Vorheizzeit mit handelsüblichem Benzin konnte mit dem MF100 erfolgreich bekämpft werden.

Bei kleinen Bränden reichen auch Feuerhemmer

Der große Vorteil der beiden Feuerhemmer ist deren Größe. Mit Außenmaßen von 3 x 25 cm bzw. 3.5 x 33 cm sind sie einfach im Fahrzeug zu verstauen. Im Vergleich hat man mit den beiden Feuerlöschern (13 x 27cm bzw. 13 x 34 cm) schon größere Probleme, einen Platz im Fahrerraum zu finden, welcher idealerweise im Fußraum des Beifahrerplatzes liegt. Ein weiterer Vorteil der Feuerhemmer ist der Wartungsaufwand. Laut Angaben des Herstellers sind diese absolut wartungsfrei – bei einer Garantie von 15 Jahren.

Fazit unseres Feuerlöscher-Tests

Aus den Löschversuchen ging hervor, dass beide getesteten Pulverfeuerlöscher den Versuchsbrand im Test schnell und zuverlässig bekämpfen konnten. Die Handhabung ist einfach und lässt keine Fragen offen; einzige Nachteile: Wartungsaufwand und Platzbedarf im Fahrzeug.

Die beiden Feuerhemmer sind für kleine Entstehungsbrände geeignet. Der Versuchsbrand konnte nicht gelöscht werden. Dafür haben die Feuerhemmer bezüglich des Platzbedarfs und Wartungsaufwands klare Vorteile.

Da im PKW Feuerlöscher nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, sind Feuerhemmer im Notfall besser als kein Löschmittel zur Hand zu haben. Ein Grund zur obligatorischen Ausrüstung von Personenwagen mit Feuerlöschern besteht nicht, da die Kosten im Vergleich zur Schadenssumme verhältnismäßig hoch wären.

Wir empfehlen

Wer sich für die Ausrüstung des PKWs mit einem Feuerlöscher entschließt, sollte zum 2-kg-Pulverfeuerlöscher greifen. Dieser hat auch für fortgeschrittene Entstehungsbrände eine ausreichende Löschleistung. Macht der Platzbedarf Probleme, kann der 1-kg-Pulverfeuerlöscher mit seiner geringeren Löschleistung eine Alternative sein. Um die Löschmittel im Ernstfall richtig bedienen zu können, empfiehlt sich eine vorherige Instruktion durch einen Fachmann.

Allgemeine Verhaltensregeln bei Fahrzeugbränden

Box
Feuermelder befinden sich häufig in robusten, gut sichtbaren Boxen an der Wand.

Im Freien

  1. Unfall- oder Pannenstelle absichern (Warndreieck, Warnblinker).
  2. Zündung am brennenden Fahrzeug ausschalten.
  3. Polizei und Feuerwehr verständigen (Tel.: 110, 112, Notrufsäule).
  4. Insassen aus dem Fahrzeug retten (solange es die Situation zulässt). Brennende Fahrzeuge explodieren nicht. Ein Brandausbruch vom Motorraum zur Fahrgastzelle dauert ca. 5 bis 10 Minuten.
  5. Erste Hilfe leisten.
  6. Vorhandene Feuerlöscher gezielt einsetzen. Bei einem Motorenbrand, die Motorhaubenentriegelung ziehen, aber die Motorhaube nicht öffnen. Das Löschmittel in den entstandenen Schlitz sprühen.

Im Tunnel

  1. Warnblinker einschalten (bei einem Brand eines vorausfahrenden Fahrzeugs einen großen Sicherheitsabstand einhalten).
  2. Wenn möglich, das Fahrzeug aus dem Tunnel herausfahren. Dabei niemals wenden oder rückwärts fahren.
  3. Wenn ein Herausfahren nicht möglich ist, das Fahrzeug in einer Haltebucht, auf dem Seitenstreifen oder am rechten Fahrbahnrand abstellen.
  4. Motor abstellen.
  5. Polizei und Feuerwehr verständigen (Tel.: 110, 112, Notrufsäule).
  6. Insassen aus dem Fahrzeug retten (solange es die Situation zulässt). Brennende Fahrzeuge explodieren nicht. Ein Brandausbruch vom Motorraum zur Fahrgastzelle dauert ca. 5 bis 10 Minuten.
  7. Vorhandene Feuerlöscher gezielt einsetzen. Bei einem Motorenbrand, die Motorhaubenentriegelung ziehen, aber die Motorhaube nicht öffnen. Das Löschmittel in den entstandenen Schlitz sprühen. Wenn das Feuer nicht löschbar ist, den Tunnel durch den Notausgang verlassen. Dabei die Hinweisschilder an der Tunnelwand beachten.

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Henrik , d. 09-01-17 10:21:

Ich empfehle einen Feuerlöschspray 760ml

Checket , d. 10-11-16 15:23:

Gute Beratung !!!
Ich empfehle aber ABC Pulver mit Aufladetechnik
Sie sind zwar bisschen teuerer, als Dauerdruck
Löscher.
Aber der Druck kann nicht unbemerkt entweichen.
Wenn Dauerdrucklöscher, dann wenigstens mit
Manometer.

Lukas , d. 09-10-16 16:27:

Sehr gut aufbereitete und recherchierte Informationen vielen Dank dafür :-)

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Bildnachweis
1. "Brennendes Auto" (Car fire 6.24.2004-1.jpg) von Shah rukh khan, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0
2. "Feuerlöscher" © Claudia Hautumm / pixelio.de
3. "Feuerlöscher in Aufbewahrungsbox" (light it up) von Brandon (BPPrice), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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