Einbruchsschutz für Haus und Wohnung

Alle drei bis fünf Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Deshalb sollten Haus- und Wohnungsbesitzer ihr Eigentum mit einem zusätzlichen Einbruchschutz, speziellen Schlössern und Beschlägen schützen. Dabei ist nicht nur auf die offensichtlichen Schwachstellen, wie Fenster oder Türen zu achten, sondern auch auf Rolläden, Kellerluken sowie beim Hausbau. Welche Mittel zur Verfügung stehen und welche Widerstandsklassen den besten Einbruchschutz für Haus und Wohnung bieten, erklären wir Ihnen hier.

Sicherheitstipps: So schützen Sie sich vor Einbrechern!

Früher glaubte man, dass Einbrecher vorwiegend im Schutz der Nacht tätig wären, heutzutage geschieht aber nahezu jeder zweite Einbruch im Laufe des Tages. Während die Bewohner zu geregelten Zeiten das Haus für Ihren Beruf oder zu wöchentlichen Einkäufen verlassen, nutzen Einbrecher die Gelegenheit, um sich Zutritt zu verschaffen. Deshalb sollten Bewohner ihr Haus und ihre Wohnung rund um die Uhr vor einem Einbruch schützen. Dies geschieht sowohl mit mechanischen Schutzmaßnahmen für Schlösser, Türen und Fenster als auch mit einfachen Sicherheitstipps, die jeder Verbraucher umsetzen kann:

1. Wohnungstüren abschließen und alle Fenster schließen

Der einfachste Schutz, es den Einbrechern schwer zu machen, ist das Verschließen der Haus- und Wohnungstür. Hierbei reicht es nicht aus, nur die Tür zuzuziehen, da die Täter mit einfachen Werkzeugen diese aufhebeln können. Gleiches gilt für offenstehende oder in Kippstellung geöffnete Fenster, die sich von Einbrechern mit Vorkenntnissen schnell überwinden lassen. Schließen Sie daher immer alle Fenster und schließen die Tür ab, – auch die Gartentür.

Mangelnde Sicherheit: Einbrecher zieht Türschloss einfach heraus

2. Anwesenheit im Urlaub vortäuschen

Vor allem im Urlaub lässt man sein Eigentum für längere Zeit allein. Damit Einbrecher nicht auf die verlassene Wohnung aufmerksam werden, sollte man Nachbarn bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren, die Rolläden hochzuziehen und abends wieder hinunter zu lassen. Als praktisches Hilfsmittel erweisen sich hier Zeitschaltuhren, die täglich die Rolläden bedienen oder die Fensterbeleuchtung abends anschalten. Zudem ist es sinnvoll, die Versicherung zu informieren.

3. Mechanischer Einbruchschutz

Alte Türen und Fenster sorgen nicht nur für einen Energieverlust und höhere Heizkosten, sondern stellen auch eine Sicherheitslücke dar. So lassen sich Türschlösser ohne Schutzbeschlag mit dem richtigen Werkzeug in kurzer Zeit herausziehen oder mittels Lockpicking gewaltlos öffnen. Effektiven Einbruchschutz geben nur mechanische Sicherungen, zu denen Sie auf der Seite Einbruchschutz für Türen ausführliche Informationen finden.

4. Alarmanlagen installieren

Alarmanlagen sind für Türen sowie Fenster in verschiedenen Varianten erhältlich und vertreiben die meisten Einbrecher, während diese versuchen, in das Haus zu gelangen. Wer sein Haus mit einer solchen Anlage schützen möchte, erfährt hier, wie man verschiedene Alarmanlagen einbaut.

5. Aufklärung zum Einbruchschutz

Bewohner, die unsicher sind, welche Schutzmaßnahmen für ihr Eigentum angebracht sind, können sich kostenlos bei der Polizei oder im Fachhandel beraten lassen.

Gerade zu Weihnachten, an Feiertagen oder in den Ferien werden vermehrt Menschen Opfer von Einbrüchen. Dabei nutzen die Täter die Abwesenheit, um in das Haus einzudringen. Mit den richtigen Verhaltenstipps senken Sie das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden. Einbruchschutz zu Weihnachten und im Urlaub

Wichtiger Schutz für Haus- und Gartentüren

Obwohl die Fenster eine große Schwachstelle an Häusern darstellen, betritt der Großteil der Einbrecher die Räume durch die Haus- oder Hintertür. Herkömmliche Türbeschläge und einfache Schlösser stellen für sie kein Hindernis dar, sondern werden aufgehebelt oder aufgebrochen. Dabei gehen die Täter auch das Risiko ein, Lärm zu verursachen. Ziel eines guten Einbruchschutzes in Form von Sicherheitsverriegelungen, Beschlägen oder Schließzylindern ist es demnach, den Einbrechern möglichst lange standzuhalten, bis sie ihr Vorhaben aufgeben oder Aufmerksamkeit erregen.

Türen und Schlösser lassen sich mit entsprechendem Werkzeug von Einbrechern überraschend leicht in wenigen Minuten aufbrechen. Um dies zu verhindern, gibt es spezielle Sicherheitsschlösser, einbruchhemmende Türen und zusätzliche Sicherungen, die wir Ihnen hier ausführlich vorstellen. Einbruchschutz für Türen

Mechanischer Schutz für Fenster

Offenstehende oder in Kippstellung gebrachte Fenster stellen Einbrecher eine regelrechte Einladung dar. Doch selbst im geschlossenen Zustand können Fenster gegenüber professionellen Tätern mit entsprechendem Werkzeug nur wenig Widerstand leisten und werden in wenigen Minuten aufgehebelt. Aufgrund dessen empfiehlt die Kriminalpolizei zu mechanischen Schutzmaßnahmen, die von dem Verband der Schadenversicherer (VdS) geprüft wurden.

Fenster sind eine Schwachstelle, über die sich Einbrecher leicht Zugang verschaffen. Abhilfe schafft die richtige Sicherheitstechnik, die sich auch nachrüsten lässt. Wir stellen die wichtigsten Maßnahmen zum Einbruchschutz für Fenster und Rolläden vor und erklären die neuen Widerstandsklassen. Einbruchschutz für Fenster

Rollläden und Rollgitter bieten einen zusätzlichen Einbruchschutz für Fenster und Türen. Man kann sie nachträglich einbauen und ältere Modelle mit Sicherheitsmaßnahmen aufrüsten. Einbruchschutz durch einbruchhemmende Rollläden

Auch in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, regelmäßig zu Lüften. Um Einbrechern kein leichtes Spiel zu bieten, gibt es das automatische Winflip Fensterschließsystem. Mit Winflip ist es möglich, regelmäßig zu Lüften und so Schimmelbildung vorzubeugen, ohne dass Ihr Haus in Ihrer Abwesenheit an Sicherheit verliert. Mehr zum Thema Winflip automatisches Fensterschließsystem erfahren Sie hier.

Dachfenster, Balkone und Dachterrassen

Dachfenster und Balkone sind schwerer zu erreichen als Fenster und Türen im Erdgeschoss und besitzen oftmals einen schlechteren oder gar keinen Einbruchschutz. Doch erfahrene Täter kennen diese Schwachstellen des Hauses und nutzen Bäume, Mülltonnen, Mauern, Leitern bis hin zu Garagendächern als Kletterhilfe. So gelangen Sie an schwer erreichbare Orte und haben dort leichtes Spiel, zumal die Hilfsmittel meistens frei zugänglich auf dem Grundstück stehen. Die Kriminalpolizei rät daher, Leitern sowie sonstige Gegenstände webzuschließen, zum Beispiel in einem Gartenhaus, und Balkontüren auf die gleiche Weise mit Zusatzschlössern zu schützen wie Terrassentüren im Erdgeschoss. Für Dachfenster sind spezielle Zusatzschlösser erhältlich, die nachträglich montiert werden können, um den Einbruchschutz für Wohnung und Haus zu erhöhen.

Einbruchschutz für Lichtschächte und Kellerschächte

Kellerschächte und Lichtschächte werden beim Thema Sicherheit schnell übersehen. Dabei ist es erschreckend einfach, für einen Einbrecher das Gitter aufzuhebeln und vor Passanten geschützt über die Fenster oder Lichtschächte in das Haus einzudringen. Für betonierte Kellerschächte stellen eine Abdeckung aus stahlarmierten Glasbetonsteinen oder eine Rollenrostsicherung eine gute Lösung dar. Für ältere Gitterroste gibt es spezielle Abhebesicherungen, die auf allen vier Seiten im Mauerwerk verankert werden und so ein Aufbrechen erschweren. Für die Sicherung der Kellerfenster kommen dagegen verschiedene Schutzmaßnahmen in Frage, die ebenfalls für normale Fenster gelten und auf der Seite Einbruchschutz für Fenster detailliert erklärt werden.

Einbruchschutz beim Hausbau

Wer ein neues Haus baut, sollte bereits während des Bauprozesses auf den Einbruchschutz der oben genannten Schwachstellen achten und so von Beginn an das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, senken. Abhängig von der Größe des Neubaus stellt ein guter Schutz einen Mehraufwand sowie höhere Kosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro dar. Doch die Investition lohnt sich, schließlich erhalten Hausbesitzer dafür einbruchhemmende Fenster mit Pilkopfverriegelung sowie eine einbruchhemmende Tür mit VdS-geprüftem Schließzylinder inklusive Sicherungskarte. Wer zusätzlich eine Alarmanalage einbauen lassen möchte, sollte – je nach Modell – mit Kosten um die 2.500 Euro rechnen. Dafür reagiert sie sowohl auf Einbrüche als auch auf Gas, Rauch und leitet das Signal an eine Sicherheitsfirma weiter.

Nachrüstung beim Hausbau

Auch nachträglich können Sicherheitssysteme in ein Haus eingebaut werden. Dafür müssen Hausbesitzer jedoch mit Kosten zwischen 200 bis 300 Euro pro Fenster sowie mit ca. 750 Euro für eine einbruchgesicherte Haustür rechnen. Weiß der Bauherr bereits in der Anfangsphase des Hausbaus, dass eine Alarmanlage aus Kostengründen erst später integriert werden soll, empfiehlt es sich, Leerrohre bereits in der Rohbauphase zu verlegen, an der die Alarmanlage später angeschlossen wird. Trotzdem sollte der Einbau bzw. die Installation von einbruchhemmenden Maßnahmen nur durch einen Fachmann erfolgen.

Geprüfter und zertifizierter Einbruchschutz beim Neubau

Element Ausstattung Norm, Zertifikat Zirka-Preis
Haustür, neu Einbruchhemmend komplett Ab WK* 2 DIN V ENV 1627-1630 Ab 1.500 Euro
Haustür, Nachrüstung Sicherheitstürschild, Sicherheitsschließblech, zusätzliche Sicherungen auf der Bandseite, Schloss und Schließzylinder DIN 18104 Ab 750 Euro
Wohnungstür, Nachrüstung Türspion Ab 20 Euro
Wohnungstür, Nachrüstung Querriegelschloss VdS-geprüft Ab 500 Euro
Wohnungstür, Nachrüstung Stangenschloss (jeweils mit Einbau durch Fachunternehmen) VdS-geprüft Ab 600 Euro
Fenster, neu Einbruchhemmend Ab WK* 2 DIN V ENV 1627-1630 Ab 200 Euro
Fenster, Nachrüstung Pilzzapfenbeschläge, Zusatzschlösser und Bandsicherung DIN 18104 Teil 1 und Teil 2 Ab 200 Euro
Alarmanlage Funkalarmanlagen mit Bewegungsmeldern zur Raumüberwachung GWA gemäß VdS Ab 2.500 Euro

* WK = Widerstandsklasse

eBook-Empfehlung

Eine Übersicht der wichtigsten Maßnahmen gegen Einbrüche und Tipps bei Abwesenheit finden Sie auch im eBook Einbruchsicherheit: So schützen Sie sich und Ihr Zuhause.

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ReneT , d. 03-01-17 20:09:

Trotz allem Einbruchschutz, halte ich den Einbau eines Wandtresores für empfehlenswert. Uns hat er sehr geholfen, nicht bei einem Einbruch, den wir zum Glück nicht hatten, sondern bei einem Wohnungsbrand. So haben wir zumindest wichtige Dokumente retten können

Johanna , d. 07-10-16 13:40:

Klasse Artikel! Kann ich nur unterschreiben!
Mein Mann hat auch vor vier Wochen erst zwei Überwachungskameras gekauft zur Abschreckung und wir sind beide sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Aber trotzdem sollte man sich an die Tipps hier halten, statt darauf blind zu vertrauen, dass niemand einbricht.
Liebe Grüße,
Johanna

Einbruchschutz , d. 16-08-16 21:40:

Für den Einbruchschutz ist der Artikel ist sehr umfangreich und gut recherchiert!
Ich würde sagen in der heutigen Zeit sollte jeder darüber nachdenken sich gut zu schützen.
Wenn man bedenkt das jetzt schon in Deutschland alle 2 Minuten ein Einbruchversuch stattfindet, ist das erschreckend! Zum glück bleibt es laut Polizeilichen Statistiken bei einem drittel bei einem Einbruchversuch, dank Einbruchschützende Sicherheitselemente!

Timo , d. 19-02-16 20:18:

Hallo,
ein sehr interessanter Artikel.
Dies ist die Thema, über welche wir uns alle oft gedanken machen.
Vielen Dank für die tolle Tipps.
Es ist egal wie viel der Einbruchschutz kostet, denn es lohnt sich auf jeden fall.
Liebe Grüße,
Timo

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Bildnachweis
1. "Einbruchschutz"von ChadCooperPhotos (Flickr.com) Lizenz: [CC BY 2.0]
2. "Türschloss mit Zange herausziehen"von DOM Sicherheitstechnik Copyright: [DOM Sicherheitstechnik]
3. "Einbruchschutz zu Weihnachten"von © Initiative "Nicht bei mir!" (Nicht bei mir!) Copyright: [© Initiative "Nicht bei mir!"]
4. "Einbruchschutz für Türen (Original Titel: Türspion) (beschnitten)"von any.user (Flickr) Lizenz: [CC BY 2.0]
5. "Verziertes Fenstergitter"von Rainer Sturm / pixelio.de (Pixelio) Copyright: [Rainer Sturm / pixelio.de]
6. "Einbruchhemmende Rollläden"von Hans / pixabay.com Lizenz: [CC0 1.0 Universal] Copyright: [Hans CC0 1.0 Universal / pixabay.com]
7. "winflip standard"
8. "Hausbau"von Ewald Brandner (wikimedia.org) Lizenz: [Public domain]

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