Werkzeug zur Verlegung von Fliesen

Eine anspruchsvollere Arbeit im Heimwerkerbereich ist das Verlegen von Fliesen. Dennoch ist es keine Zauberei. Mit den erforderlichen Grundkenntnissen, den richtigen Werkzeugen und Hilfsmitteln und etwas Übung, sind auch solche Projekte für einen Heimwerker realisierbar.

Da das Verlegen von Fliesen spezielles Werkzeug erfordert, reicht die heimische Werkstattaustattung selten aus und eine erste Investition in gutes Werkzeug ist notwendig. Welche Werkzeuge benötigt werden, hängt vom geplanten Projekt und dem handwerklichen Geschick ab. Gerade der Umgang mit einer Knabberzange oder einem Fliesenschneider erfordert etwas Übung. Eine Bohrkrone für runde Ausschnitte ist dagegen zwar etwas teurer, aber für Anfänger die bessere Alternative. Entscheidend für die Investition sind auch weitere Bauplanungen. Wer noch einen kompletten Hausausbau vor sich hat, sollte in größere und bessere Maschinen investieren.

Mess- und Hilfsmittel

Für eine exakte Verlegung werden natürlich auch entsprechende Messmittel benötigt. Diese hat jeder Heimwerker im Haus und müssen selten speziell für die Verlegung von Fliesen gekauft werden.

  • Zollstock (Gliedermaßstab), Maßband oder ähnliche Messmittel
  • Bleistifft oder CD-Marker zum Anzeichnen der Fliesen
  • Ein Anschlagwinkel erleichtert einen exakten Anriss auf der Fliese.
  • Mit einer Wasserwaage und/oder Lot werden Fliesen an der Wand ausgerichtet oder Richtlinien gezogen.
  • Ein Kreuzlinienlaser ist optional, erleichtert die Arbeit aber enorm.

Maurerwerkzeuge

Neben speziellen Werkzeugen zur Verlegung von Fliesen, werden auch typische Maurerwerkzeuge benötigt.

  • Mörtelfass zum Anrühren von Fliesenkleber
  • Ein elektrisches Rührwerk erleichtert das Anrühren und sorgt für einen klumpenfreien Kleber.
  • Maurerkelle zum Auftragen des Fliesenklebers
  • Ein mit Wasser gefüllter Eimer oder ein zusätzliches Mörtelfass sollte zur Reinigung des Werkzeuges immer bereit stehen. Hilfreich ist zusätzlich eine alte Malerbürste

Manueller Fliesenschneider

Der manuelle Fliesenschneider besteht aus einem Bett, auf dem die Fliese rechtwinkelig liegt. Über dem Bett befinden sich zwei Führungsstangen, an denen die Schneidvorrichtung geführt wird. Die Schneidevorrichtung ritzt mit einem Hartmetall-Schneiderad eine Sollbruchstelle in die Glasur der Fliese. Anschließend wird die Fliese mit dem Brechstempel belastet und gibt an der geschwächten Stelle nach. Auf diese Weise erhalten sie schnelle und saubere Fliesenschnitte.

Elektrischer Fliesenschneider

Der elektrische Fliesenschneider arbeitet ähnlich einer Tischkreissäge. Mit einer Diamanttrennscheibe lassen sich leicht und sehr genau auch harte Feinsteinfliesen zuverlässig trennen und passend zuschneiden. Bietet der elektrische Fliesenschneider auch die Funktion des Nassschneidens, geschieht das sogar absolut staubfrei. Ein großer Vorteil ist auch die Möglichkeit, Fliesen nicht nur komplett trennen zu können. So lassen sich Ecken ausschneiden und mit etwas Gefühl auch Rundungen schleifen.

Fliesenkreuze

Fliesenkreuze helfen bei der Ausrichtung der Fliesen

Fugen- oder Fliesenkreuze sind dazu gedacht, sie in die Kreuze von vier Fliesen zu legen und diese damit auszurichten. Bewährt hat sich allerdings eine andere Methode. Dazu werden bei der Verlegung von Fliesen zwar mehr Fliesenkreuze benötigt, diese können aber einfacher wieder entfernt und erneut verwendet werden.

Gerade bei günstigeren Fliesen gibt es leichte Unterschiede in der Größe und Ausformung der Ecken. Daher ist eine normale Verwendung der Fliesenkreuze schlecht oder gar unmöglich. Besser und einfacher ist der Einsatz, wenn die Fliesenkreuze mit nur einem Schenkel zwischen die Fliesen gesteckt werden. Das ergibt die Möglichkeit kleine Korrekturen auszuführen und die Fliesenkreuze lassen sich wieder entfernen und erneut verwenden. Auch eine versetzte Fuge, in die kein Kreuz passen würde, lässt sich so ausrichten.

Fliesenkleber und Fugemörtel oder Fugenbunt

Der Kleber hält die Fliesen an der Wand, jedoch ist er auch gleichzeitig ein Puffer für evtl. Spannungen im Untergrund. Neben Zement enthält der Fliesenkleber auch elastische Additive, welche ihm die entsprechende Flexibilität verleihen. Beim Anmischen des Klebers sollten unbedingt die Herstellerangaben beachtet werden. Zu trockener Fliesenkleber lässt sich nur schwer verarbeiten und ist der Kleber zu flüssig, verrutschen die Fliesen schnell wieder.

Sind alle Fliesen mit dem entsprechenden Fugenabstand verklebt und der Kleber getrocknet, kann der Fugenmörtel eingearbeitet werden. Wichtig sind die speziellen Eigenschaften, welche sich nach der Fugenbreite, Frostsicherheit, Flexibilität oder wasserabweisenden Eigenschaften unterscheiden. Fugenbunt gibt es in unterschiedlichen Farben, mit denen sich gute Kontraste erzielen lassen. Fällt die Entscheidung auf ein kontrastreiches Fugenbild, sollten die Fugen absolut gleichmäßig gearbeitet sein. Je größer der Kontrast zwischen Fliesen und Fugen ist, desto mehr fallen Fehler im Fugenbild auf.

Fugen-Gummispachtel

Zum Einarbeiten der Fugenmasse wird ein Fugen-Gummispachtel verwendet. Mit der Gummilippe wird die Masse diagonal über die Fliesen gezogen und dabei in die Fugen gedrückt. Je nach Größe der zu verfugenden Fläche, gibt es große und kleine Gummispachtel. Beim Verfugen von Wandfliesen ist auch ein Moosgummibrett gut geeignet. Diese bietet den Vorteil, dass sich damit der Fugenmörtel auftragen und verteilen lässt.

Schwamm oder Schwammbrett

Ist der Fugenmörtel angetrocknet, werden die Fliesen abgewaschen und die Fugen geglättet. Gut eignet sich ein Schwamm oder Schwammbrett. Dieses sollte zwar immer wieder ausgewaschen und gereinigt werden, die Fugen selber dürfen aber nicht ausgewaschen werden. 

Haben die Fugen ihre gewünschte Tiefe und sind getrocknet, können die Fliesen richtig gereinigt werden. In erster Linie erfolgt das mit dem Schwammbrett und reichlich Wasser und abschließend mit einem trockenen Tuch.

Zahnspachtel oder Zahnkelle

Zahnkelle
Kantenlänge der Fliese   empfohlene Zahngröße
bis 50 mm 3 mm
50 mm bis 100 mm 4 mm
101 mm bis 200 mm 6 mm
201 mm bis 250 mm 8 mm
251 mm bis 500 mm 10 mm

Der Fliesenkleber wird am besten mit einem Zahnspachtel oder einer Zahnkelle aufgetragen. Diese verfügt über eine Zahnung, die den Kleber gleichmäßig auf dem Untergrund verteilt und somit für eine optimale Haftung der Fliesen sorgt. Je nach Größe der Fliese und Stärke des Profils an der Fliesenrückseite sollte die Zahntiefe der Spachtel gewählt werden.

Beißzange, Knabberzange, Papageienschnabelzange oder Fliesenlochzange

Wer zum Ausschneiden von Rundungen und anderen Formen keine geeigneten Schneidgeräte oder eine Bohrkrone hat, kann sich mit einer Knabberzange behelfen. Hiermit lassen sich kleine Stücke der Fliese abbrechen und Konturen nacharbeiten. Das erfordert allerdings etwas Übung und ist nicht für Konturen geeignet, bei denen schmale Ränder der Fliese nicht abbrechen dürfen.

Fliesensäge

Die Fließensäge ist wie auch die Knabberzange zum Herstellen von Konturen gedacht. Dabei sind aber saubere Schnitte und auch kleine Radien leichter herzustellen. Die Fliesensäge ist ähnlich der Laubsäge aufgebaut und wird in derselben Art und Weise eingesetzt. Ein stabilerer Aufbau und entsprechende Sägeblätter ermöglichen das Schneiden von Keramik-, Ton- und Glasfliesen.

Information zu Maurerkellen

Maurerkellen gibt es in unterschiedlichen Formen. Eins bleibt jedoch gleich: Die Kellenblätter werden aus Bandstahl hergestellt und mit einer Angel aus Rundstahl verschweißt. Bei einer guten Kelle wird das Blatt so gehärtet, dass es elastisch bleibt. Geschliffen wird das Kellenblatt, dass es sich von hinten nach vorne verjüngt. Der konische Schliff sorgt für eine gute Flexibilität des Kellenblattes. Rau geschliffene Oberflächen sorgen für ein gutes Haftverhalten des Mörtels. Bei einfachen Qualitäten – für geringe Ansprüche – werden die Blätter nicht konisch geschliffen. Der Arbeitsgang wird eingespart, die Blätter bleiben auf der gesamten Länge gleich dick. Rostfreie Kellen aus Edelstahl eignen sich besonders für Gips- und Kunststoffputze, da sie weitestgehend resistent gegen chemische Substanzen sind.

In Bau- und Heimwerkermärkten haben sich Kellen aus Edelstahl besonders gut durchgesetzt: das "rostfrei"-Symbol gilt hier als sicheres Qualitätsmerkmal. Rostfreie Kellen sind leicht zu reinigen und erhalten keinen konischen Schliff, da das Ausgangsmaterial bereits flexibel ist. Die Angeln gibt es in gerader Form oder als Schwanenhals. Wichtig ist der Sitz der Angel in der Mitte des Kellenblattes, damit die Kelle nicht nach vorne abkippt oder seitlich ausbricht. Die Schweißnaht sollte sauber angeschliffen werden, damit keine Mörtelreste haften bleiben. Kellengriffe werden aus Holz oder Kunststoff produziert. Zweikomponenten-Griffe mit Weich- und Hartzonen erhöhen die Griffigkeit und sorgen für eine optimale Kraftübertragung, wo es erforderlich ist. Griffenden mit Gummikappe eignen sich zum Anklopfen und Ausrichten der Fliesen. Griffenden mit einer Schlagkappe aus Metall werden zum Ausrichten und Anklopfen von Steinen eingesetzt.

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Bildnachweis
1. "Werkzeuge zur Verlegung von Fliesen": © Riccardo Düring - heimwerker.de
2. "Fliesenkreuze": © Riccardo Düring - heimwerker.de
3. "Zahnkelle": © Riccardo Düring - heimwerker.de

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