Garteneinrichtung & Überdachung

Kleingarten pachten: 5 Tipps für die Übernahme eines Schrebergartens

ein schrebergarten oder kleingarten mit angebauten pflanzen

Großstädter oder Familien in Wohnungen kennen es vielleicht: Trotz der Liebe zur Natur hat man keine Möglichkeit, diese auszuleben, weil zum Wohnraum kein eigener Garten gehört oder es in der Nähe nur eine gemeinschaftlich genutzte Grünfläche gibt, in der von den Anwohnern nichts verändert werden darf. In manchen Fällen gibt es eine einfache Lösung: Sie können einen Kleingarten pachten.

Auch wenn das erstmal sehr simpel klingt, gibt es einige Dinge, die beim Pachten eines Kleingartens zu berücksichtigen sind. Auf Heimwerker.de erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Anforderungen, den vertraglichen Besonderheiten und den Kosten. Zudem bieten wir Ihnen eine Checkliste als übersichtliche Anleitung vor der Gartenbesichtigung.

1. Was bedeutet es, einen Kleingarten zu pachten?

Kleingärten, auch Schrebergärten genannt, gehören in der Regel zu einer Kleingartenkolonie, die wiederum von einem Kleingartenverein verwaltet wird. Diese Grundstücke sind vergleichsweise günstig zu pachten und bieten Menschen ohne eigenen Garten die Möglichkeit zum Gemüseanbau und der Entspannung auf Gartenmöbeln im Grünen.

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Meistens verfügen die Grundstücke über eine Laube, die laut dem Bundeskleingartengesetz gestattet ist – in diesem wird auch die maximale Größe der Laube in Quadratmetern geregelt, sowie die Bezugsbedingungen. Denn ein dauerhaftes Wohnen ist in der Gartenlaube nicht erlaubt.

Zusätzlich liefern die Gärten Gleichgesinnten Kontaktmöglichkeiten und die Option, das Umwelt- und Naturschutzbewusstsein zu stärken und durch ökologischen Anbau zur Anwendung zu bringen.

2. Der erste Schritt führt zum Kleingartenverein

kommune eines kleingartenvereins

Kleingartenvereine verwalten die Vergabe von Grundstücken. Der Eintritt in einen Verein ist notwendig, um einen Schrebergarten zugeteilt zu bekommen.

Ohne Verein ist es kaum möglich, einen Kleingarten zu pachten. Sie sollten daher zuerst einmal Mitglied in einem Kleingartenverein werden. Anschließend können Sie sich für einen Schrebergarten vormerken lassen. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. informiert über die Kontaktdaten für Kolonien in der Nähe von der Stadt, in der Sie wohnen.

Besonders nahe Großstädten ist die Anfrage derart hoch, dass Sie ohne Verein kaum die Gelegenheit bekommen, einen Kleingarten zu pachten. Wer daher den Gestaltungsvorschriften und Regeln der Vereine hinsichtlich der Nutzung Ihrer Grundstücke nicht folgen möchte, geht meistens leer aus.

Empfehlung: Sind die Kolonien nicht gerade ländlich gelegen, ist die Nachfrage meist deutlich höher als das Angebot. Nahe Großstädten gibt es jahrelange Wartelisten. Setzen Sie sich also umgehend auf eine Warteliste, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Kleingarten zu pachten.

3. Worauf sollte man bei der Gartenbesichtigung achten?

ein igel in einem kleingarten-grundstueck

Bevor man einen Kleingarten genießen kann, muss man festlegen, welche Anforderungen an das Grundstück erfüllt werden müssen.

Erhalten Sie die Möglichkeit, einen Kleingarten zu pachten, sollte es natürlich nicht der erstbeste sein. Die Anforderungen sind je nach Bedarf unterschiedlich, schließlich wollen manche Menschen den Garten zur Erholung, während andere ganzflächig Obst und Gemüse anbauen wollen. Dennoch gibt es einige allgemeine Elemente, auf die Sie bei einer Gartenbesichtigung achten sollten:

Element Bedeutung
Ausrichtung
  • Sonneneinfall für bestimmte Pflanzen
  • Besteht eine Ausrichtung nach Süden? Bekommen die Pflanzen genug Sonne?
Boden
  • Nährstoff für Pflanzen
  • Ist der Boden sauer, kalkhaltig, lehmig?
Abgrenzung
  • Sichtschutz zu den Nachbarn
  • Dürfen Sie Abgrenzungen errichten oder Bäume pflanzen?
Nutzen
  • Vorschriften zur Nutzung
  • Das Bundeskleingartengesetz regelt bereits die maximale Fläche und eine verpflichtende Nutzung eines Drittels für Obst- und Gemüseanbau.
  • Bestehen durch die Regeln der Kleingartenanlage zusätzliche Einschränkungen des Nutzens?
Übernahme
  • Übernahme vom Vorpächter
  • Was muss an Pflanzen, Gerätschaften und Bauten übernommen werden?
  • Wie hoch fallen die Kosten aus?

Haben Sie diese Checkliste abgearbeitet, lässt sich anhand Ihrer Vorstellung an die Nutzung und die Leistungen durch den Verein eine Vorentscheidung treffen.

4. Die höchsten Kosten liegen in der Übernahme

laube und pflanzen muss man bei der uebernahme bezahlen

Laube und bestehende Pflanzen muss man dem vorherigen Pächter abkaufen.

Einen Kleingarten zu pachten ist von den laufenden Kosten meist recht erschwinglich. Viele Vereine sind stolz darauf, die Möglichkeit auch geringverdienenden Menschen zur Verfügung zu stellen.

Allerdings täuschen die jährlichen Kosten manchmal etwas, denn bei der Übernahme muss oft eine Ablösesumme an den Vorpächter gezahlt werden, welche die Laube sowie die Pflanzen und gepflanzten Bäume umfasst. Dazu wird durch einen Schätzer des Vereins eine Summe zusammengestellt, die in der Regel etwa 2000 Euro oder, in größeren Städten, 3000 Euro oder mehr betragen kann.

Die reine Pacht ist jährlich im Schnitt deutlich unter 100 Euro, durch zusätzliche jährliche Kosten wie Wasser- und Stromgeld, Versicherung und den Mitgliedsbeitrag im Verein kommt man auf einen jährlichen Schnitt von etwa 200 bis 400 Euro.

Potentielle Zusatzkosten entstehen, da man zur Pflege des eigenen Gartens verpflichtet ist. Besitzt man keine Gartengeräte wie Rasenmäher, Scheren und Schaufeln, müssen diese also auch übernommen oder neu gekauft werden.

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5. FAQ: Weitere Fragen zum Pachten von Kleingärten

Ernte

Die Ernte an Obst und Gemüse im Kleingarten ist nur für den Eigengebrauch und darf rechtlich gesehen nicht verkauft werden. Der Kleingarten ist zur nichterwerbsmäßigen Nutzung vorgeschrieben.

Pachten ist nicht gleich kaufen, und selbst eine Kaufberatung wäre durch die massiven Unterschiede je nach Verein und Lage schwierig. Dennoch ist es sowohl aus finanzieller als auch aus organisatorischer Hinsicht empfehlenswert, einen umfassenden Überblick über das Pachten von Kleingärten zu erhalten. Daher beantworten wir an dieser Stelle weitere Fragen, die sich häufig stellen.

5.1. Darf man in einem Kleingarten bauen?

Das hängt sowohl von den bundesweiten Vorgaben als auch von den Regeln des Vereins ab. Ein Gartenhaus ist erlaubt, solange dieses nicht ein Grundmaß von 24 Quadratmetern überschreitet. Eine Freifläche mit einer Markise zu überdachen zählt jedoch nicht zur Hausfläche. Informieren Sie sich vorab, welche Baumaßnahmen gestattet sind.

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5.2. Wer pflegt die Gemeinschaftsflächen?

Normalerweise wird erwartet, dass Gemeinschaftsflächen der Anlage, wie zum Beispiel Wege, von den Vereinsmitgliedern im Wechsel gepflegt werden. Auch nicht genutzte Grundstücke müssen abwechselnd gemäht werden. Können oder wollen Sie diese Arbeit nicht leisten, ist ein Arbeitsgeld von bis zu 100 Euro an den Verein zu entrichten, der daraufhin die jährliche Arbeit übernimmt.

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Bildnachweise: stock.adobe.com/Holund, stock.adobe.com/Aufwind-Luftbilder, stock.adobe.com/Martin Grimm, stock.adobe.com/Eberhard (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)