Nutzpflanzen

Ginko pflanzen: So wächst und gedeiht der Goethebaum optimal

Wer einen Ginkgo das erste Mal erblickt, könnte ihn fast mit einem Laubbaum verwechseln, immerhin deuten die langstieligen Blätter, deren Form an einen Fächer erinnern, auf eine derartige Zugehörigkeit hin. Aus botanischer Perspektive erweist sich dieser erste Eindruck jedoch schnell als falsch: Vor vielen Millionen Jahren ist der Ginkgo bereits entstanden, zu einer Zeit, zu der es noch keine Laubbäume gab.

In Pflanzenkatalogen wird der Ginkgo von daher meistens unter der Kategorie der Nadelgehölze geführt, denen er botanisch näher steht als den Laubgehölzen. Lesen Sie in der folgenden Anleitung auf Heimwerker.de unsere Tipps, wie und wann Sie den Ginkobaum richtig pflanzen.

1. Der „Goethebaum“: Die Geschichte des Ginko-Baums auf der ganzen Welt

Ginkgo und Goethe

Im Jahr 1815 erschien ein Gedicht Goethes über den Ginkgo, das in erheblichen Maße zu einer Steigerung des Bekanntheitsgrades dieses Baumes beitrug. In einem in der Goethestadt Weimar gegründeten Ginkgo-Museum kann man sich noch heute über die spannende Geschichte und verschiedene Facetten des Ginkgo biloba informieren.

Der Ginkgo-Baum hat eine lebhafte Geschichte und ist viel rumgekommen. Ausgestorben nach der Eiszeit in Europa, wurde er um 1730 etwa aus dem fernen Osten wieder nach Europa exportiert.

Als gern gesehene Zierpflanze in herrschaftlichen Gärten machte der Ginkgo schnell von sich reden und sein eigenwilliges Aussehen verschaffte ihm viele Bewunderer, denn neuartige, exotische Pflanzen waren zu dieser Zeit gerade im Trend.

Auch in der damaligen Kunstszene avancierte der Ginkgo zu einem beliebten Motiv: Ob auf Hausfassaden oder als Schmuck-Vorlage, im Jugendstil wurde reger Gebrauch vom Ginkgo-Blatt als Ornament gemacht.

Auch in Sachen Namen ist der Baum vielseitig unterwegs. Der botanisch korrekte Name lautet Ginkgo biloba. Während die Bezeichnung „biloba“ für die Zweilappigkeit der Blätter steht, geht „Ginkgo“ auf eine fehlerhafte Übersetzung aus dem Japanischen zurück (ursprünglich Ginkyo für Gin [=Silber] und kyo [=Aprikose]).

Tatsächlich lässt sich eine gravierende Ähnlichkeit zwischen Aprikosen und den Früchten des weiblichen Ginkgos feststellen. Inzwischen ist sogar die Schreibweise „Ginko“ zulässig, verankert in der Rechtschreibreform.

Weitere Namen, unter denen der Ginkgo bekannt ist, sind Chinesischer Tempelbaum, Elefantenohr- und Entenfußbaum, Goethebaum, Goldfruchtbaum, Mädchenhaarbaum, Silberaprikose und Weltenbaum. Da der Gingko aufgrund seiner besonderen Vergangenheit und seines Potentials für die Zukunft zudem als „Baum des Jahrtausends” ausgezeichnet wurde, wird er hin und wieder auch als Jahrtausendbaum bezeichnet.

ginko blätter in schale

Die Blätter des Baumes erfreuten sich auch in der Kunst an großer Beliebtheit.

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2. Ginko-Basiswissen: Merkmale, Standort und Blütezeit

Bevor Sie Ginko in Ihrem Garten pflanzen, sollten Sie wissen, was für eine Pflanze Sie sich da überhaupt ins Haus holen. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss:

Kategorie Info
Äußere Merkmale
  • der Ginko ist ein Großbaum, der von von 2000 cm bis 4000 cm in die Höhe und von 1000 cm bis 1500 cm in die Breite wächst
  • die Farbe von Blatt und Blüte ist grün
  • während die Blüten sich durch eine Kätzchen-Form auszeichnen, haben die Blätter eine fächerartige Form
Standort
  • der richtige Standort, um Ginko zu pflanzen, ist sonnig bis halbschattig
  • lehmige, nährstoffreiche Böden wirken besonders wachstumsfördernd
  • da Ginko sehr anpassungsfähig ist, wächst und gedeiht er aber auch auf anderen Böden gut
Blütezeit
  • die beste Jahreszeit zum Pflanzen von Ginko ist der Frühling, robuste und ältere Ginkobäume (mind. 6 Jahre alt) können Sie auch im Herbst pflanzen
  • die Blütezeit geht von März bis April
ginko frucht

Die Ginkofrüchte bilden sich ab September und sondern einen unangenehmen Geruch ab, wenn sie reif sind.

3. Ginko richtig pflanzen: So gehen Sie vor

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen des Ginkobaums ist im Frühjahr. Wollen Sie Ginkosamen pflanzen, müssen Sie diese 24 Stunden lang in warmen Wasser aufquellen lassen, bevor Sie sie in die Anzuchterde geben. An einem warmen, hellen Platz beträgt die Keimdauer nach dem Pflanzen der Ginkosamen mindestens 3 bis 4 Wochen.

Wollen Sie einen Ginkobaum pflanzen, müssen Sie ein Pflanzloch ausheben, das groß genug ist, und reichern dieses mit Kompost an. Halten Sie den Ginko gleichmäßig feucht, indem sie die Pflanze regelmäßig gießen.

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4. FAQ: Fragen und Antworten rund ums Ginkobaum pflanzen

4.1. Kann man Ginko im Kübel pflanzen?

Ja, das ist kein Problem. Mit der richtigen Pflege und Dünger können Sie den Fächerblattbaum gut im Kübel oder Topf anpflanzen und kultivieren. Einen Unterschied gibt es allerdings zu beachten zwischen Ginkos, die Sie im Topf kultivieren, und Ginkos im Garten: Da die Wurzelballen im Kübel weniger gut vor Frost geschützt sind, können Sie Kübelpflanzen nicht im Freien überwintern lassen, ein Ginkobaum im Garten ist hingegen winterhart.

In der Regel ist Ginko winterhart, Ginko-Kübel- oder Topfpflanzen sollten Sie jedoch besser im Warmen überwintern.

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4.2. Kann man Ginko als Heilpflanze verwenden?

Bestimmt haben Sie schon einmal vom „Ginkgo-Extrakt“ gehört. Dieser gesundheitsfördernde Stoff wird aus den Blättern der Ginkopflanze gewonnen. Verordnet wird Gingko-Extrakt häufig bei nachlassender Gedächtnisleistung, aber auch zur Förderung der Durchblutung. Wollen Sie Gingko-Extrakt günstig kaufen, sollten Sie sich nach einer Kaufberatung in der Apotheke Ihres Vertrauens erkundigen, um das richtige Präparat für Ihren Bedarf zu finden.

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