PVC-Boden verlegen und entfernen

PVC: Polyvinylchlorid als Bodenbelag

Designboden mit hellgrünem Grundton

PVC-Bodenbeläge haben einen schlechteren Ruf, als sie eigentlich verdienen. Denn zwar ist der PVC-Bodenbelag ein chemisch hergestelltes Endprodukt, trotzdem oder gerade deshalb ist er aber auch ein besonders flexibel einsetzbares Baumaterial. Nicht umsonst bestehen 20% aller Fußböden in Deutschland aus PVC – Tendenz steigend.

Im Gegensatz zum beliebten Parkett müssen für die Herstellung von PVC keine Bäume gefällt werden. Außerdem ist PVC mehrfach recycelbar. Die Liste der Vorteile von PVC ist daher ebenso lang wie die der Einsatzmöglichkeiten im Alltag.

So wird PVC natürlich vor allem als trittfester Bodenbelag verwendet, findet seine Verwendung aber auch in komplett anderen Bereichen, wie zum Beispiel für Fensterrahmen oder die Isolierschicht von Elektroleitungen, bei der Herstellung von Kleidung (Schuhe, wind- und wasserabweisende Jacken bestehen aus PVC), in den bis heute genutzten Schallplatten und für Kreditkarten.

Vor- und Nachteil des PVC-Bodens

PVC bietet einige Vorteile gegenüber den immer beliebter werdenden Bodenbelägen Laminat und Parkett:

Vorteile des PVC-Bodens

  • PVC ist wasserabweisend
  • PVC ist schalldämmend
  • PVC erzeugt weniger, teils gar keine Trittgeräusche
  • PVC kann bis zu einem Millimeter dünn verlegt werden
  • PVC ist schnell und unkompliziert zu verlegen
  • PVC ist günstig in der Anschaffung

Nachteile des PVC-Bodens

  • PVC Bodenbeläge sind empfindlich gegen Kratzer
  • PVC muss auf glattem Boden verlegt werden, da sich kleine Unebenheiten schnell abzeichnen.
  • PVC wird unter Gesundheitsaspekten kritisch diskutiert

Ist PVC gesundheitsschädigend?

Ganz klar, der Vorwurf, dass PVC gesundheitsschädigend ist, wiegt am schwersten. Aus diesem Grund gehen wir hier einmal näher auf die Inhaltsstoffe von PVC ein. Gleich vorweg: Gesund ist PVC natürlich nicht. Allerdings ist seine Wirkung erst dann besonders brisant, wenn zum Beispiel ein dauerhafter Kontakt zwischen Schleimhäuten und PVC besteht older wenn Bestandteile über die Atemwege aufgenommen werden. Das macht Weich-PVC etwa für Kinderspielzeug zu einem kritischen Werkstoff, bei Bodenbelägen ist der Kontakt jedoch weit weniger intensiv.

PVC besteht zu 40 bis 45% aus Rohöl. Den Rest machen Weichmacher, Stabilisatoren und andere chemische Substanzen aus. Das in der Vergangenheit eingesetzte Phthalat DEHP, welches mittlerweile als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wird, wurde inzwischen komplett durch die harmloseren Stoffe DINP und DIDP ersetzt.

Brennt PVC, dann können Schadstoffe wie der ätzende Chlorwasserstoff entstehen, der in wässriger Lösung als Salzsäure bekannt ist. Andererseits sorgt der Chlorgehalt dafür, dass PVC schwer entflammbar ist.

PVC-Boden verlegen

Farbvarianten bei Vinylböden
PVC-Böden sind in zahlreichen Designs und vielen Farbstellungen erhältlich.

Wer sich von den Vorteilen überzeugen lässt und sich für dieses Material entscheidet, der kann den PVC-Boden selber verlegen. Dafür sind folgende Werkzeuge und Materialien erforderlich:

  • Teppichmesser und -lineal
  • Spachtel
  • Zahnspachtel für Verklebung
  • Farbroller
  • PVC-Boden
  • Spachtelmasse
  • Doppelseitiges Klebeband oder Dispersionskleber

Anleitung: PVC richtig zuschneiden

Zunächst müssen der alte Bodenbelag und alte Kleberreste vollständig entfernt werden. Entstehen dadurch kleine Löcher oder andere Beschädigungen im Boden werden diese nun mit Spachtelmasse repariert. Sobald diese vollständig getrocknet ist, kann der PVC-Boden verlegt werden. Hierzu rollt man ihn im Zimmer aus, sodass er an den Rändern ca. 10 bis 15 cm übersteht und in der Mitte keine Falten wirft. Jetzt schneidet man den PVC-Boden zu und lässt ihn einen Tag im Zimmer locker liegen, damit er sich akklimatisieren kann.

Im nächsten Schritt drücken Sie den Bodenbelag fest und faltenfrei bis an die Wände. Mithilfe eines Teppichlineals schieben Sie ihn in die Boden-Wand-Übergänge und geben eine Dehnungsfuge von ca. 1-2 mm hinzu. Den überstehenden Rand abschneiden.

PVC-Boden verlegen oder verkleben

Ein PVC-Boden kann mit Klebeband fixiert oder flächig verklebt werden. Für eine Fixierung mit doppelseitigem Klebeband wird der Bodenbelag – wie oben beschrieben – zugeschnitten. Anschließend befestigt man das Klebeband entlang der Wandanschlüsse und an den sogenannten Stößen, d. h. an den Stellen, an denen zwei PVC-Bahnen aufeinandertreffen.

Bei der vollflächigen Verklebung wird der PVC-Boden nach dem Zuschneiden bis zur Mitte der Zimmers aufgerollt, um den Dispersionskleber mit dem Zahnspachtel auf dem Untergrund aufzutragen. Dabei sind die Hinweise des Herstellers zu beachten. Am Ende der Ablüftzeit können Sie das PVC vorsichtig verlegen und mithilfe des Farbrollers das Material faltenfrei in den Kleber drücken.

Tipp: Bei größeren Zimmern ist es sinnvoll, den Bodenbelag in mehreren Bahnen zu verlegen. Dabei wird der Kleber ebenfalls für jede Bahn aufgetragen, bevor diese ausgerollt werden kann. Wichtig ist aber, dass sie nahtlos aneinanderstoßen.

PVC auf Fliesen verlegen

Da PVC bei der Verlegung vor allem einen ebenen und festen Untergrund benötigt, ist ein alter, intakter Fliesenboden eigentlich ideal dafür. Einziges Manko dabei sind die Fugen zwischen den Fliesen – je weicher, dünner und anschmiegsamer der Vinylboden ist, desto eher bilden sich die Fugen später auch im neuen Belag ab. Je nach Muster macht sich dieser Effekt mal stärker, mal schwächer bemerkbar.

Fliesen-Fugen ausgleichen

Möchten Sie diesen optischen Makel ganz ausschließen, beispielsweise bei einem hellen, nahezu unifarbenen PVC-Boden, dann ist dies ohne weiteres möglich. Zum Glätten der Fugen und anschließendem vollflächigen Verkleben des Vinylbodens brauchen Sie diese Werkzeuge und Materialien:

  • Hochflexibler Fliesenkleber
  • Füll- oder Renovierspachtel
  • Bodenbelagskleber für PVC
  • Zahnspachtel B3
  • Glättkelle oder Spachtel
  • Alkalisches Reinigungsmittel oder Anlauger
  • Eimer
  • Schwamm
  • PVC-Belag

Fliesen reinigen

Fliesen reinigen
Zunächst müssen die Fliesen gründlich gereinigt werden, um trennende Substanzen wie Schmutz oder Fett zu entfernen.

Im Laufe der Zeit setzt sich einiges an Schmutz auf den Fliesen fest, selbst bei regelmäßiger Reinigung. Deshalb muss der Fliesenbelag zunächst mit einem Anlauger oder anderen alkalischen Reinigungsmittel behandelt werden.

Wenden Sie den Reiniger nach Herstellervorschrift an und arbeiten Sie entweder mit dem Wischmopp oder bei hartnäckigen Verschmutzungen am besten nach der traditionellen Methode unserer (Ur-)Großmütter: Auf allen Vieren mit dem handgeführten Schwamm. Unser Tipp: Knieschoner sind dabei ein Segen.

Fugen verspachteln und Bahnen verlegen

Wenn der Fliesenbelag wieder trocken ist, kann man ihn mit Flex-Fliesenkleber verspachteln, um die Fugen zu schließen. Ziehen Sie den Kleber mit einer Glättkelle oder einem breiten Metallspachtel auf den Untergrund auf und füllen dabei die Fugen mit dem Mörtel. Meist geht das am einfachsten, wenn man diagonal zum Fugenverlauf arbeitet, da dann weniger Gefahr besteht, Teile des Mörtels versehentlich wieder aus der Fuge zu holen.

Nahaufnahme Fliesenfugen
Vor allem bei dünnen und hellen PVC-Bodenbelägen würden sich die Fugen der Fliesen deutlich im Belag abzeichnen.
Fugenmörtel anmischen
Möchte man das vermeiden, mischt man einen hochwertigen Flex-Fliesenkleber an und spachtelt die Fugen damit zu.

Ist die gesamte Fläche verspachtelt und der Mörtel fest, kann man bei Bedarf mit einem feineren Füllspachtel noch letzte Unebenheiten glätten. Achten Sie auch darauf, dass keine einzelnen harten Fliesenkleber-Bröckchen auf der Oberfläche verblieben sind – sie könnten sich später durch einen dünnen PVC-Belag drücken.

Nach dem Trocknen der Verspachtelung können Sie den PVC-Belag so verlegen, wie oben beschrieben: entweder mit Doppelklebeband fixiert oder vollflächig mit Bodenbelagskleber verklebt.

Alternativen: PVC-Boden wieder entfernbar verlegen

Muss später der Originalzustand wieder hergestellt werden, bietet sich eine schwimmende Verlegung an. Dies ist beispielsweise mit sogenannten Vinyl-Planken möglich, einzelnen PVC-Streifen, die nur untereinander verklebt werden. Hier muss gegebenenfalls die erste Reihe mit Doppelklebeband auf dem Untergrund fixiert werden, die anderen Reihen liegen schwimmend auf dem Unterboden. Bei ausreichender Materialstärke drücken sich Fliesenfugen nicht durch. 

Vinyl-Planken auf Fliesen legen
Bei ausreichender Materialstärke lassen sich Planken aus PVC direkt auf die Fliesen legen.
Detail PVC-Planken verlegen
Die erste Reihe an der Wand muss ggf. mit dem Untergrund verklebt werden, die weiteren Planken kleben untereinander.

Möglich ist auch die Verlegung von Klick-Belägen mit Vinyl-Oberfläche. Verarbeitet werden sie wie Laminat. In diesem Fall sollten Sie darauf achten, dass der Bodenbelag auch für Feuchträume geeignet ist. Zudem sollte man bei dieser Methode eine Unterlage verwenden, die kleine Unebenheiten ausgleicht und den Trittschall reduziert.

Vinylbelag zum Klicken
Klickbeläge mit PVC-Oberfläche lasen sich so einfach wie Laminate verlegen. In Bad und Küche sollten sie für Feuchträume geeignet sein.
Unterlage für PVC-Böden
Eine Unterlage für die Trittschalldämmung ist in Verbindung mit Klickbelägen sinnvoll. Auf ihr lassen sich übrigens auch PVC-Planken verlegen.

Schließlich ist es auch noch denkbar, auf dem vorhandenen Boden geeignete Gipsplatten als Trockenestrich zu verlegen und darauf wieder PVC-Bahnen vollflächig zu verkleben. Das allerdings macht deutlich mehr Arbeit und schafft vor allem eine Aufbauhöhe, die im Renovierungsfall die Anpassung von Türblättern und von Übergängen in Nachbarräume erforderlich machen kann.

PVC-Bodenbelag entfernen

Das folgende Video zeigt, wie einfach sich ein alter PVC-Boden rückstandsfrei entfernen lässt.

Bei dem hier verwendeten Gerät handelt es sich um die Multifräse Rapid 250. Allerdings können Sie auch mit anderen Materialien den alten Belag vom Boden lösen.

Videoanleitung: PVC-Boden entfernen

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