Nutzpflanzen

Haselnussbaum-Steckbrief: Alles über die Pflege, Krankheiten und Co.

  • Die Geschichte des Haselnussbaumes reicht bereits bis 6000 v. Christus zurück. Die Pflanze ist extrem widerstandsfähig und braucht wenig Pflege.
  • Auch in der Medizin ist die Haselnuss beliebt. Mit einem Sud der Blätter und Kätzchen können Sie Ihren Stoffwechsel ankurbeln.
  • Haselnussbaumkrankheiten kommen nur selten vor. Am häufigsten leidet die Pflanze unter Mehltau, den Sie an einem weißen Belag auf den Blättern erkennen.

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Der Haselnussbaum gehört zur Gattung der Hasel (Corylus Avellana) und umfasst 150 Arten ein- oder mehrstämmiger, laubabwerfende Bäume und Büsche und zählt zu den Birkengewächsen.

Er wächst in ganz Europa, außer in Nordrussland und -skandinavien, in Nordamerika und -afrika und im Westen Asiens. Wichtigstes Kriterium ist, dass die Luft sommerwarm und der Boden gut durchlüftet ist.

In unserem Haselnussbaum-Steckbrief auf Heimwerker.de erfahren Sie alles rund um das beliebte Gartengewächs. Unter anderem erfahren Sie, wie es mit der Haselnussbaum-Pflege aussieht und was Sie bei Haselnussbaumkrankheiten tun können.

1. Allgemeines zum Haselnussbaum: Pflanze mit langer Tradition

Der Haselnussbaum ist ökologisch äußerst anpassungsfähig, denn er wächst sowohl an Bachufern, als auch an Steilhängen oder Waldrändern.

Der Haselnussbaum hat eine lange Geschichte, denn schon 6000 v. Chr. war sein Vorkommen so groß, dass man diese Zeit auch die „Haselzeit“ nennt. Er wird bis zu 100 Jahre alt und bis zu 20 Meter hoch.

Der Haselnussbaum ist eine Pionierpflanze. Das bedeutet, dass er besondere Anpassungen an die Besiedlung noch vegetationsfreier Gebiete besitzt und den Boden für andere Pflanzen vorbereitet.

2. Holz und Rinde: Als Möbelholz und Straßenbepflanzung beliebt

Der Stamm des Haselnussbaumes glänzt und ist graubraun bis rötlich gefärbt. Die Rinde löst sich in Schuppen ab und ist längsrissig. Er wird bis zu 18 Zentimeter dick und wird meistens durch viele kleinere Abzweigungen ergänzt.

Das Holz ist gelblich-weiß und wird für die Möbelherstellung genutzt. Vor allem aber wird der Haselnussbaum als Straßenbaum angepflanzt.

3. Das Aussehen: Gezackte Blätter und runde Früchte

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Haselnüsse bieten wichtige Nährstoffe für Mensch und Tier.

Die Blätter des Hasels sind circa 5-10 Zentimeter lang, auf der Oberseite mittelgrün und auf der Unterseite deutlich heller. Sie sind wechselständig angeordnet, das heißt, die Blätter stehen einzeln entlang der Sprossachse, also entgegengesetzt. Sie sind leicht behaart und rund bis herzförmig.

Die Ränder sind doppelt gezackt. Außerdem kann man an der Unterseite einige deutlich hervortretenden Blattnerven erkennen/erfühlen.

Haselnüsse werden bis zu 20 Millimeter lang und haben eine braune Färbung. Meistens wachsen in Gruppen von 1-3 anderen Haselnüssen.

Sie sind und waren es auch schon immer, unheimlich wichtig für die Ernährung, sowohl vom Menschen, als auch von Tieren. Denn sie enthalten viele gesättigte, also gesunde Fettsäuren.

Mit einem Fettanteil von bis zu 70 Prozent und 650 Kilokalorien stellen Haselnüsse allerdings auch eine Gefahr für das Herz-Kreislaufsystem dar. Der Großteil der Ernte fließt in die Back- und Süßwarenbranche. Dort werden sie zu Nugat, Speiseeis oder Krokant verarbeitet.

Tipp: Die Haselnussbaum-Ernte ist zwischen September und Oktober. Allerdings fallen die Nüsse nicht von alleine zu Boden. Manchmal hilft kräftiges Rütteln.

4. Haselnussbaum und Medizin: Regen Sie Ihren Stoffwechsel an

Der Haselnussbaum in der Mythologie

Im alten Rom galt ein Zweig der Hasel als Friedenssymbol und bei den Kelten waren Haselzweige wertvolle Grabbeigaben. Die Hasel gilt als Blitzableiter und Haselzweige werden häufig als Wünschelruten verwendet. Mit dieser kann man dann alte Schätze finden. Es wird gesagt, dass man, wenn man unter einem Haselnussbaum schläft, in seinen Träumen in die Zukunft sehen kann, denn er gilt auch als Baum der Weisheit.

Ein Aufguss aus den weichen Kätzchen der Hasel senkt Fieber und ist schweißtreibend. Ein Umschlag hilft gegen Krampfadern und Venenentzündungen und eine Kompresse kühlt geschwollene Augen und sinkt die Entzündungsgefahr bei Wunden.

Wenn sie die Blätter und die Kätzchen abkochen, erhalten Sie ein Wundermittel gegen Fettleibigkeit und ein Mittel zur Anregung des Stoffwechsels. Mit Haselnuss-Massageöl lassen sich außerdem Falten wegmassieren.

Auch beim Kochen wird Haselnussöl häufig verwendet. Aufgrund seines nussigen Geschmacks, passt es hervorragend zu Salat und soll beispielsweise gegen Steinleiden helfen.

5. Beliebte Bewohner des Haselnussbaumes: Das Eichhörnchen

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Eichhörnchen lieben Haselnüsse und riechen sie bereits von Weitem.

Bewohner des Haselnussbaums sind vor allem Eichhörnchen, denn diese lieben Haselnüsse! Innerhalb von wenigen Sekunden haben Sie die harten Nüsse mit ihren kräftigen Nagezähnen geöffnet und laben sich an der köstlichen Frucht. Schon aus 30 Zentimetern Entfernung kann ein Eichhörnchen im Boden liegende Haselnusssamen riechen.

Eichhörnchen sind aber generell Allesfresser: Rinde, Pilze, Würmer, ja sogar Vogelbabys stehen auf ihrem Speiseplan. Im Winter wird die Nahrung allerdings knapp. Deshalb legen sie sich im Herbst große Vorräte an und vergraben sie im Boden oder verstecken sie in Baumlöchern, Astgabeln oder Rindenspalten.

Manchmal vergessen sie ihre Vorräte jedoch, sodass die im Boden vergrabenen Samen im Frühjahr anfangen zu keimen und so erheblich zur Erneuerung des Waldes beitragen.

6. Der Haselnussbaum im Garten: Pflege und Schutz vor Krankheiten

Ja, es geht! Denn der Haselnussbaum ist äußerst anspruchslos und flexibel. Solange er etwas Sonne abkriegt und der Boden nicht allzu feucht ist, kann er wunderbar in Ihrem Garten wachsen. Allerdings sollten Sie ihn an einem Standort pflanzen, der frostgeschützt ist, da die Kätzchen sehr empfindlich sind.

Er ist windfest und eignet sich auch hervorragend als Bodenbefestiger in Hanglagen. Die Haselnussbaum-Pflege ist unkompliziert und hat auch selten mit Pilzen oder anderen Schädlingen zu kämpfen. Alles zum Thema Haselnussbaumkrankheiten finden Sie hier.

Hier sehen Sie einen Haselnuss-Steckbrief, abgestimmt auf die Pflege der Pflanze:

Pflege Einzelheiten
Standort
  • Haselnussbaume präferieren Schatten
  • lockerer, wasserdurchlässiger Boden
Pflanzzeit
  • Haselnussbaum im Herbst pflanzen
  • Haselnussbaum-Wurzeln vor dem Einpflanzen in Flüssigdünger tauchen
Ernte
  • etwa Anfang September
  • nur reife Früchte ernten
  • Früchte durch Schütteln der Äste ablösen
Gießen/Düngen
  • Jungpflanzen mit Kompost versorgen, danach kein Düngen notwendig
  • während der Wachstumsphase an heißen Tagen gießen
  • ausgewachsene Pflanzen benötigen kein zusätzliches Wasser
Blüte
  • Blütezeit des Haselnussbaumes erfolgt bereits im späten Februar/März
Rückschnitt
  • direkt nach der Ernte Haselnussbaum schneiden
Überwintern
  • im Winter benötigen Haselnussbäume an windgeschützten Orten keinen weiteren Überwinterungsschutz

Hinweis: Da der Haselnussbaum kein Selbstbestäuber ist, ist ein zweiter Baum immer erforderlich und unumgänglich!

6.1. Vermehrung: Ableger, Stecklinge und Steckhölzer

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Wollen Sie Ihren Haselnussbaum im Garten vermehren, sollten Sie ausreichend Schatten bieten.

Bei der vegetativen Vermehrungsform des Absenkens wird ein elastischer Ast des Baumes in eine circa 10 Zentimeter tiefe Bodenrille gelegt und nach einigen Tagen mit Erde bedeckt. Die Verbindung zum Baum bleib bestehen, Nährstoffe können problemlos vom Mutterbaum übertragen werden.

Das obere Triebende sollte etwa 10 Zentimeter aus dem Boden schauen. Dort bilden sich dann im nächsten Frühjahr die ersten Knospen. Der im Boden liegende Ast hat bereits nach wenigen Wochen eigene Wurzeln entwickelt und kann von dem Mutterbaum getrennt werden.

Stecklinge sind bleistiftlange lange, beblätterte, abgeschnittene Sprossenteile. Diese werden in den Boden gesteckt, aber nur so weit, dass sie gerade eben von alleine stehen bleiben. Sorgen Sie für ausreichend Schatten und Schutz.

Generell können Blätter und Knospen a dem Steckling dran bleiben. Der Teil, der in die Erde gesteckt wird, sollte jedoch blatt- und knospenlos sein, damit keine Fäule im Erdreich entsteht.

Tipp: Die Stecklinge benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, die man durch Abdecken mit einer dünnen Folie oder mit einem umgestülpten Einmachglas, gewährleisten kann. Im Frühjahr beginnt die junge Hasel dann anzuwachsen.

6.2. Haselnussbohrer

Der Haselnussbohrer gehört zu der Familie der Rüsselkäfer und ist circa 8-10 Millimeter lang. Er ist schwarz, braun und weiß und seine Oberfläche ist schuppig. Er hat einen langen gebogenen Rüssel, der bei den Weibchen sogar länger als der Körper ist.

Die erwachsenen Haselnussbohrer fressen die Blätter der Hasel, was aber nur einen geringen Schaden verursacht. Viel schlimmer sind die Larven, die von den Weibchen im Juni in die Nuss gelegt werden. Sie fressen die Nuss von innen leer verlassen sie im August. Zurück bleiben nur kleine Kotkrümel.

Eigentlich können Sie nicht viel tun, um zu verhindern, dass der Rüsselkäfer Ihre Ernte zerstört. Achten Sie einfach darauf, befallene Früchte zu entfernen oder die auf Blättern sitzenden Käfer herunter zu schütteln. Die Bekämpfung mit parasitären Nematoden ist äußerst schwierig und noch nicht vollends erforscht.

6.3. Haselnussmehltau

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Es gibt viele Arten des Mehltaus, die nicht nur die Haselnuss befallen.

Mehltau gehört zu den häufigsten Haselnusskrankheiten. Haselnussmehltau erkennen Sie an dem weißen Überzug auf der Unterseite der Blätter. Dieser Überzug ist durchsetzt von kleinen schwarzen Kügelchen.

Er überwintert auf liegengebliebenem Falllaub und entzieht dem Blatt im Spätsommer oder im Herbst alle Nährstoffe. Dadurch welkt es und stirbt letztendlich ab.

Wenn Ihr Haselnussbaum in geringem Umfang befallen ist, reicht es oft schon aus, einfach die Triebspitzen zu entfernen. Bei einem stärkeren Befall sollte der Baum gut zurückgeschnitten werden und mit chemischen Mittel bearbeitet werden. Greifen Sie hier nicht zum günstigsten Mittel und beachten Sie die Anleitung auf der Verpackung.

Obwohl es noch weitere Schädlinge, wie beispielsweise die Haselnussblattlaus oder die Haselmaskenzikade gibt, muss man dennoch sagen, dass der Haselnussbaum ein relativ unkomplizierter Baum ist (zumindest was den Pilz- und Schädlingsbefall angeht).

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7. Heimwerker.de beantwortet häufige Fragen zur Hasel

Nachdem wir unseren Haselnuss-Steckbrief präsentiert haben, wollen wir an dieser Stelle noch auf einige der häufigsten Fragen eingehen.

7.1. Meine Haselnuss stirbt ab, was kann ich tun?

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Haselnusssträucher sind kleiner, tragen dafür aber größere Früchte als Haselnussbäume.

Haselnussbäume können sehr alt werden, umso schmerzvoller ist es, wenn plötzlich die Haselnuss abstirbt. Werden die Blätter der Pflanze welk werden, sollten Sie diese genau auf Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse oder Laubkäfer untersuchen. Werfen Sie auch einen Blick unter die Erde und begutachten Sie die Wurzeln.

Erkennen Sie wiederum einen weißen Belag auf den Blättern, könnte es sich um Mehltau oder einen anderen Pilzbefall handeln. Schneiden Sie die befallenen Teile ab und nutzen Sie ein geeignetes Schädlingsmittel.

7.2. Wo liegen die Unterschiede zwischen Haselnussbaum und Haselnussstrauch?

Während der Haselnussbaum bis zu 20 Meter hoch werden kann, erreicht der Haselnussstrauch eine Höhe von etwa fünf bis sechs Metern. Der Haselstrauch wächst mit mehreren verzweigten Stämmen, während der Haselnussbaum nur einen Stamm besitzen.

Tipp: Sind Sie auf eine besonders große Ernte aus, sollten Sie auf den Haselnussstrauch setzen. Dieser bekommt größere Früchte.

7.3. Wie viele Haselnussbaum-Sorten gibt es?

Zu den Gewächsen der Hasel zählen über 150 Arten, eine genaue Angabe lässt sich aber nicht bestimmten. Besonders beliebte Arten sind bei uns die Zellernuss und die Lambertsnuss. Es gibt aber auch einige Arten, die nicht so bekannt sind und einige besondere Eigenschaften besitzen.

Unsere Auswahl kann auch als kleine Kaufberatung dienen, wenn Sie überlegen, sich einen Haselnussbaum für Ihren Garten zu kaufen.

Haselnuss-Art Eigenschaften
Korkenzieher-Hasel
  • Zuchtform der Wald-Haselnuss
  • Zweige sind stark gewunden und wachsen korkenzieherartig
  • Nüsse sind essbar, aber Ernte nicht sonderlich ertragreich
Maxima Purpurea
  • auch als Bluthasel bekannt
  • besonders auffallende, dunkelrote Blätter
  • Nüsse besonders zum frischem Verzehr geeignet
Webbs Preisnuss
  • kleiner Haselnussbaum für Gärten mit weniger Fläche
  • Nüsse sind mild-süßlich im Geschmack
  • guter Ernte-Ertrag
Türkische Baumhasel
  • besonders robuste Sorte, kaum krankheitsanfällig
  • verträgt mehr Sonne als andere Sorten
  • Früchte angenehm mild

7.4. Wann beginnt die Haselnussbaum-Blüte?

Die Haselnussbaum-Blüte beginnt, je nach Sorte, im Februar oder März. Dabei ist die Blüte nicht ganz so auffällig, wie etwa bei Kirschbäumen. Die Blüten erscheinen noch vor den Blättern und werden auch Kätzchen genannt. Sie hängen oft zu zweit bis viert an den Zweigen herunter und besitzen gelbliche Blüten.

7.5. Wie schnell wachsen Haselnussbäume?

Besonders junge Haselnussbäume wachsen in den ersten Jahren erstaunlich schnell, bis zu 60 cm pro Jahr. Nachdem der Baum allerdings richtig angewachsen ist, geht das Wachstum zurück, etwa auf 30 cm pro Jahr.

Bildnachweise: stock.adobe.com/Ingo Bartussek, stock.adobe.com/Marek Mnich , stock.adobe.com/Natureimmortal , stock.adobe.com/ cosca , stock.adobe.com/Miyuki Satake , stock.adobe.com/Marc (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)