Vorbereitung von Malerarbeiten

Wände testen und vorbereiten

Wie in so vielen Dingen, kann auch bei Malerarbeiten eine gute Vorbereitung viel Zeit und Nerven sparen. Was hilft es, wenn der neue Anstrich zwar schnell fertig ist, die Farbe aber nach kurzer Zeit bereits wieder abblättert oder die Nacharbeiten zum Entfernen der Farbspritzer vom Parkett die Arbeit unnnötig in die Länge ziehen?

Abkleben und Abdecken mit Malerkrepp

So vielfältig wie die Farben, so vielfältig sind auch ihre Anwendungen. Wichtig dabei ist, dass die Farbe nur dort hingelangt, wo sie auch hingehört. Nichts ist schlimmer als das stundenlange Entfernen getrockneter Farbspritzer oder unsaubere Farbkanten. Wichtigstes Hilfsmittel hierbei ist das bewährte Maler-Krepp zum Abdecken von Flächen und zur Erzeugung sauberer Kanten.

Einsatz im Innenbereich

Um den unterschiedlichen Anwendungen gerecht zu werden, müssen auch die Krepp-Bänder unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Im Innenbereich werden mit dem klassischen Maler-Krepp sicherer Schutz und saubere, gerade Farbkanten erreicht. Das Krepp lässt sich innerhalb von drei Tagen rückstandsfrei entfernen und ist für alle Dispersionsfarben geeignet. Es ist erhältlich in 19, 30 und 50 Millimetern Breite. Eine Rolle liefert normalerweise 50 Meter Krepp.

Ist der Untergrund rau oder soll ein Bogen oder eine enge Kurve abgeklebt werden, bietet sich ein elastisches Krepp an. Es ist sehr stark gekreppt und lässt sich somit mühelos durch Dehnen des Bandes in Kurven verkleben. Um Farbunterläufer zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, dass das Band vor dem Andrücken gut vorgedehnt wird.

Farbunterläufer vermeiden

Außer elastischem Krepp kann man Farbunterläufer vermeiden, indem man die Wand gegebenenfalls in der Gewünschten Grundfarbe vorstreicht und trocknen lässt. Dann werden die Bereiche, die andersfarbig gestrichen werden sollen, gründlich mit klassischem oder elastischem Krepp abgeklebt. Um die Kante zusätzlich abzudichten wird sie mit der Hintergundfarbe entlang der Kreppkannte vorgestrichen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Rand überall "dicht" ist. Nach erneutem Trocknen kann die abgeklebte Fläche dann in der Wunschfarbe gestrichen werden. Zieht man das Krepp nach dem Trocknen ab, entsteht eine saubere Kante ohne Farbunterläufer.

Maler-Krepp für Fenster ist witterungs- und UV-beständig und lässt sich bis zu acht Wochen später noch rückstandsfrei entfernen. Das macht es zum perfekten Helfer beim Streichen von Fenstern und Türen. Das Krepp ist in der Regel 30 Millimeter breit.

Ist der Untergrund neben dem Fenster oder der Tür sehr empfindlich, wie beispielsweise eine bedruckte Papiertapete, empfiehlt sich die Anwendung eines entsprechenden Spezialkrepps. Es gibt Krepp-Sorten, die nur ganz leicht anhaften und die deshalb auch von empfindlichen Untergründen rückstandsfrei entfernt werden können, ohne diese zu beschädigen.

Spezielle Anforderungen an Maler-Bänder stellen die Lacke. Lacke sind besonders dünnflüssig und zum Teil mit Lösungsmitteln versetzt. Hierfür gibt es Maler-Band für Lacke, die aus einer dünnen, lackfarbenbeständigen Folie bestehen und es auch auf glatten Untergründen ermöglichen, eine flache und exakte Lackkante ohne Farbunterläufe abzukleben.

Einsatz im Außenbereich

Nicht alle Arbeiten fallen im Innenbereich an, auch Hausfassaden wollen von Zeit zu Zeit neu gestrichen werden. – Hier kommt man mit klassischem Krepp nicht weiter. Um Untergründe im ußenbereich zu schützen, muss das Abdeckband besonders widerstandsfähig und witterungsbeständig sein. Abdeckbänder für den Außenbereich erfüllen diese Kriterien und sind bis zu sechs Wochen rückstandsfrei entfernbar. Sie lassen sich, wie normales Malerkrepp verarbeiten, sind also trotz ihrer Robustheit mit der Hand einreißbar.

Flächen und Möbel abdecken

Wenn die Decke gestrichen werden muss und/oder der Platz zu klein ist um die Möbel umzuräumen, müssen große Flächen vor Farbspritzern geschützt werden. Hier schaffen Abdeckfolien Abhilfe. Um das mühselige Befestigen der flatternden Folien zu vereinfachen, kann man "Easy Cover"-Folien verwenden, die Krepp-Band und farbdichte Folie vereinen. Die Folie ist statisch geladen und schmiegt sich so an die zu schützenden Oberflächen an. Ein lästiges Herumflattern der Folie wird verhindert. Herunterlaufende Farbe wird durch die spezielle Microstruktur der Folie gebremst. "Easy Cover" kommt in einem praktischen Abroller mit Trennmesser und ermöglicht ein genaues Abkleben für saubere Farbkanten und Schutz von größeren Flächen in Einem. Der Abroller ist sogar nachfüllbar. Bei größeren Projekten lohnt sich die Anschaffung auf jeden Fall!

Tests für die Wände

Folgende Kurztests geben aufschluss über den Zustand der Wand und darüber ob Ausbesserungen, Grundierungen oder gar ein neuer Putz notwendig sind, damit der neue Anstrich auch hält.

Klopftest

Beim Abklopfen des Untergrundes mit dem Fingerknöchel stellen Sie Hohlräume oder Ablösungen des Putzes fest. Schimmel kann die Ursache sein. Beim Neuanstrich würde sich der Putz vom Mauerwerk lösen. Die Hohlräume müssen geöffnet und gereinigt werden, anschließend die Fläche glatt beiputzen und grundieren.

Daumenprobe

Wenn der Abdruck eines nassen Fingers dunkle Spuren hinterlässt, deutet das auf schlechte Untergründe hin. Hier findet die neue Farbe keine Haftung und beim Überstreichen würde die alte Farbe abblättern oder kreiden. Mit einem lösemittelfreien Tiefgrund vorbereiten.

Kratzprobe

Durch Kratzen mit dem Fingernagel oder einer Drahtbürste prüfen Sie die Konsistenz von Putz oder Altanstrich. Können Sie mehrere Millimeter leicht abkratzen, dann ist der Untergrund mürbe und würde beim Anstrich wegplatzen. Nicht tragfähige Altanstriche müssen vom Untergrund entfernt werden. Anschließend die Fläche mit Tiefgrund behandeln.

Abreißprüfung

Ein etwa 20 cm langes Klebeband wird mit der klebenden Seite auf den Altanstrich gedrückt und dann ruckartig abgezogen. Bleibt Farbe haften, muss die gesamte Fläche auf möglichen losen Anstrich untersucht werden. Auch hier muss der Untergrund vor einem erneuten Anstrich gefestigt werden.

Flächen reinigen

Mit einem leicht angefeuchteten Tuch können oberflächliche Verschmutzungen abgewischt werden. Gegen Fettflecken hilft ein mit warmem Wasser und etwas Seifenlauge benetzter Schwamm.

Risse ausgleichen

Risse werden mit einem Stielspachtel aufgekratzt und sauber ausgebürstet.
Dann den Riss anfeuchten und mit Spachtelmasse ausgleichen. Putzschäden mit einem Stielspachtel vergrößern, bis wieder fester Putz vorliegt. Anschließend sauber ausbürsten, anfeuchten und mit Wandfüllmasse ausgleichen. Vor dem Streichen Tiefengrund auftragen.

Ausblühungen lösen

Weiße Ausblühungen von Salpeter werden mit einem Spachtel abgekratzt und mit Salpeterentferner behandelt, sofern die Wand trocken ist. Anschließend die Oberfläche mit Feinputz ausgleichen.

Fußleisten abkleben

Für einen Neuanstrich genügt das saubere Abkleben von Rändern, Rahmen, Steckdosen und Fußleisten mit Maler-Krepp. Es hat eine hohe Klebkraft und lässt sich leicht rückstandsfrei wieder ablösen. Zurück bleiben exakte Kanten und saubere Ränder.

Fußboden abdecken

Zur Vorbehandlung größerer Flächen mit Tiefgrund sowie für die Anstriche mit cremigen und flüssigen Dispersionen ist das Abdecken von Boden und Möbeln mit Folie empfehlenswert. Befestigen Sie die Folie exakt mit Klebeband an den Fußleisten. Ränder und Rahmen von Fenstern und Türen, Lichtschalter und Ähnliches ebenfalls abkleben.

Tiefengrund auftragen

Alle nicht tragfähigen Untergründe sollten mit lösemittelfreiem Tiefgrund vorbehandelt werden. Er befestigt sandenden Putz und verleiht der Fläche gleichmäßige Saugfähigkeit. Der Tiefgrund muss völlig in den Untergrund einziehen, dazu bis max. 1:1 mit Wasser verdünnen.

Richtiges Maß spart Kosten

Eine einfache Formel erleichtert Ihnen die Berechnung der nötigen Farbmenge: Raumumfang (Wandlängen addieren) x Raumhöhe + Deckenfläche (Bodenlänge x Bodenbreite) – Fensterflächen (Höhe x Breite) – Türflächen (Höhe x Breite).

(Fotos: Dulux)

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