Wegen des geringen Gewichts von Porenbeton führt ein nachträglicher Einbau eines offenen Kamins im Allgemeinen nicht zu kritischen Belastungen normal ausgelegter Decken. Für den Feuerraum selbst kommen nur feuerfeste Materialien in Frage Die Verkleidung und der Sockel müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und gegen Wärmebeanspruchung widerstandsfähig sein. Dies erfüllt Porenbeton als nichtbrennbarer Massivbaustoff, der der Baustoffklasse A1 angehört. Aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit ist die Temperaturerhöhung auf der dem Feuer abgewandten Seite gering.
Offene Kamine müssen allseitig verkleidet werden. Hier eignen sich Porenbeton-Plansteine oder –Planbauplatten. Die Verkleidung wird zu den Gebäudewänden als Vormauerung ausgeführt. Da Plansteine mit äußerst geringen Maßtoleranzen gefertigt werden, können sie mit Dünnbettmörtel vermauert werden. Porenbetonsteine mit Nut und Feder brauchen außerdem nur im Lagerfugenbereich vermörtelt zu werden, im Stoßfugenbereich werden sie knirsch aneinandergestoßen. Dasselbe gilt für die Planbauplatten, die lediglich geringere Wanddicken aufweisen. Um die Sockelstützen zu errichten, die das Eigengewicht des Kamins abtragen, ist Porenbeton ebenfalls geeignet.
Ein offener Kamin muss so beschaffen sein, dass sich die freien Oberflächen der Verkleidung und die Oberflächen von Nischen für die Brennstofflagerung höchstens auf 85°C erwärmen können. Bei Oberflächen aus mineralischen Baustoffen, wie z.B. Porenbeton, beträgt der Wert 120°C, ausgenommen Flächen, auf die Gegenstände gelegt werden können. Dies gilt nicht für Türen und Bauteile, mit denen der Feuerraum verschlossen wird.
Ist der Neubau eines Schornsteines notwendig, stehen darüber hinaus Formsteine aus Porenbeton für die Ummantelung zur Verfügung, die dann ein zusätzlich gedämmtes Rohr im Innern umkleiden. Sie werden ebenfalls mit Dünnbettmörtel vermauert. Die zum System gehörenden Rauchrohre und Abgasleitungen sind Stecksysteme, die bei der Montage wenig Zeit kosten.
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima wurde folgende Empfehlung für den Einsatz von Porenbeton bei offenen Kaminen erarbeitet: Bauteile aus Porenbeton sind für eine innere Dauertemperaturbelastung bis 150°C geeignet. Bis zu diesem Temperaturbereich ist eine Beeinflussung der Druckfestigkeit nicht zu berücksichtigen. Der Porenbeton muss mindestens der Rohdichteklasse 0,5 nach DIN 4166 bzw. DIN V 4165 entsprechen. Die Festigkeitsklasse analog zu DIN V 4165 muss mindestens Festigkeitsklasse 2 sein. Bei Verwendung sind die vom Hersteller empfohlenen Bindemittel (Dünnbettmörtel und Füllmörtel) zu verwenden. Diese Mörtel können auch auf die inneren Oberflächen aufgezogen werden, um einen möglichen Abrieb zu vermeiden. Für die bestimmungsgemäße Wärmeabgabe ist hochwärmedämmender Porenbeton nicht geeignet.