Spezialtapeten

Tapeten für besondere Einsatzbereiche und Effekte

Je nach Geschmack, räumlichen Bedingungen und gewünschtem Effekt kann eine ganz bestimmte Tapete das richtige Gestaltungsmittel sein. Strukturtapeten, wie Prägetapeten oder Profiltapeten, erzeugen einen dreidimensionalen Effekt, der in großen Räumen gut wirken kann, aber auch als Akzent in einzelnen Streifen oder auf einzelnen Wänden eingesetzt wird.

Letzteres gilt auch für Fototapeten, die besonders auf Einzelwänden als eine Art "Fenster" gut wirken oder auch auf Türen ein Hingucker sein können.

Textiltapeten haben eine Oberfläche aus pflanzlichen oder tierischen Fasern, die flauschig gesponnen oder texturiert auf eine Papierunterlage aufgebracht wurden. Sie vereinen eine angenehme Oberfläche mit Bauphysikalischen Vorteilen.

Eine Sonderform ist die Velourstapete. Naturtapeten bestehen aus Grasgewebe, Bambus oder Kork, sind etwas schwieriger zu tapezieren, aber belohnen dafür mit einer ungewöhnlichen Optik. Weitere Varianten in unserer Übersicht sind Abschirmtapeten, Tapeten aus Kunststoff, Metall und Gasfaser.

Glasfasertapete

Glasfasertapete ist besonders strapazierfähig.

Diese hochwertige (und auch hochpreisige) Wandbekleidung besteht aus einem Glasgewebe mit verschiebefesten Fasern und einer glatten Oberfläche. Die geringe Saugfähigkeit des Gewebes ermöglicht eine Verarbeitung mit niedrigem Kleber- und Farbverbrauch. Normale Glasgewebetapeten werden als textiles Strukturmaterial durch Einbettungsklebung verarbeitet, deshalb sind sie mit keinem Trägermaterial verbunden. Ebenso gibt es Glasgewebetapeten mit Selbstklebeausrüstung, die die Einbettungsklebung einsparen.

Die endgültige Klebehaftung wird durch eine Dispersionsfarbenbeschichtung erreicht. Eine weitere Produktvariante sind Glasgewebe auf gekrepptem Papierträger, die sich wie Textiltapeten mit Spezialkleister verarbeiten lassen und trocken abziehbar sind. Glasgewebetapeten werden von den meisten Herstellern in kompletten Systemen angeboten. Dazu gehören das Gewebe auf Rollen, der Kleber zur Einbettung und Zwischenbeschichtung sowie Farben der verschiedenen Beanspruchungsgruppen. Die Farben können für die Endbeschichtung mit Volltonabtönfarben oder mit Abtönpasten abgetönt werden. Zur Verarbeitungssicherheit kann es vorteilhaft sein, alle Systemkomponenten von einem Hersteller zu beziehen. Genauere Informationen zu Glasgewebetapeten sollten Sie bei den Herstellern erfragen.

Strukturtaptete und Prägetapete

Strukturtapeten sind Tapeten mit einer spürbaren Oberflächenstruktur.  Dabei kann das Muster in das Papier der Tapete eingeprägt sein, dann bezeichnet man sie auch als Papierprägetapete. In anderen Fällen wird die Struktur durch den Auftrag von PVC-Schaum erzeugt. Diese PVC-Tapeten werden meist als Strukturprofiltapete bezeichnelt. PVC-Tapeten kommen jedoch wegen der möglichen Schadstoffbelastung immer mehr aus der Mode.

Papierprägetapeten oder Profiltapeten

Papierprägetapeten sind Papiertapeten, die durch Prägung ein zusätzliches reliefartiges Muster erhalten haben. Weitere Bezeichnungen für diese Tapetenart sind Prägetapete, duplierte Prägetapete oder Duplex-Prägetapete. Bei der Profiltapete - einer Variante der Kunststofftapete - wird hingegen durch aufschäumbare Farbpaste die Oberfläche vollflächig strukturiert, so daß eine räumliche Tiefenwirkung entsteht. Profiltapeten sind auch unter der Bezeichnung Relieftapete im Handel erhältlich. Beliebte Strukturmuster von Prägetapeten sind Flechtmuster, Putz-Strukturen, Bläschen oder Riffelblech-Strukturen.

Durch die Wirkung von Licht und Schatten erhalten diese Tapeten in der Raumwirkung eine zusätzliche Plastizität. Diese kann durch passende Wandfarben (z.B. metallisch glänzende Farben auf Metallstruktur) wirkungsvoll unterstrichen werden. Geprägte Strukturmuster gibt es allerdings in zunehmenden Maße auch bei den moderneren Vliestapeten.

Herstellung und Eigenschaften

Bei Duplex-Prägetapeten (Duplextapeten) werden zwei stärkere Papierbahnen gleichzeitig miteinander verklebt, kaschiert und in noch feuchtem Zustand mit Prägewalzen unter hohem Druck reliefartig geprägt. Das Negativbild der Prägung ist an der Tapetenrückseite zu erkennen. Diese Tapeten können von 200 bis 220 g pro m2 wiegen. Bei sachgerechter Tapezierung bleibt die standfeste Prägestruktur an der Wand voll erhalten.

Durch aufschäumbare Farbpasten kann die Oberfläche reliefartig geformt werden, so dass durch die Licht- und Schattenwirkung Muster und Strukturen eine räumliche Dimension gewinnen. Man unterscheidet zwei Varianten: Struktur-Profiltapeten sind vollständig strukturiert, z.B. in Putz- oder Gewebe-Optik. Sie wirken lebendig im Detail, vermitteln aber einen ruhigen Gesamteindruck. Dekor-Profiltapeten zeichnen sich durch partiell erhabene Muster- oder Konturzeichnungen aus. Filigrane Motive wie Gräser, Blumen, Bäume oder Schraffuren können so hervorgehoben werden. Die Dessins wirken prägnanter und wertvoller. Auch Textilien und Folien lassen sich profiliert bedrucken.

Fototapeten

Kombination aus Foto und Ornamenten.

Die Fototapete ist zurück!

– Obwohl sie eigentlich nie ganz verschwunden war. Durch die individuellen Möglichkeiten dieser Wandgestaltung, können Sie in den eigenen vier Wänden eine ganz neue Atmosphäre zaubern.

Schon in den siebziger Jahren waren Fototapeten der letzte Schrei und ein Muss in den deutschen Wohnungen. Vor allem Strand- und Palmenmotive waren sehr beliebt. Und heute? Die Fototapete erkämpft sich seit einigen Jahren den Weg zurück ins moderne Wohnerlebnis und verspricht eine breite Palette an Neuerung. Dank verschiedener Anbieter ist es möglich, Tapeten mit jedem Motiv bedrucken zu lassen. Das Besondere: Sie können Ihre Tapeten zentimetergenau im Wunschformat bestellen.

Die klassische Fototapete der Achtziger war der Karibikstrand. Das Motiv ist nicht verschwunden, doch die Auswahl ist mittlerweile sehr viel größer. Zum Beispiel kommen zum Standard-Motiv Birkenwald, Toskana-Landschaft, Skyline von New York (mit einem noch intakten World Trade Center) oder grünen Bambusstangen auch noch Motive mit abstrakten Kompositionen, naiver Malerei und surealistische Darstellungen. Oder Fotos, die zusätzlich gezeichnete Elemente enthalten und somit einen künstlerischen "Mix" darstellen. Somit haben aktuelle Interpretationen mit der "guten alten" Fototapete nur noch das riesige Bildformat gemein, sie sind tatsächlich Kunst á la pop art an der Wand. Diese Art von Tapeten findet man in der Regel im Baumarkt oder im Tapetenfachmarkt, der Urlaubsstrand an der Wand kann allerdings schon mal so viel kosten wie ein kurzer Pauschalurlaub. Während der klassische Malediven-Strand in einem Maß von ca. 2,50 Meter x 3,72 Meter schon um die 80 Euro zu haben ist, kosten seltenere Motive – aus Kollektionen von bekannteren Fotografen oder Ähnliches – in einem vergleichbaren Maß schon einmal um die 500 Euro. Handelsübliche Fototapeten eignen sich für Flächenillustrationen in Wohnräumen, Schwimmbädern, Restaurants, Gaststätten, Diskotheken, Konferenzräumen, Arztpraxen usw.

Oft werden die Einzelteile der Bildtapete im Flachsiebverfahren oder im Offset- Druckverfahren hergestellt. Die Lieferung erfolgt in mehreren Bildteilen auf Rollen bzw. Bögen. Diese in Form von Tapetenbahnen angebotenen Fototapeten werden zu einem bestimmten Motiv zusammengesetzt. Eine Fototapete so an die Wand zu bringen, dass das Motiv genau passt, verlangt einiges an Geschick und im Zweifelsfall sollte man eine solche Arbeit einem Profi überlassen. Vorsicht mit dem Tapetenkleister: Wenn zu viel Lösungsmittel enthalten ist, kann das Motiv beschädigt werden. Neuerdings gibt es neben den wenigen Anbietern von Standardmotiven auch Spezialanbieter, die Tapeten mit individuellen Fotomotiven nach Wunsch bedrucken.

Das Trägermaterial für die Fototapeten ist meist ein leicht zu verarbeitendes Vlies. Einfach das schönste Bild aus dem letzten Urlaub als Fototapete drucken lassen: Geschickt platziert kann man den nahtlosen Übergang ins Paradies vor der Haustür mit einer Fototapete simulieren. Schön in Szene setzen lassen sich auch einzelen Details eines Fotos: einzelne Grashalme in der Wiese werden fokussiert. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: der romantische Wasserfall, der farbenfrohe Leuchtturm oder das eigene Kind mit der Muschel in der Hand am Strand, alles lässt sich verwirklichen. Gerade Motive mit Personen sind zurzeit beliebt: so kann die eigene Familie auch als Poster in über 150 verschiedenen Formaten und Materialien, auf Leinwand oder Leichtschaumplatte, sogar mit einem Leuchtkasten groß rausgebracht werden.

Wallprints
Außerdem im Angebot und alternativ zur Fototapete gibt es inzwischen "Wallprints". Sie sind aus selbstklebender Folie in einem Stück, z. B. 180 cm x 90 cm oder auch mit individuellen Maßen. Sie können in der Regel auf jeder glatten, staub- und silikonfreien Oberfläche angebracht werden.

Türtapeten
Sonderformen der klassischen Motiv- Fototapete sind Türtapeten: Dies sind Riesenposter, die auf Türen geklebt werden können bzw. genau den Abmessungen einer Standard-Innentür mit 92 cm x 220 cm entsprechen. Am beliebtesten waren die Türtapeten in den siebzieger und achtziger Jahren. Türtapeten werden so tapeziert: Türgriff abnehmen, Tür abschleifen und Kleister auftragen, Tapete aufkleben und schließlich die Türklinke wieder anmontieren.

Wandtattoos
Statt einer ganzen Tapete gibt es auch die Möglichkeit, nur mit Details die eigenen Wände zu schmücken und damit interessante aber dezente Akzente zu setzen: Wandtattoo oder Wandsticker sind einfach auf die Wände aufzubringen, wobei als Untergrund eine Wand mit oder ohne Tapete möglich ist. Besonders praktisch: diese Vinylaufkleber lassen sich auch einfach wieder entfernen - bei Nichtgefallen oder Umzug sehr mieterfreundlich. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Wandtattoo.

Fotos auf dem Fliesenspiegel der Küche

Auch in der Küche werden Fotos als Motiv immer beliebter. Modernes Design ersetzt unschön gewordene Fliesenspiegel in der Küche mittels einem 10 mm dickes Acryl-Glas mit entsprechenden Lieblingsmotiven. Die neue Platte wird einfach auf die alten Fliesen aufgetragen und die Fugen mit Silikon abgedichtet. Ohne Schmutz, mit wenig Geschick und zeitlich unrelevanten Aufwand ist jeder Nutzer dazu in der Lage. Die Kosten dafür sind abhängig von der Größe und liegen bei ca. 150 Euro.

Textiltapete

Diese Bezeichnung ist ein Oberbegriff für eine große Gruppe verschiedenartiger Wandbekleidungen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass die dem Raum zugekehrte Seite ein textiles Material ist.

Herstellung und Eigenschaften

Ausgangsstoffe für die Oberfläche von Textiltapeten sind Fasermaterialien aus Pflanzen, von Tieren oder chemische gewonnene Synthetikfasern, die grob oder fein, glatt oder gekräuselt sein können. Sie besitzen entweder ihren natürlichen Ausdruck oder sind durch Färben, Texturieren und Nachbehandeln verändert worden. Es können Einzelfäden aus Baumwolle, Leinen, Wolle, Zellwolle, Kunstseide im Naturfarbton oder mit lichtechter Einfärbung verschiedener Stärken in glatt oder flauschig gesponnen auf das Tapetenpapier aufkaschiert sein. Für Gewebetapeten wird hingegen zuerst ein textiler Fadenverbund aus Kett- und Schussfäden im Webstuhl produziert und dann aufkaschiert. Für Tapetengewebe sind hochwertige Fasern aus Jute, Leinen, Baumwolle, Seide, Kunstseide oder Papier geeignet. Textiltapeten zeichnen sich weiterhin durch eine warme Wasseroberfläche, einen angenehmer Griff, einen leichten Wärmedämmeffekt, eine Verbesserung der Raumakustik durch Schallabsorption, eine geringe Verschmutzungsneigung sowie ein zeitloses Design aus. Auf der Wand erscheinen Kettfädentapeten zumeist als geschlossene Fläche, da Nähte kaum sichtbar sind.

Velours-Tapete

Eine Sonderform der Textiltapete ist die Velourstapete. Auf schweres, kleberbeschichtetes Papier werden bei der Herstellung Textilfasern (z.B. aus Seide oder Wolle) in einem elektrostatischen Verfahren aufgeflockt. Dadurch entsteht die typische samtartige Oberfläche, die meist klassisch oder heraldisch gemustert ist. Andere Bezeichungen für die Velourstapete sind Samttapete oder Sammet-Tapete.

Naturtapeten

Tapeten aus Naturwerkstoffen

Bei (vorwiegend handgefertigten) Naturwerkstofftapeten wird die mehr oder weniger stark strukturierte Oberfläche durch aufkaschierte Naturprodukte gebildet. Die Designs werden beeinflusst aus dem Zusammenspiel des farbigen Trägerpapiers und den darauf unterschiedlich dicht angeordneten Naturmaterialien und ihren Strukturen. Typische Vertreter dieser Tapetenart sind Gras- oder Naturkorktapeten. Die Grastapeten (Japangras, Koreagras) bestehen aus getrockneten, aufbereiteten Arrowrootfasern im Naturfarbton oder eingefärbt, die zu Geweben verarbeitet wurden und anschließend auf Reisstrohpapier aufkaschiert sind. Hanftapeten haben eine größere Struktur. Naturkorktapeten bestehen aus hauchdünnen, unterschiedlichen großen und angeordneten Korkblättchen, die auf ein Trägerpapier aufgeklebt oder in einen farbigen Lackfond eingelegt werden. Korktapeten sind lichtecht, unempfindlich, robust und reinigungsfähig.

Grastapete

Grastapeten werden auch als Grasfasertapeten oder Japan-Grastapeten bezeichnet. Diese Naturtapeten bestehen aus mit Textilien verwobenen Grasfasern oder Schilffasern, meist aus dem Fernen Osten, die anschliessend auf Reisstrohpapier aufkaschiert werden. Die Grastapete ist sehr empfindlich und daher auch schwierig zu tapezieren und zu pflegen.

Bambustapete und Schilfrohrtapete

Eng mit der Grastapete verwandt sind die Bambustapete oder die Schilfrohrtapete. Da der Bambus als typisch für Asien angesehen wird, wird diese Tapetensorte umgangssprachlich oft auch als Chinatapete oder Japantapete bezeichnet. Bambustapeten bestehen meist aus geschnittenem Bambus auf Grasuntergrund. In selteneren Fällen findet man auch geflochtene Bambustapeten.

Korktapete

Die Korktapete besteht aus auf Papierbahnen oder Platten aufkaschierter, dünn geschälter Korkeichenrinde. Durch die Verklebung der Korkplättchen auf der Papierbahn oder den Platten mit Kunstharzen kann eine Schadstoffbelastung entstehen, daher sollten Korktapeten, die mit eigenen Harzen verklebt wurden, bevorzugt werden. Korktapeten sind als Tapete für Feuchträume wie z.B. für das Badezimmer geeignet, da sie bis zu einem gewissen Grad wasserabweisend und leicht zu reinigen sind.

Kunststofftapete

Kunststofftapeten gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Sie sind in den letzen Jahren - besonders wegen gesundheitlicher Bedenken - etwas aus der Mode gekommen.  In der modernen Form der Vliestapeten (s. dort)  haben sie jedoch ein Comeback erfahren. Hier stellen wir die traditionellen Kunststofftapeten aus Vinyl oder PVC vor.

Vinyltapete (Glattvinyl)

Vinyltapeten haben ein festverbundenes, vinylbeschichtetes Trägerpapier. Die Vinylvorderseite ist bedruckt, glatt oder geprägt. Sie sind sehr strapazierfähig, scheuerbeständig und werden vorwiegend im Küchen-, Badezimmer-, Dielen- und Treppenhäuserbereich eingesetzt. Vinyltapeten sind trocken abziehbar spaltbar. Vinyltapeten mit einem RAL-Gütezeichen sind garantiert gesundheitlich unbedenklich.

Strukturprofiltapete aus PVC

Unter Verwendung von expandiertem Kunststoff enstehen bei der Fertigung reliefartige Dessins in plastischer Wirkung. Dreidimensionale Muster oder Strukturen werden auf Basis von PVC oder anderem polymerem Material aufgeschäumt. Zu Beginn gab es geschäumte Kunststoffwandbekleidungen nur in helleren Farbtönen, heutige Strukturvinyltapeten werden auch mit nur teilweise expandierten Farben im Muster und mit eingelegten Quarzelementen angeboten. Die Strukturprofiltapete gibt es allerdings inzwischen auch ohne PVC. Diese PVC-freien Strukturprofiltapeten werden der Umwelt zuliebe auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt und sind völlig frei von PVC, Weichmachern, Chlor, Formaldehyd und FCKW. Stattdessen werden die (farbigen) Strukturen z. B. aus Dispersionsbindemitteln auf der Basis von Vinylacetat-Copolymerisat mit Füllstoffen hergestellt. Profiltapeten sind schwer entflammbar (DIN 4102, BI), hochwaschbeständig, z. T. scheuerbeständig und normal reinigungsfähig. Allerdings kann die Schaumschicht durch Scherkräfte beschädigt werden und spitze Gegenstände können die weiche Schaumschicht zerstören und Kratzspuren hinterlassen. Strukturtapeten erreichen den hohen Lichtbeständigkeitsgrad von über 6, sind wasserdampfdurchlässig und deshalb auch für Bäder und Küchen geeignet.

Struktur auf Kunststoffvliesträger

Vinylstrukturen auf durchfeuchtungsbeständigem, maßstabilem Kunststoffvlies lassen sich problemlos und sauber verarbeiten. Ideal für eine Verarbeitung in winkeligen oder dachschrägen Räumen, feine Risse im Untergrund werden unsichtbar überbrückt. Zur Verarbeitung kann Spezialkleister plus 20% Dispersionskleber verwendet werden. Durch die damit mögliche Wandklebetechnik mit Doppelnahtschnitt ergeben sich unsichtbare Stöße ohne erkennbare Nähte. Ein Anstrich erfolgt mit hochwertiger Dispersions-, Latex- oder Acrylfarbe. Das Material ist für den privaten Wohnbereich, gewerbliche Räume und Großobjekte geeignet. Das Wandbelagsystem ist schwerentflammbar, hat eine gute Diffusionsfähigkeit (verhindert weitgehend Kondenswasserniederschläge auf der Oberfläche) und lässt sich im üblichen Rahmen gut reinigen und desinfizieren. Der Wandbelag ist überstreichbar; bei Verwendung von dünnschichtigen, hochdeckenden Farben bleibt der Strukturausdruck voll erhalten. Selbst nach mehrmaligen Anstrichen ist der Wandbelag restlos abziehbar.

Metalltapete

Dekorative Metalleffekte für die Wand

Als Metalltapeten bezeichnet man umgangssprachlich auf Papier kaschierte Metallfolien, meist aus Aluminium. Durch spezielle Oberflächenbehandlungen - wie bedrucken, prägen,  handkolorieren, oxydieren oder ätzen - lassen sich auf diesen dekorativen Tapeten reizvolle und schillernde Reflexe erzeugen. Da Metalltapeten mit Metallfolien-Applikationen empfindlich und nicht ganz einfach zu verarbeiten sind, werden ähnliche Glanzeffekte heutzutage oft durch den Aufdruck von Metallpigmenten erzeugt. Metalltapeten eignen sich wegen ihre dampfsperrenden Wirkung nicht für Feuchträume.

Beliebte Metalltapeten

Die Rauschenberger Tapetenfabrik bietet Metalleffekt-Tapeten in Kupfer-Hammerschlag-Optik und Riffelblech-Optik an. Ursprünglich waren diese Effekttapeten nur für den französischen Markt bestimmt, inzwischen sind sie allerdings auch in Deutschland sehr beliebt. Andere edle Metalltapeten, wie z.B. "Goldtapete" lassen sich oft nur über Händler im Ausland beziehen.

Verwechseln sie diese rein dekorativen Metalltapeten für Wohnräume nicht mit den sogenannten Abschirmtapeten, wie z.B. Kupfertapete. Diese Tapeten – egal ob Metallegierung oder in Vlies eingebettete Metallgitter – dienen in erster Linie der Abschirmung von elektromagnetischer Strahlung (EMV-Tapete).

Abschirmtapeten – EMV-Tapeten – Handytapeten

Tapeten zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlung

Ursprünglich wurden Wandbeläge zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlen vor allem für Räume verwendet, in denen empfindliche technische Geräte standen, z.B. medizinische Geräte in Krankenhäusern. Dort finden viele EMV-Abschirmungen auch heute noch ihren Einsatz.

Im April 2001 untersuchte die Zeitschrift Ökotest  Baustoffe, die einen Schutz vor Elektrosmog versprechen. Im Vergleichstest waren verschiedene abschirmende Wandbelege, wie EMV-Tapeten, Kupertapeten, Abschirmvlies sowie diverse Abschirmplatten und Abschirmputz.

In dem Test erreichten die Abschirmtapeten folgende Ergebnisse:

  • EMV-Tapete von Marburg (graphitbeschichtet): rund 80% Abschirmung
  • Kupfertapete Chagall von Biologa: über 99% Abschirmung
  • Armierungsgewebe mit Edelstahlfasern von ISPO: über 99% Abschirmung

Moderne Abschirmtapeten lassen sich mit einem Spezialkleister für schwere Tapeten  oft schon ähnlich komfortabel tapezieren, wie herkömmliche Vliestapeten. Sie lassen sich daher auch einfach wieder abziehen. Allerdings gilt es beim Tapezieren der EMV-Tapeten ein paar Besonderheiten zu beachten.

  • Tapetenbahnen beim Tapezieren nicht knicken.
  • Auf Stoß tapezieren. In den Zimmerecken jedoch lieber überlappend verkleben.
  • Alle verklebten Tapetenbahnen der Abschirmtapete müssen geerdet sein.
  • Deckenbahnen der Abschirmtapete müssen leitend mit der geerdeten Wandtapete verbunden sein.

Kupfertapete zur Abschirmung

Unabhängig von empfundenen Belästigungen durch Elektrosmog, müssen Räume mit elektronischen und medizinischen Geräten oft eine spezielle Abschirmung, z.B. Meßräume, Computerräume oder Tomografie-Räume. Hierfür hat Infratron eine spezielle dünne Kupfertapete entwickelt, die problemlos als Tapete verarbeitet werden kann, aber auch zur Abschirmung von Boden, Fenstern und Türen geeignet ist. Durch die spezielle Legierung der 0,12mm dicken Folie wird eine möglichst gleichmäßige Dämpfung von 40-80dB über den gesamten Frequenzbereich erzielt.

Absorbierende Tapete gegen hochfrequente Strahlung

An der TU Ilmenau entwickelt man Tapeten zur Dämpfung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (Mobilfunk, WLAN-Strahlung, Radarstrahlung) in Wohnungen. Die elektromagnetische Abschirmung wird hierbei nicht wie bei anderen Produkten durch Reflexion sondern durch Absorption ermöglicht.

Übertrage Bewertung...

Noch nicht bewertet. Jetzt bewerten! Zur Bewertung auf die Sterne klicken.

Kommentar hinzufügen (oder Link vorschlagen)

Haben Sie eine Anmerkung zu diesem Artikel oder möchten Sie uns eine passende Anleitung zur Verlinkung vorschlagen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!





Sicherheitsabfrage*




* Pflichtfeld  | Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.


Bildnachweis
1. "Spezialtapeten" (Schick und Edel 12) von tapetenpics, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
2. "Glasfasertapete - modernes Glasgewebe": © Caparol Farben Lacke Bautenschutz (2013)
3. "Fototapete" (Wallpaper- Sleeping Beauty) von Duy Truong Photography, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0
4. "Fliesenspiegel": © Poster XXL
5. "Textiltapete" (textured wallpaper) von Mr Thinktank, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0
6. "Strohtapete" (Large straw sombrero with twisted tip on carpet) von Horia Varlan, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
7. "Metalltapete" (Brushed Steel) von lkaestner, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
8. "Abschirmtapete" (Originalbild) von Ctd 2005, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

Am meisten gelesen


Neue Diskussionen im Forum

Im Heimwerker-Forum können Sie sich mit anderen Heimwerkern austauschen.