Leitungen verlegen und Kennzeichnung von Leitern und Leitungen

Stromkabel verlegen

Stromkabel mit Hilfe des Fachmanns selbst verlegen

Ja, auch ein Heimwerker darf in seinem Eigenheim Stromleitungen verlegen. Die benötigte Planung und vor allem den elektrischen Anschluss sollte jedoch ein Fachmann vornehmen. Dieser kennt die Installationszonen und weiß, welcher Leitungsquerschnitt benötigt wird. Er kann beurteilen, wie Stromkreise aufgeteilt und abgesichert werden müssen.

Nur mit der Absprache mit einem Elektroinstallateur, der genau vorgibt, wo und welche Kabel verlegt werden, kann der Heimwerker in Eigenregie Mauerschlitze ziehen, die Stromkabel verlegen und mittels einer Bohrkrone benötigte Löcher für Steckdosen und Lichtschalter setzen.

Unsere Seite soll etwas Grundwissen vermitteln und die Planung vereinfachen. Sie sollte niemanden verleiten die Elektroinstallation selbst vorzunehmen.

Adern in der Leitung

Die Stromleitungen, die bei einer Hausinstallation zum Einsatz kommen, sind in der Regel mehradrige Leitungen, die von einer Kunststoffhülle geschützt werden. Bei 230-V-Wechselstromanlagen sind das die folgenden Leiter:

  • Außenleiter (auch Phase genannt, Abk.: L): Durch den Außenleiter fließt der Strom zur Versorgungsstelle.
  • Neutralleiter (Abk.: N): Durch den Neutralleiter fließt der Strom zurück zur Stromversorgung.
  • Schutzleiter (Abk.: PE): Der Schutzleiter ist geerdet und dient zum Zweck der Sicherheit, zum Beispiel zum Schutz von Lebewesen.

Fünf Sicherheitsregeln zur Arbeit an der Elektrik

  1. Freischalten, z.B durch Abschalten des Sicherungsautomaten (Leitungsschutzschalter) oder herausnehmen der Schmelzsicherung.
  2. Gegen wiedereinschalten sichern, z.B mit einer Sperre oder wenn nicht zur Hand, mit einem Hinweiszettel abkleben.
  3. Spannungsfreiheit mit einem zweipoligen Spannungsprüfer mit Lastzuschaltung feststellen. Der Pol- oder Phasenprüfer ist kein sicheres Prüfmittel. Alternativ reicht auch ein Multimeter welches für 230 V bzw 400 V geeignet ist.
  4. Erden und kurzschließen – dies kann in der Regel entfallen da wir unsere Arbeiten nur auf Endstromkreise beschränken sollten. Das betrifft das Anschließen einer Lampe oder Installation einer Steckdose.
  5. Benachbarte und unter Spannung stehende Teile abschranken bzw. abdecken. Für den Laien gilt jedoch, niemals unter Spannung arbeiten.

Kennzeichnung von Leitern und Leitungen

Um Schaltungsfehler und Verwechslungen bei der Elektroinstallation zu vermeiden, sind alle Adern in einer Leitung/ Kabel mit farbigen Isolierungen versehen. Der nachfolgenden Tabelle kann entnommen werden, welche Farbcodes üblich sind und mit welchen alphanummerischen Kennzeichnungen die Adern heute und früher belegt wurden. Grundsätzlich müssen bei Elektroinstallationen zugelassene und geprüfte Leitungen des jeweiligen Landes verwendet werden.

Leitungen und Kabel, beispielsweise aus anderen EU Staaten wie Polen, besitzen oft keine Zulassung für den Einsatz in Deutschland.

Die Anzahl der Adern in einer Leitung richtet sich nach dem Verwendungszweck. Es gibt zwei große Gruppen von Leitungstypen, deren Bauart jeweils auf bestimmte Belastungen ausgelegt ist: Leitungen für die feste Verlegung und flexible Leitungen für den Anschluss von Geräten. Unterhalb der Tabelle findet sich eine bebilderte Übersicht der gebräuchlichen Leitungen mit ihren Kurzbezeichnungen und dem vorgesehenen Einsatzzweck.

Leiterbezeichnung Bezeichnung heute Bezeichnung früher neue Farbe nach VDE 0293 Teil 308
Außenleiter 1 L1 R braun¹
Außenleiter 2 L2 S schwarz¹
Außenleiter 3 L3 T grau¹
Neutralleiter N Mp blau²
Schutzleiter PE SL grün-gelb / blank³
PEN-Leiter (Neutralleiter mit Schutzfunktion) PEN Mp grün-gelb³
Erde E E nicht festgelegt

Diese Farben unterliegen keinem bestimmten Verwendungszweck.
² Nach VDE darf die blaue Ader (wenn kein N benötigt wird) auch für andere Zwecke verwendet werden. Eine Verwechslung muss jedoch ausgeschlossen sein. 
³ Die Farbkombination ist nach VDE ausschließlich für PE bzw PEN zu nutzen. Der PEN Leiter ist entweder in gelb/grüner Farbkombination und an den Leitungsenden mit blauer Markierung oder aber als blaue Ader und an den Leitungsenden mit gelb/grüner Markierung auszuführen. Der PEN Leiter muss seit 1973 einen Querschnitt von mindestens 10 mm² Kupfer oder 16 mm² Aluminium ausgeführt sein.

Bedeutung der Farben von Stromkabel

Bei Leitungen handelt es sich per Definition um Stromleitungen, die auf oder unter Putz sowie auf oder in den Fugen eines Mauerwerks verlegt sind. Für das Erdreich wird eine spezielle Festigkeit benötigt: Dort kommen spezielle Kabel zum Einsatz, sogenannte Erdkabel.

Leitungen aufputz verlegen: Für diese Art von Installation setzt man Mantelleitungen (NYM) ein.

Stegleitung (NYIF)
Mantelleitung (NYM-J)
Mantelleitung (NYM-J)

Stegleitung (NYIF)

Zur Verlegung in und unter Putz in trockenen Räumen. Stegleitungen (NYIF) werden in der Praxis jedoch recht selten verwendet. Hier dienen spezielle Stegleitungsnadeln mit isoliertem Kunststoffkopf zur Befestigung. 90-Grad-Richtungsänderungen werden durch das Umklappen der Leitung ausgeführt. Gegebenenfalls muss das Mauerwerk etwas ausgestemmt werden.

Mantelleitung (NYM-J)

Zur Verlegung auf, über, im und unter Putz in trockenen, feuchten und nassen Räumen sowie im Mauerwerk und in Beton (ausgenommen Schüttel-, Rüttel- und Stampfbeton). Auch für Verwendung im Freien, wenn sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind, zum Beispiel durch ein Schutzrohr, welches UV-beständig sein muss. Die Leitungen können direkt unterputz oder auch in Rohr verlegt werden, sodass sie sich jederzeit auswechseln lassen. Befestigt werden sie hierbei mit Nagelschellen oder auch sogenannten Gipspflastern. Im Bereich von Fußboden oder Decken sollte generell Leerrohre Verwendung finden. Aufputz können NYM Leitungen mittels Nagelschellen, Kupa Rohr (Kunststoffpanzerrohr , Stapa Rohr (Stahlpanzer Rohr) oder auch in Kabelkanälen verlegt werden. Wer sich für die Nagelschelle entscheidet, sollte diese in Abständen von etwa einer Hammerstillänge setzen. Bei der Rohrmontage ist 600 bis 800 mm ein gebräuchlicher Abstand. Müssen Verteilerdosen, Schalter oder Steckdosen eingesetzt werden, erleichtern spezielle Glockenbohrer die Arbeit.

PVC Aderleitung
PVC-Aderleitung
PVC-Schlauchleitung
PVC-Schlauchleitung

PVC-Aderleitung (Kurzzeichen: H07V-K und H07V-U)

Hierbei handelt es sich um einzelne Adern, die in unterschiedlichen Farben erhältlich sind. H07V-K Adern werden überwiegend im Schaltschrankbau und z.B Leuchten verwendet, H07V-U Adern dagegen innerhalb von Verteilungen und auch in der Unterputzinstallation in Verbindung mit Leerrohren. Hier ist zu beachten das die VDE i.d.r einen minimalen Leitungsquerschnitt von 1,5mm² vorgibt. Bei der Insatllation mit Einzeladern mittels Leerrohren bedarf es einer guten Planung unter Beachtung vieler weiterer Normen. Daher sollte stets ein Fachman in die Planung einbezogen werden. Der Unterschied zwischen zwischen H07V-K und - U ist mittels einer Eselsbrücke leicht zu merken. Das -K steht für knickbar, also Flexibel und das -U für unknickbar, also starr. Beide Leitungsvarianten gibt es auch als H05-K und -U, welche aber in der heimischen Installation jedoch nicht zur Anwendung kommen.

PVC-Schlauchleitung (Kunstoffleitung, Kurzzeichen: H O3 VV-F)

Diese Leitungen sind für den Anschluss leichter Elektrogeräte (wie Tischleuchten, Stehleuchten, Küchenmaschinen, Haushaltsstaubsauger, Büromaschinen, Rundfunkgeräte usw.) bei geringen mechanischen Beanspruchungen in Haushalt, Küchen und Büroräumen geeignet. Die Leitungen dürfen nicht für den Anschluss von Koch- und Heizgeräten oder von gewerblich genutzten Elektrowerkzeugen sowie für die Verwendung im Freien verwendet werden.

Klingeldraht
Klingeldraht
Klingelstegleitung
Klingelstegleitung

Klingeldraht (Kld) und Klingelstegleitung (J-FY)

Für die feste Verlegung direkt unter Putz und nur für Schutzkleinspannung (typischerweise < 50 V Wechselspannung und < 120 V Gleichspannung, in Feuchträumen < 25 V Wechselspannung und < 60 V Gleichspannung) geeignet.

Gummischlauchleitung (H 05 RR - F)

Die Leitungen sind bestimmt für den Anschluss von Elektrogeräten (z. B. Staubsauger, Bügeleisen, Küchengeräte, Herde, Toaster, Lötkolben, usw.) bei geringen mechanischen Beanspruchungen in Haushalt, Küchen und Büroräumen. Diese Leitungen dürfen auch fest verlegt werden, z. B. in Möbeln, Dekorationsverkleidungen oder Hohlräumen von Fertigbauteilen. Die Leitungen sind nicht geeignet für die ständige Verwendung im Freien oder zum Anschluss gewerblich genutzter Elektrowerkzeuge.

Gummischlauchleitung
Gummischlauchleitung
Hochflexible Schlauchleitung
Hochflexible Schlauchleitung

Gummischlauchleitung H 05 RN - F

Geeignet für die Verwendung bei mittleren mechanischen Beanspruchungen in trockenen, feuchten und nassen Räumen und im Freien (z. B. für Geräte in gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben wie große Kochkessel, Heizplatten, Handleuchten, Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Kreissägen, Heimwerkergeräte). Sie sind auch verwendbar für feste Verlegung auf Putz sowie in provisorischen Bauten und Wohnbaracken.

Hochflexible Gummischlauchleitung (Kurzzeichen: H O7 RN-F)

Bestimmt für die Verwendung bei mittleren mechanischen Beanspruchungen in trockenen, feuchten und nassen Räumen und im Freien (z. B. für Geräte in gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben wie große Kochkessel, Heizplatten, Handleuchten, Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Kreissägen, Heimwerkergeräte). Sie sind auch verwendbar für die feste Verlegung auf Putz sowie in provisorischen Bauten und Wohnbaracken.

Zwillingsleitung

Zwillingsleitung H 03 VH - Y: leichte Zwillingsleitung

An eine Leitung mit dem Kurzzeichen H 03 VH-Y dürfen nur besonders leichte Handgeräte, z. B. elektrische Zahnbürsten, angeschlossen werden. Sie dürfen nur in Längen bis maximal 2 m verwendet werden und müssen mit nicht lösbaren Steckern versehen sein. Die Strombelastung darf 0,2 A nicht übersteigen.

Zwillingsleitung H 03 VH - H: Zwillingsleitung

Diese Leitungen sind für den Anschluss leichter Elektrogeräte (wie Rundfunkgeräte, Tischleuchten, Uhren usw.) bei sehr geringen mechanischen Beanspruchungen in Haushalt, Küchen und Büroräumen bestimmt. Sie sind nicht für den Anschluss von Koch- und Heizgeräten sowie für die Verwendung im Freien, in gewerblichen Betrieben oder zum Anschluss von Elektrowerkzeugen geeignet.

Leitungen abmanteln und abisolieren

Kabelmesser mit Abmantelvorrichtung

1. Kabelmesser öffnen
1. Kabelmesser öffnen
2. Schließen und drehen
2. Schließen und drehen
3. Zum Kabelende ziehen
3. Zum Kabelende ziehen
4. Mantel entfernen
4. Mantel entfernen
  1. Setzen Sie die Abmantelvorrichtung an der gewünschten Stelle an. Drücken Sie hierzu den Gegenhalter mit dem Daumen nach oben und legen das Kabel ein. Entspannen Sie den gegenhalter und das Kabel wird in der Abmantelvorrichtung gehalten.
  2. Mit Federkraft drückt der Gegenhalter das Kabel auf die bewegliche Klinge, die sich selbstständig der Bewegungsrichtung anpasst. Drehen sie das Kabelmesser 1-2 mal um das Kabel, um die Ummantelung einzuschneiden.
  3. Jetzt wird das Kabelmesser mit der Abmantelvorrichtung gegen das Kabelende gezogen. Die Klinge richtet sich alleine in Schnittrichtung aus.
  4. Die Ummantelung ist durch das Messer eingeschnitten und kann nun leicht entfernt werden. Der nur leichte Einschnitt sorgt dafür, dass die Adern nicht beschädigt werden. 

Das Kabelmesser mit Abmantelvorrichtung eignet sich besonders gut, wenn längere Kabel entmantelt werden müssen. Durch den Längsschnitt lässt sich die Ummantelung leicht auftrennen und muss nicht über das Kabel gezogen werden.

Entmanteler

Der Entmanteler ist nicht in der Lage, die Ummantelung in Längsrichtung zu schneiden. Dementsprechend lassen sich nur kürzere Bereiche entmanteln, da das Abziehen längerer Stücke einen größeren Kraftaufwand erfordert. Sein Vorteil liegt hingegen in der Möglichkeit Ummantelungen fast bündig an der Wand oder in Abzeigdosen zu entfernen.

1. Klingen an gewünschter Stelle ansetzen
1. Klingen an gewünschter Stelle ansetzen
2. Entmanteler schließen und drehen
2. Entmanteler schließen und drehen
3. Ummantelung abziehen
3. Ummantelung abziehen
  • Der Entmanteler besitzt im Inneren kleine Klingen, die die Ummantelung einschneidet. Legen Sie das Kabel so in den Entmanteler, dass die Klingen an der gewünschten Stelle ansetzen.
  • Drücken Sie den Entmanteler zusammen und drehen sie ihn einige Male hin und her. Die Ummantelung wird somit an der gewünschten Stelle geschnitten. Bei dickeren Leitungen achten Sie darauf, dass die Messer nur in die äußere Ummantelung eindringen.
  • Biegen Sie bei Bedarf das Kabel ein wenig, bis die Ummantelung an der geschnittenen Stelle einreißt. Anschließend kann sie einfach abgezogen werden.

Abisolierungen mit der Abisolierzange entfernen

1 Stellen Sie den Längenanschlag auf das gewünschte Maß ein.
2 Den Leiter einlegen. Das spezielle Abtastsystem der Zange stellt sich automatisch auf den Leiterquerschnitt ein
3 Dann drücken Sie die Zange einfach zu-und fertig.
4 Zum Ablängen von Adern setzen Sie den Drahtschneider ein.

Danach werden die einzelnen Adern mit Klemmen verbunden. Dazu finden Sie im Baumarkt Dosen- und Wago-Klemmen in allen gängigen Querschnitten. Bei flexiblen Leitungen, wo jede Ader aus einem Bündel Kupferdrähtchen besteht, müssen Sie die abisolierten Endstücke mit Aderendhülsen aus Metall ausstatten. Die Hülse über das Leiterbündel schieben und mit der Aderendhülsenzange zuquetschen.

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