Boden & Fliesen

Laminat verlegen: Schwimmende Verlegung in 4 Schritten

Laminatboden mit Laminatscheider
Auch wenn heute hauptsächlich Click-Laminat verlegt wird, besteht natürlich die Möglichkeit Laminat schwimmend zu verlegen. Dabei wird eine sichere Verbindung der Paneelen erreicht und ein Eindringen von Feuchtigkeit besser verhindert.

Geleimte Fugen arbeiten weniger, können sich nicht lösen und es entstehen weniger Schattenfugen. Auf Dauer ist eine geleimte Verlegung die sichere Entscheidung. Gerade in Feuchträumen, wie Küche oder Badezimmer, ist eine geleimte Verlegung zu empfehlen.

Die geleimte Verlegung ist zwar etwas aufwendiger, aber dennoch ist diese Art Laminat zu verlegen für Anfänger auch realisierbar. Bis auf zusätzliche Spanngurte, speziellen Leim und ein Spachtel, wird dasselbe Werkzeug wie bei der Verlegung von Click-Laminat benötigt.

Im Folgenden finden Sie auf Heimwerker.de eine Anleitung und Tipps, wie Sie Laminat verlegen. Im Anschluss liefern wir zusätzlich Fragen auf häufige Antworten. So können auch Anfänger Laminat verlegen.

1. Laminat verlegen: Werkzeuge und Zubehör, auf das Sie nicht verzichten können

Kapp- und Gehrungssäge

Kapp- und Gehrungssäge für den Zuschnitt.

Möchten Sie Laminat selber verlegen, gibt es einige Werkzeuge, die Sie unbedingt benötigen. . Diese können Sie im Baumarkt oder im Onlinehandel kaufen, denken Sie daran, dass Sie im Baumarkt allerdings von einer Kaufberatung profitieren. Sie benötigen:

Tipp: Viele Baumärkte bieten einen Verleih von größeren Werkzeugen und Hilfsmittenl an. Oft benötigtes Werkzeug zum Laminat-Verlegen, wie Schlagholz oder Zugeisen, kann sich ein versierter Heimwerker auch günstig selber anfertigen.

2. Der richtige Untergrund zum Laminat-Verlegen

Keile für den Wandabstand

Abstandskeile für die erste und letzte Reihe.

Der Untergrund sollte fest, tragfähig und sauber sein. Dabei ist darauf zu achten, dass keine großen Unebenheiten vorhanden sind.

Bis zu 2 mm können durch die Trittschalldämmung ausgeglichen werden. Größere Unebenheiten sollten mit entsprechender Niveliermasse beseitigt werden.

Bei neuem Estrich empfiehlt es sich, die Restfeuchte zu prüfen und erst beim angegeben Wert mit der Verlegung zu beginnen.

2.1. Maximaler Feuchtegehalt bei der Verlegung von Bodenbelag

Zementestrich Calciumsulfatestrich
ohne Fußbodenheizung mit Fußbodenheizung ohne Fußbodenheizung ohne Fußbodenheizung
Auslegware dampfhemmend 2,5 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %
Auslegware dampfdurchlässig 3,0 % 3,0 % 1,0 % 1,0 %
Fliesen im Dickbett 3,0 % 3,0 %
Fliesen im Dünnbett 2,0 % 2,0 % 0,5 % 0,3 %
Parkett 2,0 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %
Laminat 2,0 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %

3. Laminat verlegen: Anleitung in 4 Schritten

3.1. Schritt 1: Raum reinigen und Trittschalldämpfung verlegen

laminat trittschalldämmung
Zuerst wird die Trittschalldämmung verlegt.

Ist der Boden glatt und trocken genug, sollte das zu verarbeitende Laminat mindestens 24 Stunden in dem entsprechenden Raum liegen und sich akklimatisieren können. Dabei ist zu empfehlen, dass sich die Raumtemperatur nicht deutlich von der Temperatur der späteren Nutzung unterscheidet.

Sind alle Vorbereitungen erfüllt und benötigte Werkzeuge und Hilfsmittel vorhanden, wird der Raum erneut gründlich gereinigt – optimal gesaugt – und es kann mit der Verlegung der Dampfbremse begonnen werden.

Diese wird vollflächig verlegt und untereinander mit Klebeband abgedichtet. So wird verhindert, dass aufsteigende Nässe oder Restfeuchte aus dem Estrich in das Laminat dringt und dieses sich verformt.

Damit sich Laufgeräusche nicht übertragen und letzte kleine Unebenheiten ausgeglichen werden, folgt als Nächstes die Verlegung der Trittschalldämmung. Da diese gerne verrutscht, reicht es sie Bahn für Bahn mit der Verlegung des Laminats zu legen. Wichtig ist auf eine faltenfreie Verlegung ohne Überlappung zu achten.

Je nach Befestigungsart und -richtung müssen Übergangsprofile bereits vor der Verlegung des Laminats befestigt werden. Dabei auch gleich Türzargen prüfen und falls erforderlich kürzen. Wird dieses vorher ausgeführt, kann das verlegte Laminat später nicht beschädigt werden.

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3.2. Schritt 2: Die erste Reihen verlegen

laminat verlegzwinge
Die Bretter werden mit einer Säge passgenau zugeschnitten.

Um einen Dehnungsfuge von 10 mm zu gewährleisten, wird die erste Reihe mit Abstandskeilen ausgerichtet und fixiert. Die nächste Reihe beginnt mit dem Rest der ersten Reihe und wird ebenso seitlich gegen ein Verrutschen mit Abstandskeilen gesichert.

Die Laminat-Verlegrichtung richtet sich meist nach dem Lichteinfall. Sie sollten die einzelnen Paneele mit dem Licheinfall eines Fensters verlegen, so fallen die einzelnen Fugen kaum auf und ein stimmigeres Gesamtbild ensteht.

Dabei sollte an allen Stößen der Spezialleim vollflächig auf die Fuge oder die Nut aufgetragen und austretender Leim mit einem Kunststoffspachtel abgezogen werden. Das gewährleistet eine gute Verleimung und geschützte Stöße. Leimreste sofort mit einem feuchten Tuch entfernen.

Sind die ersten drei Reihen gelegt, werden sie mit Verlegezwingen untereinander verspannt und die Stöße nochmal auf austretenden Leim kontrolliert und gereinigt.

Hinweis: Jetzt sollte der Leim trocknen, um eine stabile Anlagefläche für die weitere Verlegung zu gewährleisten. Das verhindert die Bildung von offenen Fugen und erleichtert die Arbeit.

3.3. Schritt 3: Weitere Reihen verlegen

mit Schlagholz einfügen

Reihen mit einem Schlagholz anfügen.

Ist der Leim der ersten drei Reihen getrocknet, können die Verlegezwingen entfernt und weitere Reihen gelegt werden. Dabei ist der Leim wieder vollflächig auf Nut oder Feder aufzutragen und die einzelnen Paneele sind mit dem Schlagholz straff zusammenzufügen. Mit den Gurtspannern werden die Reihen gesichert und verspannt. Dadurch ergeben sich fugenfreie Verbindungen.

Sind so alle Reihen verlegt und ist die letzte Reihe unter Einhaltung der Dehnungsfuge eingepasst, sollte der Leim in Ruhe trocknen können.

Dazu bitte die Herstellerangaben beachten. Erst danach werden alle Abstandskeile und Gurtspanner entfernt und die Dehnungsfuge nochmals kontrolliert.

3.4. Schritt 4: Sockelleiste und Übergangsprofile anbringen

mit Gurtspanner spannen

Reihen mit Gurtspanner verpressen.

Nach der Verlegung erfolgt nochmals eine Grundreinigung und das Anbringen der Sockelleisten. Je nach System wird dazu eine Halterung oder Kralle an die Wand geschraubt beziehungsweise geklebt und daran die Sockelleiste befestigt.

Viele Varianten bieten dabei Platz, um Kabel dahinter unterzubringen. Da aber gerade die Befestigung mit Krallen nicht mehrmals gelöst werden sollte, ist bei der Anbringung der Sockelleisten gleich an die Einrichtung zu denken, um spätere Änderungen zu minimieren.

Übergangsprofile gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen. Sie können problemlos Höhenunterschiede zwischen den Räumen ausgleichen und so Stolperfallen verhindern.

Das Grundprofil ist dabei oft dasselbe und bei einer Änderung des Bodenbelages, braucht nur noch das Oberteil getauscht zu werden.

4. Laminat in schmalen Fluren verlegen : Verlegrichtung und Versatz beachten

Mit unserer Heimwerker.de Anleitung ist Laminat verlegen gar nicht schwer. Eine zusätzliche Herausforderung ist oft jedoch das Verlegen von Laminat in kleinen Räumen oder in schmalen Fluren.

Hier deshalb die Antworten auf die häufigsten Fragen zur Verlegerichtung im schmalen Flur, Versatz und Fugen, die Ihnen eventuell entstehen, wenn Sie in schmalen Fluren Laminat verlegen wollen.

4.1. Die Verlegrichtung in schmalen Räumen

Wenn es um die Verlegrichtung von Laminat in schmalen Fluren geht, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Entweder verlegen Sie das Laminat längs zum Flur, sodass die Reihen die Länge des Flures entlanglaufen (Variante 1). Alternativ bietet sich eine Querverlegung an,
  2. sodass Sie eine Verlegung aus kürzeren, aber dafür mehr Reihen Laminat zum Ergebnis haben (Variante 2).

Variante 2: Verlegung quer
Üblicherweise ist das Ziel beim Verlegen im schmalen Fluren, den Raum nicht noch enger wirken zu lassen, als er eigentlich schon ist. Bei schmalen Räumen bietet sich deswegen fast immer die zweite Variante an, da ein quer verlegtes Laminat den Flur optisch verbreitert.

Ein großes Plus ist außerdem, dass sich das Zuschneiden des Laminats, beispielsweise für Türrahmen, viel einfacher bewerkstelligen lassen. Zusätzliche Faktoren sind natürlich immer besondere Gegebenheiten wie z. B. die Maserung des Laminats; mit dieser Faustregel können Sie jedoch wenig falsch machen.

4.2. Laminat mit Versatz verlegen

Laminat Verlegen im schmalen flur

Wenn Sie das Laminat mit Versatz verlegen, sparen Sie Arbeitszeit und Kosten ein.

Gerade in kleinen Räumen stellt sich oft die Frage nach dem Versatz beim Verlegen des Laminats. Denn: Es kommt vor, dass die einzelnen Paneele länger sind als die Breite des Raumes, z. B. bei Fluren. Dann gibt es insbesondere zwei Dinge, die Sie beachten sollten.

Das erste ist die Frage nach dem Preis: Suchen Sie eine günstige Methode, Laminat zu verlegen, empfiehlt sich eine Verlegung mit Versatz. Denn so können Sie den Verschnitt, der bei der einen Laminatreihe anfällt, da das einzelne Brett zu lang ist, direkt in die nächste Reihe einfügen. Auf diese Weise sparen sie nicht nur an Verschnitt, sondern vor allem auch an Kosten.

Die Alternative ist, für jede Reihe ein neues Paneel zu benutzen. Der Aufwand, der durch das Kürzen anfällt, ist in etwa der gleiche. Jedoch entsteht so ein ebenmäßigeres Bild, falls Sie ein Laminat mit auffälliger Maserung benutzen. Bei guter Verlegung und „normalem“ Laminat fallen jedoch auch Ansätze kaum negativ ins Auge, zudem entsteht bei einem Verlegen mit Versatz in schmalen Fluren weniger überschüssiger Verschnitt.

Egal, ob Sie nun mit oder ohne Versatz verlegen: Die erste Reihe Laminat sollten Sie in schmalen Fluren stets möglichst in einem Stück verlegen, also ohne Versatz. Denn so machen Sie es sich einfacher, wenn es um das Einhalten der Dehnungsfuge von 8-10 Millimetern geht.

5. FAQ: Heimwerker.de beanwortet häufige Fragen zur Laminatverlegung

5.1. Warum beginnt mein Laminat plötzlich leicht zu federn?

Wenn das Laminat plötzlich federt, sich wölbt oder in sonstiger Form bewegt, dann ist das ein starkes Anzeichen dafür, dass der Boden schlampig verlegt wurde.

Es gibt ein paar allgemeine Anzeichen, an welchen Sie erkennen können, ob der Boden schlampig verlegt wurde.

Beispielsweise sind die Abschlussleisten auf den ersten Blick unsauber angebracht und gehen mitunter beim Staubsaugen sogar ab.

Ein weiteres Indiz für unsaubere Arbeit ist, wenn das Laminat direkt bündig an die Wand anliegt und der dringend benötigte Abstand für das Arbeiten des Holzes nicht gegeben ist.

Sollte unter dem Laminat noch ein Teppichboden liegen, der vor der Verlegung des Laminatbodens nicht entfernt wurde, kann das die Ursache für das federnde Laminat sein. Dann können Sie sich auf alle Fälle mit dem Gedanken anfreunden, dass dieser Teppichboden entfernt werden muss, denn mann sollte niemals Laminat auf einem Teppich verlegen.

5.2. Laminat verlegen – wo wird angefangen?

Viele Anfänger frangen sich beim Laminat-Verlegen, wo Sie eigentlich anfangen sollen. Wie bereits erwähnt, sollten Sie auf die Verlegrichtung achten und möglichst längs zum Lichteinfall verlegen, damit die Fugen später nicht auffallen.

In Außnahmefällen kann aber auch eine andere Variante möglich sein, beispielsweise, wenn ein schmaler Raum durch das Muster des laminats noch schmaler wirken würde. Ebenso macht es Sinn, sich zur Tür hin zu arbeiten. So müssen Sie, wenn Sie den Raum verlassen, nicht immer über frisch verlegte Paneele steigen.

5.3. Welche Kosten entstehen beim Laminat-Verlegen?

Sie möchten lieber professionell Ihr Laminat verlegen lassen, wissen aber nicht, ob Sie sich diesen Preis auch leisten wollen oder können? Leider lässt sich die Frage nicht pauschal beantworten, da Sie von einigen Faktoren abhängt. Beim Laminat-Verlegen werden Kosten meist nach Quadratmeter berechnet. Diese liegen ja nach Unternehmen bei 15 – 35 Euro.

Ebenso müssen Sie eventuelle Materialkosten wie die Trittschalldämmung mit einberechnen. Es ist aber durchaus möglich, dass Sie die Materialien vorher kaufen und nur noch verlegen lassen, dies ist in den meisten Fällen günstiger.

Bildnachweise: Adobe Stock/Robert Kneschke, 'Laminat verlegen': Parador (CPZ-Verlag), 'Abstandskeile': Parador (CPZ-Verlag), 'Hammer und Schlagholz': Parador (CPZ-Verlag), 'Kapp- und Gehrungssäge': Parador (CPZ-Verlag), 'Gurtspanner': Parador (CPZ-Verlag), 'Trittschalldämmung verlegen': Parador (CPZ-Verlag), 'Verlegezwingen': Parador (CPZ-Verlag), 'Leim auftragen': Parador (CPZ-Verlag), 'mit Schlagholz anfügen': Parador (CPZ-Verlag), 'mit Gurtspanner verpressen': Parador (CPZ-Verlag), 'Leim entfernen': Parador (CPZ-Verlag), 'Sockelleiste anbringen': Parador (CPZ-Verlag), 'Laminat verlegen': Parador (CPZ-Verlag), 'Abstandskeile': Parador (CPZ-Verlag), 'Hammer und Schlagholz': Parador (CPZ-Verlag), 'Kapp- und Gehrungssäge': Parador (CPZ-Verlag), 'Gurtspanner': Parador (CPZ-Verlag), 'Trittschalldämmung verlegen': Parador (CPZ-Verlag), 'Verlegezwingen': Parador (CPZ-Verlag), 'Leim auftragen': Parador (CPZ-Verlag), 'mit Schlagholz anfügen': Parador (CPZ-Verlag), 'mit Gurtspanner verpressen': Parador (CPZ-Verlag), 'Leim entfernen': Parador (CPZ-Verlag), 'Sockelleiste anbringen': Parador (CPZ-Verlag), Golbay/Shutterstock.com (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)