Parkettarten

Unter Parkett versteht man einen hochwertigen Fußbodenbelag aus echtem Holz. Zu diesem Zweck wird in der Regel hartes Holz von Laubbäumen ausgewählt, in Form gesägt und zu traditionellen Verlegemustern zusammengesetzt. Parkettboden ist dauerhaft und muss bei starker Beanspruchung nur abgeschliffen, nicht aber erneuert werden. Bei Laminatböden handelt es sich dagegen nicht um Parkett, sondern um ein mit Melaminharz getränktes, 0,7 mm dickes Dekorpapier, das auf einen Trägerwerkstoff, meist eine Spanplatte, geklebt wird.

Wenn man Parkett verlegen will, steht man vor einer riesigen Auswahl an Holzsorten. Neben den Klassikern Eiche, Nussbaum oder Buche gibt es zunehmend auch exotische Varianten, wie Bambus-Parkett oder Kork-Parkett.

Mehrschichtparkett

Mehrschicht- bzw. Fertigparkett besteht aus wohnfertig versiegelten Dielen oder Stücken, die problemlos auch selbst verlegt werden können. Die Nut- und Federverbindung sollte vom Hersteller präzise gefertigt worden sein, damit das Parkett auch sauber und fugenfrei liegt. Fertigparkett ist wegen seines soliden Aufbaus aus unterem Gegenzug (Weichholz- Furnier), aus der Mittellage (solides Echtholz) und der oberen Nutschicht meist etwas dicker als z. B. Laminat. Für die Renovierung ist Fertigparkett wegen der Dicke zwischen 10 und 14 mm oft nicht geeignet. Die tafelförmigen Mosaikfertigparkette, die etwa nur 10 mm dick sind, müssen verklebt werden.
Die Unterkonstruktion– meist aus Nadelholz – spart teures Edelholz. Nur die obere Nutzschicht ist aus den gewünschten edlen Hölzern. Fertigparkett ist also kostengünstiger als ein massiver Holzfußboden. Die Hersteller bieten mehrere Oberflächen zur Auswahl an. Verschiedene Lacke verleihen dem Parkett eine hochglänzende oder seidenmatte Optik. Aber auch lösemittelfreie und pflanzliche Öle werden zunehmend eingesetzt.

Weitere Informationen: Verlegeanleitung für Fertigparkett

Landhausdiele

Mehrschichtige Landhausdielen als Parkettboden sind vergleichsweise leicht zu verlegen und für Selbermacher als vorgefertigte Elemente erhältlich. Kombiniert mit einer hellen Beleuchtung entsteht durch Landhausdielen ein Raum, der sich zum gemeinsamen Abend mit Freunden ebenso gut eignet, wie zum Entspannen nach einem stressigen Arbeitstag. Für die Landhausdiele spricht vor allem ihre großzügige Raumwirkung und ihre Wandlungsfähigkeit. Landhausdielen passen nämlich in eine rustikal eingerichtete Wohnung genau so gut wie in ein eher elegantes Wohnambiente.

Bei Liebhabern klassischer Innenarchitektur sind helle Eichendielen in rustikalen Sortierungen gefragt. Auf dunklem Untergrund können dagegen Möbel in kräftigen Farben, aber auch in Weiß besonders gut in Szene gesetzt werden. Es gilt jedoch immer die Regel "weniger ist mehr", denn der Bodenbelag wirkt allein durch seine großzügige Erscheinung und sollte nie versteckt oder mit Mobiliar zugestellt werden. Landhausdielen sind außerdem robust und langlebig. Je nach Stärke der Laufschicht lassen sich die Dielen mehrmals abschleifen. Sie sind außerdem pflegeleicht und vertragen neben der regelmäßigen Behandlung mit Besen oder Staubsauger sogar feuchtes Wischen mit wenig Wasser und geeigneten Pflegemitteln.

Zwei-Schicht-Boden

Besonders beliebt im Renovierungsbereich ist Parkett im Zwei-Schicht-Aufbau. Damit lassen sich Höhendifferenzen – zum Beispiel in Altbauten – sehr gut ausgleichen. Zwei-Schicht-Böden gibt es in den Holzarten Eiche, Nussbaum und Räuchereiche in unterschiedlichen Oberflächen, Designs und Sortierungen.

Massivholzparkett

Massivholzparkett trägt seinen Namen, weil es aus einer durchgängigen Schicht aus massivem Hartholz besteht. Massivparkett wird üblicherweise vollflächig verklebt und erst nach dem Verlegen abgeschliffen. Zuletzt wird die Oberfläche mit Lack, Öl oder Wachs behandelt. Gängig sind Dielen mit einer Breite zwischen 160 und 200 Millimetern. Wer verschiedene Formate miteinander kombiniert, kann eine ganz neue, individuelle Optik erzielen. In der Dicke besteht Massivparkett aus bis zu 22 Millimeter dickem Holz. Wird ein Parkettboden abgeschliffen und renoviert, werden etwa 0,5 Millimeter der Nutzschicht abgetragen. Daher kann der Boden immer wieder aufgearbeitet werden und es bleibt trotzdem immer noch eine gut nutzbare Laufschicht. Dann können sich an einem guten Massivholzparkett sogar noch die Enkel des Erstverlegers erfreuen.

Wer eine Fußbodenheizung unter dem Massivparkett verlegen will, sollte sich am besten für ein Mosaikparkett entscheiden und eine Holzart wählen, die unter Hitzeeinwirkung ihre Form nicht verändert. Besonders gut geeignet sind daher Eichenparkett, Nußbaumparkett oder Parkett aus Tropenholz. Im Gegensatz zu Landhausdielen und Fertigparkett, sollte Massivholzparkett lieber durch einen Fachmann verlegt und versiegelt werden. Bei Massivholzdielen kann der Kunde nach der Verlegung über die abschließende Oberflächenbehandlung mit Wachs, Öl oder eine Versiegelung entscheiden. Dies sollte allerdings durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden.

Weitere Informationen: Massivparkett verlegen

Industrieparkett

Das so genannte Industrieparkett heißt eigentlich Hochkantlamellen-Parkett. Es besteht wie das Mosaikparkett aus einzelnen Holzlamellen, die allerdings hochkant angeordnet werden. Durch die Dicke von 22 mm kann das Parkett häufig abgeschliffen werden. Hochkantlamellenparkett ist ein preisgünstiges und robustes Parkett. Daher rührt der Name Industrieparkett, denn wegen seiner extremen Belastbarkeit wird es häufig für öffentliche Gebäude und sogar Werkstätten verwendet. Wegen seiner belebten Oberflächenoptik wird das Hochkantlamellen-Parkett zunehmend auch als individueller Bodenbelag für den Wohnraum geschätzt. Industrieparkett ist ungenormt.

Stabparkett

Stabparkett ist extrem flexibel, da es – wie der Name schon verrät – in vielen verschiedenen Mustervarianten aus einzelnen Stäben zusammengesetzt wird. Die beachtliche Dicke der Holzstäbe aus 22 Millimeter massivem Holz macht das Stabparkett praktisch unverwüstlich. Die Breite und Länge der Parkettstäbe variiert hingegen. Von 4 bis 8 cm breite und von 25 bis 100 cm Länge ist alles möglich. Stabparkett bietet daher vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, da es sich für alle Verlegemuster eignet. Außerdem können verschiedene Holzarten und Holzfarben zu besonderen Effekten kombiniert werden. Rings um die einzelnen Stäbe stellen Nut und Feder einen festen Verbund her.

Die Verlegung von Stabparkett ist für den einfachen Heimwerker in der Regel zu kompliziert. Der Parkettverleger verklebt die Elemente üblicherweise vollflächig auf den Unterboden. Der Unterboden oder Estrich muss dafür unbedingt eben sein. Daher kann vor dem Verlegen ein Aufbringen von Ausgleichsmasse nötig werden. Auf Holzuntergründen wird Stabparkett machmal auch vernagelt. Bei den Mustern sind vor allem das Fischgrät-Parkett und das Würfelparkett bekannt und beliebt. Weitere Muster sind als "Englischer Verband", "unregelmäßiger Verband" und "Schachbrettmuster" bekannt. Beim "Schiffsboden-Parkett" sind die Parkettstäbe parallel angeordnet. Nach dem Verlegen muss das Stabparkett sogleich das erste Mal abgeschliffen werden. Mit einer Oberflächenversiegelung ist die Verlegung dann abgeschlossen.

Mosaikparkett

Mosaikparkett besteht aus Holzlamellen, die mit 8 Millimetern Dicke deutlich dünner als das Stabparkett aber dennoch langlebig sind. Sie werden meist in Würfelform mit einer Kantenlänge von 160 mm verlegt. Mosaikparkett ist ein Klassiker, der in zahllosen Holzarten, Sortierungen und Verlegemustern angeboten wird. Die geringe Bauhöhe des Mosaikparketts hat den Vorteil, dass es auch auf einer Fußbodenheizung oder zum Beispiel bei einer Renovierung ohne viel Aufwand als Ersatz für einen Teppich verlegt werden kann. Wenn Massivparkett verlegt werden soll, ist das 8 mm dicke Mosaikparkett besonders geeignet, und auch bei Mehrschicht-Parkett sollte man kleinformatige und kurze Elemente bevorzugen. Durch die unterschiedliche Ausrichtung der Würfelelemente ergibt sich bei dem aufgewärmten Parkett ein homogener Gesamteindruck. Dennoch ist die Beliebtheit des Mosaikparketts in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Eichenparkett

Die in Deutschland mit weitem Abstand beliebteste Holzart ist nach wie vor das Eichenholz. Bei Parkett-Herstellern nimmt Eichenholz-Parkett derzeit beispielsweise immer noch etwa 75 Prozent Produktionsanteil ein. Das Holz der Eiche hat für die Verwendung als Bodenbelag geradezu ideale Eigenschaften, denn es ist hart, schwer und mit hoher Dichte und Abnutzungswiderstand. Daher findet man Eichenparkett fast überall – in Wohnhäusern, aber auch in Gewerbegebäuden oder sogar Turnhallen. Es ist ebenfalls besonders gut als Feuchtraumparkett im Badezimmer oder Küche geeignet. Eichenholz ist ökologisch unbedenklich, da es größtenteils aus heimischen Forsten stammt.

Auch wenn man bei Eiche zuerst an die berüchtigte Variante "Eiche rustikal" denken muss, gibt es inzwischen ein vielfältiges Angebot von Eichenparkett in den verschiedensten Farben. In über 200 Varianten steht sie zur Auswahl.

Klassisches Eichenparkett

Eichenparkett mit Zwei-Schicht-Boden. Der Zwei-Schicht-Aufbau, mit dem sich Höhendifferenzen sehr gut ausgleichen lassen, ist im Renovierungsbereich besonders beliebt. Der Klassiker: hier als Primus im Muster Eiche lava, gebürstet und geölt.

Modernes Eichenparkett

Eichenparkett eingefärbt in Titan-Blau und gebürstet.

Dunkles Eichenparkett

Die Eiche in diesem Parket wirkt erdverbunden, urig und ursprünglich. Dieser Parkettboden passt besonders gut zu weißen Möbeln. Thermo Eiche, dunkel.

Buchenparkett

Wildbuchen-Parkett

Parkett aus Buchenholz war lange Zeit wegen seiner Helligkeit beliebt, wird aber derzeit von dunkleren Parketthölzern zurückgedrängt. Buchenparkett wird vor allem aus heimischen Hölzern gefertigt und ist daher umweltfreundlich. Es eignet sich dagegen nicht für feuchte Räume, wie Badezimmer, da Buchenholz sich bei Nässe zu stark zusammenzieht. Als eher weiches Holz ist es auch für stark beanspruchte Böden, wie zum Beispiel als Küchenparkett weniger zu empfehlen.

Seine Strahlkraft entfaltet das Buchenparkett vor allem vor dem Hintergrund moderner Wohnstile: Hier setzt das Buchesortiment dank neuer Optiken wichtige Akzente. Es verleiht Räumen eine besondere Note – charaktervoll, authentisch und individuell wirken die Parkettböden aus Wildbuche und überraschen mit Temperament und Esprit.

Olivenholzparkett

Olivenholz überzeugt mit warmer Ausstrahlung und natürlicher Optik. Gerade Liebhaber des mediterranen Flairs, finden darin den südländischen Charakter wieder. Aber auch die strapazierfähige Oberfläche garantiert, bei guter Pflege, eine enorm lange Haltbarkeit. Olivenholzparkett ist damit auf Dauer eine lohnende Investition.

Aufgrund der guten Eigenschaften ist Olivenholzparkett für viel genutzte Wohnräume und im gewerblichen Bereich mit Publikumsverkehr gut geeignet. Ob als Industrie-, Massiv- oder zweischichtiges Fertigparkett - Olivenholzparkett vereint Strapazierfähigkeit und Urlaubsgefühl.

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Redaktion - heimwerker.de , d. 11-09-15 06:42:

Danke für die netten Worte Manuela.

Als Informationsportal können wir natürlich nur Informationen zum Material und der Verarbeitung bieten, nicht zum Preis. Diese müssten wir ebenso recherchieren und da sich Preise ändern, wären sie bald nicht mehr aktuell.

Viele Grüße,
Dein Team von heimwerker.de

Manuela , d. 03-09-15 14:51:

Grossartige Infos über verschiedene Parkettarten. Ich könnte auch auf den anderen Seiten hier stundenlang über Schultüten basteln und Bier brauen lesen, wenn ich die Zeit hätte. Im Moment versuche ich aber einen Bodenbelag für mein Wohnzimmer zu finden. Ungefähre Preislage zu den verschiedenen Parkettsorten wäre noch hilfreich gewesen.

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