Große Fliesen verlegen

Große Fliese schneiden

Früher war die Sache klar: Kleine Fliesen verlegte man in kleinen Räumen, große Fliesen in großen Räumen. Diese Faustregel hat zwar immer noch eine gewisse Berechtigung, aber letztlich ist es Ihr Geschmack, auf den es bei der Gestaltung Ihrer Räume ankommt, und generell geht der Trend eher zu größeren Fliesenformaten.

Technisch ist es heute auch für Heimwerker kein Problem mehr, großformatige Fliesen bis zu Kantenlängen von 60 x 60 cm zu verlegen – die Entwicklung bei den Klebern macht’s möglich. Einige grundlegende Regeln sollte man dabei aber berücksichtigen. Wie Sie große Wandfliesen oder großformatige Bodenfliesen selbst verlegen, das zeigen wir Ihnen hier und liefern gleich das nötige Know-how dazu.

Material und Werkzeug

  • Lösemittelfreier Tiefgrund
  • Haftgrund
  • Abdichtungsanstrich und Abdichtbänder für Dusche und Bad
  • Hochflexibler Fliesenkleber oder Natursteinkleber
  • Hochflexibler Fugenmörtel oder Naturstein-Fugenmörtel
  • Sanitärsilikon oder Natursteinsilikon
  • Fliesenbrechzange
  • Fliesenhammer
  • Papageienschnabelzange
  • Fliesenschneidegerät, ggf. mit Lochaufsatz, oder Nassschneidegerät
  • Ggf. separates Fliesenlochgerät
  • Winkelschleifer
  • Wasserwaage
  • Fliesenlegerecken mit Richtschnur
  • Fliesenkreuze
  • Zahnkelle

Großformatige Fliesen verlegen – so geht’s

Untergrund vorbereiten

Stellen Sie sicher, dass der Verlegegrund sauber, trocken, fest und biegesteif ist. Je größer die Fliesen sind, desto wichtiger ist der letzte Punkt. Reinigen Sie bei Bedarf den Rohboden oder Estrich und entfernen losen Schmutz.

Der Untergrund sollte einheitlich saugfähig sein, um die Haftung des Klebers zu gewährleisten. Stark saugende Untergründe wie Gips, Gipskarton, Porenbeton, Zementputz oder frischer Estrich entziehen dem Kleber zu schnell Wasser. Man grundiert sie deshalb mit lösemittelfreiem Tiefgrund.

Untergründe wie Span- oder OSB-Platten, alte Fliesenbeläge oder festsitzende Farbschichten saugen oft gar nicht. Damit hier der Kleber gut hält, werden sie mit einem Haftgrund vorbehandelt.

Untergrund im Spritzbereich abdichten

Abdichtband und Abdichtanstrich
Bauschäden durch eindringendes Wasser kann man mit einem Spezialanstrich und den zugehörigen Dichtbändern verhindern. Entsprechende Produkte gibt es für innen und außen.

Im unmittelbaren Spritzbereich eines Bads, also rund um Dusche oder Wanne, verhindert man mit einer streichbaren Abdichtung, dass Wasser in die Wände eindringt und Bauschäden verursacht. (Nähere Informationen dazu finden Sie auch in unserer Anleitung zum Thema Bad abdichten.)

Behandeln Sie die Fläche zunächst mit lösemittelfreiem Tiefgrund. Dafür brauchen Sie etwa 200 ml Tiefgrund pro Quadratmeter Fläche.

Nach dem Trocknen wird der Abdichtanstrich satt und lückenlos aufgetragen. Bei den meisten Abdichtsystemen, die aus Anstrich und zugehörigem Dichtband bestehen, legt man in den Raumecken und an Anschlüssen nun das Spezialband in den noch nassen Anstrich. Nach dem Trocknen wird eine zweite Schicht aufgestrichen, die auch die Dichtbänder bedeckt.

Abweichungen sind hier möglich – beachten Sie also auch immer die Anweisungen des Systemherstellers!

Fliesen verlegen

Auf dem vorbehandelten und abgedichteten Grund verlegt man große Fliesen am besten mit einem hochflexiblen Fliesenkleber. Je größer eine Fliese, desto empfindlicher ist sie gegenüber Bauteilbewegungen oder Schwingungen – flexible Kleber beugen hier Schäden etwa durch Ablösen der Fliesen vor.

Für Natursteinplatten verwendet man Natursteinkleber. Ihre Inhaltsstoffe sind chemisch so an Natursteine angepasst, dass sich die Platten nicht verfärben.

Auch der Fugenmörtel sollte hochflexibel sein und sich für breite Fugen von 2 bis 15 mm eignen. Dehnungs- und Anschlussfugen werden zum Schluss mit Sanitärsilikon ausgespritzt. Für Natursteine gibt es auch hier Spezialprodukte wie Naturstein-Fugenmörtel und Natursteinsilikon.

Fugenmörtel anmischen
Sowohl Fliesenkleber als auch Fugenmörtel sollten hochwertig vergütet und hochflexibel sein. Beide werden aus Trockenmischungen angerührt.
Fliesenkleber durchkämmen
Nach der Reifezeit laut Herstellervorschrift können die Mörtel verarbeitet werden. Hier das Durchkämmen des Fliesenklebers.

Tipps & Tricks für große Fliesen

Fliese ins Kleberbett drücken
Wird die Fliese auch auf der Rückseite mit Fliesenkleber versehen, gelingt beim Einlegen in das zuvor mit dem Zahnspachtel vorbereitete Kleberbett eine weitgehend hohlraumfreie Verlegung.

Vor allem bei Großformaten am Boden ist man mit einer hohlraumfreien Verlegung auf der sicheren Seite. Sie erreicht man, wenn man auf dem Untergrund den Kleber mit einer Zahnkelle durchkämmt, die eine sogenannte Mittelbettzahnung oder bei sehr ebenem Grund eine 10-x-10-mm-Zahnung aufweist. Zusätzlich wird die Fliesenrückseite mit Kleber versehen. Beim Einlegen ins Klebebett entsteht eine weitgehend hohlraumfreie Kleberschicht, zugleich werden leichte Unebenheiten von Fliesen und Untergrund ausgeglichen.

Große Fliesen sind meist auch recht schwer. Damit sie an der Wand nicht abrutschen, sollte man die Fugen mit Keilen versehen, die sowohl das geplante Fugenmaß freihalten als auch die Fliesen gegeneinander abstützen. Bei sehr gleichmäßigen Fliesen sind hier auch Fugenkreuze hilfreich.

Zu den angrenzenden Seitenwänden sowie zwischen Boden und Wand und gegebenenfalls zwischen Wand und Decke sind ebenfalls Fugen einzuplanen. Damit vermeidet man Spannungen in der gefliesten Fläche. 5 mm sollte diese Bewegungsfuge bei großen Fliesenformaten schon breit sein, weniger als 2,5 mm sollten Sie nicht anlegen, um auch noch kleinere Maßtoleranzen ausgleichen zu können.

Große Boden- und Wandfliesen schneiden

Wenn die Länge eines vorhandenen Fliesenschneiders ausreicht, kann man damit in vielen Fällen auch großformatige Fliesen schneiden. Achtung: Je nach geplanter Anordnung sind auch Diagonalschnitte nötig, dann wird es mit der Länge bei Großformaten schnell knapp.

Detail Fliesen anritzen
Bei der Arbeit mit einem Fliesenschneider wird im ersten Arbeitsgang die glasierte Oberfläche der Fliese angeritzt.
Große Fliesen diagonal schneiden
Beim diagonalen Trennen ist dafür schon ein sehr großer Fliesenschneider nötig. Hier kann man alternativ auf einen Glasschneider und ein Stahllineal ausweichen.
Harte Fliesen mit Diamantschneider trennen
Bei besonders harten oder dicken Fliesen kommt man mit dem traditionellen Fliesenschneider nicht weit. Profis benutzen hier Diamantschneider, mit denen nass gearbeitet wird. Heimwerker können sich mit einem Winkelschleifer samt passender Scheibe behelfen oder professionelle Schneider im Werkzeugverleih mieten.

Mit dicken Spaltplatten oder bestimmten Feinsteinzeugen sind Fliesenschneider allerdings schnell überfordert. Auch Zuschnitte von Natursteinplatten oder Mosaiken können problematisch werden.

Eine Alternative stellen hier Nassschneider oder Steinschneidemaschinen dar. Sie erlauben das komfortable und zugleich präzise Trennen von Fliesen und Platten und bieten damit einen Vorteil gegenüber Winkelschleifern. Größe und Leistungsfähigkeit eines Nassschneiders sind auch eine Frage des Geldbeutels. Heimwerker müssen hier jedoch kein Profigerät anschaffen und kommen daher auch mit einem überschaubaren Budget ans Ziel.

Große Fliesen brechen

Fliesen nach dem Anritzen brechen
Soweit möglich, sollte man auch zum Brechen den Fliesenschneider verwenden, das geht am schnellsten und einfachsten. Dafür ist allerdings bei dicken, harten Platten oft einiges an Körperkraft nötig, dann arbeitet man besser mit dem links beschriebenen Verfahren.

Während der erste Akt beim Teilen eines Großformats – nämlich das Anritzen der Glasur – oft noch recht problemlos vonstatten geht, kann das eigentliche Brechen recht mühsam werden. Bewährt hat sich dabei folgende Vorgehensweise:

1. Mit einem Glasschneider oder einem Fliesenschneider wird die Glasur eingeritzt.

2. Legen Sie die Fliese auf einen festen Untergrund.

3. An einem Ende legt man einen größeren (Zimmermanns-)Nagel unter den Schnitt.

4. Stützen Sie Ihre Hände rechts und links vom Schnitt auf die Fliese und drücken Sie mit sanftem Nachdruck, bis der Schnitt bricht.

5. Mit feinem Schleifpapier wird die Bruchfläche glatt geschliffen.

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