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Die Farben in Fachhandel und Baumärkten basieren auf immer neuen innovativen Technologien. Ein beherzter Griff in den Geldbeutel ist ratsam, denn bei der Farbe zu knausern, kann nur allzu leicht ein äußerst "gewöhnungsbedürftiges" Anstrichergebnis bescheren.
Welche unterschiedlichen Wandfarben gibt es, welche Farbe ist für welchen Raum die richtige? Soll die Wandfarbe abwaschbar sein oder sogar scheuerbeständig, wie es sich für Bad und Küche anbietet? Oder liegt Ihr Hauptaugenmerk auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit? Bedenken Sie vor der Renovierung die wichtigsten Punkte bei der Auswahl der richtigen Deckenfarbe und Wandfarbe.
Diese Anstriche sind ein Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Arten von Wandfarbe, die sich in ihren Zusammensetzungen unterscheiden. Dispersionsfarbe wird auf Wasserbasis hergestellt, sie wird beständiger und und hochwertiger, je mehr Bindemittel sie enthält. Dispersionsfarbe ist sowohl für den Außenbereich als Fassadenfarbe wie auch für den Innenbereich als Innenraum-Wandfarbe zu erhalten.
Diese Innenraumfarbe ist fleckenbeständig und abwaschbar, lässt sich glatt und gleichmäßig auftragen und deckt gut. Somit sind Dispersionsfarben ideal für den Wandanstrich, da sie kaum riechen und schnell trocknen. Der renovierte Raum kann so schon bald nach ausreichender Lüftung wieder genutzt und bewohnt werden.
Mit Abtönfarbe, Abtönpaste oder Volltonfarbe lasssen sich Dispersionfarben einfärben, so dass mit der abgetönten Wandfarbe viele dekorative Farbvarianten und Raumgestaltungen möglich sind. Zu den Farben, die auf Wasserbasis hergestellt werden, gibt es auch Wandfarben, die auf Lösemittel basieren, das heißt Öl oder Alkydharz sind ihre Hauptbestandteile. Sie sind meist unter den Lacken zu finden und werden für den Anstrich von Möbeln verwendet. Die erzielte Oberfläche beim Anstrich ist glatter, härter und widerstandsfähig. Oftmals gehören die Glanzfarben zur lösemittelhaltigen Farbpalette.
Bei der Verarbeitung sollte bedacht werden, dass diese Lackfarben weniger umweltfreundlich sind und die Trocknungszeit und Ausdünstungsphase länger als bei Farben auf Wasserbasis dauert. Auf eine ausreichende Belüftung ist daher besonders zu achten. Als Lasur bezeichnet man einen durchsichtigen transparenten Anstrich, dessen dezenter Farbpigmente und Farbstoffe eine dünne Schicht auf einer Grundierung aus Wandfarbe bilden.
Mit verschiedenen Techniken, zum Beispiel der Wischtechnik, Schwammtechnik, oder der Stupftechnik, können Räume besonders effektvoll gestaltet werden und ein mediterranes oder antikes Ambiente zaubern.
Je nach Zusammensetzung unterscheidet man zwischen Lasurfarben (basierend auf Kunststoffdispersion) und Lasurlacken (basierend auf Lacken). Kalkanstriche sind mineralische Farben, die mit Wasser gelöst sind. Diese Farben waren früher sowohl im Innenbereich wie im Außenbereich weit verbreitet, sind aber zumeist durch die einfacher zu verarbeitende Dispersionsfarbe verdrängt worden.
Für historische Gebäude und Restaurationen von Bauwerken wird Kalkfarbe, auch Kalkmilch genannt, weiterhin verwendet, da der warme, matte, weiße Farbton einen ganz speziellen Charakter hat, der mit anderer Wandfarbe nicht zu erzielen ist.
Milchfarbe bezeichnet eine Farbe, bei denen Pigment mit Milch oder Buttermilch angerührt werden. Sie ist für Grundierungen geeignet und einfache Bemalungen. Die Trocknungszeit ist recht lang und aufgrund der natürlichen Bestandteile sollte nur so viel Farbe angerührt werden, wie auch benutzt wird. Eine lange Vorratshaltung ist schlecht möglich, die Milchfarbe verdirbt schnell. Magnetfarbe ist die clevere Alternative zu Schrauben, Bohren und Reisszwecken: Wird eine Wand mit Magnetfarbe gestrichen, können Bilder mit einfachen Kühlschrankmagneten an ihr befestigt werden. Wir zeigen Ihnen, was Magnetfarbe ist, wie sie funktioniert und geben Ihnen eine Produktauswahl. Mehr erfahren Sie bei Magnetfarbe: Ohne Bohren, ohne Nägel Magnetfarbe macht es möglich: Wollten Sie nicht schon immer Ihre Poster und Fotos ohne Nägel, Reißzwecken oder gar Dübel an die Wand bekommen? Wenn Sie Ihre Wände mit Magnetfarbe streichen, haben Sie eine riesige Pinnwand. Vorgemischte Magnetfarben gibt es im Handel, man kann Sie aber auch leicht selbst herstellen: Hier erfahren Sie alles Nötige zum Magnetfarbe selber machen. Wenn Umweltschutz und Verträglichkeit einen großen Stellenwert bei der Wahl zur richtigen Wandfarbe einnehmen, so ist die Kaseinfarbe eine gute Lösung. Sie ist frei von Konservierungstoffen, frei von Giften und sehr diffusionsoffen.
Kaseinfarbe ist keine Wandfarbe, die im Baumarkt erhältlich ist, sondern zum selbst Anrühren mit den Hauptbestandteilen Kalk, Quark, Borax Öl (Rezepte finden Sie im Internet). Das besondere an dieser Farbe ist neben der Umweltfreundlichkeit durch die natürlichen ökologischen Inhaltsstoffe die hervorragende Deckkraft für ein strahlendes Weiß, bei dem zumeist schon ein einziger Anstrich reicht.
Durch die Zugabe des Öls (bei Verwendung von Sonnenblumenöl statt Leinöl wird eine spätere Vergilbung der Wandfarbe vermieden) erhält die Farbe eine Nassabriebbeständigkeit der Klasse 3, ist also waschbeständig. Verwendbar ist Kaseinfarbe auf allen normal saugenden Untergründen (stark saugende sollten grundiert und vorgestrichen werden) wie Raufasertapeten, Gipskartonplatten, verputzten Wänden und Steinwänden. Auf glatten, nicht saugfähigen oder feuchten Wänden (z. B. in Kellerräumen) ist diese Wandfarbe nicht zu verwenden.  Latexfarbe ist eine spezielle Farbe für stark beanspruchte Wandflächen. Sie ist wasserabweisend, scheuerfest, sehr strapazierfähig und abriebfest. Daher lassen sich Flecken und Spitzer einfach mit Wasser oder auch Reinigungsmitteln wieder entfernen. Trotz dieser Eigenschaften lassen Latexfarben durchaus eine gewisse Atmung der Wände zu (diffusionsfähig), die Wände sind also nicht komplett versiegelt, wie oft befürchtet wird.
Oft eingesetzt wird Latexfarbe in Treppenhäusern und Fluren. Für Badezimmer, Küchen und andere Feuchträume gibt es im Baumarkt spezielle Farben (Bad- und Küchenfarbe) mit fungiziden Eigenschaften, also der Bildung von Schimmel vorbeugt.
Die meisten Latexfarben lassen sich aufgrund ihrer glatten Oberfläche nicht mit normaler Wandfarbe oder Dispersionsfarbe überstreichen, da diese auf diesem Untergrund einfach abperlt. Das macht auch die Entfernung dieser Farbe bzw. einer mit Latexfarbe gestrichenen Tapete sehr schwierig, da die Farbe bzw. Tapete kaum einzuweichen ist. So bleibt nur das mühseelige Abspachteln von der Wand. Für vielen Räume, so zum Beispiel für Flur, Bad, Küche oder Kinderzimmer zählen Feuchtigkeitsbeständigkeit und gute Reinigungsmöglichkeiten zu den Merkmalen, auf die der Heimwerker beim Kauf eines Farbeimers achten sollte.
Diese sogenannte Nassabriebbeständigkeit ist in der DIN EN 13300 Norm für wasserhaltige Beschichtungsstoffe in fünf unterschiedliche Klassen unterteilt. Je niedriger die Zahl ist, je beständiger ist die Farbe.
So werden Käufer oft mit preiswerten Angeboten für Wandfarben der Klasse 4 oder 5 gelockt, jedoch hält diese Farbe kaum einer Reinigung mit feuchtem Lappen und einem mechanischem Abrieb stand (scherzhaft wird die Klasse 5 auch als "blickfeste Farbe" bezeichnet). Im Handel üblich zu finden sind Klasse 2 (scheuerbeständig) und Klasse 3 (waschbeständig).  Als Strukturfarbe werden Farben bezeichnet, die mit Sandkörnern (Quarzsand) oder kleinen Kügelchen angereichert sind und so beim Streichen der Oberfläche ein Muster und Struktur geben. Verwendbar sich diese speziellen Wandfarben auf allen saugfähigen Oberflächen wie zum Beispiel glatte verputzte Wänden, Gipskartonplatten und Zementfaserplatten.
Neben der dezenten Lebendigkeit durch Strukturfarben zeichnen sich diese Wandfarben dadurch aus, dass sie kleine Unebenheiten oder Risse geschickt überdecken können. Bei einem dicken Auftrag mit einer Lammfellrolle kann die Farbe nachträglich noch mit Strukturrollen zum Beispiel einer Erbslochwalze bearbeitet werden.
Um ohne zu tapezieren eine Raufaser-Struktur auf die Wand oder die Decke zu bekommen kann auch mit Holzpixeln oder Papierteilchen durchsetzte Wandfarbe verwendet werden, als Raufaser flüssig im Handel. Bei dieser Farbe ist allerdings zu beachten, dass die Verteilung der Holzstücke oder Papierteile beim Endergebnis oft nicht sehr gleichmäßig ist, was einen sehr unruhigen Eindruck und unprofessionellen macht. Es sollte also während der Verarbeitung besonders darauf geachtet werden, die Farbe durch die Technik (Streichen im Kreuzgang) beim Auftrag gut zu verteilen.
Strukturierte Farbe hat (besonders für Bewohner von Mietwohnungen) den Nachteil, dass sie oft schlecht zu reinigen ist und sich nur sehr aufwändig entfernen lässt. Oft hilft nur der Einsatz von Schleifgeräten, um die Wände wieder glatt zu bekommen. Schade, aber wahr: Die Lust auf schnelle Veränderung mit Roller und Pinsel sollte Sie nicht regelmäßig überkommen, denn vier bis fünfmal überstrichene Wände sind wie versiegelt und "atmen" nicht mehr.
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