Vogelbedarf

Vogelfutter selber machen: 3 Rezepte für Meisenknödel und Co.

  • Finden Sie heraus, welche Vogelarten bei Ihnen leben, denn Vogelfutter ist nicht gleich Vogelfutter. Während Weichfutterfresser wie Amseln und Drosseln Beeren und Hafer bevorzugen, ernähren sich Körnerfresser wie Meisen und Finken von Samen oder Nüssen.
  • Bei einem Herbstspaziergang finden Sie viele Leckereien, die Sie zu Vogelfutter verarbeiten können. Vögel freuen sich auch über Pflanzen, die für Menschen auf den ersten Blick weniger attraktiv sind wie beispielsweise Disteln oder Kletten.
  • Futterglocken und Vogelfutterplätzchen sind kinderleicht herzustellen und verbrauchen dabei keine Resourcen aus Plastik wie herkömmliche Meisenknödel.

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Artgerechtes Vogelfutter für die Winterzeit herstellen

Nicht alle heimischen Vögel fliegen in der kalten Jahreszeit in den warmen und sonnigen Süden. Viele unserer gefiederten Freunde bleiben das ganze Jahr in ihrer Heimat und suchen auf dem frostigen Boden nach Nahrung. Daher ist es wichtig, Meisen, Rotkehlchen, Finken, Amseln und viele andere Vogelarten bei der Futtersuche zu unterstützen.

Die Lebensräume für Pflanzen und Tiere sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Das bedroht die Existenz vieler Tierarten.

In manchen Gegenden in Deutschland ist daher auch ganzjähriges Füttern von Wildvögeln und das Anbieten von Brutplätzen sinnvoll. Damit unterstützt man die Vögel und sorgt für eine stabilere und vielfältigere Vogelpopulation

Auf Heimwerker.de zeigen wir Ihnen in drei Rezepten, wie Sie Vogelfutter selber machen können. Die Anleitungen eignen sich auch super, um Vogelfutter mit Kindern selber zu machen. Außerdem erhalten Sie Tipps zur artgerechten Fütterung von Wildvögeln.

1. Fütterung von Wildvögeln

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Weichfresser wie die Singdrossel präferieren im Winter Beeren.

Wer sich für eine ganzjährige Fütterung von Wildvögeln entscheidet, sollte darauf achten, dass ein vielfältiges Angebot für Weich- und Körnerfresser vorliegt.

Je nach Art und Schnabelform fressen die Vögel nämlich unterschiedliche Körner, Früchte und Insekten. Man sollte sich also genau darüber informieren, welche Vögel in der näheren Umgebung leben und dann das Futterangebot entsprechend anpassen.

Andernfalls bleibt das gutgemeinte Futter einfach am Futterplatz liegen. Nicht alle Wildvögel fressen die gleiche Nahrung. Es gibt bei den Vogelarten die sogenannten Weichfutterfresse und die Körnerfresser.

Zu den Weichfutterfressern gehören Rotkehlchen, Spechte, Amseln, Drossel, Zaunkönige und Star. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Früchten. Im Herbst und Winter bevorzugen diese Vogelarten daher weiches Futter in Form von Beeren, Haferflocken, Weizen, Dinkel und Nüssen.

Hinweis: Früchte, die an den Gehölzen wachsen, sollten über die kühleren Jahreszeiten hinweg unbedingt an den Sträuchern hängen bleiben. Denn ob als Solitär-Strauch, Heckenpflanzung oder Klettermaxe – selbst im gefrorenen Zustand sind Vogelnährgehölze für viele Vögel gehaltvoll und schmackhaft.

Zu den Körnerfressern gehören Vogelarten wie Finken, Sperlinge und Meisen. Sie ernähren sich von Samen, Mohn, Sonnenblumenkernen, ungeschälter Saat und allen Nussarten.

Ihre Schnäbel sind wesentlich kräftiger als die der Weichfutterfresser und ermöglichen so die Ernährung mit Körnern. Auch im Winter bevorzugen diese Wildvögel alle Arten von Samen, die sie mit ihren kräftigen Schnäbeln aufknacken können.

2. Natürliches Vogelfutter

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Die Eberesche ist für Vögel nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern auch ein Rückzugsort.

Besonders in den Herbst- und Wintermonaten haben Vogelnährgehölze in mehrerer Hinsicht etwas zu bieten: Die Früchte sind nicht nur für Vögel äußerst nahrhaft und erweitern wesentlich ihren Speiseplan – ein ertragreicher Strauch mit seinen prachtvollen Beeren ist auch für den Betrachter ein optischer Blickfang.

So ist beispielsweise die Eberesche (Sorbus aucuparia) bei Vögeln äußerst beliebt. Oftmals wird sie nur als Vogelbeere bezeichnet und ist eine anspruchslose Pflanze, die sowohl auf Brachflächen als auch in Lichtungen und Wäldern gedeiht.

Die Eberesche ist sehr resistent gegen Kälte wie auch Wind und ist für viele weitere Tierarten eine wichtige Futterpflanze.

Neben der Vogelbeere zählen auch die Schwarze Holunder (Sambucus nigra), die Vogelkirche (Prunus avium), das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), die Schlehe (Prunus spinosa) sowie die Hundsrose (Rosa canina) zum beliebten Speiseplan vieler Vogelarten.

Doch dienen sie nicht nur als Nahrungsquellen, sondern eignen sich ebenfalls als Lebensräume, die sowohl Schutz vor Gefahren bieten als auch optimale Nistplätze darstellen.

Doch nicht nur Beeren gelten als eine begehrte Futterquelle bei Vögeln: Für einige Arten gehören ebenso Nadelgehölze mit ihren Früchten beziehungsweise Zapfen zum Nahrungsplan, wie zum Beispiel die Tanne (Abies), der Lebensbaum (Thuja), die Fichte (Picea), die Wacholder (Juniperus) oder die Gemeine Eibe (Taxus baccata).

3. Vogelfutter selber sammeln

Natürlich kann man fertige Vogelfuttermischungen im Handel kaufen, um daraus Meisenknödel, Vogelfutterplätzchen oder Futterglocken herzustellen.

Wer allerdings im Spätsommer und Herbst ohnehin viel Zeit in der Natur verbringt, kann sich das Geld sparen und selber Früchte, Nüsse und Sämereien sammeln, beispielsweise:

Pflanze Nahrungsmöglichkeit
Bäume Samen aus Kiefern- und Tannenzapfen, Erlenzapfen, Bucheckern, Birken- und Ahornsamen, Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenkerne, Ebereschenbeeren, Walnüsse
Sträucher Haselnüsse, Holunderbeeren, Liguster, Mehlbeere, Schneeball, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Hagebutten
Gräsern, Stauden, Blumen, Getreide Hirse, Disteln, Kletten, Vogelmiere, Nachtkerze, Ampfer, Melde, Knöterich, Heidekraut, Wegerich, Hirtentäschel, Mohn, Löwenzahn, Korbblüter

3.1. Meisenknödel selbst herstellen

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Für Meisenknödel eignen sich zum Beispiel Haferflocken, Rosinen oder Mohn.

Das Futter wird in Kugeln geformt, in ein Netz gefüllt und an einer geeigneten Stelle aufgehangen. So kann die Meise sich auf dem hängenden Knödel niederlassen und in Ruhe fressen. Mit wenigen Zutaten können Sie das Meisenfutter und natürlich auch für andere Vogelarten Vogelfutter-Bälle selber machen.

Sie benötigen für Meisenknödel:

  • 170 g Fett
  • 200 g Körner und Früchte
  • festen Bindfaden
  • weiches Netz

Als Basis für alle Fettfutter dient ungesalzener Talg vom Hammel oder gehärtetes Pflanzenfett. Die Körnermischung sollte aus feinen Samen bestehen. Haferflocken und Kleie – aber auch Mohn und Rosinen – eignen sich für die Herstellung von Meisenknödel.

Nun wird das Fett in einem Topf erhitzt. Zu dem flüssigen Fett werden anschließend etwa 180 g der Körnermischung gegeben. Der Topf wird zum Erkalten neben die Herdplatte gestellt.

Erst wenn das Fett fast erkaltet ist, formen Sie aus der Masse die einzelnen Kugeln und ziehen den Bindfaden hindurch. Die restlichen Körner werden anschließend auf die geformten Kugeln gegeben und angedrückt.

Nun spannen Sie nur noch das Netz um den Meisenknödel, verschließen die Öffnung mit dem Bindfaden und hängen das Futter an die vorgesehene Stelle.

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Stecken Sie einen kleinen Zweig in die Futterglocke, damit die Vögel sich niederlassen können.

3.2. Vogelfutterglocke selber machen

Sollten Sie noch einen alten Tontopf besitzen, können Sie die gesamte Fettfuttermischung auch darin erkalten lassen. Stecken Sie einen etwas stabileren Ast durch die Öffnung, geben das flüssige Futter hinein und hängen die gesamte Futterglocke auf.

Die Wildvögel in Ihrem Garten werden sich über das leckere Futterangebot freuen.

Für eine Futterglocke eignen sich übrigens auch Kokosschalen, Orangenschalen oder andere Gefäße, in die die Vogelfuttermischung gefüllt wird.

Achtung: Achten Sie darauf, dass das Material für die Vögel gesundheitlich unbedenklich ist und keine Verletzungsgefahr darstellt.

3.3. Vogelfutterplätzchen selber machen

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Während Meisenknödel meisten in einem Netz aus Plastik liegen, kommen bei Vogelplätzchen nur natürliche Resourcen zum Einsatz. 

Sie können die Plätzchen im eigenen Garten, auf dem eigenen Balkon oder bei einem Spaziergang mit der ganzen Familie aufhängen. Wegen ihrer lustigen Form eignen sich die Plätzchen besonders, um Vogelfutter mit Kindern selber herzustellen.

Sie benötigen für Vogelfutterplätzchen:

  • 1 Packung Kokosfett
  • 1-2 EL Öl
  • Fertige Vogelfuttermischung oder Sonneblumenkerne, Samen, Haferflocken, Nüsse, Rosinen, usw.
  • Große Plätzchenausstecher
  • Strohhalme
  • Schnur
  • Backblech und Backpapier

Das Fett im Kochtopf ohne Aufkochen zergehen lassen. Anschließend das Vogelfutter untermischen, aber nicht zu viel. Je größer die Menge, desto eher besteht die Gefahr, dass die Anhänger später brüchig werden. Deshalb wird am Ende auch etwas Öl hinzugegeben, damit die Vogelplätzchen geschmeidig bleiben.

Nun geht es ans Formen der Anhänger. Dazu ein Backblech mit Backpapier auskleiden, verschiedene Ausstechformen auslegen und mit der Vogelfuttermischung füllen.

Damit die Vogelplätzchen später aufgehangen werden können, ein Stück Strohhalm abschneiden und in die Stellen stecken, wo später die Schnur hindurch gezogen werden soll.

Über Nacht an einem kühlen Ort aushärten lassen und am nächsten Tag die Plätzchen aus den Formen drücken.