Türzarge selbst einbauen

Heimwerker nach dem gelungenen Zargeneinbau

Der Einbau einer normalen Innentür aus Holz ist im Grunde nicht allzu schwer. Für viele Heimwerker ist er jedoch Neuland, und vor allem beim ersten Mal wird man einige Zeit damit verbringen, die Türzarge oder – wie der Fachmann sich ausdrückt – das Türfutter präzise auszurichten. Die weiteren Arbeiten sollten allerdings leicht fallen, und während eines größeren Aus- oder Umbaus hat man schon bei der zweiten Tür die Abläufe im Griff. Bis dahin gibt Ihnen unsere Anleitung das nötige Know-how an die Hand und zeigt Schritt für Schritt in Text und Bild, wie Sie beim Einbau der Türzarge und dem Einsetzen des Türblatts vorgehen. Sie können der Anleitung übrigens auch dann folgen, wenn Sie eine schwerere Tür einbauen, etwa ein Exemplar mit Glasfüllung. Dann ist es jedoch immer sinnvoll, einen Helfer dabeizuhaben.

Werkzeug und Materialien

  • Zollstock
  • Schraubendreher
  • Wasserwaage
  • Cuttermesser
  • Holzkeile
  • Schonhammer oder Schlosserhammer mit Zulage
  • ggf. Holzleim
  • PU-Montageschaum
  • Drei Türspreizen bzw. Türzargenzwingen
  • Sperrholzplättchen
  • Aceton
  • Handschuhe und Schutzbrille

Wandöffnung und Türgröße

Heute sind die Maße für die Türgrößen und Wandöffnungen in der Norm DIN 18101 genormt. Wenn das Haus in den letzten Jahrzehnten gebaut wurde, stehen die Chancen also nicht schlecht, dass Sie eine Normtür aus dem Handel umstandslos in die vorhandene Wandöffnung einbauen können.

Wandöffnung im Trockenbau
Bei einer Trockenbauwand sollte man von vornherein darauf achten, dass man die Türöffnung aus verstärkten UA-Profilen und einem Türsturzprofil in der Größe entsprechend der Norm anlegt.

Etwas aufwendiger wird es nur in zwei Fällen: Einmal dann, wenn Sie selbst Wände errichten, etwa im Trockenbauverfahren im Rahmen eines Ausbaus einen Dachraum unterteilen. In diesem Fall sollten Sie die Wandöffnungen gleich den Normmaßen entsprechend herstellen – Sie sparen so eine Menge Arbeit.

Der andere Fall betrifft Altbauten. Hier wurden früher nicht selten Türöffnungen ganz nach dem Geschmack des Architekten oder sogar der Laune des Maurers angelegt. Das war nicht weiter schlimm, da die Zargen und Türen meist von einem Schreiner passend zu den Öffnungen angefertigt wurden. Für den Einbau einer Normtür ist das natürlich nicht die beste Voraussetzung.

Gegebenenfalls müssen Sie also eine vorhandene Öffnung erweitern oder verkleinern. Das Verkleinern ist immer die einfachere Lösung, da Sie etwa mit angemörtelten ausreichend druckfesten Porenbetonstreifen eine Öffnung auch deutlich verkleinern können, ohne einen Gedanken an die Baustatik verschwenden zu müssen. Das ist beim Erweitern nicht so einfach, da vor allem in tragenden Wänden der Türsturz weiterhin von den an die Öffnung grenzenden Wänden ausreichend unterstützt werden muss. Im Zweifel ziehen Sie hier einen Statiker zu Rate.

Damit Wandöffnungen, Tür- und Zargenmaße zusammenpassen, können Sie sich an der folgenden Tabelle mit den am häufigsten verwendeten Türgrößen orientieren. Wenn Sie sich daran halten, sollte bei Bedarf auch der spätere Austausch eines Türblatts problemlos möglich sein.

Wandöffnung Türblatt einflügelig Türblatt einflügelig
Nennmaß Türen mit Falz Türen ohne Falz
635 x 2005 610 x 1985 584 x 1972
760 x 2005 735 x 1985 709 x 1972
885 x 2005 860 x 1985 834 x 1972
1010 x 2005 985 x 1985 959 x 1972
760 x 2130 735 x 2110 709 x 2097
885 x 2130 860 x 2110 834 x 2097
1010 x 2130 985 x 2110 959 x 2097
1135 x 2130 1110 x 2110 1084 x 2097

Außerdem müssen Sie natürlich die jeweilige Wandstärke berücksichtigen, wenn Sie eine Türzarge kaufen. Die Wandstärke wird inklusive aller Wandbeläge gemessen, Putz, Tapeten oder Fliesen zählen also mit.

Wichtig ist schließlich die Anschlagseite: Wenn Sie von der Seite, an der die Tür in den Rahmen gehängt wird, auf die Türöffnung schauen, dann handelt es sich um eine linke Tür, wenn die Türbänder links zu sehen sind, und um eine rechte Tür, wenn die Türbänder rechts sind. Normalerweise wählt man die Bandseite so, dass die Tür zu einer nahe angrenzenden Wand aufschlägt, sonst ragt sie im geöffneten Zustand mitten ins Zimmer und ist dort im Weg. Bauen Sie die Wände und Zimmer selbst, dann planen Sie die Anschlagseite anhand der beabsichtigten Nutzung, bei einem Austausch im Altbau übernimmt man normalerweise den bisherigen Anschlag.

Zarge zusammenbauen und einstellen

Zarge in die Wandöffnung stellen
Die Zarge wird erst aus den Einzelteilen zusammengebaut, dann stellt man sie in die Türöffnung. Soll später noch ein Bodenbelag verlegt werden, kann man sie auch auf Plättchen oder Keile stellen.

Fertigzargen werden meist in Einzelteilen geliefert: Die Teile des Türfutters, die die Laibungen und den Sturz verdecken, baut man je nach Fabrikat mit Hilfe von Schrauben, Flachdübeln oder Klammern und/oder Leim zusammen. Dazu legen Sie die Teile auf eine ausreichend große ebene Fläche und achten darauf, dass die seitlichen Zargenteile nicht nach außen umkippen – die Verbindungen zwischen Sturzbekleidung und Seitenbekleidungen ist nicht immer besonders belastbar und kann bei Unachtsamkeit ausbrechen. Das gilt auch für die Wandbekleidungen.

Auf der Seite mit den Türbändern ist meist die Bekleidung – also der Rahmen, den man vom Zimmer oder Flur aus rund um die Tür sieht – bereits montiert. Auf der anderen Seite wird er erst nach dem Einbau der Zarge angebracht.

Ist die Zarge zusammengebaut, stellt man sie in die Wandöffnung und fixiert sie darin provisorisch mit Keilen. Platzieren Sie die Keile in Höhe der Bänder und des Schlosses. Soll die Tür höher als das Bodenniveau eingebaut werden, etwa weil noch ein Bodenbelag folgen soll und bisher nur der Rohboden vorhanden ist, kann man sie auf Holzplättchen oder Keile stellen, um unten Platz für den Belag zu lassen. Besser ist es aber, zuerst den Boden zu verlegen und dann die Zargen einzubauen. Das spart Arbeit beim Verlegen und sieht später sauberer aus.

Türzarge oben verkeilen
Zwischen Türfutter und Wand setzt man Holzkeile, um das Futter ausrichten und in seiner Position halten zu können. Auch oben wird verkeilt, und zwar genau oberhalb der Seitenteile.
Türzarge oben verspannen
Noch komfortabler geht es mit solchen speziellen Spannzwingen. Sie halten die Türzarge in Position und lassen sich während des Ausrichtens justieren, ohne die Zwinge lösen zu müssen.
Waagerechte an der Sturzbekleidung prüfen
An den Seiten und auch oben muss die Lage der Zarge stimmen: Die Seitenzargen müssen senkrecht stehen, die Sturzbekleidung muss genau waagerecht liegen, die Zarge insgesamt darf nicht nach außen oder innen kippen – man überprüft das mit der Wasserwaage.

Nun folgt der langwierigste Teil der Operation: Die Zarge muss genau gerade und rechtwinklig ausgerichtet werden. Das bedeutet, dass sie ein exaktes, senkrecht stehende Rechteck bilden muss. Sie darf also erstens keine Neigung nach links oder rechts aufweisen. Die Abstände zwischen den Bekleidungen der Laibungen müssen außerdem in verschiedenen Höhen gemessen werden und überall gleich sein. Weiterhin müssen die senkrechten Teile genau vertikal stehen. Und schließlich darf die Zarge keine Neigung ins Zimmer hinein und nach außen aufweisen. Die Vertikale nach links und rechts, vorne und hinten überprüfen Sie ebenso mit der Wasserwaage wie die horizontale Lage der Sturzbekleidung.

Spreizen setzen und endgültig auskeilen

Setzen Sie nun drei Spreizen in die Türöffnung, und zwar möglichst genau waagerecht in Höhe der Bänder und in Schlosshöhe. Am praktischsten sind spezielle Türspreizen, die durch einen Schraubmechanismus oder mit Schnellspannhebeln der lichten Zargenweite angepasst werden können. Andere Spreizen bestehen aus Brettern, die gegeneinander verschiebbar sind und sich bei Erreichend es passenden Abstands fixieren lassen. Man kann Spreizen zuweilen bei Schreinerbetrieben ausleihen und praktisch immer im Werkzeugverleih mieten. Muss man mehrere Türen setzen, lohnt sich auch eine Anschaffung.

Theoretisch können Sie natürlich auch mit stabilen, passend abgelängten Latten und Holzkeilen spreizen, das ist aber weitaus unkomfortabler.

Türspreizen einsetzen
Nun setzen Sie drei Türspreizen ein – in Höhe der beiden Türbänder und des Schlosses. Ganz gleich, ob Sie einfache oder technisch besonders raffiniert konstruieret Spreizen verwenden: Sie müssen möglichst genau waagerecht eingesetzt werden.
Türzarge vertikal ausrichten
Die Auskeilung wird nun noch einmal auf richtigen und festen Sitz überprüft, vertikale und horizontale Ausrichtungen kontrolliert man mit der Wasserwaage

Keilen Sie nun die Türzarge endgültig in Höhe der Spreizen aus, indem Sie den festen Sitz und die Position der Keile prüfen, sie gegebenenfalls noch etwas fester einklopfen und bei Bedarf weitere Keile setzen. Überprüfen Sie anschließend auch noch einmal den Sitz der Zarge, dann hängen Sie probeweise das Türblatt vorsichtig ein. Lässt es sich einwandfrei öffnen und schließen, fällt weder von alleine zu noch schwingt es selbsttätig auf, dann haben Sie perfekt gearbeitet. Andernfalls müssen Sie nachjustieren, bis die Zarge präzise steht.

Türzarge einschäumen

Montageschaum einbringen
Die Dose mit PU-Schaum wird nach Herstellerangabe gründlich geschüttelt, dann spritzt man den Schaum in die Lücke zwischen den seitlichen Zargenteilen und der Wand.

Ist das geschafft, hängen Sie das Türblatt wieder aus. Nun können Sie den Zwischenraum zwischen Wand und Zarge mit Polyurethan-Montageschaum ausschäumen. Die Dose wird nach Herstelleranleitung geschüttelt, dann setzt man in der Regel ein Sprühröhrchen auf und bringt den Schaum in den Zwischenraum zwischen Wand und Zarge ein. Dabei sollten Sie sparsam vorgehen und die Lücke nur zur Hälfte füllen – der Schaum dehnt sich aus, bis er die Lücke füllt. Achtung: Der Raum über der Tür wird nicht ausgeschäumt.

Da PU-Schaum sich heftig ausdehnen und dabei gewaltige Kräfte entfesseln kann, sollten Sie nach Möglichkeit einen sogenannten spreizdruckfreien Schaum verwenden. Dabei ist die Gefahr deutlich geringer, dass die Zarge beim Ausdehnen deformiert oder gar beschädigt wird. Spreizdruckfreier Schaum ist nicht zuletzt auch bei Trockenbaukonstruktionen sinnvoll: Für die Anlage von Türöffnungen im Ständerwerk gibt es zwar verstärkte Türprofile, aber auch sie halten einwirkende Kräfte nicht unbegrenzt aus.

Um die Haftung zu verbessern und das Aushärten des PU-Schaums zu unterstützen, kann man die Wandlaibungen mit Wasser besprühen. Die Zarge sollte dabei allerdings nicht allzu viel Feuchtigkeit abbekommen, da sie häufig aus Holzwerkstoffen besteht, die übermäßiges Wässern übelnehmen.

Montageschaum-Überstand abschneiden
Herausgequollenen Montageschaum lässt man aushärten und kann ihn dann mit einem Messer einfach abschneiden. Sind beim Einschäumen PU-Spritzer danebengegangen, entfernt man sie noch im frischen Zustand mit Aceton.

Bei der Arbeit mit PU-Schaum sollte man Handschuhe und eine Schutzbrille tragen. Geht einmal etwas Schaum daneben, lässt er sich im frischen Zustand mit Aceton leicht entfernen, später nur noch mechanisch. Wenden Sie Aceton jedoch nicht auf empfindlichen Lack- oder Kunststoffflächen an und halten Sie es von der Haut fern, da sie im Kontakt mit Aceton stark austrocknet.

Nach dem Ausschäumen wartet man ein bis zwei Stunden – je nachdem, was der Herstellers des Schaums angibt. Danach werden gehärtete, herausgequollene Schaum-Überstände einfach mit einem Cuttermesser abgeschnitten.

Ist der Schaum durchgehärtet und voll belastbar, können Sie herausstehende Keile entfernen und die Tür einhängen. Normalerweise hat sich beim Ausschäumen an der Zargen-Geometrie nichts geändert und die Tür funktioniert tadellos. Sollte sie sich nicht einwandfrei betätigen lassen oder schlimmstenfalls nicht richtig schließen, dann können Sie im Notfall den Schaum losschneiden und die Zarge neu justieren. Das wird aber in den seltensten Fällen erforderlich sein, und man sollte in jedem Fall zuerst versuchen, die Türbänder einzustellen und das Problem so zu lösen.

Funktioniert hingegen alles wie erwartet, kann die noch fehlende Bekleidung vor die ausgeschäumte Lücke gesetzt werden. Meist wird der Bekleidungsrahmen dafür in eine umlaufende Nut an der Zargenkante geleimt.

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