Boden & Fliesen

Laminat verlegen – Schwimmende Verlegung mit Verleimen

Laminatboden mit Laminatscheider

Auch wenn heute hauptsächlich Click-Laminat verlegt wird, besteht natürlich die Möglichkeit Laminat leimend zu verlegen. Dabei wird eine sichere Verbindung der Paneelen erreicht und ein Eindringen von Feuchtigkeit besser verhindert.

Geleimte Fugen arbeiten weniger, können sich nicht lösen und es entstehen weniger Schattenfugen. Auf Dauer ist eine geleimte Verlegung die sichere Entscheidung. Gerade in Feuchträumen, wie Küche oder Badezimmer, ist eine geleimte Verlegung zu empfehlen.

Die geleimte Verlegung ist zwar etwas aufwendiger, aber dennoch auch für Heimwerker realisierbar. Bis auf zusätzliche Spanngurte, speziellen Leim und ein Spachtel, wird dasselbe Werkzeug wie bei der Verlegung von Click-Laminat benötigt.

Viele Baumärkte bieten einen Verleih der Werkzeuge und Hilfsmittel an. Oft benötigtes Werkzeug zur Laminatverlegung, wie Schlagholz oder Zugeisen, kann sich ein versierter Heimwerker auch selber anfertigen.

1. Benötigte Werkzeuge

Eine Übersicht und Erläuterung zu benötigten Werkzeugen, findet Ihr in unserer Übersicht. Speziell für die verleimte Verlegung werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Abstandskeile
  • Schlagholz
  • Hammer
  • Zieh- oder Zugeisen
  • Gurtspanner und Verlegezwingen
  • Spachtel
  • Säge (Stichsäge, Kapp- und Gehrungssäge, Laminatschneider)
Keile für den Wandabstand
Abstandskeile
Hammer und Schlagholz
Hammer und Schlagholz
Kapp- und Gehrungssäge
Kapp- und Gehrungssäge
Gurtspanner
Gurtspanner
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2. Untergrund

Der Untergrund sollte fest, tragfähig und sauber sein. Dabei ist darauf zu achten, dass keine großen Unebenheiten vorhanden sind. Bis zu 2 mm können durch die Trittschalldämmung ausgeglichen werden. Größere Unebenheiten sollten mit entsprechender Niveliermasse beseitigt werden.

Bei neuem Estrich empfiehlt es sich, die Restfeuchte zu prüfen und erst beim angegeben Wert mit der Verlegung zu beginnen.

3. Maximaler Feuchtegehalt bei der Verlegung von Bodenbelag

Zementestrich Calciumsulfatestrich
ohne Fußbodenheizung mit Fußbodenheizung ohne Fußbodenheizung ohne Fußbodenheizung
Auslegware dampfhemmend 2,5 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %
Auslegware dampfdurchlässig 3,0 % 3,0 % 1,0 % 1,0 %
Fliesen im Dickbett 3,0 % 3,0 %
Fliesen im Dünnbett 2,0 % 2,0 % 0,5 % 0,3 %
Parkett 2,0 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %
Laminat 2,0 % 1,8 % 0,5 % 0,3 %

4. Vorbereitung

Trittschalldämmung unbedingt notwendig
Trittschalldämmung verlegen

Ist der Boden glatt und trocken genug, sollte das zu verarbeitende Laminat mindestens 24 Stunden in dem entsprechenden Raum liegen und sich akklimatisieren können. Dabei ist zu empfehlen, dass sich die Raumtemperatur nicht deutlich von der Temperatur der späteren Nutzung unterscheidet.

Sind alle Vorbereitungen erfüllt und benötigte Werkzeuge und Hilfsmittel vorhanden, wird der Raum erneut gründlich gereinigt – optimal gesaugt – und es kann mit der Verlegung der Dampfbremse begonnen werden.

Diese wird vollflächig verlegt und untereinander mit Klebeband abgedichtet. So wird verhindert, dass aufsteigende Nässe oder Restfeuchte aus dem Estrich in das Laminat dringt und dieses sich verformt.

Damit sich Laufgeräusche nicht übertragen und letzte kleine Unebenheiten ausgeglichen werden, folgt als Nächstes die Verlegung der Trittschalldämmung. Da diese gerne verrutscht, reicht es sie Bahn für Bahn mit der Verlegung des Laminats zu legen. Wichtig ist auf eine faltenfreie Verlegung ohne Überlappung zu achten.

Je nach Befestigungsart und -richtung müssen Übergangsprofile bereits vor der Verlegung des Laminats befestigt werden. Dabei auch gleich Türzargen prüfen und falls erforderlich kürzen. Wird dieses vorher ausgeführt, kann das verlegte Laminat später nicht beschädigt werden.

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5. Erste Reihen verlegen

Verlegezwingen alternativ zu verwenden
Verlegung mit Verlegezwingen

Um einen Dehnungsfuge von 10 mm zu gewährleisten, wird die erste Reihe mit Abstandskeilen ausgerichtet und fixiert. Die nächste Reihe beginnt mit dem Rest der ersten Reihe und wird ebenso seitlich gegen ein Verrutschen mit Abstandskeilen gesichert.

Dabei sollte an allen Stößen der Spezialleim vollflächig auf die Fuge oder die Nut aufgetragen und austretender Leim mit einem Kunststoffspachtel abgezogen werden. Das gewährleistet eine gute Verleimung und geschützte Stöße. Leimreste sofort mit einem feuchten Tuch entfernen.

Sind die ersten drei Reihen gelegt, werden sie mit Verlegezwingen untereinander verspannt und die Stöße nochmal auf austretenden Leim kontrolliert und gereinigt. Jetzt sollte der Leim trocknen, um eine stabile Anlagefläche für die weitere Verlegung zu gewährleisten. Das verhindert die Bildung von offenen Fugen und erleichtert die Arbeit.

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6. Weitere Reihen verlegen

Ist der Leim der ersten drei Reihen getrocknet, können die Verlegezwingen entfernt und weitere Reihen gelegt werden. Dabei ist der Leim wieder vollflächig auf Nut oder Feder aufzutragen und die einzelnen Paneele sind mit dem Schlagholz straff zusammenzufügen. Mit den Gurtspannern werden die Reihen gesichert und verspannt. Dadurch ergeben sich fugenfreie Verbindungen.

Sind so alle Reihen verlegt und ist die letzte Reihe unter Einhaltung der Dehnungsfuge eingepasst, sollte der Leim in Ruhe trocknen können. Dazu bitte die Herstellerangaben beachten. Erst danach werden alle Abstandskeile und Gurtspanner entfernt und die Dehnungsfuge nochmals kontrolliert.

Leimauftrag auf die Feder
Leim auftragen
mit Schlagholz einfügen
mit Schlagholz anfügen
mit Gurtspanner spannen
mit Gurtspanner verpressen
überschüssigen Leim abnehmen
überschüssigen Leim abnehmen

7. Sockelleiste und Übergangsprofile anbringen

Sockelleiste anbringen
Sockelleiste anbringen

Nach der Verlegung erfolgt nochmals eine Grundreinigung und das Anbringen der Sockelleisten. Je nach System wird dazu eine Halterung oder Kralle an die Wand geschraubt beziehungsweise geklebt und daran die Sockelleiste befestigt.

Viele Varianten bieten dabei Platz, um Kabel dahinter unterzubringen. Da aber gerade die Befestigung mit Krallen nicht mehrmals gelöst werden sollte, ist bei der Anbringung der Sockelleisten gleich an die Einrichtung zu denken, um spätere Änderungen zu minimieren.

Übergangsprofile gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen. Sie können problemlos Höhenunterschiede zwischen den Räumen ausgleichen und so Stolperfallen verhindern.

Das Grundprofil ist dabei oft dasselbe und bei einer Änderung des Bodenbelages, braucht nur noch das Oberteil getauscht zu werden.

8. Laminat verlegen in schmalen Fluren – so geht’s!

Mit unserer Heimwerker.de-Anleitung ist Laminat verlegen gar nicht schwer. Eine zusätzliche Herausforderung ist oft jedoch das Verlegen von Laminat in kleinen Räumen oder in schmalen Fluren.

Hier deshalb die Antworten auf die häufigsten Fragen zur Verlegerichtung im schmalen Flur, Versatz und Fugen, die Ihnen eventuell entstehen, wenn Sie in schmalen Fluren Laminat verlegen wollen.

8. 1. In welche Richtung soll ich das Laminat verlegen? Sollte ich die Reihen längs oder quer zur Breite des Raums verlegen?

Wenn es um die Verlegrichtung von Laminat in schmalen Fluren geht, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Entweder verlegen Sie das Laminat längs zum Flur, sodass die Reihen die Länge des Flures entlanglaufen (Variante 1). Alternativ bietet sich eine Querverlegung an,
  2. sodass Sie eine Verlegung aus kürzeren, aber dafür mehr Reihen Laminat zum Ergebnis haben (Variante 2).

Variante 2: Verlegung quer
Üblicherweise ist das Ziel beim Verlegen im schmalen Fluren, den Raum nicht noch enger wirken zu lassen, als er eigentlich schon ist. Bei schmalen Räumen bietet sich deswegen fast immer die zweite Variante an, da ein quer verlegtes Laminat den Flur optisch verbreitert.

Ein großes Plus ist außerdem, dass sich das Zuschneiden des Laminats, beispielsweise für Türrahmen, viel einfacher bewerkstelligen lassen. Zusätzliche Faktoren sind natürlich immer besondere Gegebenheiten wie z. B. die Maserung des Laminats; mit dieser Faustregel können Sie jedoch wenig falsch machen.

8. 2. Sollte ich das Laminat in schmalen Fluren mit Versatz legen? Wenn ja, wie?

Laminat Verlegen im schmalen flur

Wenn Sie das Laminat mit Versatz verlegen, sparen Sie Arbeitszeit und Kosten ein.

Gerade in kleinen Räumen stellt sich oft die Frage nach dem Versatz beim Verlegen des Laminats. Denn: Es kommt vor, dass die einzelnen Paneele länger sind als die Breite des Raumes, z. B. bei Fluren. Dann gibt es insbesondere zwei Dinge, die Sie beachten sollten.

Das erste ist die Frage nach dem Preis: Suchen Sie eine günstige Methode, Laminat zu verlegen, empfiehlt sich eine Verlegung mit Versatz. Denn so können Sie den Verschnitt, der bei der einen Laminatreihe anfällt, da das einzelne Brett zu lang ist, direkt in die nächste Reihe einfügen. Auf diese Weise sparen sie nicht nur an Verschnitt, sondern vor allem auch an Kosten.

Die Alternative ist, für jede Reihe ein neues Paneel zu benutzen. Der Aufwand, der durch das Kürzen anfällt, ist in etwa der gleiche. Jedoch entsteht so ein ebenmäßigeres Bild, falls Sie ein Laminat mit auffälliger Maserung benutzen. Bei guter Verlegung und „normalem“ Laminat fallen jedoch auch Ansätze kaum negativ ins Auge, zudem entsteht bei einem Verlegen mit Versatz in schmalen Fluren weniger überschüssiger Verschnitt.

Egal, ob Sie nun mit oder ohne Versatz verlegen: Die erste Reihe Laminat sollten Sie in schmalen Fluren stets möglichst in einem Stück verlegen, also ohne Versatz. Denn so machen Sie es sich einfacher, wenn es um das Einhalten der Dehnungsfuge von 8-10 Millimetern geht.

8.3. Welche Füllmasse sollte ich für Fugen benutzen?

Zum Auffüllen der Fugen zwischen Wand und Laminat bietet sich Silikon sehr gut an. Im Gegensatz zu Acryl bleibt Silikon auch nach dem Trocknen elastisch, sodass sich keine Risse in der Füllmasse bilden oder schlimmer – neue Fugen zwischen der eigentlichen Füllmasse und dem Laminat.

Mit dieser Anleitung verlegen auch Sie ihr Laminat günstig in schmalen Fluren. Viel Spaß beim Heimwerken!