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Auto anmelden bei der Zulassungsstelle

Wichtig für die KFZ-Zulassung: Kennzeichen, Steuern, TÜV und Versicherung

Dass ein Auto bei der Fahrzeugzulassung eine gültige TÜV-Untersuchung benötigt, ist jedem bekannt. Aber bei weiteren benötigten Papieren ist so mancher bereits überfordert. Benötige ich den Personalausweis? Wann muss ich mich um die Versicherung kümmern? Was kostet einen KFZ-Anmeldung? Fragen, die wir hier beantworten möchten um eine zügige und reibungslose Fahrzeugzulassung zu unterstützen.

Eine Fahrzeugzulassung ist kein großer Aufwand, aber ärgerlich, wenn Papiere fehlen und der Weg ein weiteres Mal nötig wird. Daher ist eine gute Vorbereitung der erste wichtige Schritt.

Was wird für die KFZ-Anmeldung benötigt?

Zulassen können sie ihr Fahrzeug bei der zuständigen Zulassungsstelle. Dafür werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Personalausweis oder gültiger Reisepass mit Meldebestätigung
  • Fahrzeugbrief/Schein beziehungsweise Zulassungsbestätigung Teil I und Teil II
  • Versicherungsbestätigung durch eVB-Nummer (erhältlich bei der zukünftigen Versicherung)
  • TÜV- und AU-Bescheinigung
  • Bankverbindung für Einzugsermächtigung

Besonderheiten:

  • Minderjährige benötigen eine Einverständniserklärung der Eltern
  • Bei einer Zulassung im Auftrag anderer, wird eine Vollmacht, eine unterschriebene Einzugsermächtigung, sowie der Personalausweis des Fahrzeugbesitzer benötigt.
  • vorhandene und gültige Kennzeichen können genutzt werden

Kosten der KFZ-Zulassung

Die Kosten für die Zulassung eines Fahrzeuges können je nach Bundesland und Art der Zulassung variieren. Während die Zulassung eines Neuwagens rund 26 € kostet, ist ein Gebrauchtwagen mit etwa 11 € deutlich günstiger. Einen weiteren Einfluss hat der Zulassungsbezirk. Günstig ist es dabei immer, das Fahrzeug im selben Zulassungsbezirk anzumelden, in dem das Fahrzeug zugelassen werden soll.

Zusätzliche Kosten entstehen durch das benötigte KFZ-Kennzeichen.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss für zulassungspflichtige Fahrzeuge vom Versicherungsnehmer durchgeführt werden. Sie deckt die Schadensersatzansprüche eines Dritten (z.B. Unfallgegner) im Schadensfall. Der Schadensfall tritt ein, wenn der Fahrer des versicherten Fahrzeugs die Schuld eines Unfalls trägt oder sich dessen Folgen einzustehen hat.

Anders als beim allgemeinen Schadensersatzrecht haftet jedoch nicht nur der Fahrer für den verursachten Schaden, sondern auch der Halter des Fahrzeugs, der im Fahrzeugbrief vermerkt ist.

Abdeckung durch die Kfz-Haftpflichtversicherung:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden

Kaskoversicherung

Die Kaskoversicherung ist im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland keine Pflichtversicherung. Sie kommt für Beschädigungen, Zerstörungen und Verlust des Fahrzeugs des Versicherten auf. Je nach Leistungsumfang unterscheidet man in Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. Ausschlüsse des Versicherungsschutzes erfolgen bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz.

Teilkaskoversicherung

Die Teilkasko ist eine Zusatzversicherung mit beschränktem Leistungsumfang, welche das eigene Fahrzeug absichert. Folgende Fälle sind mit der Teilkasko abgesichert:

  • Brand oder Explosion
  • Diebstahl
  • Einwirkung von Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung
  • Zusammenstoß mit Haarwild
  • Glasbruchschäden
  • Schäden an Verkabelung durch Kurzschluss
  • Marderbiss

Die Beiträge (Prämien) die der Versicherungsnehmer zahlen muss setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, wie der Schadenfreiheitsklasse und weiteren Tarifmerkmalen, welche je nach Versicherung variieren können. Mehr dazu unter Versicherungsprämien.

Eine Möglichkeit der Senkung dieser Prämien ist die Selbstbeteiligung. Dies bedeutet, dass der Versicherungsnehmer im Schadensfall einen Teil der Kosten selbst übernimmt.

Vollkasko

Die Vollkasko ist wie die Teilkasko eine Zusatzversicherung, jedoch mit erweitertem Leistungsumfang, welche das eigene Fahrzeug absichert. Folgende Fälle sind zusätzlich mit der Vollkasko abgesichert:

  • Vandalismus / Beschädigung des Kfz durch Fremde
  • Unfallschäden am eigenen Fahrzeug (selbstverschuldete Unfälle, Fahrerflucht des Unfallgegners, fehlender Versicherungsschutz beim Unfallgegner, keine Haftbarkeit beim Unfallgegner z.B. Minderjährige)

Zusammensetzung von Versicherungsprämien

Prämien sind Versicherungsbeiträge, die der Versicherungsnehmer an die entsprechende Versicherung zahlen muss. Je nach Vertrag verpflichtet sich der Vertragsnehmer diese viertel-, halb-, oder volljährlich zu zahlen.

Die Versicherungsbeiträge setzen sich dabei im Kfz Bereich aus mehreren Faktoren zusammen.

Schadenfreiheitsrabatt Für jedes Schadenfreie Jahr erhält der Versicherungsnehmer einen entsprechenden Rabatt auf den eigentlichen Versicherungsbetrag. Angerechnet wird der Rabatt jedoch nur für Vollkasko- (Fahrzeugvollversicherung) und Kfz-Haftpflichtversicherung. In der Fahrzeugteilversicherung (Teilkasko) gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. Verursacht der Fahrer des versicherten Fahrzeugs einen Schaden, so wird der Rabatt wieder zurückgestuft. Typklasse Schadenshäufigkeit und Reparaturkosten des versicherten Kraftfahrzeugs Regionalklasse Schadenshäufigkeit in einem regional begrenzten Gebiet Weiche Tarifmerkmale Weiche Tarifmerkmale dienen zusätzlich der Risikoeinschätzung und gelten besonders für Personenkraftwagen. Häufige Kriterien:

  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Zeitraum seit Ausstellung der Fahrerlaubnis
  • Abstellplatz des Kfz
  • Jährliche Fahrleistung
  • Einschränkung auf bestimmte Fahrer
  • Punktestand im Verkehrszentralregister

Kfz Rechtsschutzversicherung

Zusätzlich zu der eigentlichen Kfz Versicherung gibt es auch eine spezielle Kfz- oder Verkehrsrechtsschutzversicherung. Diese kann einzeln oder auch im Paket mit anderen Rechtsschutzbausteinen abgeschlossen werden. Im Kfz-Bereich kann sich die Rechtsschutzversicherung speziell auf Fahrzeug, Fahrer oder Familie beziehen.

Übliche Komponente einer Kfz Rechtsschutzversicherung:

  • Schadenersatz-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht
  • Steuer-Rechtsschutz
  • Verwaltungs-Rechtsschutz (früher auch Führerschein-RS)
  • Straf-Rechtsschutz
  • Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz
  • Sozialgerichts-Rechtsschutz

Wie kündige ich meine alte Kfz Versicherung?

Der Wechsel der Versicherung ist in der Regel kein Problem, jedoch sollte man sich an die Fristen halten und auf Besonderheiten achten.

Fristgerechte Kündigung zum Ablauf des Versicherungsjahres

  • Die Kfz Versicherung kann immer zum Ende eines Versicherungsjahre gekündigt werden. Das Ablaufdatum finden sie im Versicherungsschein.
  • Die meisten Versicherungsverträge enden am 31.12. und haben einen Monat Kündigungsfrist
  • Das Kündigungsschreiben sollten sie bei der Versicherung bis zum 30.11. vorlegen.

Sonderkündigungsrecht

  • Sie dürfen vorzeitig kündigen, wenn die Versicherung die Beiträge erhöht.
  • Bei Änderung der Typ- oder Regionalklassen steht ihnen ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht zu.

Kündigung im Schadensfall

  • Im Schadensfall ist es möglich die Versicherung innerhalb eines Monats nach Bearbeitungsschluss des Schadens zu wechseln. Dabei spielt die Ablehnung oder Annahme des Schadens durch die alte Versicherung keine Rolle.

Kündigung bei Neuzulassung oder Fahrzeugwechsel

  • Bei einer Neuzulassung oder einem Fahrzeugwechsel, dürfen sie ohne Kündigungsfrist die Versicherung wechseln.

Was sagt die Schadenfreiheitsklasse aus?

Werden kleine Schäden am eigenen Fahrzeug selbst behoben, verändert sich der Beitragssatz der Kaskoversicherung nicht.
Bei größeren Schäden rechnet sich die Inanspruchnahme der Versicherung.

Die Höhe der Beiträge für Autoversicherungen hängt u. a. von der sogenannten Schadenfreiheitsklasse ab. Sowohl für die Haftpflichtversicherung wie für die Vollkaskoversicherung wird mit Hilfe der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) der Schadenfreiheitsrabatt (SF) ermittelt. Die Bestimmung der SF-Klasse wird nach Anzahl der Schadensfreien Jahre bestimmt. Teilkaskoversicherungen werden bei den Schadenfreiheitsklassen nicht berücksichtigt, sie betragen immer 100% des Versicherungsbeitrags.

Schadenfreiheitsklassen für Personenkraftwagen

(Schadenfreie Kalenderjahre | Schadenfreiheits- klasse Haftpfl. | Beitragssatz | Vollkasko Beitragss.)

  • 28 SF 28 30 % 30 %
  • 27 SF 27 30 % 30 %
  • 26 SF 26 30 % 30 %
  • 25 SF 25 30 % 30 %
  • 24 SF 24 30 % 30 %
  • 23 SF 23 30 % 30 %
  • 22 SF 22 30 % 35 %
  • 21 SF 21 35 % 35 %
  • 20 SF 20 35 % 35 %
  • 19 SF 19 35 % 35 %
  • 18 SF 18 35 % 35 %
  • 17 SF 17 35 % 40 %
  • 16 SF 16 35 % 40 %
  • 15 SF 15 40 % 40 %
  • 14 SF 14 40 % 40 %
  • 13 SF 13 40 % 45 %
  • 12 SF 12 40 % 45 %
  • 11 SF 11 45 % 45 %
  • 10 SF 10 45 % 50 %
  • 09 SF 09 45 % 50 %
  • 08 SF 08 50 % 55 %
  • 07 SF 07 50 % 60 %
  • 06 SF 06 55 % 60 %
  • 05 SF 05 55 % 65 %
  • 04 SF 04 60 % 70 %
  • 03 SF 03 70 % 80 %
  • 02 SF 02 85 % 85 %
  • 01 SF 01 100 % 100 %
  • *) SF 1/2 140 % 115 %
  • Schadensklasse SF S 155 %-
  • Anfänger SF 0 230 % 125 %
  • Malusklasse SF M 245 % 160 %

*) Vertrag wird zur ersten Fälligkeit im neuen Jahr in SF ½ eingestuft, wenn der Vertrag im Vorjahr vom 2.1. - 1.7. mit Klasse 0 begonnen hat bzw. Einstufung bei Vertragsbeginn nach Zweitwagen- oder Führerscheinregelung gemäß I.2.2.1 der AKB.

Was zahle ich als Fahranfänger?

Bei Fahranfängern, sowie Versicherungsnehmern mit weniger als drei Jahren Fahrerfahrung erfolgt eine Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse 0 (230%). Der Prozentsatz ist jedoch oft abhängig von der Versicherung.

Wer länger als drei Jahre über eine gültige Fahrerlaubnis verfügt, wird in der Regel in die SF 1 oder 2 eingestuft (100% bzw. 85%). Vorraussetzung ist jedoch zusätzlich ein Führerschein aus einem EU Mitgliedsstaat. Bei Führerscheinen aus Nichtmitgliedsstaaten (z.B. der Türkei), wird dieser nicht anerkannt und der Versicherungsnehmer wird in die SF 0 eingestuft.

 

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