Hochbeet bauen

Bauanleitung: Hochbeet bauen und anlegen

Wir helfen beim Hochbeet bauen. Denn welcher Hobbygärtner kennt es nicht? Man pflegt das schön angelegte Beet, verbringt dafür eine lange Zeit kniend oder in gebückter Haltung und hat am Abend entsprechend starke Schmerzen. Eine wesentlich bequemere Lösung stellt das rückenschonende Hochbeet dar, das häufig im naturnahen Gartenbau verwendet wird.

Hochbeete findet man vor allem dort, wo man eine platzsparende und einfach umzusetzende Alternative zu ausgedehnten Beetanlagen in großen Gärten braucht. Immer häufiger sind das auch Balkone, Terrasse und kleine Gärten mitten im Zentrum der Stadt, denn das Thema "Urban Garden" ist ein großer Trend. Kleine Hinterhöfe und Rasenflächen werden so zu Nutz- und Ziergärten.

In der folgenden Anleitung erklären wir, wie Sie selber ein Hochbeet anlegen.

Vorteile eines Hochbeets

Bei einem Hochbeet wächst nur wenig Unkraut zwischen den Pflanzen, da der Hauptsamenflug am Boden stattfindet. Zudem kommen Schädlinge, wie Schnecken, Fuchsbandwürmer oder Wühlmäuse, nur sehr schwer in das das erhöhte Beet. Somit bieten Hochbeete einen guten Schutz vor unerwünschten Eindringlingen.

Durch das zusätzliche Anbringen einer Abdeckung kann es auch als Frühbeet genutzt werden. Dann kann man bereits ab Februar mit dem Anpflanzen beginnen. Darüber hinaus lässt es sich nicht nur als Blumen- oder Gemüsebeet nutzen, sondern optional auch als Komposter verwenden.

Das Material, die Größe, Form und Farbe können den Bedürfnissen und Wünschen des Hobbygärtners angepasst werden. In der Regel sind Hochbeete so groß, dass beidseitig alle Bereiche gut erreicht werden können. Die häufig aus Betonsteinen oder Holz gefertigten Kästen gewährleisten durch die Schichtung des Erdreiches eine nicht durcheinander gebrachte Fauna – was beim herkömmlichen Gartenbau nicht der Fall ist.

Material und Werkzeug

  • Lärchenholzbretter, ca. 20-30 mm dick
  • Lärchenholzpfosten ca. 70 x 70 mm
  • Feiner Maschendraht (Kaninchendraht)
  • Kunststoff-Folie (PE)
  • Ggf. Kies oder Pfostenanker
  • Spaten
  • Montagekleber oder Schrauben
  • Ggf. Akkuschrauber
  • Stichsäge oder Handkreissäge
  • Schraubzwingen
  • Handtacker
  • Grober Baum- und Strauchschnitt
  • Laub und Grünabfälle
  • Gartenerde
  • Reifer Kompost
  • Blumenerde/Muttererde

Hochbeet selber bauen Schritt für Schritt

Grube abstecken
Mit einigen Pflöcken und einer Schnur wird die Position des Hochbeets abgesteckt. Dabei können Sie noch einmal den Lichteinfall und die Ausrichtung überprüfen.
Grube ausheben
Mit dem Spaten hebt man anschließend den Boden etwa 20 bis 30 cm tief aus.

Der Bau eines Hochbeets ist nicht allzu schwierig. In der einfachsten Form handelt es sich lediglich um einen Kasten aus Holz, Kunststoffplatten oder Wellblech. In unserer Anleitung bauen wir eine Konstruktion aus Lärchenholz. Diese Holzart ist leicht zu bearbeiten und das nötige Werkzeug sollte normalerweise in einem Heimwerker-Haushalt vorhanden sein.

Lärche zählt zu den von Natur aus sehr witterungsbeständigen Hölzern. Allerdings ist es auch sehr hart, was Sie bei der Auswahl von Sägeblättern und Bohrern berücksichtigen sollten. Als Alternative eignet sich ebenfalls Douglasie. Mit einem Witterungsschutz behandelte Hölzer sollten Sie hingegen nicht verwenden, da Inhaltsstoffe des Anstrichs mit der Zeit in die Pflanzerde wandern könnten.

Maße des Hochbeets festlegen

Wenn Sie Ihr erstes Hochbeet selber bauen, sollte es nicht zu lang und zu breit sein, da die Konstruktion dann aufwändiger stabilisiert werden muss – immerhin besitzt die Füllung später ein gewisses Gewicht und kann die Wände nach außen drücken. Trotzdem sollte natürlich Platz genug sein, um verschiedene Kräuter, Gemüse- oder Obstsorten anzubauen.

Eine Größe von etwa 150 x 50 cm Grundfläche hat sich als guter Mittelwert bewährt. In der Höhe reichen 50 cm aus, um die meisten Vorteile eines Hochbeets nutzen zu können. Wünschen Sie sich ein wenig mehr Komfort, können Sie auch bis etwa 80 cm Höhe bauen. Dann aber darf das Beet nicht zu breit werden, damit Sie noch bequem die Mitte der Pflanzfläche erreichen können.

Grube anlegen

Wenn man den Boden unter dem Hochbeet etwa 20 bis 30 cm tief aushebt, hat man mehr Platz für die Füllung. Diese Grube wird im ersten Schritt ausgehoben. Legen Sie die Grube so an, dass das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung verläuft, dann wird die Sonne am besten ausgenutzt. Die Abmessungen steckt man mit vier Hölzchen ab, markiert die Begrenzungen mit einer Schnur und sticht dann zunächst eventuell am Aufbauort vorhandenen Rasen ab. Die Grassoden werden herausgehoben und zur Seite gelegt. Dann gräbt man mit dem Spaten bis zur gewünschten Tiefe.

Rahmen aus Holz bauen

Brett ausrichten
Richten Sie die einzelnen Bretter vor dem Anschrauben sorgfältig waagerecht aus. Dann stoßen sie an den Ecken exakt winklig gegeneinander und die gesamte Konstruktion wirkt ordentlicher.
Pfostenkappe befestigen
Pfostenkappen sind ein Beitrag zum konstruktiven Holzschutz. Sie sind passend zu verschiedenen Pfostenquerschnitten erhältlich und werden einfach von der Seite her angeschraubt.

Schneiden Sie die benötigte Menge Holz auf Länge. Sie benötigen Bretter für zwei 150 cm lange Seitenwände und zwei Querwände. Die Querwände messen 50 cm zuzüglich zweimal die Pfostenbreite – bei 7-cm-Pfosten also 64 cm. Je nachdem, welche Brettbreiten Sie bei Ihrem Holzhändler oder Baumarkt bekommen, setzen Sie die Wände aus jeweils drei, vier oder mehr Brettern zusammen. Bleiben Sie in der Höhe flexibel: Einige Zentimeter mehr sind nicht tragisch, Sie müssen keine Bretter längs auf Breite schneiden, um ganz exakt die gewünschte Höhe zu erreichen.

Stabilisiert wird das Hochbeet mit sechs Pfosten: Je einer kommt außen an die Ecken, je einer außen in die Mitte der Längsseiten. Im einfachsten Fall heben Sie für die Pfosten je ein schmales Loch aus und setzen sie dort in eine Kiesschüttung. Sie müssen die Konstruktion nicht frostfest gründen, aber sie muss einigermaßen kippsicher sein – 30 bis 40 cm tief sollten Sie die Pfostenlöcher also schon graben. Alternativ verwenden Sie Pfostenanker aus Metall, die man direkt ins Erdreich schlägt. Übrigens: Denken Sie an den konstruktiven Holzschutz. Schneiden Sie die Pfosten oben schräg oder setzen Sie Pfostenkappen aus Metall auf, damit kein Regenwasser auf den Stirnholzflächen stehen bleibt.

Nun werden die Bretter angebracht. Bei der klassischen Methode fixiert man sie zunächst provisorisch mit Schraubzwingen und verschraubt sie dann an den Pfosten. Die Längsbretter werden auf der Innenseite verschraubt, die Querbretter auf der Außenseite der Pfosten. Untereinander werden die Quer- und Längsbretter nicht verbunden, sie stoßen lediglich stumpf zusammen. Bohren Sie bei harten Hölzern, wie Lärche, die Schraubenlöcher unbedingt vor, sonst kann das Holz splittern oder reißen.

Eine alternative Methode besteht darin, dass Hochbeet mit Hilfe von Montagekleber zu bauen. Der Kleber muss für außen geeignet sein. Bringen Sie ihn jeweils an den Verbindungsstellen auf die Bretter auf, drücken sie an und fixieren die Klebung bis zum Aushärten mit Schraubzwingen. Das Kleben braucht etwas mehr Zeit, erspart dafür aber das Vorbohren zahlreicher Löcher und das Eindrehen der Schrauben. Achtung: Auf stark ölhaltigen Hölzern, wie Teak, halten Kleber meist nur schlecht.

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Kleintier- und Nässeschutz

Damit keine Tiere, wie Wühlmäuse oder andere Schädlinge, von unten eindringen können, legt man den Boden der Grube mit feinem Maschendraht aus. Ziehen Sie den Draht ein Stück innen an den Holzwänden hoch und tackern Sie ihn dort an.

Zudem sollten auch dauerhafte Hölzer vor direkter Nässe geschützt werden, um ihre Lebensdauer um ein paar Jahre zu verlängern. Zu diesem Zweck können Sie die Innenseiten des Hochbeets mit Kunststoff-Folie auskleiden. Gut geeignet ist zum Beispiel eine nicht zu schwere Teichfolie aus Polyethylen (PE), die ebenfalls an das Holz getackert wird.

Maschendraht antackern
Das Eindringen von Wühlmäusen verhindern Sie mit feinmaschigem Drahtgeflecht auf dem Boden der Grube. Es wird an den Seiten ein Stück hochgezogen und innen ans Holz getackert.
Folie antackern
Damit das Holz weniger durch die Erdfeuchte belastet wird, können Sie das Hochbeet mit Teichfolie auskleiden. Sie sollte knapp über dem erdberührten Bereich enden und wird ebenfalls angetackert.

Hochbeet füllen

Wenn Sie Ihr Hochbeet im Herbst bauen, finden Sie im Garten meist alles, was Sie für die Füllung brauchen. Sie besteht aus mehreren Lagen: Als erste Lage geben Sie auf eine Höhe von etwa 30 cm dicke und grob zugeschnittene Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern in die Grube. Treten Sie diese Schicht ein wenig fest. Sie soll zwar Hohlräume aufweisen, die weiteren Füllmaterialien sollten aber nicht in größeren Mengen hineinfallen können.

Die zweite Lage besteht aus Laub und gröberen Grünabfällen. Verwenden Sie hier keinen reinen Rasenschnitt, da er zu dicht wird und dann zum Faulen neigt. Sie können aber ein wenig Grasschnitt unter die gröberen Materialien mischen.

Als dritte Lage füllen Sie Gartenerde ein, die noch vom Aushub der Grube noch vorhanden ist und hier sinnvoll verwendet werden kann. Die vierte Lage besteht aus reifem Kompost, die fünfte Schicht schließlich aus hochwertiger Pflanzerde.

Mit diesem Aufbau verrottet im Hochbeet mehrere Jahre lang Material, liefert dabei Nährstoffe und erzeugt Wärme. Nach sechs bis sieben Jahren sollten Sie das Hochbeet komplett ausräumen und neu befüllen.

Reisig für die unterste Lage der Hochbeet-Füllung
Die untereste Schicht besteht aus dünnen Ästen und Zweigen. Sie wird locker eingelegt und dann ein wenig festgetreten.
Reifer Kompost
Eine Lage reifer Kompost stellt sofort einen Nährstoff-Vorrat bereit.

Hochbeet bepflanzen

Hochbeet mit Salat bepflanzt
Stark zehrende Pflanzen finden in den ersten beiden Jahren ideale Bedingungen vor. Danach gedeihen genügsamere Pflanzen immer noch hervorragend – diese prächtigen Salatköpfe zeigen es.

Haben Sie Ihr Hochbeet im Herbst gebaut, ist es im Frühjahr bereit zum Bepflanzen. Sie können darin säen, aber auch vorgezogene Jungpflanzen setzen. Wenn Sie eine passende Abdeckung bauen, etwa einen mit transparenter Folie bespannten Lattenrahmen, dann eignet sich das Hochbeet auch als Frühbeet.

Die meisten Nährstoffe enthält das Hochbeet in den ersten beiden Jahren. Dann bietet es optimale Bedingungen etwa für Tomaten oder Lauch. In den folgenden Jahren finden etwas genügsamere Pflanzen, wie Salat, immer noch einen reichen Nährstoffvorrat darin. Achten Sie auch beim Bepflanzen mit Blumen auf die abnehmende Nährstoffmenge.

Im folgenden Video sieht man eine sehr gute und ausführliche Hochbeet-Bauanleitung für ein klassisches Modell.

Video-Bauanleitung für ein Hochbeet

Beispiele für Hochbeete

Hochbeet mit Frühbeetaufsatz
Hochbeet mit Beinen
Hochbeet aus Naturstein
Hochbeet aus Betonstein
Hochbeetbegrenzung aus Holzpfählen
Hochbeetbegrenzung aus Metall
Hochbeetbegrenzung aus Steinen
Hochbeetbegrenzung aus Weidenruten

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Redaktion Heimwerker.de , d. 13-03-17 12:04:

Hallo Nico,

es ist eventuell etwas ungünstig formuliert, aber schon richtig. gemeint ist eine Höhe von 30 cm.

Viele Grüße,
Dein Team von heimwerker.de

Nico , d. 12-03-17 08:16:

Hallo :)
Zunächst einmal danke für diesen tollen Artikel. Was den Rahmen angeht hatte ich mir bereits Gedanken gemacht aber das Thema Füllung konnte ich Dank des Artikels perfekt klären.

Allerdings ist für die unterste astschicht davon die Rede: "erste Lage geben Sie etwa 30 cm dicke grob zugeschnittene Äste..."
Soll es hier 3cm heißen oder bezieht sich das 30 cm auf die dicke der Schicht.
Wahrscheinlich einfach ein Tippfehler :)
LG

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Bildnachweis
1. "Hochbeet"von W-onroad (wikipedia.de) Lizenz: [Creative Commons 3.0]
2. "Grube abstecken" (Building the Woodblocx rectangular raised bed) von Andy Roberts, flickr, Lizenz: CC BY-2.0, beschnitten, skaliert
3. "Grube ausheben" (Building the Woodblocx rectangular raised bed) von Andy Roberts, flickr, Lizenz: CC BY-2.0, beschnitten, skaliert
4. "Brett ausrichten": GAH Alberts
5. "Pfostenkappe befestigen": GAH Alberts
6. "Maschendraht antackern": GAH Alberts
7. "Folie antackern": GAH Alberts
8. "Reisig für die unterste Lage der Hochbeet-Füllung": gemeinfrei/Public Domain
9. "Reifer Kompost": Lizenz: Public Domain - CC0 1.0
10. "Hochbeet mit Salat bepflanzt": Lizenz: Public Domain - CC0 1.0
11. "Hochbeet mit Frühbeetaufsatz"von GASPO Copyright: [GASPO]
12. "Hochbeet mit Beinen"von best4garden- wood product (flickr) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [flickr CC BY-SA 2.0 best4garden- wood product]
13. "Hochbeet aus Natursteinen"von mckaysavage (flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [flickr CC BY 2.0 mckaysavage]
14. "Hochbeet aus Betonstein"von B. Blechmann (wikipedia.de) Lizenz: [CC BY-SA 3.0]
15. "Hochbeetbegrenzung aus Holzpfählen"von karenblakeman (flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [flickr CC BY 2.0 karenblakeman]
16. "Hochbeetbegrenzung aus Metall"von Doug Beckers (flickr) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [flickr CC BY-SA 2.0 Doug Beckers]
17. "Hochbeetbegrenzung aus Naturstein"von m.gifford (flickr) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [flickr CC BY-SA 2.0 m.gifford]
18. "Hochbeetbegrenzung aus Weidenruten"von karenblakeman (flickr) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [flickr CC BY-SA 2.0 karenblakeman]

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