Holzarten-Übersicht: Der Heimwerker-Holzguide

Holzarten und Hölzer – Ahornbaum

Wer mit Hölzern arbeiten möchte, steht vor einer schwierigen Auswahl: Welche Holzart ist für das Projekt die Richtige? Welche Unterschiede bestehen zwischen den verschiedenen Hölzern? Wie unterscheidet sich Fichte von Tanne und Kiefer?

Mit unserem Heimwerker.de-Holzguide möchten wir für Sie Klarheit in den deutschen Wald bringen. Einfach und auch für Laien verständlich erklären wir Ihnen, welches Holz zu welchem Zweck taugt, wie dauerhaft und hart die einzelnen Holzarten sind und wie Sie das jeweilige Holz behandeln müssen.

Übersichtlich gegliedert nach einzelnen Holzarten geben wir Ihnen so einen Überblick und zeigen Ihnen gleichzeitig, wie die einzelnen Holzsorten aussehen können.

Ahorn: Für Instrumentenbauer und Möbeltischler

Ahornbaum
Ahornbaum mit Herbstfärbung
Ahornholz
Holz des Ahornbaumes

Ahornholz ist eine Kostbarkeit: Das helle und mittelharte Holz wurde und wird besonders für den Bau von Stilmöbeln, aber auch in der Kunst und vor allem im Instrumentenbau eingesetzt. Die meisten Holzblasinstrumente werden aus Ahornholz gefertigt, da es über ausgezeichnete akustische Eigenschaften verfügt. 

Als Bauholz findet Ahorn bis auf den Innenausbau kaum Verwendung, für Möbel aber umso mehr. Wir zeigen Ihnen, was man aus hellem, freundlichem Ahornholz machen kann. 

Ahornholz: Eigenschaften und Aussehen

Wenn man in Deutschland von Ahornholz spricht, meint man meist das Holz des Bergahorns, der am häufigsten angepflanzten und verwendeten Holzart. Sowohl das Rand- als auch das Kernholz sind beim Bergahorn gelblich-weiß bis weiß gefärbt, ein Farbverlauf von der Rinde zum Kern ist bei Ahornbäumen kaum festzustellen.

Obwohl das Holz nur eine vergleichsweise mittlere Dichte hat, ist es hart und dabei recht elastisch. Insbesondere die geringe Schwindneigung (es dehnt sich bei Temperaturunterschieden nicht sehr stark) prädestiniert das helle Ahornholz zum Bau von Musikinstrumenten. Insbesondere Gitarrenhälse für elektrische wie auch akustische Gitarren werden aus Ahornholz gefertigt, auch viele Holzblasinstumente werden aus dem leichten, aber formstabilen Holz hergestellt.

Möbel aus Ahorn: Ahornfurnier

Ahorn hatte lange Jahre in der Furnierindustrie eine große Bedeutung: So galten mit Ahorn furnierte Möbel in den 1950er und 1960er Jahren als sehr modern. Ahornfurniere wurden bei Schlafzimmermöbeln, Schrankfronten, Tischen, Büffets und vielen Kleinmöbeln wie Nachttischen und ähnlichem verwendet.

Nachteilig wirkte sich bei den älter werdenden Möbeln die Neigung des Ahornfurniers zum Vergilben aus: Das Furnier dunkelt, wie fast jedes Holz, durch UV-Strahlung mit den Jahren nach. Für den Innenausbau wie auch für nicht direkt dem Licht ausgesetzte Inneneinrichtungen wird Ahornholz und Ahornfurnier bis heute verwendet. 

Auch in Spanplatten und Sperrhölzern lässt sich Ahorn hervorragend verwenden, als Brennholz wird er nur selten verwendet, da Ahornholz recht teuer ist.

Produkte aus Ahorn und Ahornsirup

Neben Musikinstrumenten bildet Ahorn auch für Spielzeughersteller und Künstler ein kreatives Ausgangsmaterial. Das verhältnismäßig weiche und dennoch feste Holz eignet sich ausgezeichnet für die Herstellung von Holzspielzeug und kleinen Arbeitsgeräten. So werden viele hochwertige Zeichen- und Messgeräte, aber auch Küchengeräte und Sportgeräte aus dem hellen Holz gefertigt.

Bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Woher kommt der Ahornsirup? Ahornsirup wird aus dem Stamm des Zuckerahorns gewonnen, der zur Gewinnung des süßen Saftes angezapft wird. Ein anderer Name des Zuckerahorns ist auch "Kanadischer Ahorn", das Blatt dieses Baumes wird auf der kanadischen Flagge dargestellt. Aus Zuckerahorn lassen sich ebenfalls Möbel herstellen, das Holz ist allerdings stärker gemasert.

Birke: Skandinavischer Möbelstil mit Birkenholz

Birkenhain
Birken erkennt man an ihrer hellen Rinde
Birkenholz
Das helle Birkenholz

Birken sind vielen Allergikern ein Dorn im Auge – buchstäblich. Zugleich gelten sie nicht unbedingt als Ausgeburt von Solidität und Standhaftigkeit. Dennoch wird ihr weißes und weiches Holz in der skandinavischen und osteuropäischen Möbelkultur sehr geschätzt. Birke massiv ist selten anzutreffen, weitaus häufiger wird Birkenfurnier verwendet.

Eigenschaften von Birkenholz

In Deutschland hat die Birke im Vergleich zu anderen Arten als Nutzholz eher ein Schattendasein. Ganz anders ist dies in Skandinavien und Russland: Die dort überreichlich natürlich vorkommende Birke wird traditionell zur Möbelherstellung und als Bauholz verwendet.

Birkenholz wird als Rundholz, Schnittholz, als gemasertes und geschältes Furnier sowie als Sperrholz angeboten. Das Holz ist recht leicht und weich, es eignet sich hervorragend zum Drechseln und Schnitzen. Mit Birkenholz lassen sich, bedingt durch die gute Beizfähigkeit, viele Edelhölzer imitieren.

Birkenholz und seine Verwendung

Birkenholz wird, abgesehen von der skandinavischen und osteuropäischen Verwendung als Möbelholz, bevorzugt für die Herstellung feiner Werkzeuge und Geräte verwendet. So bestanden Nähgarnrollen früher ausschließlich aus Birkenholz, auch Wurfspeere und Diskusscheiben für den Leistungssport wurden aus Birke gefertigt. Im Flugzeugbau war und ist Birke heutzutage noch erste Wahl, sofern Holz im Flugzeugbau überhaupt noch Verwendung findet. Auch Modellbauer schätzen das leicht zu bearbeitende und leichte Birkenholz sehr. Andere historische Anwendungen waren der Waggon- und Fahrzeugbau, Stellmacher setzen Birkenholz oft für Kutschenaufbauten ein.

Birkenholz als Bauholz

Birkenholz wird aufgrund seiner Leichtigkeit und vergleichsweise geringen Festigkeit nur selten als Bauholz eingesetzt. In Skandinavien und weiten Teilen Russlands ist dies allein schon wegen der großen Verfügbarkeit ein wenig anders, dennoch wird man auch dort nur wenige tragende Hausteile aus Birkenholz antreffen. 

Hierzulande wird Birkenfurnier allerdings für Wand- und Deckenvertäfelungen sowie als Bodenbelag auf Laminaten oder Parkettböden eingesetzt. Als Möbeloberfläche und insbesondere als Imitat dominiert es große Teile des Marktes insbesondere günstiger Möbel. Die Qualität der Imitate wie auch der Furniere ist jedoch sehr unterschiedlich.

Buche und Buchenholz: Sensibles Holz mit hartem Kern

Buche
Wald voller Buchen
Buchenholz
Buchenholz

Wer von Buchenholz spricht, meint meistens das Holz der sogenannten Rotbuche. Diese Bezeichnung ist leicht irreführend, das Holz ist bestenfalls leicht rötlich, zum Kern hin nimmt die Färbung jedoch insbesondere bei alten Bäumen zu. Wie Eichenholz ist Buchenholz sehr schwer und sehr hart. Anders als die etwas dauerhaftere Eiche ist die Buche jedoch anfälliger für Schädlingsbefall, wie Holzwürmer, und Temperaturunterschiede. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten und Grenzen der Verwendung von Buchenholz im Möbelbau und als Bauholz auf. 

Buchenholz: Eigenschaften und Aussehen

Buchen sind die häufigsten heimischen Laubbäume und in fast jedem Mischwald zu finden. Auffallend ist dabei besonders der hoch aufragend, weitgehend astfreie Stamm. Dieser macht eine Verwertung des Holzes ideal möglich, so lassen sich lange Bretter und Vollholzstücke wie z.B. Schiffsmasten aus Buche fertigen. Als Bodenbelag bietet sich das sehr dauerhafte Parkett aus Buche an.

Buchenholz ist sehr dicht und hart, dabei allerdings stark von Schwindung betroffen. Wenn nicht abgelagertes Buchenholz verbaut wird, zieht sich das Holz im Laufe von Monaten oder Jahren durch die entweichende Feuchtigkeit zusammen. Auch die Anfälligkeit gegenüber Pilzen ist im Vergleich zum Eichenholz deutlich größer. Gut behandeltes und imprägniertes Buchenholz kann jedoch sehr lange bei regelmäßiger Pflege und Kontrolle halten.

Die Biegsamkeit von Buchenholz macht sich insbesondere bei der Herstellung von Stühlen oder Betten bemerkbar: So sind Lattenroste in der Regel aus Buchenholz gefertigt, auch die berühmten, gebogenen Wiener Kaffeehausstühle bestehen im Kern aus Buche.

Buchenholz als Bauholz

Buchenholz wird vielfältig als Bauholz eingesetzt. Insbesondere bei der Herstellung von Sperrholz, Formsperrholz und Schichtholz spielt es eine große Rolle. Als Konstruktions- und Bauholz ist es jedoch nur eingeschränkt nutzbar, die Standfestigkeit reicht in den meisten Fällen nicht aus. 

Eine größere Bedeutung hat es bei der Herstellung von Spanplatten und Hartfaserplatten sowie in der Zellstoffherstellung: Der Grundstoff für Papier wird mehrheitlich aus Buchenholz gewonnen. 

Durch seine Spanfreiheit und gute Haltbarkeit wird es vielfältig im Bereich der Alltagsgegenstände eingesetzt: Kochlöffel, Schüsseln, Nudelhölzer, Tabletts und Griffe aller Art werden oft aus Buchenholz gefertigt und halten bei guter Pflege sehr lange. 

Möbel aus Buchenholz

Buchenholz wird vorrangig für die Möbelproduktion eingesetzt. Möbel aus Buche sind sehr dauerhaft, Leimholzplatten und Bretter aus massiver Buche werden besonders für stark beanspruchte Möbel verwendet. Ein Esstisch aus Buche ist eine bleibende Investition – obendrein kann man ihn relativ einfach selbst herstellen. 

Eine besondere Bedeutung kommt der Buche in der Stuhlproduktion zu: So werden die traditionellen Wiener Kaffeehausstühle aus gedämpfter und gebogener Buche hergestellt, auch Gartenmöbel werden häufig aus Buchenholz gefertigt. Bahnschwellen sind ebenfalls aus Buchenholz – gebrauchte Bahnschwellen kommen vielfältig im Garten- und Landschaftsbau zum Einsatz. 

Bücher zum Thema bei Amazon kaufen

Praxisbuch Holz: Techniken - Werkzeuge - Projekte

Preis: EUR 39,95
Erscheinungsdatum: 2010-09-01
ISBN: 3831017042

Inhalt:
In der Zeit der Massenproduktion haben selbst entworfene und handgefertigte Möbelstücke und Einrichtungsaccessoires aus Holz einen ganz besonderen...


Das große Buch der Holzarbeiten

Autor: Chris Simpson
Preis: EUR 9,99
Erscheinungsdatum: 2013-10-15
ISBN: 3842707967


Handbuch Holzarbeiten (TOPP KOMPAKT)

Autor: Paul Forrester
Preis: EUR 14,99
Erscheinungsdatum: 2011-02-16
ISBN: 3772460771


Eiche und Eichenholz: Hartholz mit Stammbaum

Hochgewachsene Eiche
Hochgewachsene Eiche
Eichenholz
Holz der Eiche

Der deutscheste aller Bäume stellt sich vor: Die Eiche ist nicht nur ein einfaches Gewächs, sondern sprichwörtlich mit Solidität und Standhaftigkeit verbunden. So ist auch ihr Holz: Sehr fest, unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und Schädlingen und sehr schwer. Wir zeigen Ihnen, was Sie aus dem Holz der Eiche alles machen können. 

Eichenholz: Eigenschaften und Aussehen

Frisches Eichenholz hat einen typischen Geruch: Durch die enthaltene Gerbsäure entwickelt sich bei frisch geschlagenem Eichenholz ein würziger, leicht säuerlicher Duft. Die Eiche ist ein langsam wachsender Baum, das Holz hat eine hohe Dichte und ist grau-bräunlich gefärbt.

Durch die enthaltene Säure wird es weniger als andere Hölzer von Wurmfraß befallen, auch ist es sehr feuchtebeständig. Früher wurde Eichenholz bevorzugt im Schiffbau verwendet, als Bauholz findet man oft in jahrhundertealten Häusern immer noch solide und unversehrte Eichenbalken. Daher gilt Eichenholz auch als Idealbesetzung für Parkettböden: Parkett aus Eiche ist dauerhaft, edel und lange schön.

Zuletzt gilt Eichenholz auch als gutes Brennholz. Es brennt sehr lange und hat einen hohen Heizwert, leider ist das Flammbild durch die Säure des Holzes nicht besonders schön. Aufgrund seines höheren Heizwertes und des geringeren Preises wird meist Buchenholz im Kamin der Vorzug gegeben.

Eichenholz als Bauholz

Eichenholz wird bevorzugt für stark beanspruchte Bauteile eingesetzt. Typische Einsatzorte sind:

  • Treppen
  • Parkettfußböden
  • Außentüren
  • Schwellen
  • Fachwerk
  • Wasserbau (in Bächen und Flüssen)

Möbel aus Eichenholz

Eichenmöbel sind sehr robust und meist rustikal. Diese etwas aus der Mode gekommene Solidität wird jedoch bereits von einigen neuen Designern wieder sehr geschätzt. Moderne Eichenmöbel müssen nicht nach Bauernstube oder Musikantenstadel aussehen. 

Insbesondere für Tische und Küchenarbeitsflächen eignet sich Eichenholz aufgrund seiner Dauerhaftigkeit, Härte und Feuchtigkeitsbeständigkeit ausgezeichnet. Aber auch Regale, Dekorflächen und andere Möbelteile können mit Eiche oder Eichenfurnier wunderschön zu Geltung gebracht werden – und über hundert Jahre alt werden. 

Erle: Weich, aber wasserfest

Schwarz-Erle
Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
Holz der Schwarz-Erle
Holz der Schwarz-Erle

Erlen gibt es fast überall in Europa. In Deutschland sind vor allem die Schwarzerle und die Grauerle bekannt. Diese beiden Sorten haben auch auf dem Holzmarkt die Hauptbedeutung. Splint- und Kernholz sind bei Erlen farblich nicht unterschiedlich, sie gehört zu den Splintholzbäumen. Dies macht Erlenholz für den Bau hochwertiger Möbel interessant. Obwohl das Holz recht weich ist, zeigt es erstaunliche Fähigkeiten. Wir zeigen Ihnen, was die Erle zu einem ganz besonderen Holzlieferanten macht. 

Erlenholz: Weiches Holz mit besonderen Eigenschaften

Erlen wachsen meistens in sumpfigen Feuchtgebieten und Auen. Dies prädestiniert ihr Holz zu ganz besonderen Aufgaben. Obwohl relativ weich und leicht, ist es sehr wasserbeständig, ganz ähnlich wie die ungleich schwerere Eiche. So wurden urzeitliche Pfahlbauten bevorzugt mit Erlenstämmen errichtet, auch Venedig ruht zum Teil auf Erlenpfählen.

Erlenholz lässt sich gut bearbeiten, wesentlich besser als die deutlich härtere Eiche, die Eigenschaften sind eher mit Lindenholz vergleichbar. So lassen sich aus Erlenholz Schnitzereien und Leitungen herstellen, die dauerhaft mit Wasser in Berührung kommen (z. B. im frühindustriellen Mühlenbau).

Schleusentore, Quelleinfassungen, Brunnentröge und Wasserleitungen lassen sich ebenfalls gut mit Erlenholz realisieren. Wichtig ist in jedem Fall aber, dass das Erlenholz dauerhaft mit Wasser in Berührung kommt: An der frischen Luft oder im Kontakt mit Erde ist es nur wenig dauerhaft, erst unter Wasser zeigen sich die herausragenden Eigenschaften der Erle. 

Möbel aus Erlenholz

Möbel aus Erle sind weit verbreitet. Das leicht beizbare Holz dient vor allem zur Imitation von Edelhölzern, die als Rohstoff wesentlich teurer als Erlenholz sein können. So kann Kirschbaum, Nussbaum, Mahagoni und Ebenholz bei der Restaurierung und dem Neubau von Möbeln durch entsprechend gebeiztes Erlenholz ersetzt werden – der Unterschied fällt allenfalls Fachleuten und Antiquitätenhändlern auf.

Erlenholz lässt sich aber auch als Massivholz verwendenden, so werden auch Möbel und Möbelkombinationen, wie z.B. Schlafzimmer, aus Erle gefertigt. Auch die Abfallstoffe der Erle werden geschätzt: Das Faserholz wird zu Spanplatten und Faserplatten verarbeitet. Auch werden Paletten und Transportkisten aus der beständigen, aber recht leichten Erle gefertigt. 

Eine letzte, aber nicht unwichtige Möglichkeit zur Verwendung von Erlenholz ist der Instrumentenbau: Akkordeons und Gitarren, Lauten und Mandolinen werden oft aus Erlenholz gefertigt. 

Fichte: Der deutsche Standardbaum

Fichte
Bei einer Fichte handelt es sich nicht um eine Tanne
Fichtenholz
Fichtenholz

Was wäre der Schwarzwald ohne Fichten? Leer. Die Fichte ist der deutsche Waldbaum schlechthin und für die Holzindustrie der Nutzholzlieferant Nummer Eins. Dies begründet sich vor allem in ihrem schnellen Wachstum: Bis Ende des 20. Jahrhunderts war die Fichte der wichtigste Wirtschaftsbaum, heute wird ihr diese Position von der noch etwas schneller wachsenden Douglasie streitig gemacht. 

Sogenannte "Fichtenreinbestände" werden heute nicht mehr gepflanzt, oft hatte man diese in der Vergangenheit an schlechten Standorten platziert. Dennoch ist die Fichte nach wie vor als "Brotbaum" der deutschen Holzwirtschaft bekannt und wichtigster Bauholzlieferant. 

Fichtenholz: Weich, aber dauerhaft

Fichtenholz ist sehr weich, hat aber im getrockneten Zustand dennoch gute mechanische Eigenschaften. Fichte als Bauholz darf nur aus jungen Bäumen geschlagen werden, bei älteren Bäumen nimmt die Holzdichte und die Strukturstabilität mit den Jahren ab. 

Gegen Schädlinge und Zersetzung ist Fichtenholz relativ empfindlich, beim Einsatz in feuchten Bereichen oder im Erdboden muss das Holz mit chemischen Holzschutzmitteln behandelt werden. Andererseits wird Fichtenholz nicht im Kern feucht, der Fachmann spricht von einer niedrigen Tränkfähigkeit. Diese Eigenschaft der Fichte verhindert Pilzbefall und Kernfäule.

Das Holz der Fichte ist ausgezeichnet bearbeitbar und kann mit geringem Aufwand gesägt, gehobelt, genagelt und geschraubt werden. Allerdings sollte bei der Auswahl von Fichtenbrettern und Kanthölzern auf die Struktur des Holzes geachtet werden: Harztaschen, Astlöcher und Verdickungen (Reaktionsholz) beeinträchtigen die Stabilität. Fehlerfreie Fichtenholzsstücke sind wesentlich belastbarer, aber oft auch teurer. 

Möbel aus Fichte

Möbel aus Fichte sind absolute Standardprodukte im Niedrigpreissegment europäischer Möbel- und Baumärkte. Insbesondere bei Möbeldiscountern findet Fichte reichhaltig Verwendung – nicht immer in astfreier Qualität. Der Fichte haftet daher ein gewisses Billigimage an. 

Dennoch kann die Fichte insbesondere bei Möbeln im Landhausstil, aber auch als Regal- und Schrankbaustoff durchaus reizvoll sein. Die Tragfähigkeit des Holzes ist gut, die Verarbeitung recht problemlos. Gute Möbel aus Fichtenholz können lange halten und schön aussehen. Darüber hinaus bestehen keine Schwierigkeiten, Fichtenholz zu hobeln, zu lackieren und zu beizen. 

Fichte als Bauholz: Kanthölzer und noch viel mehr

Als Bauholz wird Fichtenholz bei allen Holzarbeiten eingesetzt. Dachstühle, Holzverkleidungen (Nut- und Feder-Bretter), Geländer, Treppen, Trockenbau, Fußböden, Fenster, Türen – die Fichte ist universell einsetzbar. Natürlich muss das rohe Fichtenholz für die unterschiedlichen Einsatzzwecke entsprechend behandelt werden.

Schalbretter, Zäune und Pfähle bestehen oft ebenfalls aus Fichte, da das Holz, anders als etwa bei der Erle, nicht mit Beton und auch Metallen reagiert. Darüber hinaus ist es relativ elastisch und nicht zuletzt sehr günstig.

Für die Herstellung von Spanplatten, Faserplatten und Leimholz ist die Fichte der wichtigste Holzlieferant. Auch Sperrholz wird aus Fichte gefertigt. Zentral ist die Rolle der Fichte für die Zellstoffherstellung und damit für die Papierproduktion. Durch die langen Fasern des Nadelholzes verfilzt sich die Struktur stärker und erhöht die Festigkeit des Papiers.

Hochwertige Fichtenholzsorten, wie etwa die Haselfichte, finden auch im Instrumentenbau Verwendung.

Was ist der Unterschied zwischen Fichte und Tanne?

Am Ast hängende Fichtenzapfen
Diese Zapfen stammen von der Fichte
Tannenzapfen auf Zweigen
Tannenzapfen wachsen auf den Zweigen und lassen einzelne Schuppen fallen

Die Unterschiede zwischen Fichte und Tanne sind relativ leicht auf einige Punkte zusammenzufassen:

  • Tannen und Fichten bilden unterschiedliche Gattungen, beide gehören aber zur Familie der Kieferngewächse.
  • Die Zapfen der Fichte hängen an den Ästen und fallen im Ganzen herunter, während die Zapfen der Tanne auf den Ästen nach oben wachsen. Im Gegensatz zur Fichte fallen nur die einzelnen Schuppen der Tannenzapfen auf den Boden. Das, was man im Volksmund als "Tannenzapfen" bezeichnet, stammt entweder von der Fichte (längliche Zapfen) oder von der Kiefer (runde Zapfen).
  • Fichten haben eine spitzzulaufende Baumkrone und Tannen eine eher rundliche Form.
  • Fichtenholz ist deutlich harzhaltiger, insbesondere bei kontaktintensiven Möbeln (Stühle, Bänke, Tische) kann dies nachteilig sein.
  • Tannenholz ist sowohl gegen alkalische als auch gegen säurehaltige Behandlungen unempfindlich, Fichtenholz nicht.
  • Tannenholz ist feuchtigkeitsbeständiger als Fichtenholz.

Kiefer: Das universell anwendbare Kiefernholz

Kiefer
Kierfernholz ist die bevorzugte Holzart für Massivholzmöbel
Kiefernholz
Kiefernholz

Kiefernholz ist das in Deutschland am vielfältigsten eingesetzte Bauholz. Als Konstruktionsholz wird es nahezu überall im Hausbau eingesetzt. Doch auch als Möbelholz hat das duftende, stark harzhaltige Kiefernholz vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Nicht nur Kinder der 60er und 70er Jahre werden sich noch an massive Kiefernholzmöbel im Kinderzimmer und auch im Wohnzimmer der Eltern erinnern.

Auch heute noch ist Kiefernholz als vergleichsweise preiswertes Massivmöbelholz erste Wahl. Die langen Fasern sorgen für Elastizität und Festigkeit, die Maserung kommt auf Möbeloberflächen schön zur Geltung.

Kiefernholz: Eigenschaften und Aussehen

Das in Deutschland angebaute und verwertete Kiefernholz stammt meist aus den hohen, in vielen deutschen Mischwäldern beheimateten Waldkieferbäumen. Insbesondere im Osten Deutschlands, in Brandenburg, stellt die Kiefer die häufigste vorkommende Baumart dar. Kiefern sind vergleichsweise anspruchslos, unempfindlich und können bis zu 48 Meter Höhe erreichen.

Bei Kiefernholz sollten folgende Dinge beachtet werden: Als Kernholzbaum (auch Buchen sind Kernholzbäume) hat das Holz vom Rand des Stammes (Splintholz) bis zum Kern unterschiedliche Eigenschaften, Maserungen und Farben. In Kernnähe ist Kiefernholz sehr dicht und ebenmäßig, zum Rand hin werden die Poren größer und das Holz "luftiger". Die Harzkanäle sind bei Kiefern auch ohne Mikroskop zu erkennen, auch die Maserung fällt insbesondere im Splintholz sehr auffällig aus.

Die mechanischen Eigenschaften von Kiefernholz sind insbesondere im Vergleich zur Fichte sehr gut, je nach Standort und Wuchsbedingungen des Baumes gibt es hier jedoch sehr große Unterschiede. Kiefernholz sollte daher am besten nur im Fachhandel gekauft werden, wo eine ordentliche Lagerung und Auswahl der Holzteile gewährleistet sind.

Kiefernmöbel

Kiefernmöbel gehörten in den 80er und 90er Jahren in jedes halbwegs durchschnittliche Jugendzimmer. Egal ob für Schrank, Bett oder Schreibtisch: Die Maserung der Kiefer dürfte ins kollektive Gedächtnis einer Generation gedrungen sein. 

Kiefernholz wird im Möbelbau aber nicht nur für massive Bauweisen, sondern auch als sogenanntes Blindholz verwendet. Dieses nicht sichtbare Konstruktionsholz stützt bei aufwendigen Möbeln die Konstruktion und sorgt hinter der schönen und filigranen Verblendung für Stabilität und festen Halt. 

Abgesehen von Massivmöbeln aus Kiefern gibt es auch hochwertige Kiefernfurniere, die Möbeln aus Pressspan oder MDF die typisch gemaserte Kiefernoberfläche verleihen. Insbesondere im Küchenbau ist diese Variante interessant. 

Die Schwindung von massivem Kiefernholz ist mäßig, die Elastizität hoch. Insbesondere im Möbelbau verwendetes Splintholz kann jedoch von Bläuepilzen befallen werden. Diese Pilze greifen zwar nicht das Holz direkt an, verändern aber die Oberfläche farblich stark und sorgen dafür, dass bestimmte Oberflächenbehandlungen nicht mehr durchführbar sind.

Bei bläuebefallenem Kiefernholz handelt es sich um einen reklamierbaren Holzfehler: Hier sind Fehler bei der Lagerung und der Verarbeitung gemacht worden. 

Kiefernholz als Bauholz

Die Kiefer ist im Vergleich zur weicheren Fichte ein ideales Bauholz. In Deutschland gibt es nahezu keine bauliche Anwendung, für die die Kiefer nicht geeignet wäre. Da korrekt geforstete und geschlagene Kiefern bis zu 20 Meter lange, astfreie Balken erzeugen können, wird Kiefernholz sehr häufig zum Dachstuhl- und Trockenbau verwendet. Aber auch Geländer, Treppen, Skelettkonstruktionen für Wände und Decken, Dielenböden, Fenster, Türen und Tore können aus dem robusten und dennoch elastischen Kiefernholz gefertigt werden.

In der Außenanwendung kommt das mäßig von Schädlings- und Pilzbefall beeinflussbare Kiefernholz mit geeigneten Holzschutzmitteln für Masten, Pfosten, Pfähle und auch im Wasser- und Bergbau zum Einsatz. Auch im Gleisbau setzt man auf imprägniertes Kiefernholz für die Bahnschwellen. 

Kiefernholz als Brennholz

Bei der energetischen Nutzung spielt Kiefernholz mit seinem vergleichsweise hohen Heizwert eine zentrale Rolle. Aus der leicht verarbeitbaren, langfaserigen Kiefern werden Hackschnitzel, Holzpellets und Holzbriketts für die heimische Verfeuerung gefertigt. Auch als Scheitholz ist Kiefernholz geeignet, wenngleich es aufgrund des hohen Harzanteils eher rußig brennt.

Als Wald- und Industrieholz werden die industriell unverwertbaren Reste der Kiefer (Borke, Äste, Krone etc.) in Biomassekraftwerken als Energierohstoff genutzt und so in Energie umgewandelt. 

Bandsägen für die Holzbearbeitung

Scheppach Bandsäge, 230 V, 250 W, HBS20

Funktionen und Ausstattung * Farbe: blau, silberfarben * Sägeblattschutz: Nein * Parallelanschlag: Ja * Queranschlag: Nein * Gehrungsanschlag:...

Preis: EUR 107,57


Kompakte Bandsäge für anspruchsvolle Anwender

Durch die gewuchteten Rollen ist die BS250 eine sehr laufruhige Maschine und erreicht einen geringeren db(A) Wert als ähnliche, einfacher aufgebaute...

Preis: EUR 359,00


Proxxon 27172 Micro-Bandsäge MBS 240/E

Proxxon MICRO - Bandsäge MBS 240/E Massives Hauptgehäuse aus verripptem Alu-Druckguss (keine Stahlrohr- oder Blechkonstruktion).Doppelt kugelgelagerte...

Preis: EUR 229,39


Kirsche und Kirschholz: Edles Biedermeier oder modernes Möbelholz?

Kirschbaum
Kirschbaum im Frühling
Dunkles Kirschholz
Dunkles Kirschholz

Kirschen kennt man eigentlich aus einem ganz anderen Zusammenhang. Hier soll es aber nicht um süße Früchte, sondern um das edle und exklusive Holz des Kirschbaums gehen. Kirschholz ist zwar im Zuge der "Skandinavisierung" der Möbelbranche etwas in den Hintergrund geraten, stellt aber nach wie vor ein ideales Material zum Bau hochwertiger Stilmöbel dar.

Wir stellen Ihnen die Kirsche und das Kirschholz als edles Baumaterial vor und zeigen Ihnen, wozu die Kirsche auch heute noch im Möbel- und Hausbau verwendet werden kann.

Kirschholz: Eigenschaften und Aussehen

Kirschbaumholz ist aus der alten deutschen Einrichtungskultur nicht wegzudenken. Als die Möbel noch schwer und dunkel waren, stellte Kirschholz in den besseren Haushalten ein echtes Statussymbol dar. Insbesondere im Biedermeier und auch noch im Jugendstil spielte Kirschholz eine wichtige und kostspielige Rolle in der Möbelproduktion. Poliert und gebeizt entstehen aus Kirsche haltbare und sich nicht verfärbende Oberflächen, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte Bestand haben können.

Kirschholz weist, wie auch z.B. Buchenholz, im Kern und am äußeren Rand, dem Splint, deutliche Farbunterschiede auf. Das Innere des Stamms ist intensiv rötlich-braun, manchmal von grünen Streifen durchsetzt. Das äußere Holz, auch Splintholz genannt, ist gelblich weiß und etwas weicher.

Die Struktur und die Dichte von Kirschholz ist äußerst homogen, für eine Behandlung der von Natur aus schon glatten Oberfläche genügt ein guter Schliff und eine fachgerechte Ölung. 

Kirschholz an modernen Möbeln

Kirschholz kann auch an modernen Möbeln interessante Akzente setzen. Insbesondere in Form von Furnieren ist es heutzutage erhältlich und kann, auch nachträglich aufgebracht, manchem alten Couchtisch zu neuem und edlem Glanz verhelfen.

Hochwertiges Echtholz-Kirschfurnier wird heute auch von der Möbelindustrie wieder zunehmend eingesetzt. Doch auch moderne Imitate der charakteristischen Kirschholzstruktur und -Färbung, beispielsweise bei Laminat und Küchenarbeitsplatten, setzen Glanzlichter bei der Inneneinrichtung.

Kirschholz in der Inneneinrichtung

Applikationen aus dunklen Hölzern sind in letzter Zeit beim Innenausbau wieder in Mode gekommen. Damit ist nicht eine wuchtige Gründerzeit-Vollvertäfelung á la Villa Hügel gemeint, sondern kleine, aber feine Applikationen aus edlen Hölzern. 

Kirschholz, geschliffen, poliert und eventuell auch lackiert, eignet sich hervorragend für die hochwertige Gestaltung von Treppengeländern,  Schubladengriffen und Arbeitsgriffen. Auch Vertäfelungen lassen sich natürlich aus Kirschholz fertigen. Bei den relativ hohen Kosten des Holzes können diese freilich bei großen Räumen und Decken ins Geld gehen. 

Als Konstruktionsholz oder gar als Brennholz kommt Kirschholz hingegen nicht in Frage, dazu ist es zu wertvoll. Einzelne Äste aus dem eigenen Garten können aber natürlich verbrannt werden. Ein alter Kirschbaum aus dem Garten, der innerlich gesund ist und keine Kernfäule aufweist, kann jedoch bei einem Schreinerbetrieb noch richtiges Geld bringen. 

Lindenholz: Baustoff der Riemenschneider-Altäre

Lindenallee
Lindenallee
Lindenholz
Lindenholz

Linden sind in Deutschland zwar allgegenwärtig, Lindenholz ist jedoch auf dem Markt oft nur schwer zu bekommen. Grund dafür ist die fast ausschließliche Verwendung von Lindenholz für Schnitzarbeiten, zur Herstellung von speziellen Werkzeugen und Gegenständen sowie für sonstige künstlerische Zwecke.

Lindenholz: Schnitzholz für Altäre und Skulpturen

Lindenholz ist im Vergleich zu anderen Laubhölzern sehr weich, aber trotzdem schwer. Durch seine starke Schwindneigung wird es als Möbel- oder Bauholz so gut wie gar nicht verwendet, auch ist es wenig elastisch und recht anfällig gegenüber Pilzen und Schädlingen.

Die Bearbeitung von Lindenholz zu künstlerischen Zwecken ist jedoch vergleichsweise einfach: Das weiche Laubholz ist mühelos schneidbar, lässt sich sehr gut hobeln und ausgezeichnet schnitzen und drechseln. Die Verleimungsfähigkeit von Lindenholz ist jedoch vergleichsweise schlecht, genagelte und geschraubte Verbindungen sind haltbarer.

Dabei sollte allerdings auf die Verwendung nicht-eisenhaltiger Schrauben und Nägel geachtet werden: Lindenholz verursacht bei Eisen in Verbindung mit Feuchtigkeit starke Korrosion.

Lindenholz in der Kunst

Erzengel Michael aus Lindenholz
Erzengel Michael aus Lindenholz

Lindenholz ist vor allem für seine Verwendungen in den berühmten Riemenschneider-Altären bekannt. Viele berühmte Kirchenkunstwerke der Spätgotik und auch der Neuzeit sind aus Linde hergestellt. Lindenholz galt viele Jahrhunderte lang als sogenanntes "lignum sacrum", heiliges Holz. Viele Heiligenstatuen wurden aus Lindenholz geschnitzt.

Mit dem Schnitzmesser und speziellen Bearbeitungswerkzeugen lassen sich aus Lindenholz komplexeste Formen wie der nebenstehende Altar von Tilman Riemenschneider herstellen. Das Holz ist darüber hinaus gut polierbar und lässt sich leicht beizen, auch Einfärbung ist relativ einfach möglich. Die Behandlung mit modernen wie auch historischen Lacken und Lasuren ist unproblematisch. 

Lindenholz in der Möbelherstellung

Für die Möbelherstellung hat Lindenholz, mit Ausnahme der ornamentalen Verwendung in der Kunsttischlerei, kaum Bedeutung. Es wird lediglich als Blindholz an nicht sichtbaren Stellen und als sogenanntes "Absperrfurnier" verwendet. Dieses Absperrfurnier ist relativ dick und wird quer versetzt auf Leimholzplatten geklebt. Die "absperrende" Funktion des Holzes verhindert eine Ausdehnung und Zusammenziehung des unterliegenden Materials.

Mit Lindenholz lässt sich auch Nussbaumholz imitieren: So werden nicht selten die Frontteile von Kuckucksuhren und anderen hölzernen Kleingegenständen verkleidet. Für Reiß- und Zeichenbretter, Hutformen oder Perückenköpfe wird ebenfalls gern Lindenholz verwendet. Auch Gießereimodelle, Spielwaren, Küchengeräte aus Holz und Holzpantoffeln werden aus Linde gefertigt. Eine weitere Einsatzmöglichkeit sind Streichhölzer. Diese werden allerdings aus nahezu allen Holzarten hergestellt.

Platanen: Stiefkind der Holzwirtschaft

Platane
Platanen finden in der Holzverarbeitung seltener Verwendung
Platanenholz
Platanenholz

Platanen sind in jeder deutschen Stadt zu finden, haben in der Holzwirtschaft aber eine eher geringe Bedeutung. Das Holz der Platane ist relativ hart, wird jedoch insbesondere bei Straßenbäumen häufig von Kern- und Stammfäule betroffen. Dennoch lassen sich aus Platanen hochwertige Furniere machen. Wer eine rustikale Optik schätzt, kann sich darüber hinaus durchaus am spröden, aber hellen Platanenholz erfreuen. 

Platanenholz: Probleme für die Verwertung

Platanenholz findet in der Möbelindustrie oder beim Hausbau kaum Verwendung. Dies begründet sich in der geringen Widerstandsfähigkeit des Holzes, auch neigt es stark zum Reißen während des Trocknungsvorgangs. Dennoch wird Platanenholz gerne zu sehr edlen Furnieren verarbeitet, die dann entsprechend behandelt im Schiffsbau oder in der Kunsttischlerei Anwendung finden,

Platanenholz lässt sich auch drechseln, wird aber meist nicht zu diesem Zweck verwendet. Das Hauptproblem der Platane stellt ihr Hang zur Bildung eines sogenannten "Faulkerns" dar: Das innere Kernholz des Baumes zersetzt sich, lediglich das außen herum liegende Holz des Stammes ist noch verwendbar. Dies schränkt die Nutzung in der Holzwirtschaft stark ein. 

Möbel aus Platane

Möbel aus Platanenholz findet man durch die zuvor genannten Probleme der Platane selten. Dennoch hat das Holz eine schöne Farbe und Maserung, die es zu einem ausgefallenen Holz für Möbeloberflächen machen können. Wer seinen Tisch mit einer Platanenplatte versehen möchte, sollte allerdings beachten, dass Platanenholz im Verlauf der Trocknung fast zwangsläufig reißt. Für die Verwendung im Möbelbau sollte daher nur gut abgelagertes Platanenholz genutzt werden. 

Die bereits entstandenen Risse im abgelagerten Platanenholz sollte man mit Kunstharz oder entsprechenden Holzkitten auffüllen. Überschliffen und lackiert erhält man so eine Tischplatte, die keinesfalls alltäglich ist und mit ihrer Maserung schöne Wohnakzente setzt. 

Als Bauholz sind Platanen kaum einsetzbar. Das Holz ist recht weich, seine Schwindneigung macht maßgenaues Arbeiten schwierig. Auch ist schlicht nicht genug gutes Platanenholz am Markt verfügbar. Auf dem städtischen Bauhof wird jedoch in den meisten Städten eine alljährliche Holzauktion veranstaltet. Wer ein schönes Stück Platane bekommen möchte, kann hier sein Glück versuchen.

Tanne und Tannenholz: Der Unterschied zwischen Tanne und Fichte

Edel-Tanne
Edel-Tanne (Abies procera)
Tannenholz
Helles Tannenholz

Tannen sind nicht nur zur Weihnachtszeit beliebte Bäume. Doch was auf den meisten Weihnachtsmärkten und in vielen guten Stuben still und leise vor sich hinnadelt, ist in Wirklichkeit keine Tanne – sondern eine Fichte. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen den Unterschied zwischen Tannen und Fichten und geben Hinweise zur Behandlung und den Eigenschaften von echtem Tannenholz.

Tannenholz: Besser als Fichte

Tannenholz ist grundsätzlich mit Fichtenholz vergleichbar, insbesondere was die Maserung und die Farbe angeht. Dennoch hat die Tanne gegenüber der oft günstigeren Fichte einige entscheidende Vorteile.

Im Gegensatz zu anderen Nadelhölzern wie der Kiefer und auch der Fichte hat Tannenholz keine mit bloßem Auge wahrnehmbaren Harzkanäle und Harzansammlungen. Dies ermöglicht nicht nur Fachleute die Unterscheidung zwischen Fichten- und Tannenholz. 

Die mechanischen Eigenschaften von Tannenholz sind mit Fichtenholz vergleichbar, ebenso die Dichte und die Festigkeit. Dennoch schneidet die Tanne in nahezu allen Bereichen etwas besser ab als die Fichte, auch sind die Qualitätsunterschied im Angebot etwas kleiner.

Tannenholz als Bauholz und Möbelholz

Tannenholz lässt sich grundsätzlich zu den gleichen baulichen Zwecken einsetzen wie Fichtenholz. Alles in allem wirkt eine sichtbare Konstruktion aus Tanne jedoch hochwertiger, auch wird sie weniger Harz austreten lassen.

Möbel aus Tanne sind besonders im Alpenraum bekannt, aus den dort natürlich wachsenden Bäumen werden die typischen alpenländischen Bauerneinrichtungen gefertigt. Aber auch moderne Möbel skandinavischen Designs können aus Tanne gefertigt werden. 

Die Festigkeit, die Stabilität und die Beständigkeit sprechen für die Tanne, der Preis sicherlich für die Fichte. Dennoch bietet die Tanne langfristig gesehen mehr fürs Geld.

Walnuss und Walnussholz: Exklusives Edelholz für höchste Ansprüche

Walnussbaum
Walnussbaum
Walnussholz
Das dunkle Holz der Walnuss

Walnussholz ist eine echte Rarität: Da Walnussbäume sehr alt werden und obendrein recht langsam wachsen, werden die eigentlich zur Nussproduktion genutzten Laubriesen nur sehr selten gefällt. Das feingemaserte und sehr feinporige Walnussholz wird demnach nur in kleinen Kontingenten verkauft und ist entsprechend teuer. Dennoch gibt es einige sehr edle Dinge und Möbelstücke, die aus Walnussholz gefertigt werden.

Walnussholz: Aussehen und Verwendung

Walnussholz ist ein begehrtes Edelholz, dessen Verwendung auf teure und exklusive Gegenstände beschränkt ist. Da die Hauptfunktion des Walnussbaums die Lieferung von Walnüssen ist, werden die Bäume nur sehr selten gefällt und verarbeitet. Der Preis für massive Walnussmöbel ist sehr hoch, diese sind auch kaum käuflich zu erwerben.

Bei Möbeln, Fußböden und Vertäfelungen wird daher meist Walnussfurnier verwendet. Dieses Echtholzfurnier wird in millimeterdünne Scheiben geschnitten und auf weniger edlem Trägerholz verklebt. Dennoch: Auch Walnussfurniere sind vergleichsweise kostenintensiv. 

Besonders begehrt ist insbesondere das Maserholz der offenliegenden Walnusswurzel. Dieses feinäugige Wurzelfurnier kann nur von den offenliegenden Luftwurzeln des Walnussbaumes gewonnen werden. Da diese Luftwurtzeln äußerst selten sind, kommt eine Verwendung dieses Furniers nur bei echten Nobelkarossen oder sehr edlen Möbeln zum Einsatz.

Artikel aus Walnuss auf dem Markt

Walnussholz besitzt einen dunkelfarbigen Kern und einen grauweißen bis rötlichweißen Splint. Entsprechend unterschiedlich sind die Anwendungsmöglichkeiten des Holzes. Generell ist Walnussholz sehr splitterfest, was es zur Verwendung beim Bau von Spazierstöcken, Messergriffen und ähnlichem prädestiniert.

Da Walnussholz keine strenge Trennung zwischen Kern- und Splintholz aufweist, entstehen feinmaserig gezeichnete Strukturen zwischen den beiden Schichten, die in bestimmten Feinheitsgraden besondere Preise am Holzmarkt erzielen. Kunsttischler verwenden heute bevorzugt gemaserte Walnussholzstücke.

Walnussholz in der Inneneinrichtung

Das teure Walnussholz lässt sich in massiver Form in der Inneneinrichtung meist nur als Applikation verwenden. Edel und schön wirken insbesondere Schrank- und Türgriffe aus Walnussholz, auch Schubladengriffe und -knöpfe aus Walnuss wirken sehr edel. 

Applikationen aus Walnussholz in Form von Streifen und Einlegearbeiten machen Möbel zu einem besonderen Hingucker. Auch alte, eher günstige, Möbel können durch die Applikation von Walnusselementen stark aufgewertet werden. Furniere, auch gute Imitate, sind in reichlicher Anzahl am Markt vorhanden. 

Tischler-Werkzeug online kaufen

Profi Tischler Hobelbank, schwere Ausführung 2000 X 640 x 900 mm

  Platte, Untergestell, Stirnhölzer aus massivem Rotbuchenholz, Platte zahnverleimt, gewachst und poliert französische Vorderzange mit seitenstabilen Stahlführungen, Spannweite 215 mm  deutsche Hinterzange mit nachstellbarer ...

Preis: 999,99 EUR


Holzschraubendreher Satz 6 tlg.

Auch heute noch wird der Holzschraubendreher gerne von Schreinern oder Tischlern verwendet. In der Anwendung überzeugt er durch die durchgehende Klinge mit angeschweißter Sechskant-Schlüsselhilfe und Eschenholzgriff mit Lederschlagplatte. ...

Preis: 19,99 EUR

eKomi Bewertung: 4 Sterne


Handsäge "Exact" 450 mm

Fein verzahnt (11 ZpZ) 3-fach extra scharf geschliffene Verzahnung für einen excellenten sauberen Schnitt 6-8 Mal länger scharf als herkömmliche Handsägen durch Hardpoint-Finish Bestens geeignet für weiche Hölzer und Arbeiten mit ...

Preis: 26,99 EUR


Übertrage Bewertung...

Bewertung: 4.7 von 5. 7 Bewertung(en). Zur Bewertung auf die Sterne klicken.

Kommentar hinzufügen (oder Link vorschlagen)

Haben Sie eine Anmerkung zu diesem Artikel oder möchten Sie uns eine passende Anleitung zur Verlinkung vorschlagen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!





Sicherheitsabfrage*




* Pflichtfeld  | Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.


Bildnachweis
1. "Holzarten und Hölzer – Ahornbaum" (Originalbild): Rudy and Peter Skitterians (Skitterphoto), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
2. "Ahornbaum" (Originalbild): PublicDomainPictures, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
3. "Ahornholz" (Wood Acer platanoides) von Achim Raschka, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY SA 3.0, Zugeschnitten
4. "Birken" (Birch Trees) von saaby, Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0, Zugeschnitten
5. "Birkenholz" (Birke Holz) von Philipp Zinger, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
6. "Buche" (Grib skov) von Malene Thyssen, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY SA 3.0, Zugeschnitten
7. "Buchenholz" (Buche Holz 1) von Philipp Zinger, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY SA 3.0, Zugeschnitten
8. "Hochgewachsene Eiche" (Eicheostehof) von Helmut Postels, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE, Zugeschnitten
9. "Eichenholz" (Traubeneiche) von Philipp Zinger (Das Ohr), Wikimedia Commons, Das Ohr at the German language Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
10. "Schwarz-Erle" (Alnus glutinosa) von Bruce Marlin, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
11. "Holz der Schwarz-Erle" (Originalbild) von Beentree, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, Zugeschnitten
12. "Fichte" (Picea abies1) von Qgroom, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
13. "Fichtenholz" (Picea abies wood2) von Philipp Zinger, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
14. "Am Ast hängende Fichtenzapfen" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
15. "Tannenzapfen auf Zweigen" (Originalbild): Karsten Paulick (Kapa65), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
16. "Kiefer" (Originalbild): dsbambam6, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
17. "Kiefernholz" (Kiefer) von Philipp Zinger, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY SA 3.0, Zugeschnitten
18. "Kirschbaum" (Originalbild): Gaby Stein (steinchen), Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
19. "Dunkles Kirschholz" (Wood prunus avium) von Achim Raschka, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
20. "Lindenallee" (Aufkirchen, Lindenallee-ib.1) von I. Berger, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
21. "Lindenholz" (Wood Tilia platyphyllos) von Achim Raschka, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
22. "Erzengel Michael aus Lindenholz" (Erzengel Michael Unterfranken um 1750 Lindenholz GNM Nuernberg-2) von Rufus46, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
23. "Platane" (Originalbild): Aquilatin, Lizenz: CC0 1.0 / Pixabay
24. "Platanenholz" (Wood platanus) von Achim Raschka, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
25. "Edel-Tanne" (2007-04-07Abies procera glauca01) von Wildfeuer, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
26. "Tannenholz" (Furnier tanne) von Maksim, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten
27. "Walnussbaum" (Juglans major Morton) von Bruce Marlin, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 3.0, Zugeschnitten
28. "Walnussholz" (Wood juglans regia) von Achim Raschka, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Zugeschnitten


Neue Diskussionen im Forum

Im Heimwerker-Forum können Sie sich mit anderen Heimwerkern austauschen.