Unkraut & Schädlinge

Drahtwurm bekämpfen: 7 Methoden, um den Schädling zu vertreiben

Drahtwurm-Befall im Garten

Drahtwürmer sind bis zu 5 cm lange, chitingepanzerte Larven der Schnellkäfer. Während die ausgewachsenen, mausgrauen Käfer nur unbedeutenden Schaden an Pflanzen anrichten, sind die Larven umso gefräßiger. Es gibt räuberische Arten, die sich von anderen Larven ernähren und solche, die Pflanzen und vor allem deren Wurzeln vertilgen. Im Garten sind besonders häufig Kartoffeln, Salat, Blumenzwiebeln oder frisch ausgebrachte Sämereien betroffen.

Auf Heimwerker.de nennen wir Ihnen die Möglichkeiten, wie Sie die Schädlinge biologisch, chemisch und mechanisch bekämpfen können, damit Ihr Garten weiterhin optimal gedeiht.

1. Der Drahtwurm frisst Wurzeln sowie Pflanzen und löst Vertrocknungserscheinungen aus

Der Schnellkäfer

Das letzte Stadium der Entwicklung ist für den Drahtwurm der Schnellkäfer. Dieser wird so genannt, weil er sich mit seinem Sprungapparat schlagartig mit einem Klicken in die Höhe katapultieren kann (daher der englische Name, „click beetle“).

Bevor Sie gegen den Drahtwurm zu Felde ziehen, empfiehlt sich ein Überblick über den Schädling. So können Sie besser einschätzen, womit Sie es zu tun haben und worauf Sie Ihr Augenmerkt legen sollten.

Bei den Schädlingen handelt es sich um braune, bis zu 5 cm lange Larven. Ihr Name stammt von der länglichen, durch den harten Panzer aus Chitin meist steifen Form. Der vollständige Entwicklungszyklus der Drahtwürmer beziehungsweise der Schnellkäfer umfasst mehrere Jahre vom Ei an.

Lebenszyklus von Ei ueber Drahtwurm zu Schnellkaefer

Der Lebenszyklus des Schnellkäfers, vom Ei über die Larve und die Puppe zum Imago, der Adultform.

Der Drahtwurm ernährt sich hauptsächlich von Wurzeln und Pflanzen wie Möhren, Kartoffeln und Salat. Einen Befall können Sie vermuten, wenn trotz ausreichender Feuchtigkeit Vertrocknungserscheinungen bei den entsprechenden Pflanzen vorliegen.

2. Wie werde ich den Drahtwurm am besten los?

Drahtwuermer bedrohen landwirtschaftliche Ernte

Landwirtschaftliche Erträge wie Kartoffeln oder Mais sind beim Befall mit Drahtwürmern bedroht. Die Drahtwürmer zu bekämpfen wird dadurch zur Priorität.

Natürliche Feinde des Drahtwurms sind Ameisen, Vögel, Igel, Eidechsen und Hühner. Da das Vorkommen dieser Fressfeinde im Garten aber nur schwer beeinflusst werden kann, bieten sich einige Tricks an, um dem Schädling Herr zu werden.

  1. Wenn der Wurm bereits im Beet ist, kann man ihn mit verschiedenen Ködern anlocken. Eine halbierte und mit der Schnittfläche nach unten eingegrabene Kartoffel lockt den Wurm an und man kann den Köder nach ein paar Tagen ausgraben und die Würmer einsammeln. Diese Anleitung ist eine besonders einfache Methode, um den Drahtwurm mechanisch zu bekämpfen.
  2. Bei starkem Befall kann man im Herbst einen Graben ausheben, ihn mit Stallmist füllen und abdecken. Im nächsten Frühjahr sammeln sich hier die Würmer und man kann den Graben ausheben und die Würmer vernichten.
  3. Ein Hochbeet macht es schwieriger für die Insekten, an Nutzpflanzen zu kommen. Hochbeete können Sie selber bauen oder günstig kaufen. So entziehen Sie den Würmern die Nahrung.
    • Hochbeet auf Amazon.de anschauen
  4. Harken Sie den Boden an trockenen Tagen und setzen Sie die Insekten der Trockenheit und den Fressfeinden aus.
  5. Kalkstickstoff gilt nicht direkt als chemisches Bekämpfen wie etwa durch ein Pflanzenschutzmittel. Dennoch ist das Mittel wirksam und zulässig, aber nicht unumstritten für die Gesundheit.
  6. Nematoden sind Fadenwürmer, die Sie von August bis Oktober aussetzen können. Die Bakterien, die an ihnen leben, sind für Drahtwürmer tödlich.
  7. Tagetes und Ringelblumen halten den Schädling angeblich fern. Eine Beeteinrahmung aus diesen Blumen sollte das Gemüse also schützen. Wenn Sie den Drahtwurm derart biologisch bekämpfen, ist der optische Effekt zusätzlich positiv.
  • Ringelblumensamen auf Amazon.de anschauen

Tipp: Vorbeugung ist besser als Nachsicht. Eine regelmäßige Lockerung des Bodens reduziert das Risiko eines Befalls. Auch ein Kalken der Erde ist vorzeitig ein gutes Mittel, um die Schädlinge fernzuhalten. So können Sie Drahtwürmer präventiv bekämpfen.

3. Die Mittel zur Bekämpfung von Drahtwürmern bieten verschiedene Vor- und Nachteile

Chemische Behandlung der Pflanzen ist nicht erlaubt

Pestizide sind in der EU streng reguliert und keine Option für den Garten.

Drahtwürmer chemisch zu bekämpfen gilt meist als die letzte Wahl, da dabei die Umgebung meist stark belastet wird. Doch auch wenn Sie die Drahtwürmer mechanisch oder biologisch bekämpfen wollen, bieten sich nicht automatisch nur Vorteile. Unter anderem sind viele der Methoden experimentell, Allzweck-Haushaltsmittel wie Essig haben hier nach Erfahrungen keine Anwendung.

Manche Methoden, die an anderer Stelle genannt werden, haben wir Ihnen in der Hauptliste nicht aufgeführt, da sie nicht realisierbar genug sind. Pilze, wie etwa gewisse Metarhizium-Stämme, wirken zum Beispiel nachteilig für den Drahtwurm. Doch es ist sehr schwierig, den richtigen Stamm für die vorhandene Wurmart zu finden.

3.1. Biologische Mittel sind experimentell

    Vorteile
  • Kein Risiko Selbst wenn die Wirksamkeit mangelhaft ist, gibt es keine schädlichen Effekte.
  • Naturverträglich Es erfolgt kein negativer Eingriff in die Umwelt
  • Optisch ansehnlich Methoden wie Ringelblumenpflanzung setzen visuelle Akzente
    Nachteile
  • Keine garantierte Wirksamkeit Bestimmte Mittel wirken nur auf bestimmte Arten von Larven, viel Ausprobieren nötig
  • Nicht gegen starken Befall Hauptsächlich wirksam bei überschaubarem Befall, bei zu vielen Drahtwürmern nicht voll wirksam

3.2. Mechanische Methoden wirken nicht flächendeckend

    Vorteile
  • Gut für den Boden Regelmäßiges Auflockern der Erde hat zusätzliche positive Eigenschaften
  • Naturverträglich Auch hier wird die Umwelt nicht belastet
    Nachteile
  • Ständige Erneuerung Die Methoden müssen oft wiederholt werden
  • Wirkt nur anteilig Lediglich ein Teil der Schädlinge in einem Bereich wird damit vertrieben oder vernichtet

Letztendlich ist eine Kombination aus mehreren Methoden die beste Möglichkeit, um den Schädlingen beizukommen.

4. Zusätzliche Fragen zur Schädlingsvertreibung

Da eine Bekämpfung von Drahtwürmern mit verschiedenen Unterarten oft eine Fülle an Variablen haben, sind alle davon kaum abzudecken. Für einige Unterarten liegen zudem mehr Informationen vor als für andere. Hier haben wir Ihnen noch weitere Fragen beantwortet, die auf einige der erwähnten Mittel eingehen, um Ihnen bei der Entscheidung der angemessenen Methode zu helfen.

4.1. Gibt es stärkere Mittel, um den Drahtwurm chemisch zu bekämpfen?

Es sind keine Pestizide gegen den Drahtwurm zugelassen, die chemische Bekämpfung ist also in ihrer Varianz beschränkt.

» Mehr Informationen

4.2. Welche Kalkdünger sollte ich einsetzen?

Es gibt verschiedene Kalkdünger für verschiedene Pflanzenarten. Suchen Sie nach aktuellen Kaufberatungen zu Kalk für die von Ihnen anvisierten Pflanzen, um den besten Effekt zu erzielen.

» Mehr Informationen

Bildnachweise: stock.adobe.com/Anatoliy, stock.adobe.com/Kazakova Maryia, stock.adobe.com/kordeo, stock.adobe.com/Надежда Урюпина (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)