Klingel oder Türsprechanlage installieren

Türklingel anschließen und in Betrieb nehmen

Eine neue Klingel einzubauen ist für einen versierten Heimwerker recht einfach. Jedoch unterscheiden sich die Systeme heute grundlegend. Wurde früher noch hauptsächlich ein Klingeltransformator mit Klingeltaster und dem typischen Türgong eingesetzt, gibt es heute Türsprechanlagen mit oder ohne Bildübertragung, Funkklingeln und sogar Anbindungen an das heimische WLAN oder Dect-Telefon. Welches System letztendlich genutzt wird, entscheidet der Nutzer selbst. Abhängig von den Anschaffungskosten, sind die Möglichkeiten grenzenlos.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Systeme, ist es kaum noch möglich eine allgemein gültige Anleitung oder einen Schaltplan zum Anschließen einer Türklingel zu geben. Hier gibt es alte Systeme mit Klingeltrafo, neuere mit eigenem Netzteil und je nach Funktionsumfang mit 2, 3 oder 4 Leitungen. 

Das alte System der Klingelanlage mit Klingeltrafo und Gong

Entsprechend dem Stand der Technik, fielen alte Klingelanlagen recht einfach und spartanisch aus. Ein Klingeltransformator sorgte für die Spannungsversorgung von zumeist 8 Volt und der Stromkreis zum Türgong wurde mittels Klingeltaster unterbrochen. Betätigt jemand den Taster, schließt sich der Stromkreis und die Klingel wird ausgelöst. Als besondere Ausstattung galt da schon ein Klingeltransformator für Hutschienenmontage, der im Zählerschrank oder Sicherrungskasten untergebracht wurde und somit das Netzteil (den Klingeltrafo) neben der Klingel überflüssig machte. Solche Hutschienen-Klingeltransformatoren bieten zum einen den Vorteil der einfacheren Installation und zum anderen besitzen sie häufig unterschiedliche Spannungen für verschiedene Endgeräte.

Die Kabelverlegung konnte aufgrund der Kleinspannung von sehr einfach gehalten werden. Sogenannter Klingeldraht, der aus zwei einzelnen und zumeist verdrehten Leitungen besteht, wurde mit Nägeln an der Wand befestigt und stellte die Verbindung zwischen Klingeltaster und der der Türglocke her. Sollte das Klingelschild oder die Klingel an der Haustür beleuchtet werde,, benötigte man mindestens eine weitere Leitung. 

Anleitung: einfache Klingel einbauen

Die Leitungen zur Installation der Türklingel wurden bei der Hausinstallation verlegt oder können nachträglich angebracht sein und können einfach verwendet werden. Sollten im Haus keine Leitungen für die Klingel verlegt worden sein – das kann beim Altbau durchaus vorkommen –, sollte über die Verwendung einer drahtlosen Klingel nachgedacht werden. Alternativ kann über eine nachträgliche Verlegung nachgedacht werden, was jedoch einen größeren Aufwand erfordert und selten optisch ansprechend umgesetzt werden kann.

Einbauhinweise zur Türklingel-Montage

Zunächst wird ein geeigneter Platz in der Nähe der verlegten Leitungen benötigt. Dieser sollte für eine gute Klangerzeugung auf einer Höhe von etwa zwei Metern liegen und sich nicht unmittelbar in der Nähe von Heizkörpern befinden. Für die Ablauf der Montage gehen Sie folgendermaßen vor:

Schaltplan für 2- und 3-adrige Verlegung
Schaltplan für 2- und 3-adrige Verlegung
  1. Das Klanggehäuse wird geöffnet oder aufgeschraubt und mit Dübeln an der Wand befestigt. Das Gehäuse sollte mittels einer Wasserwaage ausgerichtet werden. Anschließend zieht man die Schrauben fest.
  2. Im nächsten Schritt wird die Klingel verdrahtet. Dabei darf der Bolzen eines Türgongs, der die schwingend aufgehängten Klangplatten anschlägt, nicht geölt werden oder durch Bohrstaub verschmutzt sein.
  3. Ist kein Klingeltransformator vorhanden, muss dieser an einer geeigneten Stelle an die Klingelleitung angeschlossen werden. Da Klingeltransformatoren mit Wechselspannung arbeiten, muss auf die Polarität nicht geachtet werden. Bedacht werden sollte aber der benötigte Stromanschluss. 
  4. Die Montage des Klingeltasterts erfordert keine besonderen Kenntnisse, er sollte wenn möglich jedoch vor Regen geschützt angebracht werden. 
  5. Anschließend kann der Anschluss des Klingeldrahtes erfolgen. Hierzu wird der Klingeltdraht auf etwa 1 cm abisoliert und zu einer Öse gebogen. Die Öse wird um die Anschlussschraube gelegt, wobei die offene Seite nach rechts (Drehrichtung der Schraube) zeigt.
  6. Im letzten Schritt setzt man die Gehäuseabdeckung auf.

Im günstigen Fall befindet sich der Klingeltrafo im Sicherungskasten des Hauses. Ist dieser defekt, empfehlen wir den Austausch durch einen Elektriker. Ein Heimwerker sollte aufgrund der Verletzungsgefahr durch Strom keine solchen Arbeiten durchführen.

Drahtlose Klingel als mobile Alternative

Funk Türklingeln sind günstig und in jedem Design erhältlich

Drahtlose Klingelanlagen bzw. Funkklingeln sind eine gute Alternative zu herkömmlichen Klingeln und zeichnen sich durch eine einfachere Montage aus.

Statt eines Anschluss an die im Haus installierte Klingelanlage montiert man bei funkbetriebenen Türklingeln nur den Sender und Empfänger. Der Sender in Form des Klingeltasters wird nahe der Haustür angebracht. Dagegen wird das Empfängerhaus beispielsweise im Eingangsbereich der Wohnung platziert. Der Vorteil: Da die Reichweite je nach Modell zwischen 50 und 200 Meter beträgt, kann der Empfänger der Funkklingel an einer beliebigen Stelle im Haus montiert werden. Allerdings können Mauern oder Bauteile sie verringern. Abhängig von dem Modell stehen verschiedene Klingeltöne und Lautstärken zur Auswahl.

Besonders praktisch sind Empfänger, welche, wie ein Nachtlicht, nur in eine Steckdose gesteckt werden. Am Sender müssen jedoch regelmäßig die Batterien geprüft und bei Bedarf ausgewechselt werden.

Nachteilig bei einer Funk-Klingelanlage ist in vielen Fällen der dicke Klingeltaster, der die Batterie enthält. Dieser steht stark im Außenbereich hervor und kann leicht beschädigt werden.

Drahtlose Türklingel mit WLAN / Wi-Fi

Türklingeln mit Wi-Fi / Wlan können das Dect-Telefon nutzen

Heute ist es üblich, dass alles miteinander verknüpft und vernetzt wird, um von jeder Stelle im Haus darauf zugreifen zu können. Ob es immer Sinn macht ist fraglich, es bietet aber auch einen besonderen Vorteil. Werden viele technische Funktionen in einem Gerät genutzt, lässt sich Energie sparen und dank moderner Funktechnik wird der Kabelsalat minimiert.

Beispielhaft ist hier sicherlich die Türklingel oder Video Türsprechanlage von AVM, die das heimische Netzwerk für die Integration nutzt. Benötigt wird lediglich die Außeneinheit, da in vielen Fällen eh eine Fritz!Box und das passende Dect-Telefon genutzt wird. Mit dem entsprechenden Zubehör lassen sich gleichzeitig Steckdosen schalten, Lichtschalter bedienen oder auch Zustände, wie Temperatur oder Wasserstände prüfen. Mit einer passenden App können alle Systeme, auch die Türklingel, selbst auf dem Smartphone überwacht werden.

Praktisch ist die Nutzung des WLAN-Netzes auf jeden Fall, denn jeder richtet dieses so ein, dass er es im gesamten Wohnbereich und häufig auch im Garten nutzen kann. Das Klingelsignal beschränkt sich somit nicht nur auf eine fest installierte Türklingel, sondern lässt sich mit dem Dect-Telefon "mitnehmen". Wird eine Videosprechanlage genutzt, kann mittels mobilem Telefon selbst in der Badewanne ein Blick vor die Tür geworfen werden, was bei einer fest installierten Anlagen nicht möglich ist. Hier muss trotz viel Technik stets zur Klingel- beziehungsweise Videoanlage gelaufen werden. 

Türklingel mit MP3-Wiedergabe

Türklingeln mit MP3 bieten einen individuellen Klingelton

Die Nutzung von MP3s als Signalausgabe hatte ihren großen Boom mit den ersten ausgereiften Handy, die mit zumeist geringer Qualität in der Lage waren, Lieder oder Sprachaufnahmen wiederzugeben. Daraufhin wurde jedes mögliche technische Gerät mit einer solchen Möglichkeit ausgestattet. Es war neu, interessant und wurde genutzt.

Heute hat sich die bewusste Nutzung stark eingeschränkt. Viele Geräte sind bieten so viel Technik, dass auf die Möglichkeit MP3-Dateien wiederzugeben gar nicht mehr geachtet wird. Es gehört einfach dazu und wird vorausgesetzt. Einfache Geräte mit der einzigen Zusatzoption Lieder abspielen zu können, haben an Bedeutung verloren. Ausschlaggebend ist hierfür sicher auch der Preis. Einfache Funkklingeln mit MP3-Funktion schlagen schnell mit 20 € zu Buche, während für dasselbe Geld deutlich besser ausgestattete Klingelanlagen mit 50 verschiedenen Melodien zu haben sind. Hierbei auf die programmierbare MP3-Wiedergabe zu achten, wäre eher eine spezielle Vorliebe.

Unterschieden werden muss hierbei auch die Ausstattung der MP3-Klingel. Viele Anbieter werben mit einer MP3-Wiedergabe, beziehen sich jedoch nur auf die Wiedergabe von bereits gespeicherten MP3-Dateien, deren Auswahl nicht automatisch den eigenen Geschmack treffen muss. Wenn die Auswahl auf eine Türklingel mit MP3 fällt, dann sollte sie auch die Möglichkeit bieten, eigenen Dateien zu nutzen. Nur so lässt sich der Klingelton individuell gestalten.

Türklingeln aus Kunststoff oder Edelstahl?

Neben dem persönlichen Geschmack entscheidet natürlich auch der Preis über die zukünftige Klingelanlage. Hierbei ist festzuhalten, dass Edelstahl unverwüstlich ist aber leider auch seinen Preis hat. Wer auf eine dauerhafte Lösung und vor allem auf einen guten Schutz vor Vandalismus setzt, sollte daher zu Edelstahl greifen.

Deutlich günstiger sind dagegen Gehäuse aus Kunststoff. Diese lassen sich allerdings leicht manipulieren und bleichen in der Sonne aus. Aber auch Kunststoff bietet seine Vorteile. So lassen sich deutlich komplexere Formen herstellen und auch die Farbe lässt sich individuell gestalten.

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