Bautipps: Unser Hausbau Ratgeber

Bautipps: Unser Hausbau Ratgeber

Zehn wichtige Bauherren-Tipps

Wer sich für den Bau eines Eigenheims entscheidet, hat eine große Aufgabe vor sich und muss an viele Details denken. Ohne Hilfe ist hier fast jeder völlig überfordert und begeht unweigerlich Fehler, die von finanziellen Verlusten, bis hin zum wirtschaftlichen Ruin führen können. So sollte der Traum vom eigenen Heim natürlich nicht enden und die richtige Vorbereitung ist mehr als wichtig.

Wir möchten mit unserem Hausbau Ratgeber wichtige Punkte ansprechen und Tipps zum Hausbau geben. Das Thema Hausbau ist allerdings noch viel umfangreicher und wir empfehlen sich immer fachliche Hilfe und eine gute Bauberatung zu holen.

Viele unabhängige Baubetreuer stehen Ihnen helfend zur Seite und beraten Sie bei allen Fragen. 

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 1: Sicherheiten beim Hausbau sind wichtig

In diesem Tipp zum Hausbau geht es ausnahmsweise nicht um den Arbeitsschutz, sondern um Ihre finanzielle Sicherheit.

Es steht natürlich fest, dass Sie als Bauherr in der Lage sein müssen, den Bauauftrag finanziell zu bedienen. Ist Ihnen das nicht möglich, haften Sie mit Ihren finanziellen Mitteln und letztendlich mit Ihrem Grundstück oder halbfertigen Haus. Gleichfalls ist das Bauunternehmen berechtigt bei einer zum Teil ausgeführten Arbeit, die eine Wertsteigerung bedeutet, eine Abschlagszahlung zu verlangen. Doch ebenso ist das Bauunternehmen verpflichtet seine beauftrage Arbeit umzusetzen und fristgerecht die bezahlten Arbeiten auszuführen. An dieser Stelle steht Ihnen unter dem § 632a Abs. 3 BGB eine finanzielle Sicherheit zu.

Müssen Sie eine Abschlagszahlung leisten, ist das Bauunternehmen verpflichtet, die rechtzeitige Fertigstellung ohne wesentliche Mängel zu gearantieren und  5 % der Abschlagzahlung als Vergütungsanspruch zu leisten

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 2: Ist die Leistungsbeschreibung vollständig?

Leistungsbeschreibung genau beachten
Leistungsbeschreibung genau beachten

Alle Verträge – auch Bauverträge – müssen dem gültige Gesetzt entsprechen und viele Vorgaben beachten. Da es für den Bauherren kaum möglich ist, sämtliche Vorschriften zu kennen, hat das Bundesministerium in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbraucherschutzorganisationen eine Broschüre mit Bautipps zu Mindestanforderung an Bau- und Leistungsbeschreibungen veröffentlicht.

Hier finden Sie viele Informationen zu einem gut durchdachten Bauvorhaben. Mitunter sind es nur kleine Dinge – die vergessen – zu größeren Problemen führen können. Denken Sie nur an eine befestigte Anfahrmöglichkeit für LKWs, die Baumaterial bringen oder eine sichere Stellfläche, für einen benötigten Kran.

Auch wenn von Ihnen kaum erwartet wird, dass Sie eine Leistungsbeschreibung aufstellen müssen, Hilft es Ihnen Ihr Bauvorhaben zu kontrollieren und Angebote zu vergleichen. Kann das Bauunternehmen alle Punkte der Leistungsbeschreibung darlegen, oder fehlen Angaben?

Mindestanforderungen an Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 3: Festpreise sichern die Kalkulationen

Vereinbaren Sie immer Festpreise
Vereinbaren Sie immer Festpreise

Der Hausbau beinhaltet einen enormen Umfang an Arbeiten, der für einen Laien nur schwer überschaubar ist. Hier können schnell Nachberechnungen entstehen, wenn Sie nicht aufpassen, welche Arbeiten genau vereinbart sind. Wer achtet beispielsweise bei einer solchen großen Planung darauf, dass nicht nur die elektrische Installation abgeschlossen wird, sondern auch die Lichtschalter und Steckdosen im Preis beinhaltet sind. 

Vereinbaren Sie einen Festpreis! Das sichert zum einen eine konkrete Planung der Gesamtkosten und gibt Ihnen die Sicherheit, dass sämtliches Material enthalten und die Funktionalität gegeben ist. Vereinbaren Sie beispielsweise nicht den Kauf von 200 m Rohr, 120 Winkelstücke, 70 Muffen.... mit denen Ihre Wasserinstallation erfolgt, sondern vereinbaren Sie mit einem Festpreis ein Installationspaket bis zur Übergabe und Prüfung der Funktion.

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 4: Verkäufer werden für den Verkauf geschult

Jeder Dienstleister und jedes Unternehmen lebt vom Verkauf. Bunte Prospekte, tolle Werbungen und ein Vertreter, der voller Zuversicht weiß, dass einfach alles perfekt nach Ihren Wünschen wird. Bei der Urlaubsreise lässt es sich verkraften den tollen Bildern zu glauben und enttäuscht wieder nach Hause zu fahren. Beim Hausbau wechseln jedoch andere Summen den Besitzer und eine Fehleinschätzung des Vertragspartners kann die Privatinsolvenz bedeuten. 

Es ist daher wichtig, sich beim Hausbau nicht nur auf sein Bauchgefühl und die Worte des Verkäufers zu verlassen. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, ihm "auf den Zahn zu fühlen". Informieren Sie sich bei der Handwerkskammer, den Innungen und suchen sie Bauherren, die bereits mit dem Vertragspartner gearbeitet haben. Sind diese zufrieden, können sie schon etwas beruhigter den Hausbau beginnen.

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 5: Rechtliche Prüfung des Bauvertrages

Ein Vertrag ist für beide Seiten bindet. Nicht selten jedoch, wird gar nicht verstanden, was der Bauvertrag in allen Punkten ausdrückt. Häufig wird das "Kleingedruckte" überflogen, und ohne zu überlegen unterschrieben. Das böse Erwachen kommt, wenn es Komplikationen beim Hausbau gibt. Wenn Preise nicht gehalten werden können, Subunternehmen abspringen oder es zu unvorhersehbaren Problemen kommt. Wer sitzt dann auf den Kosten? Wie ist die rechtliche Frage geregelt?

Diese Fragen beantwortet Ihnen ein Fachmann, der sich im Bau- und Architektenrecht auskennt. Er kann Ihnen jeden Punkt verständlich erklären und auf kritische Vertragsklauseln hinweisen.

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 6: Fertigstellung mit Vertragsstrafe vereinbaren

Auch nach dem Richtfest ist es noch ein langer Weg.
Auch nach dem Richtfest ist es noch ein langer Weg.

Sich sein eigenes Heim zu schaffen bietet eine Unmenge an Vorfreude und vor allem ein Leben ohne Mietzahlungen. Ein Hausbau ist jedoch ebenso mit hohen Kosten verbunden und gerade die Bauzeit ist mit einer besonderen Belastung verbunden. Das Bauunternehmen benötigt häufig 50 % der vereinbarten zahlung, um den Rohbau erstellen zu können, die Bank möchte die ersten Ratenzahlungen oder verlangt Bereitstellungsgebühren und auch die Miete für die aktuelle Wohnung muss noch bis zum Umzug bedient werden. Jede Verzögerung beim Hausbau ist also mit zusätzlichen Kosten verbunden. Da auch Mietwohnung in vielen Fällen einer dreimonatige Kündigungsfrist unterliegt, ist es wichtig das exakte Bauende zu kennen.

Ein gutes Bauunternehmen hat Erfahrungswerte und sollte gut einschätzen können, wie lange alle Gewerke dauern und wo es zu Verzögerungen kommen kann. Genau darauf sollten Sie sich berufen und einen Fertigstellungstermin vereinbaren. Kombiniert mit einer Vertragsstrafe sichern Sie sich gegen zusätzliche Kosten bei Verzögerungen ab. 

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 7: Der Zahlungsplan legt Zahlungen nach Baufortschritt fest

Bezahlen Sie die Autoreparatur bevor das Fahrzeug repariert wurde? Bekommt der Maler seinen Lohn, ehe die Farbe an der Wand ist? Nein! Sie bezahlen für die Dienstleistung nachdem sie ordnungsgemäß ausgeführt wurde. 

Beim Hausbau ist es jedoch ein wenig anders, da hier das Bauunternehmen mit einer nicht unerheblichen Summe in Vorkasse gehen müsste. Das würde ein erhöhtes Risiko für den Unternehmer darstellen. Es sollte daher ein Mittelweg gefunden werden, bei dem der Bauherr zwar zum Teil im Voraus bezahlt, jedoch nie vollständig in Vorkasse geht. Sinnvoll ist es hier einen Zahlungsplan zu erarbeiten, mit dem beide Parteien arbeiten können. Das Bauunternehmen kann von der geleisteten Zahlung das Baumaterial kaufen und der Bauherr trägt nur ein Teilrisiko. 

Begonnen wird in vielen Fällen mit einer Zahlung von 50 % bis der Rohbau des Hauses steht. Weitere Zahlung sollten erst getätigt werden, wenn die vereinbarten Arbeiten mangelfrei ausgeführt wurden.

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 8: Kein Baubeginn ohne Bodengutachten

Der Boden entscheidet, wie gut ihr Haus steht.
Der Boden entscheidet, wie gut ihr Haus steht.

Beim Schuhkauf achten Sie darauf, dass Ihnen der Schuh passt und Sie einen guten Halt haben. Schlechtes Schuhwerk ist nicht nur unbequem, es kann auch zu einer falschen Körperhaltung führen und Rückenschmerzen verursachen. Ähnlich ergeht es einem Haus, bei dem der Untergrund nicht die richtige Stabilität bietet.

Häuser besitzen ein enorm hohes Gewicht, welches vom Boden getragen werden muss. Nicht jeder Untergrund hält dieser Belastung ohne besondere Vorkehrungen stand. Es ist daher unabdingbar, ein Bodengutachten erstellen zu lassen. Viele Bauunternehmer bestehen sogar zur eigenen Absicherung darauf.

Das neue Haus kann noch so gut gebaut sein, gibt der Untergrund nach, entstehen Spannungen die zu Rissen in der Bodenplatte oder in den Wänden führen. Nur in seltenen Fällen kann unter enormen Kosten der Fehler nachträglich korrigiert werden.

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 9: Baubegleitende Qualitätskontrolle

Sie sind Tischler, Beamter, Metallbauer oder Astronaut. Egal, wie gut Sie in Ihrem Fachgebiet sind, niemand kann erwarten, dass Sie mit jedem Fachbereich, das einen Hausbau betrifft, vertraut sind. Schließlich verlassen Sie sich bei einer Autoreparatur auch auf die Fachwerkstatt. Ebenso sollten Sie es bei einem Hausbau tun. Es ist Ihr Geld, das in der neuen Wohnimmobilie steckt.

Holen Sie sich eine baubegleitende Qualitätskontrolle durch einen Sachverständigen. Er ist in der Lage die versprochenen Bauleistungen zu prüfen und zu kontrollieren. Erst mit seiner Abnahme sollte das nächste Gewerk beginnen und Sie eventuell anfallende Zahlungen leisten.

Hilfreich unterstützt Sie hierbei der Bauherren Schutzbund e.V., der TÜV oder der Verband privater Bauherren.

Hausbau Ratgeber - Bautipp Nr. 10: Die förmliche Abnahme regelt exakt die Übergabe

Jede Dienstleistung unterliegt einer Endabnahme – so auch der Hausbau. Doch gerade hier ist der Rattenschwanz noch etwas länger. Mit der Endabnahme wird die Schlussrate fällig, die Verjährungsfristen beginnen und bei Nachfolgenden Mängeln liegen Sie als Bauherr in der Beweispflicht. Die Endabnahme ist daher sehr wichtig und gehört in Fachhände.

Als Auftraggeber sollten Sie bereits bei der Vertragsbindung eine "förmliche Abnahme" vereinbaren. Sie dient dazu bei der Endabnahme eventuelle Baumängel aufzudecken und sofort eine Lösung zu vereinbaren. Erst wenn Sie als Bauherr und das Bauunternehmen mit allen Vereinbarungen einverstanden sind, welche schriftlich festgehalten werden, kann die förmliche Abnahme abgeschlossen werden. Gibt es zu diesem Zeitpunkt noch Mängel, haben Sie schriftlich in der Hand, dass das Bauunternehmen diese in einer bestimmten Frist beseitigen muss.

Zur förmlichen Abnahme sollten Sie sich immer durch einen unabhängigen Bauexperten beraten lassen. Er weiß, auf welche Details geachtet werden muss und wo versteckte Mängel liegen können.

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