Der Kärcher SC 3000 im Dampfreiniger-Test: Reinigen mit Dampf

Der Heimwerker-Produkttest zur Dampfreinigung

Kärcher SC 3000

Reinigen mit Dampf: Funktioniert das wirklich? Dampfreiniger arbeiten ohne Chemikalien, das einzige Mittel zur Reinigung ist reiner, heißer Wasserdampf. Wie und ob dies funktioniert, soll in diesem Heimwerker-Test überprüft werden. Das Testobjekt: Der Kärcher SC 3000. Können Eimer, Lappen und Schrubber wirklich in die Ecke gestellt werden? Hierzu mehr in unserem Dampfreiniger-Test. Der für die Innenreinigung konzipierte Dampfreiniger wurde in den verschiedensten Situationen und an den unterschiedlichsten Oberflächen getestet.

Dampfreiniger: Wie funktioniert das?

So funktioniert ein Dampfreiniger

Reinigen mit Dampf – geht das überhaupt? Dampf ist an sich nichts anderes als heißes Wasser unter Druck. Der feine, zerstäubte Dampf aus einem Dampfreiniger arbeitet mit einer Spülwirkung: Tief in die Poren dringt heißer Dampf ein, reißt die Schmutzpartikel mit und entfernt sie so aus der Struktur des zu reinigenden Materials. Übrig bleibt nur der im Wasser gelöste und leicht aufwischbare Schmutz. Chemie ist also überhaupt nicht notwendig. Der Wasserdampf ist, bei haushaltsüblichen Dampfreinigern, etwa 100 °C heiß. Diese Temperaturen werden durch einen Überdruck im Gerät ermöglicht, bei etwa ein- bis eineinhalb Bar. Durch die Kombination von Hitze, Dampf und Druck kommt dann die Reinigungswirkung des Dampfreinigers zustande. 

Kärcher SC 3000: Technische Daten

Maximale Heizleistung: 1.800 Watt
Aufheizzeit:
6 Minuten
Maximaler Dampfdruck:
3,5 bar
Tankinhalt: 1 l
Kabellänge:
5 m
Sicherheitseinrichtungen:
Sicherheitsverschluss mit Drucksperre gegen unbeabsichtigtes Öffnen unter Druck
Gewicht:
3,1 kg

Montage und Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des Kärcher Dampfreinigers zu Beginn des Dampfreiniger-Tests ist erfreulich einfach. Nach dem Auspacken müssen zunächst die großen Räder an der Hinterseite und die kleine, drehbare Rolle an der Vorderseite montiert werden. Der Dampfschlauch und das Handventil sind bereits fertig montiert.

Anschließend wird ein Liter Wasser in den Tank gefüllt. Dieser ist mit einem soliden, drucksicheren Verschluss gesichert, der nach der Befüllung fest zugedreht wird. Nun wird das Gerät eingesteckt und der Netzschalter betätigt. Zwei Kontrollleuchten an der Vorderseite leuchten auf: Eine grüne Netzkontrollleuchte sowie die orangefarbene Thermostatleuchte. Bis diese erlischt und das Gerät betriebsbereit ist, vergehen etwa sechs bis acht Minuten, abhängig von der Temperatur des eingefüllten Wassers. 

Wasser einfüllen
Wassereinfüllstutzen
Kontrollleuchten

Zubehör und Aufsätze für den Dampfreiniger

Der Kärcher SC 3000 arbeitet mit heißem Wasserdampf, welcher durch einen der verschiedenen Aufsätze auf den zu säubernden Gegenstand geleitet wird.

Folgendes Zubehör wird für den Dampfreiniger-Test mitgeliefert: Punktstrahldüse, Rundbürste, Powerdüse, Handdüse und Bodendüse.

Intensivaufsatz
Großer Bürstenaufsatz
Kleiner Bürstenaufsatz
Große Dampfdüse für Flächen

Diese sind für unterschiedliche Aufgaben geeignet: Die kraftvollste Reinigungswirkung lässt sich mit der Intensivdüse erreichen. Diese konzentriert den Dampfstrahl auf einen winzigen Punktaustritt und erzeugt einen sehr kraftvollen, heißen Dampfstrahl für Flecken und starke Verunreinigungen. Nachteilig ist hier die geringe Flächenwirkung. 

Der große Bürstenaufsatz einigt sich für etwas größere Flächen wie z.B. Fensterbänke oder Küchenfliesen, die bequem mit der Hand erreicht werden können. Auch die Glasreinigung lässt sich mit ihm am besten durchführen. Der Bürstenaufsatz lässt sich auch, allerdings bei verminderter Wirkung, auf das lange Dampfrohr aufsetzen. Bei den von uns getesteten Terrassenfliesen zeigte dieser in unserem Dampfreiniger-Test die beste Wirkung.

Der kleine Bürstenaufsatz ist hervorragend für Fugen jeder Art geeignet. Beispielsweise im Badezimmer, aber auch in der Küche und im Garten schafft dieser Aufsatz durch seine kombinierte Dampf/Bürstenwirkung auch hartnäckige Verschmutzungen. Auch für die intensive Reinigung von Flecken ist dieser Aufsatz, als Ergänzung zur Intensivdüse, sehr gut geeignet.

Für den Einsatz auf gefliesten, laminierten oder versiegelten, glatten Böden in Innenräumen eignet sich die Flächendüse mit dem beiliegenden Frotteeüberzug. Dieser ist waschbar und kann nach dem Putzen in der Waschmaschine problemlos gereinigt werden. 

Der Kärcher SC 3000 lässt sich auch ohne einen Aufsatz betreiben: Der nicht zusätzlich verwirbelte Dampfstrahl aus dem Handgerät hat bereits eine recht starke Reinigungswirkung, die sich bei beschränkten Platzverhältnissen oder empfindlichen Materialien einsetzen lässt.

Dampfreinigen mit dem Kärcher SC 3000

Stark verschmutzte Fliesen

Da der Dampfreiniger prinzipiell bei den gereinigten Innenflächen gute Ergebnisse zeigte, waren wir daran interessiert, wie sich das Gerät in Ausnahmesituationen verhält, zum Beispiel bei einer vermoosten Terrassenfliese aus Muschelkalk, die in der Vergangenheit eher zurückhaltend mit Reinigungsmitteln in Kontakt kam. Normalerweise sind solche Verschmutzungen nur mit chemischen Reinigungsmitteln wie Moosentfernern oder Hochdruckreinigern zu beseitigen. Wir wollen es mit reinem Dampf versuchen – mal sehen, was das bringt.

Dampfrohr anschließen
Bedieneinheit zur Dampfregulation
Die große Dampfdüse

Zunächst muss für den Dampfreiniger-Test das Dampfrohr angeschlossen werden. Dies geht ganz einfach über einen intuitiv und leichtgängig zu bedienenden Bajonettverschluss. Genauso einfach funktioniert das Einschalten der Dampfversorgung: Es gibt nur drei Einstellungen. Die Sperre des Handgriffs ist durch ein Schlosssymbol gekennzeichnet, eine kleine und eine große Wolke symbolisieren wenig und viel Dampfdruck.

Intuitiv haben wir, da es sich um eine verhältnismäßig große Fläche handelt, zur großen Bodendampfdüse gegriffen. Der Anschluss funktioniert wie oben am Dampfrohr. Die große Düse richtet allerdings an der Verschmutzung nicht viel aus und sollte, wie vom Hersteller vorgesehen, nur für die Innenreinigung eingesetzt werden.

Reinigung mit Handgerät und großem Bürstenaufsatz
Saubere Fliese
Einsatz der großen Handbürste

Mit der Handbürste auf dem Dampfrohr geht es schon etwas besser. Durch die zusätzliche, mechanische Bürstenwirkung lässt sich der Dreck deutlich besser zur Auflösung bewegen. Das Dampfrohr scheint allerdings einen Teil der Druckleistung zu schlucken, wir entscheiden uns, die Handbürste direkt auf das Handgerät zu montieren. Wie bei einem Staubsauger ist dies problemlos möglich.

Nun, da wir auf den Knien weiterarbeiten, zeigt sich das Potential des Gerätes: Mit ordentlich Druck, Gezisch und Gefauch drückt der Dampf Moos und Schmutzpartikel aus dem Naturstein. Zusehends wird der Stein weißer, die abfließende Schmutzbrühe changiert von dunkelbraun bis schlammgrün. Beim anschließenden Nachspülen wird diese rückstandslos entfernt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Fliese ist sauber und, im Unterschied zu den anderen Platten, blütenweiß.

Video: Kärcher SC 3000 im Heimwerker-Test

Unten dreckig, oben sauber
Gutes Ergebnis mit der Handbürste

Mit der großen Handbürste lässt sich ein porentiefes Ergebnis erzielen – für manche Untergründe vielleicht zu porentief. Die Oberfläche ist sauber, aber auch ein wenig rau. Der Dampfdruck spült die Poren des Natursteins aus und macht die Oberfläche leicht porös. Dem von uns gereinigten Muschelkalk macht dies nicht viel aus, empfindlichere Steine wie Marmor oder Schiefer könnten eine solche Behandlung allerdings übel nehmen.

Dennoch: Das Ergebnis ohne Chemie, lästige Dreckspritzer und mit verhaltenem Geräuschpegel überzeugt!

Flecken und hartnäckige Verschmutzung: Die Intensivdüsen

Macht Dampf: Kleine Reinigungsbürste
Präzise und kräftig: Intensivdüse

Nun gehen wir ins Detail: Die Hinterlassenschaft eines Vogels und die Fugen der Steinplatten werden mit dem Kärcher Dampfreiniger ins Visier genommen. Zunächst montieren wir die kleine Reinigungsdüse. Diese geht mit kraftvoller Dampfentwicklung, einem markigen Zischen und großer Gründlichkeit zu Werke – leider auf einem relativ begrenzten Raum. Die Reinigungswirkung überzeugt: Der austretende Dampfstrahl ist scharf und intensiv, der Schmutz löst sich durch die harten, aber flexiblen Borsten schnell aus Ritzen und Vertiefungen. 

Geht's noch intensiver? Im Dampfreiniger-Test probieren wir es aus. Die grellrote Intensivdüse signalisiert schon mit Formgebung und Farbe, dass sie das obere Ende der Leistungsskala darstellt. Der austretende Dampfstrahl hat hier einen spürbaren Rückstoß und bläst den Schmutz kraftvoll aus – allerdings ist dies eher für eine punktuelle Reinigung geeignet. Wir nehmen uns daher einen zähen Fleck vor, vermutlich Vogelkot, in jedem Fall hartnäckig.

Intensivdüse gegen Vogelkot

Wir richten die Intensivdüse auf den Fleck und geben ordentlich Dampf: Erst lösen sich kleinere Teile, dann wird der Fleck langsam, aber stetig fortgeschwemmt. Die Entfernung ist ein wenig mühsam, aber gründlich. Die Umgebung des Flecks ist, anders als oft bei chemischen Reinigungsmitteln, nach der Anwendung nicht verfärbt. Auch hier können wir zufrieden sein: Die Verkrustung war erheblich, die Dampfdüse hat sie fortgeschwemmt. Daumen hoch!

Fleckbeseitigung mit der Intensivdüse
Fleck weg: Rechts im Bild

Testfazit

Der Kärcher SC 3000 arbeitet sehr geräuscharm und effektiv. Die von uns getesteten Oberflächen waren nach der gründlichen Anwendung wirklich sauber. Und auch im Außeneinsatz, für den das Gerät eigentlich nicht gedacht ist, konnten erhebliche Verschmutzungen beseitigt werden.

Die Vorteile einer Reinigung mit Dampf liegen auf der Hand: Hitzeunempfindliche Oberflächen, die allergisch auf Chemikalien reagieren, werden mit dem Dampfreiniger schonend und porentief gereinigt. Außerdem spritzt das Gerät nicht: Reinigungsarbeiten neben Fenstern oder hellen Wänden und Tapeten sind problemlos möglich, es steigt lediglich leichter, warmer Dampf auf.

Die Bedienung insgesamt erschien uns sehr sicher, praktisch kann man keine Fehler machen. Die Heizkontrollleuchte und die Betriebskontrollleuchte sind groß und gut platziert, könnten aber etwas heller sein. Die Handbedieneinrichtung ist selbsterklärend, der Anschluss des Zubehörs ebenso.

Besonders positiv hervorzuheben ist der druckgesperrte Wassertankdeckel: Erst wenn dem Gerät der letzte Rest Dampfdruck entwichen ist, lässt sich dieser öffnen. Verbrühungen sind so fast ausgeschlossen. Dennoch sollte ein Dampfreiniger mit Vorsicht eingesetzt werden: Der austretende Dampf kann bis zu 110 °C heiß sein, Hautkontakte führen zu Verbrühungen. 

Fazit: Empfehlenswert!

Die zweite Runde unseres Dampfreiniger-Tests: Was kann man alles mit Dampf reinigen? Wir stellen den Dampfreiniger Kärcher SC 3000 und seine Reinigungswirkung auf verschiedensten Materialien vor und geben praktische Ratschläge. 

Dampfreinigung: Richtig reinigen mit Dampf

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Bildquellen:

alle Bilder: © heimwerker.de

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Luisa , d. 13-12-16 07:52:

Ich habe den Dampfreiniger in gelb - absolut supi! Anfangs dachte ich die Dinger gibt s nur für draussen, aber hab ich wohl mit Hochdruckreinigern verwechselt ^^

LG

Luisa

Günther , d. 21-09-16 20:05:

Absolut empfehlenswert - definitiv ein klasse Mehrwert!

LG

jörg , d. 19-09-16 15:34:

Interessant

Hendrik , d. 09-09-13 08:39:

Hallo Heimwerker-Team,

vielen Dank für den Test! Wir haben den SC 2500 von Kärcher ausprobiert und das gleiche positive Ergebnis feststellen können. Allerdings hat uns Gerät den entscheidenen Vorteil, dass man den Tank nicht abkühlen lassen muss, um neues, frisches Wasser nachzufüllen. Dadurch ist ein unterbrechungsfreies Arbeiten möglich. VG; Hendrik

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