Laminat verlegen

Auch wenn heute hauptsächlich Click-Laminat verlegt wird, besteht natürlich die Möglichkeit Laminat leimend zu verlegen. Dabei wird eine sichere Verbindung der Paneelen erreicht und ein Eindringen von Feuchtigkeit besser verhindert. Geleimte Fugen arbeiten weniger, können sich nicht lösen und es entstehen weniger Schattenfugen. Auf Dauer ist eine geleimte Verlegung die sichere Entscheidung. Gerade in Feuchträumen, wie Küche oder Badezimmer, ist eine geleimte Verlegung zu empfehlen.

Die geleimte Verlegung ist zwar etwas aufwändiger, aber dennoch auch für Heimwerker realisierbar. Bis auf zusätzliche Spanngurte, speziellen Leim und ein Spachtel, wird dasselbe Werkzeug wie bei der Verlegung von Click-Laminat benötigt. Viele Baumärkte bieten einen Verleih der Werkzeuge und Hilfsmittel an. Oft benötigtes Werkzeug zur Laminatverlegung, wie Schlagholz oder Zugeisen, kann sich ein versierter Heimwerker auch selber anfertigen.

Benötigte Werkzeuge

Eine Übersicht und Erläuterung zu benötigten Werkzeugen, findet Ihr in unserer Übersicht Werkzeuge zur Laminatverlegung. Speziell für die verleimte Verlegung werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Abstandskeile
  • Schlagholz
  • Hammer
  • Zieh- oder Zugeisen
  • Gurtspanner und Verlegezwingen
  • Spachtel
  • Säge (Stichsäge, Kapp- und Gehrungssäge, Laminatschneider)
Abstandskeile
Hammer und Schlagholz
Kapp- und Gehrungssäge
Gurtspanner

Untergrund

Der Untergrund sollte fest, tragfähig und sauber sein. Dabei ist darauf zu achten, dass keine großen Unebenheiten vorhanden sind. Bis zu 2 mm können durch die Trittschalldämmung ausgeglichen werden. Größere Unebenheiten sollten mit entsprechender Niveliermasse beseitigt werden. Bei neuem Estrich empfiehlt es sich, die Restfeuchte zu prüfen und erst beim angegeben Wert mit der Verlegung zu beginnen.

Maximaler Feuchtegehalt bei der Verlegung von Bodenbelag

Zementestrich Calciumsulfatestrich
ohne Fußbodenheizung mit Fußbodenheizung ohne Fußbodenheizung ohne Fußbodenheizung
Auslegware dampfhemmend 2,5 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %
Auslegware dampfdurchlässig 3,0 % 3,0 % 1,0 % 1,0 %
Fliesen im Dickbett 3,0 % 3,0 %
Fliesen im Dünnbett 2,0 % 2,0 % 0,5 % 0,3 %
Parkett 2,0 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %
Laminat 2,0 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %

Vorbereitung

Trittschalldämmung verlegen

Ist der Boden glatt und trocken genug, sollte das zu verarbeitende Laminat mindestens 24 Stunden in dem entsprechenden Raum liegen und sich akklimatisieren können. Dabei ist zu empfehlen, dass sich die Raumtemperatur nicht deutlich von der Temperatur der späteren Nutzung unterscheidet.

Sind alle Vorbereitungen erfüllt und benötigte Werkzeuge und Hilfsmittel vorhanden, wird der Raum erneut gründlich gereinigt - optimal gesaugt - und es kann mit der Verlegung der Dampfbremse begonnen werden. Diese wird vollflächig verlegt und untereinander mit Klebeband abgedichtet. So wird verhindert, dass aufsteigende Nässe oder Restfeuchte aus dem Estrich in das Laminat dringt und dieses sich verformt.

Damit sich Laufgeräusche nicht übertragen und letzte kleine Unebenheiten ausgeglichen werden, folgt als Nächstes die Verlegung der Trittschalldämmung. Da diese gerne verrutscht, reicht es sie Bahn für Bahn mit der Verlegung des Laminats zu legen. Wichtig ist auf eine faltenfreie Verlegung ohne Überlappung zu achten.

Je nach Befestigungsart und -richtung müssen Übergangsprofile bereits vor der Verlegung des Laminats befestigt werden. Dabei auch gleich Türzargen prüfen und falls erforderlich kürzen. Wird dieses vorher ausgeführt, kann das verlegte Laminat später nicht beschädigt werden.

Erste Reihen verlegen

Verlegung mit Verlegezwingen

Um einen Dehnungsfuge von 10 mm zu gewährleisten, wird die erste Reihe mit Abstandskeilen ausgerichtet und fixiert. Die nächste Reihe beginnt mit dem Rest der ersten Reihe und wird ebenso seitlich gegen ein Verrutschen mit Abstandskeilen gesichert.

Dabei sollte an allen Stößen der Spezialleim vollflächig auf die Fuge oder die Nut aufgetragen und austretender Leim mit einem Kunststoffspachtel abgezogen werden. Das gewährleistet eine gute Verleimung und geschützte Stöße. Leimreste sofort mit einem feuchten Tuch entfernen.

Sind die ersten drei Reihen gelegt, werden sie mit Verlegezwingen untereinander verspannt und die Stöße nochmal auf austretenden Leim kontrolliert und gereinigt. Jetzt sollte der Leim trocknen um eine stabile Anlagefläche für die weitere Verlegung zu gewährleisten. Das verhindert die Bildung von offenen Fugen und erleichtert die Arbeit.

Weitere Reihen verlegen

Ist der Leim der ersten drei Reihen getrocknet, können die Verlegezwingen entfernt und weitere Reihen gelegt werden. Dabei ist der Leim wieder vollflächig auf Nut oder Feder aufzutragen und die einzelnen Paneele sind mit dem Schlagholz straff zusammen zu fügen. Mit den Gurtspannern werden die Reihen gesichert und verspannt. Dadurch ergeben sich fugenfreie Verbindungen.

Leim auftragen
mit Schlagholz anfügen
mit Gurtspanner verpressen
Leim entfernen

Sind so alle Reihen verlegt und ist die letzte Reihe unter Einhaltung der Dehnungsfuge eingepasst, sollte der Leim in Ruhe trocknen können. Dazu bitte die Herstellerangaben beachten. Erst danach werden alle Abstandskeile und Gurtspanner entfernt und die Dehnungsfuge nochmals kontrolliert.

Sockelleiste und Übergangsprofile anbringen

Sockelleiste anbringen

Nach der Verlegung erfolgt nochmals eine Grundreinigung und das Anbringen der Sockelleisten. Je nach System, wird dazu eine Halterung oder Kralle an die Wand geschraubt beziehungsweise geklebt und daran die Sockelleiste befestigt. Viele Varianten bieten dazu Platz um Kabel dahinter unterzubringen. Da aber gerade die Befestigung mit Krallen nicht mehrmals gelöst werden sollte, ist bei der Anbringung der Sockelleisten gleich an die Einrichtung zu denken, um spätere Änderungen zu minimieren.

Übergangsprofile gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen. Sie können problemlos Höhenunterschiede zwischen den Räumen ausgleichen und so Stolperfallen verhindern. Das Grundprofil ist dabei oft dasselbe und bei einer Änderung des Bodenbelages, braucht nur noch das Oberteil getauscht werden.

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Bildnachweis
1. "Laminat verlegen": © Parador (CPZ-Verlag)
2. "Abstandskeile": © Parador (CPZ-Verlag)
3. "Hammer und Schlagholz": © Parador (CPZ-Verlag)
4. "Kapp- und Gehrungssäge": © Parador (CPZ-Verlag)
5. "Gurtspanner": © Parador (CPZ-Verlag)
6. "Trittschalldämmung verlegen": © Parador (CPZ-Verlag)
7. "Verlegezwingen": © Parador (CPZ-Verlag)
8. "Leim auftragen": © Parador (CPZ-Verlag)
9. "mit Schlagholz anfügen": © Parador (CPZ-Verlag)
10. "mit Gurtspanner verpressen": © Parador (CPZ-Verlag)
11. "Leim entfernen": © Parador (CPZ-Verlag)
12. "Sockelleiste anbringen": © Parador (CPZ-Verlag)

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