Die richtige Säge für jede Anwendung

Die richtige Säge für jede Anwendung

Bevor etwas gebaut oder gefertigt werden kann, ist in vielen Fällen ein Zuschnitt nötig, der häufig durch ein spannendes Trennen – dem Sägen – ausgeführt wird. Um hierbei unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es sehr viele verschiedene Arten von Sägen und Formen von Sägeblättern.

Ein Grundsatz der Verwendung einer Säge lässt sich bereits aus der Form und Stabilität des Sägeblattes ziehen: Ist dieses stabil und taucht über eine große Länge in das Material ein, ist diese Säge für lange und gerade Schnitte gedacht. Zum Schneiden von Konturen und Radien wird ein schmales Sägeblatt benötigt – je schmaler das Sägeblatt, desto kleinere Radien können geschnitten werden.

Aufgrund der verschiedenen Anwendungen ist es unmöglich alle anfallenden Arbeiten mit einer Säge auszuführen. Die Säge gehört daher zu den Werkzeugen, von denen es häufig viele verschiedene Bauformen in der Werkstatt gibt und es fällt schwer, die richtige Auswahl beim Kauf zu treffen.

Welche Säge benötige ich wirklich?

Eine exakte Antwort auf diese Frage kann es nicht geben, da es universelle Sägen sowie viele Spezialsägen und Sägen gibt, die aufgrund ihrer Bauform nicht für alle Schnittführungen geeignet sind. Wer sich jedoch gerade erst eine Werkstatt einrichten möchte und sein Spezialgebiet noch nicht festgelegt hat, kann mit einigen Sägen leicht den Grundbedarf abdecken.

Die folgende Übersicht stellt einige Varianten an Sägen vor und soll die erste Kaufentscheidung erleichtern.

Mit Sicherheit sägen

Es gibt Werkzeuge, die der leichten Oberflächenbearbeitung dienen und Werkzeuge, die aggressiv in das Material greifen. Sägen gehört zu den aggressiven Arbeiten mit einem hohen Spanabtrag, woraus sich ein besonderes Sicherheitsrisiko ergibt. Die Möglichkeit Holz und sogar Metall leicht in zwei Teile zu trennen verdeutlicht, dass eine Säge auch vor Fingern nicht Halt macht. Hinzu kommt, dass Sägen mitunter für ihren Schnitt viel Kraft benötigen und mit einer hohen Drehzahl beziehungsweise einer großen Schnittgeschwindigkeit arbeiten.

Wie für jedes Werkzeug gilt vor allem bei einer Säge: Lesen Sie vorab stets die Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise. Mitunter sind es kleine, vermeidbare Fehler, die zu schweren Verletzungen führen können.

Mit vielen unterschiedlichen Bauformen ist es jedoch schwer einheitliche Sicherheitsregeln für alle Sägen aufzustellen. Es gibt jedoch einige Grundregeln, die bereits zu einer erhöhten Arbeitssicherheit beitragen.

  1. Wenn es die Form der Bearbeitung zulässt, spannen Sie – wenn möglich – das zu bearbeitende Werkstück fest ein. Die spitze Zahnform und hohe Drehzahl von Kreissägen kann dazu führen, dass Werkstücke weggeschleudert werden.
  2. Sägen Sie immer im Gegenlauf und nie im Gleichlauf. "Gegenlauf" bedeutet, dass die Säge in die Richtung geschoben wird, in die die Zähne in das Material greifen. Das Material muss also gegen die Schneiden gedrückt werden. Bei einem "Gleichlauf" kann es passieren, dass das Material selbstständig in die Säge gezogen wird.
  3. Steht das zu sägende Material fest und wird die Säge geführt, achten Sie immer auf einen guten und eventuell zusätzlichen Gegenhalt. In die Richtung, in die die Zähne des Sägeblattes zeigen, muss das Werkstück fest anliegen. Bei einer Stichsäge zeigen die Zähne in Richtung der Grundplatte, die gleichzeitig als Gegenhalt für das Werkstück genutzt wird. Durch die Drehrichtung von Kreissägeblättern wird zusätzlich eine Kraft in Schnittrichtung erzeugt.

Vieles beginnt mit der universellen Stichsäge

Die erste Säge ist neben Handsägen zumeist eine Stichsäge – und das aus einem guten Grund: Sie ist günstig in der Anschaffung und deckt nahezu alle Anwendungsgebiete ab. Mit einem schmalen Sägeblatt können Konturen gesägt und mithilfe eines Anschlages – je nach Qualität der Säge – auch recht gute und lange gerade Schnitte ausgeführt werden. Mit unterschiedlichen Sägeblättern lässt sich Holz, Kunststoff und sogar begrenzt Metall sägen. Eine Stichsäge ist somit ausreichend für die ersten Heimwerkerarbeiten. Aber auch später, wenn weitere Sägen folgen, ist eine Stichsäge unerlässlich, um Radien und Ausschnitte zu sägen.

Beim Kauf einer Stichsäge sollten Sie Wert auf eine gute Qualität legen, denn auch wenn Stichsägen recht einfach aufgebaut sind, besitzen sie viele Fehlerquellen. Bereits etwas Spiel in der Führung kann dazu führen, dass Sägeschnitte verlaufen oder der Schnitt nicht rechtwinkelig ausgeführt wird.

Lange gerade Schnitte mit der Handkreissäge oder der Tauchsäge

Tauchsäge mit Führungsschiene
Tauchsäge mit Führungsschiene

Reicht die Qualität langer gerader Schnitte mit einer Stichsäge nicht mehr aus oder wird der Zeitaufwand hierfür zu groß, folgt in den meisten Fällen der Kauf einer Handkreissäge. Eine solche Säge kann zwar nur gerade sägen – dies erfolgt mithilfe einer Führungsschiene aber in Perfektion und ermöglicht einem enormen Arbeitsfortschritt. Enthält die Handkreissäge zusätzlich eine Tauchfunktion, können mit der Tauchkreissäge zusätzlich Ausschnitte in Holz hergestellt werden. Nachteilig wirkt sich hierbei jedoch das Runde Sägeblatt aus, wodurch Ausschnitte in Ecken nicht exakt ausgeführt werden können.

Handkreissägen siedeln sich in unterschiedlichen Preiskategorien an und unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer Schnitttiefe und Leistung. Ein weiteres Augenmerk sollte auf der Verfügbarkeit einer Führungsschiene liegen, denn nicht jedes günstige Modell ermöglicht die Nutzung. Tauchkreissägen sind zumeist etwas teurer und selten im Billigsegment zu finden. Ein preisgünstiges und solides Modell mit einer sehr guten Ausstattung können wir aufgrund unseres Werkzeugtests empfehlen: Im Test die Batavia Tauchsäge T-RAXX

Gehrungssäge, Kapp- und Gehrungssäge, Zugsäge

Schnell mal etwas ablängen oder in einem bestimmten Winkel sägen? Dann besteht Bedarf an einer Kapp- und Gehrungssäge. Die einfachere Gehrungssäge möchte hier zwar genannt werden, findet in ihrer Version aber immer weniger Verwendung, da sie sich nur seitlich im gewünschten Winkel verstellen lässt. Die Kapp- und Gehrungssäge beinhaltet zusätzlich die Möglichkeit das Sägeblatt zu neigen, wodurch der Winkel des Sägeschnittes gleichzeitig in zwei Richtungen eingestellt werden kann. Da sich heute fast alle Gehrungssägen in mehrere Richtungen verstellen lassen, hat sich die exakte Bezeichnung zur Nebensache entwickelt und eine Säge mit der Bezeichnung "Gehrungssäge" kann ebenfalls in allen Richtungen einstellbar sein. Entscheidend sind in diesem Fall die Angaben der technischen Daten.

Kapp- und Gehrungssäge für Winkelschnitte
Kapp- und Gehrungssäge für Winkelschnitte

Der Aufbau der Kapp- und Gehrungssäge ermöglicht es, schnell und ohne große Einrichtarbeiten Werkstücke auf Länge zu sägen. Das Werkstück wird hierbei mit zwei Anlageflächen fixiert und bereits sehr sicher geführt, was den Einsatz der Säge recht einfach gestaltet. Zur Ausführung des Schnittes muss die Säge mit dem Sägeblatt nur mit einer Hand gesenkt werden. Keine Säge ist für diese Form des Sägeschnittes schneller. Hierbei kann jedoch nur die Schnittlänge und Schnitttiefe genutzt werden, die die Größe des Sägeblattes zulässt, was den Arbeitsbereich schnell einschränkt und eine kleine Kapp- und Gehrungssäge auf das Sägen von Leisten reduzieren kann.

Eine Zugsäge – oder richtig "Kapp- und Gehrungssäge mit Zugfunktion" – vergrößert den möglichen Schnittbereich, indem das Sägeblatt zusätzlich verschoben werden kann. Somit vergrößert sich die mögliche Schnittlänge um die Länge der Zugfunktion. Da jede Form der Bewegung in einer Maschine zusätzliche Ungenauigkeiten verursachen kann, ist beim Kauf einer Säge mit Zugfunktion vor allem auf eine stabile Ausführung und spielfreie Zugmechanik zu achten. Gerade Kapp- und Gehrungssägen mit oder ohne Zugfunktion können sich in ihrem Preis daher enorm unterscheiden. Nur stabile, hochwertige Ausführungen garantieren exakte Winkelschnitte mit einer sehr guten Wiederholgenauigkeit.

Tischkreissägen – groß, schwer und doch flexibel

Winkelschnitte mit einer Tischkreissäge
Winkelschnitte mit einer Tischkreissäge

Werden lange Schnitte eventuell auch mit einer hohen Wiederholgenauigkeit gefordert, kann die Tischkreissäge eine Handkreissäge ersetzen und den Funktionsbereich erweitern. Ein leicht verstellbarer Anschlag erspart das Ausrichten einer Führungsschiene und auch eine zusätzliche Unterlage zum Fixieren der Werkstücke wird nicht benötigt, da die Tischkreissäge ihren Tisch mitbringt. Die Tischkreissäge kann aber noch mehr und wer einmal ihre Funktionen getestet hat, wird die Vorzüge zu schätzen wissen: Schnell sind Gehrungsschnitte eingestellt und auch Winkelschnitte sind mit einem verstellbaren Anschlag und einem Schiebeschlitten kein Problem. Ein eingerichteter Anschlag sorgt für viele gleichbleibende Schnitte und die integrierte Absaugung ermöglicht ein relativ sauberes Arbeiten – relativ, weil Kreissägen durch die hohe Drehzahl des Sägeblattes die Späne weit verteilen und eine gute Absaugung nur bedingt möglich ist.

Eine Erweiterung und Verbesserung bildet die Formatkreissäge. Besitzen Tischkreissägen teilweise einen kleinen Schiebeschlitten, arbeiten Formatkreissägen grundsätzlich mit einem verschiebbaren Tisch. Hierdurch muss das Holz nicht mehr über den Tisch oder an einem Anschlag entlang geschoben werden, was schnell zu Ungenauigkeiten führen kann. Das zu sägende Material bleibt fest auf dem Tisch liegen, kann sogar fixiert werden und wird mit dem gesamten Tisch gegen das Sägeblatt geschoben. Voraussetzung ist ein leicht gleitender Tisch, dessen Führung kein Spiel aufweist. Diese gehobenen Ansprüche führen jedoch ebenso zu einem gehobenen Preis, wodurch Formatkreissägen selten in privaten Werkstätten zu finden sind.

Bandsägen schaffen Konturen in dicke Materialien

Durch den Bandlauf über zwei Rollen und einer zusätzlich verstellbaren Führung können Bandsägen schmale Sägeblätter nutzen und erreichen dennoch ein sehr gerades Schnittbild in dicke Materialien. Hierfür lässt sich auf verschiedene Sägeblätter zurückgreifen, die sich insbesondere durch die verschiedenen Zahnungen und Schränkungen unterscheiden. Um ein problemloses Arbeiten zu gewährleisten und das Reißen der Sägeblätter zu vermeiden, sollte die Blattstärke maximal 1 / 1000 des Rollendurchmessers aufweisen.

Einer der großen Vorteile der Bandsäge ist ein wesentlich wirtschaftlicheres Arbeiten, welches sich durch einen nicht vorhandenen Leer-Rückhub von vielen anderen Sägen unterscheidet. Die Bandsäge ermöglicht so nicht nur gerade Schnitte, sondern mit ein wenig Übung und Erfahrung sind auch Schnitte mit geschweifter Form kein Problem mehr.

Bandsäge für Konturen und dicke Materialien
Bandsäge für Konturen und dicke Materialien

Die Bandsäge hat sich durch die kontinuierliche Weiterentwicklung in den letzten Jahren zu einem gängigem Werkzeug entwickelt. Durch schnelles und präzises Arbeiten greifen nicht nur gerne Profis auf dieses Hilfsmittel zurück, sondern auch immer mehr ambitionierte Hobbyhandwerker. Ihre Verwendung findet die Bandsäge in der Bearbeitung von Metall, Kunststoff, Textilien, Leder und Porenbeton. Ihr Schwerpunkt liegt aber weiterhin in der Holzbearbeitung. Dort gehört sie gerade bei Tischlern und Schreinern zu den unverzichtbaren Klassikern. Ihre durchgehende Schnittbewegung ermöglicht nicht nur einen enormen Arbeitsfortschritt, es werden auch alle vorhandenen Zähne des Sägeblattes gleichmäßig genutzt, was zu einer sehr hohen Standzeit und einem geringen Verschleiß führt.

Im privaten Bereich sind Bandsägen hauptsächlich als Stationärmaschinen in verschiedenen Größen zu finden, jedoch werden sie auch als elektrische Handbandsägen produziert. Diese kleineren Modelle werden vorrangig zum Trennen von Metall genutzt, wenn ein Funkenflug unerwünscht ist. Die Ausführungen und Preise richten sich jedoch eher an den professionellen Einsatz.

Sägen für den speziellen Einsatz

Neben den genannten Bauformen gibt es noch weitere Sägen, die in der Lage sind spezielle Sägearbeiten zu übernehmen. Hiervon möchten wir einige kurz vorstellen:

  • Die Säbelsäge – oft elektrischer Fuchsschwanz genannt – besitzt ein längliches und sehr bewegliches Sägeblatt, das sich zum Aussägen von Bäumen oder bündigen Absägen von Rohren eignet. Durch ein freiliegendes langes Sägeblatt ist sie sehr flexibel einsetzbar, jedoch nicht für exakte und gerade Schnitte geeignet.
  • Minitauchsäge sind ähnlich der Handkreissäge oder Tauchsäge aufgebaut und unterscheiden sich neben der deutlich geringeren Größe auch in ihrer Schnittgeschwindigkeit. Diese ermöglicht es Schleif- bzw. Trennscheifen zu nutzen und Metall oder Fliesen zu schneiden.
  • Eine Wippsäge besitzt ein sehr großes Kreissägeblatt, welches sich waagerecht wippen lässt. Über dem Sägeblatt befindet sich eine Ablage für größeres Naturholz in Form von dicken Ästen oder kleinen Baumstämmen. Wippsägen werden zum Sägen von Feuerholz genutzt.
  • Ebenfalls eher im Forstbereich ist die Kettensäge zu finden. Mit einem großen Schwert und einer umlaufenden Sägekette ist sie zum Sägen großer Durchmesser geeignet. Ein genaues Arbeiten ist nur bedingt möglich, wodurch sie nicht in üblichen Werkstätten zur Holzbearbeitung zu finden ist. Mit ihr werden Bäume gefällt, Feuerholz gesägt und selten Material grob zugeschnitten.
  • Dekupiersägen sind für ähnliche, aber deutlich feinere Arbeiten der Bandsäge geeignet. Statt mit einem umlaufenden Sägeband arbeiten sie mit einem Sägeblatt, welches beidseitig eingespannt wird. Daraus ergibt sich die Möglichkeit auch kleine Ausschnitte zu sägen, indem das Sägeblatt gelöst und durch ein vorgebohrtes Loch geführt wird. Die manuelle Version der Dekupiersäge ist vielen als Laubsäge bekannt.

Sicherheitshinweis

Die meisten Unfälle passieren nicht im Straßenverkehr, sondern im Haushalt. Schwere Verletzungen sind immer wieder die Folge von Sägearbeiten, auch wenn diese scheinbar noch so ungefährlich aussehen. Tragen Sie deshalb bei gefährlichen Arbeiten Kettenhandschuhe und Arbeitsschuhe mit Stahlkappen. Ebenfalls ist die Verwendung einer Schutzbrille unbedingt erforderlich, damit Ihre Augen vor umherfliegenden Spänen geschützt sind. Sollten Sie über einen längeren Zeitraum mit diesen Geräten arbeiten, ist ein Hörschutz notwendig, um Hörschäden vorzubeugen. Die Säge, mit der Sie arbeiten, sollte zudem in einem technisch einwandfreiem Zustand sein. 

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