Hohlraumdübel und Kippdübel: Montage in Trockenbauwänden

Hohlraumdübel und Kippdübel

Hohlraumdübel und Kippdübel richtig einsetzen

Wenn leichte bis mittlere Lasten an hohlen Wänden oder abgehängten Decken befestigt werden sollen, greift man in der Regel zu Hohlraumdübeln mit Klappmechanismus, auch Kippdübel genannt.

Die Begriffe "Hohlraumdübel" und "Kippdübel" sind nicht eindeutig gegeneinander abgegrenzt, in diesem Artikel geht es daher ausschließlich um sogenannte Kippdübel.

Andere Möglichkeiten zur Trockenbau-Befestigung erläutern wir in den Artikeln Hohlwanddübel im Trockenausbau und Gipskartondübel.

Kippdübel- und Hohlraumdübelsysteme

Federklappdübel mit zwei Flügeln
Kippdübel mit einem Flügel

 

Kippdübelsysteme aller Art funktionieren nach demselben Prinzip: Durch ein Bohrloch wird ein Dübel mit einem oder mehreren, klappbaren Befestigungsankern in eine Hohlwand geführt. Sobald der Dübel das Bohrloch passiert hat, klappen sich die Befestigungsankerflügel auf (Bild links) oder der einzelne Befestigungsanker "kippt" und verkantet sich (Bild rechts) – daher der Name.

Das System birgt Vor- und Nachteile. Ein einmal gesetzter Hohlraumdübel kann nicht mehr entfernt werden, ohne die Wand zu öffnen. Zwar lässt sich die Gewindestange herausdrehen, die Befestigungsanker fallen dann allerdings in die hohle Wand. Auch benötigt man ein verhältnismäßig großes Bohrloch, damit die Anker hindurchpassen. 

Die Vorteile liegen in einer sehr stabilen Montage der Teile, die sich im Prinzip nicht lösen können, anders als bei anderen Hohlwanddübelsystemen. Die Wand an sich wird nicht geschwächt, das schwache Gipskarton- oder Holzmaterial wird nicht belastet. Darüber hinaus können bereits mit Dübeln versehene, aber nicht haltbare Verbindungen, aufgebohrt und nachträglich mit einem Kippdübel versehen werden. 

 

Kippdübel einsetzen – Schritt für Schritt

Vor dem Einsetzen des Kippdübels muss zunächst an der gewünschten Stelle ein Loch gebohrt werden. Da der Klappanker je nach Größe des Kippdübels recht viel Platz benötigt, raten wir zur Benutzung eines 10er- oder 12er-Bohrers. Bei Gipskarton- oder Holzplatten kann ein konventioneller Holzbohrer, natürlich möglichst scharf, verwendet werden. Bei mineralischen Trockenbaumaterialien sollte man einen Betonbohrer nutzen.

Keine Bohrmaschine? Dann Bohrlöcher von Hand setzen!

Bei leichteren Gipskartonplatten können Bohrlöcher übrigens auch von Hand gesetzt werden. Wer über ein spitzes Werkzeug (Stechmeißel, Vorbohrer o.ä.) verfügt, kann Bohrlöcher in Rigips auch mit der Hand stechen.

Einführen des Klappankers

Nachdem das Bohrloch sorgfältig gesäubert ist, wird der Kippdübel vorsichtig eingeführt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Kippmechanismus eng an der Gewindestange anliegt um sich nicht im Bohrloch zu verkanten. Sobald der Anker das Bohrloch passiert hat, klappt der Anker aus und verhakt sich in der hohlen Wand.

Vorsicht bei Billigangeboten!

Achtung: Billige Discount-Dübel können brechen oder reißen!

Montage des Gegenstandes

Der Hohlraumdübel wird nach dem Ausklappen nun verschraubt. Dazu wird auf die Gewindestange zunächst die Unterlegscheibe, dann der zu montierende Gegenstand und anschließend eventuell eine zweite Unterlegscheibe aufgesetzt. Am Ende wird die beiliegende Mutter oder der, bei einigen Modellen, aufschraubbare Schraubenkopf montiert.

Nun wird die Gewindestange des Hohlraumdübels eingedreht. Dabei schraubt sich die Gewindestange durch das Gelenk des Klappankers, der zu montierende Gegenstand wird festgezogen. Beim Festziehen sollte man mit Gefühl vorgehen: Kippdübel, speziell solche billiger Bauart, können abreißen. Wenn der Gegenstand nicht mehr wackelt und fest an der Wand sitzt, ist alles in Ordnung.

Alternativen zum Kippdübel

Kippdübel sind nicht die einzige Möglichkeit, Dinge an hohlen Wänden und Decken zu befestigen. So sind Gipskartondübel in Schneckenform für leichtere Gegenstände oder Metallspreizdübel für schwerere Gegenstände ebenso gut geeignet. Unsere Artikel zu diesen beiden Dübelformen informieren kompetent zu den anderen Möglichkeiten der Trockenbaubefestigung.

Bildquellen

Alle Bilder: © heimwerker.de

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Bildnachweis
1. "Hohlraumdübel und Kippdübel": fischerwerke GmbH & Co. KG /
2. "hohlwandduebel kippduebel"
3. "kippdubel"
4. "kippdubel schritt 1"von © Christian Sperling / heimwerker.de
5. "kippdubel schritt 2"von © Christian Sperling / heimwerker.de
6. "achtung"
7. "kippdubel schritt 3"von © Christian Sperling / heimwerker.de

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