Entrosten – Rost entfernen

Entrosten – Rost entfernen

Mal abgesehen vom Edelrost, der vorzugsweise bei Gartendekorationen und -objekten zu sehen ist, findet Rost an sich keine große Fangemeinde. Wer sein Hab und Gut aus Metall bewahren will, muss entstandenen Rost entfernen und neuem rosten vorbeugen.

Viele Werkzeuge, Gartengeräte, Gestelle von Gartenmöbeln, Zäune, Haushaltsgeräte und nicht zuletzt Autos sind aus Metall und damit anfällig für Rost. Rost ist tückisch. Manchmal entwickelt er sich unbemerkt unter einer Lackschicht.

Wirft der Lack auf einem ein Gegenstand aus Metall plötzlich Blasen, hat sich unter der Lackschicht Rost gebildet.

Insbesondere wenn Feuchtigkeit an das Metall kommt, blüht er schnell. Wichtig ist dann zunächst einmal den Rost zu entfernen. Im zweiten Schritt muss das Metall vor neuer Korrosion geschützt werden. Denn selbst die Luftfeuchtigkeit reicht aus, um Metall korrodieren zu lassen.

Wie kann man Rost entfernen?

Zur Rostentfernung und zum Rostschutz gibt es viele spezielle Produkte im Handel und auch zahlreiche Tipps aus dem Bereich der Hausmittel.

Wichtig ist, dass der Rost komplett entfernt wird. Es darf wirklich kein rostroter Farbton mehr zu sehen sein. Bei einer mechanischen Rostentfernung ist das erreicht, wenn das blanke Metall zu sehen ist.

Bei einer Behandlung mit Säure, Entroster oder Rostumwandler muss der Prozess beobachtet werden. Ist kein Rost mehr zu sehen, muss alles gründlich abgewaschen und das Metall vollkommen getrocknet werden. Denn, wenn die enthaltene Säure weiter wirken kann, greift sie das Metall an.

Entsteht bei der Behandlung ein schwarzer Belag, so handelt es sich um Eisenphosphat, das bei der Rostumwandlung mit Rostumwandler, Cola oder Phosphorsäure entsteht. Auch der sollte entfernt werden, nur dann kann sicher gestellt werden, dass sich unter der Schicht kein weiterer Rost mehr befindet.

Werkzeuge zur mechanischen Entfernung von Rost

Das gebräuchlichste Hilfsmittel um Rost zu entfernen.
Das gebräuchlichste Hilfsmittel um Rost zu entfernen.

Rost entfernen von kleinen Gegenständen

Kleine Metallgegenstände sind dafür prädestiniert, mit Rostentferner oder Rostumwandler eingepinselt zu werden oder in einer dieser Flüssigkeiten ein Tauchbad zu nehmen.

Auch im Haushalt übliche Säuren und Cola eigenen sich für ein Tauchbad.

Je nachdem, wie stark der Gegenstand verrostet ist, muss die Einwirkzeit angepasst werden oder die Behandlung wiederholt, wenn es im ersten Zuge nicht ganz gelungen ist, den Rost zu entfernen.

Sind nur ganz kleine Stellen von der Korrosion betroffen und mechanisch zugänglich, können diese auch mit einem Glasfaser-Rostradierer, Schleifpapier oder Stahlwolle behandelt und damit entrostet werden.

Warnung: Bei allen Entrostern, Rostumwandlern und besonders auch im Umgang mit haushaltsüblichen Säuren unbedingt genau die Hinweise der Hersteller beachten und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. In jedem Fall Schutzbrille und Handschuhe tragen und für ausreichende Belüftung sorgen.

Zum Rost entfernen die Schlüssel mit Entroster einpinseln.
Zum Rost entfernen die Schlüssel mit Entroster einpinseln.
Ein Tauchbad in Zitronensäure zum Entrosten.
Ein Tauchbad in Zitronensäure zum Entrosten.

Elektrolyse (nur für sachkundige Erwachsene)

Ein Tauchbad unter Strom könnte man die Elektrolyse nennen – eine weitere Möglichkeit Rost zu entfernen. Dabei wird beispielsweise ein Batterieladegerät für Autobatterien benutzt. Dabei am besten ein langes, flaches Stück Edelstahlblech verwenden, das Opferanode genannt wird, weil es dabei zerfressen wird, also gerne vom Schrott. Einen entsprechend großen Kunststoff-Eimer und etwas Natron oder Backpulver.

Der Eimer wird soweit mit Wasser befüllt, dass das rostige Werkstück ganz mit Wasser bedeckt ist, wenn es hineingelegt wird. Auf 10 Liter Wasser werden zwei Esslöffel Natron oder Backpulver eingerührt, wenn weniger Flüssigkeit gebraucht wird entsprechend weniger. Das erhöht die Leitfähigkeit des Wassers. Das rostige Werkstück wird zuvor gründlich mit heißem Spülwasser abgeschrubbt und damit entfettet.

Das Ladegerät bleibt uneingesteckt solange, bis das ganze komplett fertig aufgebaut ist. Dazu wird die Opferanode an die rote, positive Klammer des Ladegeräts angeschlossen und soweit ins Wasser gehängt, das möglichst viel vom Edelstahlblech im Wasser ist, aber auf keinen Fall die Klammer, sonst wird die auch zersetzt. Die schwarze, negative Klammer wird an das Werkstück gesetzt und muss sehr guten Kontakt zum Metall haben. Sie kann dann samt Werkstück ins Wasser getaucht werden. Allerdings sollte nur der Metallteil der Klammer im Wasser sein. Zur Opferanode, also dem Edelstahlblech muss das rostige Teil etwas Abstand behalten, mindestens an allen Stellen 5 cm.

Ist alles richtig eingerichtet, das Ladegerät einstecken, auf maximale Leistung stellen und auf dem Amperemeter des Ladegeräts beobachten, dass Strom fließt, aber das Ladegerät nicht überlastet wird (Beschreibung des Gerätes lesen).

Es steigen Luftblasen während der Reaktion auf. Bitte kein offenes Feuer in direkter Umgebung haben, es handelt sich um geringe Mengen Wasserstoff der sehr leicht entzündlich ist. Wenn das Werkstück komplett dunkelgrau bis schwarz ist, ist die Entrostung abgeschlossen. Stecker ziehen, Werkstück mit einem Nassschleifschwamm von der dunkelgrauen bis schwarzen Schicht befreien und anschließend behandeln, um neuen Rost zu vermeiden.

Warnhinweis: Während das Ladegerät eingesteckt ist, keinen Körperkontakt zu der ganzen Einrichtung haben, vielmehr etwas Abstand halten. Auf jeden Fall den Stecker ziehen, bevor irgendetwas davon angefasst wird. Nicht in der Nähe von Kindern oder Haustieren durchführen und keinesfalls unbeaufsichtigt lassen.

Rost entfernen an größeren Gegenständen

Bei größeren Teilen wird mit dem Winkelschleifer geschliffen.
Bei größeren Teilen wird mit dem Winkelschleifer geschliffen.

Bei einem größeren Gegenstand mit einzelnen Roststellen kommen vorrangig mechanische Methoden zur Rostenfernung in Betracht. Was die Werkzeuge angeht, so immer von grob nach fein arbeiten. Also etwa mit einer Feile den gröbsten Rost abtragen. Danach mit einer Drahtbürste nacharbeiten und anschließend mit Schleifpapier immer feiner werdend. Zum Schluß eventuell sogar noch mit feiner Stahlwolle eine glatte Oberfläche polieren.

Alternativ dazu kann mit einem pastösen Rostentferner oder Rostumwandler gearbeitet werden, der aufgepinselt wird. Aber auch hier muss wirklich der ganze Rost komplett entfernt werden, wenn die Arbeit längerfristig haltbar sein soll. Meist muss abschließend noch fein geschliffen und natürlich Rostschutz in Form von Fett oder Lack aufgebracht werden.

Anschließend – wie schon zuvor beschrieben – vor neuer Korrosion schützen. Dabei kann eine spezielle Grundierung mit integriertem Rostschutz zum Einsatz kommen.

Handelt es sich um ganz kleine Stellen ist ein Glasfaser-Rostradierer vielleicht schon völlig ausreichend, um den Rost zu beseitigen. Von daher bei der kleinsten Roststelle sofort zu reagieren, spart viel Arbeit.  

Rost entfernen mit Sandstrahlgebläse

Muss man viel oder regelmäßig entrosten, kommt auch ein Sandstrahlgebläse zum Entrosten in Frage.

Ein kleines Gerät, wie rechts im Bild, gibt es bereits um die 100 EUR und lohnt sich, wenn man beispielsweise häufig alte Werkzeuge entrosten und restaurieren möchte.

Sandstrahlgeräte lassen sich auch mieten, und nicht zuletzt kann man auch Sandstrahlen lassen. Bei einem einmaligen Einsatz lohnt es sich, einmal Miete und alternativ das Sandstrahlen als Dienstleistung anzufragen, um einen konkreten Vergleich der Kosten zu haben.

Machbar ist das Sandstahlen für jeden einigermaßen talentierten Heimwerker ohne Probleme. Eine kurze Einweisung oder ausführliche Gebrauchsanleitung reichen aus, um mit einem Sandstrahlgebläse zurechtzukommen.  

Tipps zur Vermeidung von Rost

Korrosion zerfrisst das Material. Mit dem Entfernen des Rostes geht immer auch etwas von der Masse des Materials verloren. Bei vielen Dingen geht das irgendwann zu Lasten der Passgenauigkeit beziehungsweise Maßhaltigkeit oder sogar der Stabilität. Von daher ist Rost vermeiden und frühzeitig zu bekämpfen immer nachhaltiger als lange zu warten und dann aufwändig zu entrosten.

  • Werkzeuge sauber und trocken lagern.
  • Gartengeräte immer säubern und ebenfalls trocken lagern.
  • Kleine Lackschäden (Steinschlag) immer sofort reparieren.
  • Werkzeuge und Gartengeräte hin und wieder mit nicht verharzendem Schutzöl behandeln.
  • Beschichtetes Metall auf kleine Oberflächenbeschädigungen prüfen und die Stellen entrosten und mit Schutzlack versiegeln.
  • WD-40 (kann fast alles) ist nicht als Schutzöl geeignet, es enthält zu viele Lösungsmittel.
  • Ein kleines »Rost-entfernen-Set« aus Glasfaser-Rostradierer und passenden Lackstift im Auto mitführen. Das motiviert dazu sofort zu handeln, sobald ein kleine Roststelle sichtbar wird.

Nach dem Rost ist vor dem Rost, wenn das behandelte Metall nicht vor neuer oder weiterer Korrosion beschützt wird.

Das kann mit Schutzöl (Werkzeuge) geschehen, durch Lacke oder andere Beschichtungen (Verzinken u. ä.) erfolgen. Letztere können allerdings in der Regel nicht selbst vorgenommen werden.

Korrosion bei Edelstahl

Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl. Jede Edelstahlart hat ihre eigenen Einsatzzwecke. Wer also aus dem Edelstahlbalkongeländer eine Poolreeling macht, muss vielleicht feststellen, dass dieser Edelstahl in Zusammenhang mit Chlor keineswegs rostfrei ist. Chlorhaltige Reiniger beschädigen häufig Edelstahlarmaturen und führen zu deren Korrosion.

Hintergrund: Edelstahl wird unter verschiedenen VA-Bezeichnungen für unterschiedliche Anwendungen gehandelt. Edelstahl mit der Kennzeichnung 4305 ist beispielsweise überhaupt nicht im Zusammenhang mit Wasser geeignet, während der unter 4539 gehandelte Stahl selbst unter Einwirkung von Meerwasser rostfrei bleibt.

Edelstahl weist an der Oberfläche eine sogenannte Passivschicht auf, wird diese beschädigt, ist die Beständigkeit gegen Rost beeinträchtigt. Wer mit Edelstahl arbeitet sollte sich also gut informieren.

Korrosion bei Aluminium

Je nach Aluminiumlegierung ist die Empfindlichkeit der Materials unterschiedlich. Aluminium bildet unter normalen Umweltbedingungen eine 2,5 bis 4 mm dicke Schutzschicht, die das Metall im Kern sogar vor Korrosion schützt. Rost im eigentlichen Sinne bekommt Aluminium nicht. Findet man Rost an Aluminium, so sind das eventuelle Späne anderer Metalle die von der Bearbeitung herrühren und vom Werkzeug stammen. Der direkte Kontakt zu Stahl, Kupfer, Messing u. ä. ist besonders bei Feuchtigkeit zu vermeiden. Aluminium verträgt weder sehr basische Flüssigkeiten noch Säuren gut.

Rostfrei wird Aluminium gerne im Freien eingesetzt.
Rostfrei wird Aluminium gerne im Freien eingesetzt.
Die Patinas auf Kupfer wirkt schützend und ist häufig erwünscht.
Die Patinas auf Kupfer wirkt schützend und ist häufig erwünscht.

Korrosion bei Kupfer

Kupfer korrodiert nicht im wirklich. Vielmehr bildet sich von selbst eine Art Schutzschicht die zunächst einfach nur sehr dunkel ist und sich später in die für Kupfer typische grüne Patina verwandelt. Dabei handelt es sich um Kupfersalze, die das eigentliche Metall schützen. Zersetzend wirken Ammoniak und Schwefelwasserstoffe auf Kupfer. Dabei handelt es sich dann aber eher langfristigen um einen Umwelt bedingten Schaden.

Es gibt zahlreiche Kupferlegierungen, wie beispielsweise Messing, die wiederum andere Eigenschaften haben, was hier aber zu weit führen würde.

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