Fliesen verlegen

Fliesen zu verlegen gehört zu den anspruchsvolleren Heimwerkerarbeiten. Dennoch ist es keine Zauberei und wer über das entsprechende Wissen, sowie das benötigte Werkzeug verfügt, kann mit etwas Übung sehr gute Ergebnisse erzielen und viel Geld sparen.

Welche Werkzeuge und Hilfsmittel benötigt werden, hängt vom Arbeitsaufwand ab und ist unter Werkzeuge zur Verlegung von Fliesen nachzulesen. Bevor aber die ersten Fliesen gelegt werden, ist der richtige Verlegeplan entscheidend. Gerade bei den modernen großen Fliesen, ist es sehr wichtig, wo welche Fliesen geschnitten werden. Ein falsches Fugenbild kann auch ein perfekt gefliestes und sauber verfugtes Badezimmer unschön aussehen lassen. Ebenso ist gutes Werkzeug wichtig und wer vor einer Haussanierung oder einem kompletten Innenausbau steht, sollte nicht am falschen Ende sparen. Ein elektrischer Nasschneider kostet etwas mehr, macht sich aber bezahlt und erleichtert die Arbeit.

Untergrund sorgfältig prüfen

Bevor Fliesen verlegt werden können, muss der Untergrund bestimmte Kriterien erfüllen. Wie bei allen Belagsarbeiten, sollte er eben, trocken, staub- und fettfrei sein. Zusätzlich darf der Untergrund nicht zu stark saugen. Dieses würde zu schnell die Feuchtigkeit aus dem Fliesenkleber ziehen und eine gute Abbindung stören. Daher empfiehlt es sich generell Putz oder Estrich mit einer Grundierung zu behandeln. Diese bindet feine Staubpartikel und reguliert das Saugverhalten des Untergrundes.

Ritzprobe
Wasserprobe
kreidende Anstriche
Test mit Klebeband
  1. Die Ritzprobe verrät, ob der Untergrund tragfähig ist. Je höher die Ritztiefe, desto geringer die Tragfähigkeit.
  2. Bei der Wasserprobe wird Nässe mit einem Pinsel aufgebracht. Zieht das Wasser sichtbar ein, muß grundiert werden.
  3. Kreidende Anstriche müssen entfernt bzw. abgewaschen werden. Restpartikel werden durch Grundierung gebunden.
  4. Mit der Klebebandprobe können Anstriche überprüft werden. Blättert der Anstrich beim Abreißen des Klebebandes, muss er entfernt werden.

Begehbare Dusche und Nassbereich abdichten

Begehbare Dusche mit Flüssigfolie abdichten
Begehbare Dusche mit Flüssigfolie abdichten

Zum Nassbereich zählen neben der Dusche auch die Flächen um einer Badewanne oder dem Waschbecken. Diese Bereiche, sowie wasserempfindliche Untergründe benötigen einen besonderen Schutz gegen durchdringendes Wasser.

Besonders geeignet sind hierfür Streich- oder Flüssigfolie, welche von unterschiedlichen Herstellern als komplette Abdichtsysteme angeboten werden. Diese beinhalten neben der Flüssigfolie oft auch Dichtband, Ecken oder Manschetten, welche zu einer perfekten Abdichtung benötigt werden. Für eine sichere Verbindung sollte die abzudichtende Fläche generell mit einer passenden Grundierung bearbeitet werden. Werden dabei empfohlene Produkte eines Herstellers verwendet, sichert das die Verträglichkeit der einzelnen Komponenten.

Die Vorgehensweise ist fast immer ähnlich, dennoch sollten die Herstellerangaben gelesen und beachtet werden.

Ecken mit Dichtband
Armaturen mit Manschetten
  1. Den Untergrund mit der Grundierung vorbehandeln und die Trockenzeit beachten.
  2. Mit einer Rolle oder Malerbürste wird die Flüssigfolie aufgetragen und das Dichtband sowie benötigte Ecken oder Manschetten in den Anstrich eingearbeitet.
  3. Nach der angegeben Trocknungszeit erfolgt ein weiterer Anstrich, bei dem das Dichtband komplett überstrichen wird.

Fliesenkleber auftragen

Fliesenkleber auftragen

Ist der Untergrund vorbereitet und sind die nötigen Maße, wie der Fliesenspiegel angezeichnet, wird der Fliesenkleber nach Herstellerangaben angerührt und mit der Zahnkelle aufgetragen. Hierbei bitte die erforderliche Zahngröße beachten.

Kantenlänge der Fliese   empfohlene Zahngröße
bis 50 mm 3 mm
50 mm bis 100 mm 4 mm
101 mm bis 200 mm 6 mm
201 mm bis 250 mm 8 mm
251 mm bis 500 mm 10 mm

Den Fliesenkleber dabei mehrfach mit der Zahnkelle durchkämmen, bis sich ein gleichmäßiges Bild ergibt. Wichtig ist es stets auf die gleiche Haltung der Zahnkelle zu achten. Wird die Zahnkelle flach angesetzt, wird weniger Fliesenkleber aufgetragen als in einem steileren Winkel. Immer nur so viel Kleber auftragen, wie auch in kurzer zeit verarbeitet werden kann. Randfliesen, welche geschnitten werden müssen, sollten daher besser einzeln verklebt werden.

Fliesen verlegen

Fliesenschnitt bei Innenecken

Je nachdem, wo Fliesen geschnitten werden sollen, wird an der entgegengesetzten Seite mit der ersten Fliese begonnen. Ist ein Fliesenspiegel in einer bestimmten Höhe gefordert, wird von oben nach unten gefliest und die unterste Fliese geschnitten. Einfacher ist es von unten nach oben zu fliesen und den Fliesenspiegel mit einer kompletten Fliese enden zu lassen. Dabei wird viel Schneidarbeit und Verschnitt eingespart. Die fertige Höhe kann dabei je nach Fliesengröße und Fugenbreite variieren. Werden die Fliesen vorher mit Fliesenkreuze auf den Boden gelegt, lässt sich die fertige Höhe leicht bestimmen.

In Innenecken werden Fliesen mit einer Dehnungsfuge zugeschnitten und die nächste Wand mit dem Reststück fortgesetzt. Dabei sollte der Abstand so groß gewählt werden, dass die Fliesen sich nicht berühren, die Lücke aber mit einer Silikonfuge abgedeckt werden kann.

Wichtige Tipps zur Anordnung der Fliesen sind in unserem Verlegeplan für Fliesen und unter Natursteinfliesen verlegen zu finden.

Fliesen verfugen

Sind alle Fliesen verlegt und der Fliesenkleber getrocknet, kann mit dem Verfugen begonnen werden. Wichtig ist hierbei bereits die Wahl des Fugenmörtels. Je nach Untergrund und Einsatzort muss der Fugenmörtel unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Neben wasserabweisenden und flexiblen Fugenmörteln, gibt es auch speziellen Fugenmörtel der frostbeständig oder für sehr breite Fugen geeignet ist. Hierfür bitte immer die speziellen Einsatzgebiete der Produktbeschreibung entnehmen.

Damit auch der persönliche Geschmack nicht zu kurz kommt, sind fast alle Fugenmörtel auch in unterschiedlichen Farben erhältlich. Ein sehr ruhiges Gesamtbild wird mit gleichfarbigen Fugen und Fliesen erreicht. Aber gerade große Fliesen kommen mit einem kontrastreichen Fugenbild besonders zur Geltung. Dafür sollten die Fugen absolut exakt und gleichmäßig sein. je größer der Farbkontrast ist, desto schneller fallen Fehler im Fugenbild auf.

Fugenmörtel diagonal einarbeiten
überflüssigen Fugenmörtel abwaschen
Fliesen reinigen und polieren
  1. Ist der Fugenmörtel nach Herstellerangaben angerührt, benötigt er meist noch eine kurze Reifezeit, eher er nach nochmaligem Verrühren aufgetragen werden kann. Während er bei Bodenfliesen etwas flüssiger mit einem Gummispachtel verteilt wird, eignet sich für Wandfliesen ein Mossgummi- oder Fugenbrett. Der Fugenmörtel wird diagonal über die Fliesen verteilt und dabei in die Fugen gedrückt.
  2. Nach kurzer Trocknungszeit, kann der Fugenmörtel mit einem Schwammbrett abgewaschen und geglättet werden. Wichtig ist der richtige Reifegrad. Ist der Fugenmörtel bereits zu trocken, lässt sich die Oberfläche nur schwer waschen und glätten. Wäscht sich der Fugenmörtel hingegen leicht aus, ist er noch nicht genug getrocknet.
  3. Nachdem der Fugenmörtel abgewaschen ist, kann nach genügender Trocknungszeit mit der Reinigung begonnen werden. Bei noch grober Verschmutzung hilft Wasser und ein Schwamm oder Schwammbrett. Leichte Mörtelschlieren werden hingegen angetrocknet mit einem trockenem Lappen abgewischt.

Silikonfugen erneuern

Silikonfuge abkleben

Vor dem Aufbringen der Silikonfugen muss alles gründlich gereinigt und vorbereitet werden. Exakte Silikonfugen erfordern etwas Übung und sollten daher besonders sorgfältig gearbeitet werden.

  1. Gleichmäßige Fugen werden erreicht, wenn der Fugenbereich mit Klebeband abgeklebt wird. Das verhindert eine Verunreinigung der umliegenden Flächen. Auch wenn Anwendungsvideos oft etwas anderes empfehlen, sollten gerade Ungeübte nicht darauf verzichten.
  2. Mit einer Kartuschenpistole wird nun das Silikon möglichst gleichmäßig in die Fuge gespritzt. Bei besonders tiefen und großen Fugen, kann es ratsam sein, den Grund bereits vorher mit Silikon zu verfüllen und dieses trocknen zu lassen.
  3. Im nächsten Schritt wird das Silikon mit einem Glätt-Cutter abgezogen und gleichmäßig verteilt. Bereits jetzt sollte die Fuge sauber und ordentlich ausehen.
  4. Nach dem vorsichtigen Entfernen der Klebebandes kann das Silikon leicht antrocknen und mit einer Blumenspritze und einer Mischung aus Wasser und Spülmittel besprüht werden. Dieses Besprühen verhindert, dass das Silikon beim Glätten am Glätt-Cutter, Finger oder anderem Hilfsmittel kleben bleibt. So benetzt kann das Silikon in die endgültige Form gebracht werden. Dabei sollte nur noch geformt und nichts mehr abgetragen werden.

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Fliesenleger Leverkusen , d. 29-06-16 14:13:

Sehr gut beschrieben, für einen Laien trotzdem unzureichend. Mehr Einzelheiten wären auf jeden Fall hilfreich, obwohl für einen ersten Überblick sehr gut!

Heimwerker.de-Redaktion , d. 07-01-15 08:38:

Hallo Hans,

je nach Beschaffenheit des Holzbodens ist es möglich diesen zu fliesen. Der Aufbau hängt aber stark vom Untergrund ab. Ist dieser wirklich fest und stabil, kann eine Ausgleichsmasse mit Gewebe reichen. Auch Entkopplungsmatten sind eine gute Alternative. Sicherer ist es allerdings erst eine extra Schicht Faserplatten zu verlegen.

Die Arbeiten kannst Du selber ausführen, solltest Dich aber mit einem Fachmann vor Ort beraten. Dieser kann den Untergrund beurteilen und entscheiden, welche Maßnahmen nötig sind.

Liebe Grüße
Heimwerker.de-Redaktion

Hans , d. 05-01-15 18:40:

Hallo.
Spiele mit dem Gedanken im Wohnzimmer Fliesen zu verlegen. Der bisherige Boden ist ein Holzboden, da es sich hier um ein altes Fachwerkhaus handelt. Ich könnte mir vorstellen, dass der Fliesenboden schwimmend verlegt werden muss (Spannungsrisse in den Fliesen wegen Holz). Aber wie sieht die schwimmende Verlegung der Fliesen auf dem Holzboden aus und welche Materialien eignen sich dafür?

Mit freundlichem Gruß
Hans
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Bildnachweis
1. "Fliesen verlegen": © Riccardo Düring - heimwerker.de
2. "Ritzprobe": Henkel Ceresit /
3. "Wasserprobe": Henkel Ceresit /
4. "kreidende Anstriche": Henkel Ceresit /
5. "Test mit Klebeband": Henkel Ceresit /
6. "Begehbare Dusche mit Flüssigfolie abdichten": © Riccardo Düring - heimwerker.de
7. "Ecken mit Dichtband": Henkel Ceresit /
8. "Armaturen mit Manschetten": Henkel Ceresit / Henkel Ceresit
9. "Fliesenkleber auftragen": , CPZ-Verlag
10. "Fliesenschnitt bei Innenecken": © Riccardo Düring - heimwerker.de
11. "Fugenmörtel auftragen": Henkel Ceresit /
12. "Fugenmörtel abwaschen": Henkel Ceresit /
13. "Zementschleier entfernen": Henkel Ceresit /
14. "Silikonfuge abkleben": © Riccardo Düring - heimwerker.de

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