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Igelhaus bauen – in 5 Schritten gelingt das DIY-Projekt

  • Es ist überhaupt nicht schwer ein Igelhaus zu bauen. Am besten bauen Sie gleich zwei oder drei, denn Igel haben gerne mehrere Plätze, die ihnen Schutz bieten.
  • Hier finden Sie einen Bauplan, der den Bedürfnissen der stachligen Freunde entspricht. Wichtig: Benutzen Sie unbehandeltes Holz, um das Igelhaus zu bauen.
  • Als Durchschlupf braucht ein Igel 10 x 10 cm. Wenn Sie dem Igel in Ihrem Garten ein Zuhause geben möchten, dann sorgen Sie an einigen Stellen im Zaun auf Bodenhöhe für entsprechend große Öffnungen.

igelhaus bauen fertig - aufstellen im garten

Sie haben einen jungen Igel gefunden?

Nur wenn der Igel im Herbst noch weniger als 500 g wiegt, braucht er Hilfe. In dem Fall: Erstmal zur Kontrolle zum Tierarzt. Danach haben Sie die Wahl: Entweder Sie bringen das Tierchen zu einer Igelauffangstation oder Sie nehmen sich der Aufgabe selbst an und beachten alle Informationen rund um den Igel. Bleibt der stachelige Gast, können Sie zusätzlich ein Igelfutterhaus bauen.

Ein Igelhaus zu bauen ist einfach und lohnt sich nicht nur für den Igel.

Die niedlichen Stacheltiere sind sehr effektiv gegen Schnecken und schädliche Insekten im Garten, lassen aber beispielsweise die nützlichen Marienkäfer in Ruhe.

Leider finden sie kaum noch einen natürlichen Igel-Unterschlupf in unseren übermäßig aufgeräumten Gärten, wenn sie überhaupt einen Zugang durch die Einzäunung finden.

Wenn Sie für einen igelfreundlichen Garten (mehr zu diesem Themen z. B. beim NABU oder der Igelhilfe) sorgen und dann auch noch einen Igel Unterschlupf (oder mehrere) bauen, werden Sie sicher bald einen Igel beherbergen.

Igel sind nachtaktive Tiere. Sollte es also nach Einbruch der Dämmerung in Ihrem Garten rascheln und Sie hören ab und zu ein Schmatzen, ist die Ansiedlung vermutlich gelungen.

1. Folgende Materialien werden zum Igelhaus bauen benötigt

Wenn Sie ein Igelhaus bauen möchten, müssen Sie je nach Materialqualität mit 20 bis 35 Euro Materialkosten rechnen. Viele Heimwerker haben sicher Reststücke, die dabei teilweise Verwendung finden können.

Legen Sie sich vor Projektbeginn folgende Werkzeuge und Materialien zurecht:

Material Werkzeug
Naturholz, Materialstärke 2 cm,

2 Bretter 25 x 80 cm,

1 Brett 40 x 60 cm

2 Leisten (z. B. Dachlatte)

Säge (Stichsäge, Handsäge o. ä.)
15 Edelstahl- oder verzinkte Holzschrauben, 40 mm lang, 3,5 mm stark Akkubohrer (mit 2,5 mm Bohrer)
wasserfester Holzleim Akkuschrauber
Dachpappe Lineal und Stift
Pappnägel Schleifpapier

Sicherheitshinweis: Bitte halten Sie sich bei der Nutzung von Werkzeugen auf jeden Fall an die Sicherheitshinweise der Hersteller. Tragen Sie beim Sägen eine Schutzbrille und gegen den Holzstaub einen Atemschutz. Handschuhe bitte nicht bei der Verwendung von drehenden Maschinen benutzen.

2. Die Qual der Wahl: Winterquartier, Igelfutterhaus oder Igelnest bauen?

igelhaus-bauen-igel-im-gras

Ein Igel wechselt den Unterschlupf in der aktiven Phase des Jahres mehrmals täglich.

Igel können mehr als einen einzelnen Igel-Unterschlupf brauchen. Es spricht nichts gegen einige Varianten dieser Igelhaus Bauanleitung. Sie kann leicht etwas angepasst werden, wenn Sie zusätzlich ein Futterhaus oder ein Igelnest bauen möchten.

Beispielsweise kann eine Igelhaus mit zwei Eingängen (je einer rechts und einer links) und zwei kurzen Trennwänden dafür sorgen, dass auch mehr als ein Igel ungehindert hinein und hinaus kommt. Allerdings kommt dies nur während der Paarungszeit (April bis August) und der Aufzuchtszeit der bis zu zwei Würfe im Jahr vor.

Außerhalb davon leben Igel alleine und sind standorttreu, das heißt, sie haben ein eigenes Revier.

Wenn Sie eine Igel-Futterstelle planen, sollten Sie ein solches Igelfutterhaus nicht so versteckt aufstellen wie ein Igelbehausung. Schließlich wollen Sie das Igelhaus befüllen, ohne jedes Mal einen Berg Zweige beiseite zu räumen oder in eine Hecke zu kriechen.

3. Die Vorbereitung der Holzbretter

3.1. Das richtige Holz für ein kuscheliges Zuhause

Igelhaus mit oder ohne Boden bauen?

Auch, wenn es aus menschlicher Sicht komfortabler erscheint, ist ein Boden im Igelhaus eher nicht empfehlenswert. Die mindestens jährliche Reinigung des Bodens darunter fällt viel leichter ohne Boden. Feuchtigkeit (Regenwasser, Urin usw.) versickert und Schädlinge (Flöhe, Zecken usw.) haben es weniger gemütlich ohne Boden.

Benutzen Sie unbehandeltes Holz. Es kann vor oder nach der Bearbeitung beispielsweise mit natürlichem Leinöl behandelt werden.

Witterungsbeständige Holzarten wie Eiche oder Lärche garantieren eine lange Haltbarkeit, sind aber teurer.

Wichtiger ist jedoch der konstruktive Holzschutz, der bei dieser Bauanleitung (ähnlich wie bei der NABU-Empfehlung zum Igelhaus) berücksichtigt ist.

Daneben hilft es das Holz trocken zu halten, beispielsweise indem Sie eine kleine Kies- oder Sandschicht an der Stelle aufzubringen, an der Sie das DIY-Igelhaus aufstellen.

Tipp: Alternativ zur »Igelhaus bauen-Anleitung« aus Naturholzbrettern, können Sie sich auch einen Igelhaus-Bausatz kaufen. Im Handel finden Sie sogar ein Igelhaus mit Rattenklappe, was bei Futterhäusern sinnvoll sein kann. Achten Sie allerdings darauf, dass es in etwa die hier verwendeten Maße aufweist.

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3.2. Zuschnitte – die richtigen Maße beim Igelhaus bauen

Bevor Sie anfangen, das Igelhaus zu bauen, sollten Sie zunächst die Brette in den richtigen Maßen zuschneiden. Dafür benötigen Sie Bretter in den folgenden Maßen:

Teil Maße (Breite x Höhe)
Vorderteil 40 x 25 cm
Rückseite 40 x 22 cm
Seitenteil (zweimal) 30 x 25 cm links und 22 cm rechts
Mittelteil 14 x 25 cm 25 cm links und 23 cm rechts
Deckel 50 x 36 cm
Leisten für Deckel 25,5 x 2 cm

4. Bauanleitung: Das Igelhaus zuschneiden, schrauben und verleimen

4.1. Schritt 1: Die Bretter zuschneiden

Sie können das Holz mit einer Handsäge, einer Stichsäge oder zum Teil mit einer Kapp- und Gehrungssäge zuschneiden.

Je genauer der Zuschnitt, umso einfacher wird am Ende die Montage.

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Viele der Schnitte lassen sich gut mit einer Kapp- und Gehrungssäge machen.

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Für den kleinen Eingang eignet sich eher eine Stich- oder Handsäge.

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Die Seitenwände erhalten eine Schräge an der Oberseite für das Pultdach.

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Die Zwischenwand sichert den Igel gegen eindringende Pfoten.

Nach dem Zusägen sollten Sie alle sägerauen Kanten mit etwas Schleifpapier glätten, damit die Igelbehausung splitterfrei wird. Damit schützen Sie auch Ihre eigenen Hände, wenn Sie ein Igelhaus selbst bauen.

Der Eingang wird 10 x 10 cm groß, das hält größere Tiere (Katzen, Füchse u.ä.) schon einmal ab. Hinter der innenliegenden kleinen Trennwand kann sich der Igel gut verbergen.

Das Pultdach soll leicht nach hinten abfallen (im Gegensatz zum Igelhaus NABU), damit der Regen auf der Rückseite abläuft und nicht auf der Seite des Eingangs.

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4.2. Schritt 2: Schrauben und leimen beim Igel-Bungalow

Die eigentliche Montage wird mit rostfreien Holzschrauben vorgenommen – dazu gehören Edelstahlschrauben oder verzinkte Holzschrauben. Mit dem Akkuschrauber sollten Sie auf jeder Seite drei Löcher (oben, mittig, unten) vorbohren und anschließend fest verschrauben.

Für die Leisten am Deckel reicht es aus, sie mit wasserfestem Leim zu befestigen. Sie verhindern lediglich ein Verrutschen des Dachs vom Igelhaus. Alternativ können sie natürlich auch angeschraubt werden, dann allerdings mit kürzeren Schrauben.

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Die Zwischenwand wird innen neben dem Eingang angezeichnet.

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Mit dem Akku-Bohr-Schrauber wird erst durchgebohrt, dann geschraubt.

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Die beiden Seitenteile werden seitlich an das Vorderteil geschraubt.

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Die Rückseite wird zwischen die Seitenteile gesetzt und festgeschraubt.

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Der Korpus wird mittig auf den Deckel gesetzt, um die Position für die Leisten anzuzeichnen.

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An den vorgezeichneten Positionen werden die Leisten angeleimt und mit Zwingen fixiert.

Tipp: Bohrmaschine beim Bohren und Schrauben immer möglichst senkrecht halten, damit die Schraubenspitze innen nicht austritt und zur Verletzungsgefahr wird.

4.3. Schritt 3: Teerpappe auf das Dach legen, denn Igel lieben es trocken

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Die Dachpappe an den Ecken (rote Linien) einschneiden.

Als konstruktiven Holzschutz bekommt das Pultdach des Igelhauses eine wasserfeste Schutzschicht aus Dachpappe.

Holz, das nicht direkt der Witterung ausgesetzt ist und immer wieder trocknet, hält sehr viel länger.

Nach dem ersten groben Zuschnitt dieser Dachpappe werden die Ecken wie im Foto angezeichnet eingeschnitten.

So können die Ecken überlappend ausgebildet werden.

Legen Sie dazu zuerst das überlange Stück um die Ecke und nageln Sie dann das zu Kante passende darüber fest.

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Die umgelegten Kanten werden mit Dachpappstiften und einem Hammer befestigt.

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Die Dachpappe an der Unterkanten mit einem Cutter glatt abschneiden – fertig ist das Igelhaus zum Überwintern.

Tipp: Wenn die Dachpappe mit einem Föhn angewärmt wird, lässt sie sich leichter und ohne zu brechen umknicken.

4.4. Schritt 4: Igelhaus aufstellen – Igelhaus einrichten – Igelhaus mit trockenem Laub befüllen

Der Igel lebt gerne verborgen und möglichst sicher. Wenn es nach ihm geht, am liebsten in einer stacheligen Hecke.

Da das Igelhaus und vor allem der Boden darunter einmal im Jahr gesäubert werden soll, muss ein Busch, ein tiefhängender Baum oder eine abgelegene Ecke hinter dem Gartenhaus u. ä. ausreichen.

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Beim Aufstellen des Igelhauses nach ruhigen Plätzen im Garten suchen.

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Abgeschnittene Zweige für das Igelhaus sammeln.

Von außen ist ein Arm voll abgeschnittener Zweige ein guter Ersatz für ein dichtes Gebüsch.

Unter dem Igelhaus sollte die Grasnabe entfernt werden und stattdessen etwas Kies und Sand aufgefüllt werden.

Wenn Sie das Igelhaus befüllen, verwenden Sie am besten vollständig getrocknetes Laub. Dies sollte aber nur locker eingefüllt werden, damit der Igel darin genug Platz hat.

Igel überwintern helfen:
Nach dem obigen Bauplan »Igelhaus« können Sie leicht ein Igel-Winterquartier bauen. Um den Igeln über den Winter zu helfen ist es sicher auch gut, zusätzlich im Herbst bis etwa Mitte Oktober und auch wieder ab März ein wenig Futter anzubieten (nicht im gleichen Igelhaus). Spezielles Igeltrockenfutter und/oder etwas Katzenfutter eignen sich gut. Während des Winterschlafs sollte der Igel auf keinen Fall gestört werden. Erst, wenn er im März aufgewacht ist, kann das Igelhaus gesäubert werden.

5. Igelburg bauen: Im Laubhaufen fühlt sich der Igel wohl

Mit einer Igelburg ist ein großer Haufen aus Laub und Ästen gemeint, in dem sich eine Höhle oder ein Igelhaus befindet.

Sie wird wie folgt gebaut:

  1. Für eine Igelburg brauchen Sie eine ruhig gelegene Fläche von etwa 150 x 150 cm. In der Höhe brauchen Sie einen Freiraum von mindestens 100 cm.
  2. Den Untergrund vorbereiten: Er muss gut durchlässig und trocken sein – also Grasnabe abtragen und feinen Kies und/oder Sand auffüllen.
  3. In der Mitte der Fläche eine Höhlung aufbauen oder ein großes Igelhaus (Maße entsprechend abändern) von ca. einem halben Quadratmeter aufstellen. Eine Höhlung kann mit starken Äste oder auch Steinen und Steinplatten gebildet werden.
  4. Über die Höhlung oder das Igelhaus werden nun mehrere Schichten von Ästen und Laub aufgehäuft (ca. 100 cm hoch), sodass es darunter wirklich trocken und für größere Tiere schwer zugänglich wird.

Eine solche große Igelburg ist sehr natürlich und wird oft auch von anderen Tieren wie etwa Erdkröten oder Blindschleichen – und im oberen Teil auch von Vögeln zum Nisten – genutzt.

Wenn Sie sehr viel Platz auf Ihrem Grundstück haben, können Sie also gleich mehrere solcher Plätze einrichten, um Igeln und anderen tierischen Bewohnern ein naturnahes Habitat im eigenen Garten zu schaffen.

Tipps: Igel mögen – wie die meisten Wildtiere – keine Störungen. Aber geduldige, ruhige Beobachter können besonders in der Dämmerung das geschäftige Treiben der stacheligen, kleinen Tiere beobachten. Stellen Sie dem Igel immer auch Wasser an einer einsehbaren, aber ungestörten Stelle bereit. Dort werden Sie ihn in trockenen Phasen oft beobachten können.

6. Weitere Fragen beim Bauen eines Igelhauses (FAQ)

6.1. Kann ich ein Igelhaus aus Recyclingmaterialien bauen?

Das ist grundsätzlich möglich, allerdings müssen die Materialien wetterfest und frei von ausdünstenden Schadstoffen sein.

Unbehandelte alte Holzgartenmöbel können beispielsweise für ein zweites Leben als Igelhaus genutzt werden.

6.2. Wann kann man am besten ein Igelhaus aufstellen?

Eigentlich geht es das ganze Jahr über, außer vielleicht im Winter, da die Igel da ja bereits ruhen. Besonders erfolgsversprechend ist der Sommer, wenn junge Igel auf der Suche nach einem eigenen Standort sind.

6.3. Kann man im Winter nach dem Igel im Igelhaus schauen?

Den Igel sollten Sie auf keinen Fall in seiner Winterruhe stören – also nein.

Ist der Igel jedoch im Winter im Garten zu sehen, womöglich auch noch tagsüber, dann braucht er eventuell Hilfe. Wenden Sie sich am besten an den NABU oder die Igelhilfe, die den jeweiligen Fall einschätzen können und Tipps geben. Auf jeden Fall können Sie bis dahin schon mal Wasser und Futter bereitstellen.

6.4. Wie kann das Igelhaus katzensicher gemacht werden?

Das Igelhaus verhindert durch die Zwischenwand schon den Zugriff von Katzenpfoten. Am besten ist – nicht nur als Katzenabwehr – jedoch immer noch ein dichter Haufen trockener Zweige und Laub auf dem Igelhaus.

Bildnachweise: alle Bilder VGL/Christiane Baldwin außer Igel: Adobe Stock/interpas (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)