Zierpflanzen

Skimmie: 5 Tipps für die winterharte Blütenpracht

  • Die Skimmie (lat. Name Skimmia) ist eine Gattung innerhalb der Rautengewächse und stammt ursprünglich aus Japan. Die Gattung umfasst nur wenige Arten, darunter auch die Skimmia japonica, die hierzulande die wohl am weitesten verbreitete Sorte ist.
  • Bei der japanischen Skimmie handelt es sich um einen immergrünen Strauch, der rosafarbene bis rotbraune Blütenstände trägt, aus denen sich im April bis Mai duftend weiße Blüten entwickeln. An weiblichen Sträuchern wachsen bei erfolgreicher Befruchtung auffällige rote Beeren, die den gesamten Winter über Ihren Garten verschönern.
  • Die Skimmie gilt als winterhart und bevorzugt windgeschützte, halbschattige bis schattige Standorte. Als Zimmerpflanze kann sie nur in einem Bereich mit maximal 15 °C Innentemperatur gedeihen.

skimmie

Die bekannteste Vertreterin dieser Pflanze ist die japanische Unterart, deren Heimat die kühleren Gebirgswälder Japans sind. Der nur sehr langsam wachsende Strauch hat schmale, längliche Blätter und erreicht eine Höhe von bis zu 1,50 m. Im Mai blüht die Skimmie weiß bis cremefarben. Aus den Blüten entwickeln sich dann die hell- bis dunkelroten Beerenfrüchte, die sich den ganzen Winter über lang halten. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten der Skimmie, welche Pflege sie benötigt und wie sie vermehrt werden kann.

1. Sorten der japanischen Skimmie

Neben der Skimmia japonica sind die Arten anquetilia, arborescens und laureola bekannt, die alle dem asiatischem Raum entstammen. Die japanische Skimmie ist in Mitteleuropa als Zierpflanze vermutlich so beliebt, da sie als relativ pflegeleicht gilt und frostbeständig ist. Zudem besticht sie durch ihre ansehnliche Blütenpracht und ihrem Fruchtschmuck in hübschen Farben.

In der nachfolgenden Tabelle stellen wir Ihnen einige der beliebten Skimmien-Sorten vor.

Skimmien-Sorte Eigenschaften
Skimmia japonica ‚Rubella‘
  • wächst bis zu 150 cm breit und bis zu 100 cm hoch
  • lorbeerartige, dunkelgrüne Blätter
  • weiße bis rosafarbene rispenförmige Blüten
  • winterharte Blütenskimmie
Skimmia japonica ‚Temptation‘
  • wächst buschig und maximal 150 cm hoch
  • weiße Blütendolden und leuchtend rote Beeren
  • winterharte Fruchtskimmie
Skimmia japonica ‚Emerald King‘
  • wächst zwischen 70 und 100 cm hoch
  • rote Blüten und immergrüne Blätter
  • gut winterfeste Blüttenskimmie
  • intensiver Duft der Blüten
Skimmia japonica ‚Passion‘
  • kompakter Wuchs bis zu 140 cm hoch
  • kleine Blüten in Weiß bis Zartrosa
  • rote Beeren bei grün glänzenden Blättern
Skimmia japonica ‚Fragrant Cloud‘
  • wächst 50 – 100 cm in die Höhe
  • weiße, einfache Blüten
  • duftet nach Maiglöckchen
  • winterharte Blütenskimmie

Folgende Zuchtformen können außerdem besonders gut mit Frost umgehen: Keessen, Kew White, Nymans, Rubinetta, Ruby Dome, Veitchii, Wanto und White Gerpa.

Skimmien sind zweihäusige Gewächse. Das bedeutet, dass sich Früchte nur bei weiblichen Skimmien, auch Fruchtskimmien genannt, und nach erfolgreicher Bestäubung durch eine männliche Skimmie bzw. Blütenskimmie bilden. Die männlichen Blütenskimmien tragen intensiver duftende Blüten in üppigen Rispen, können aber keinen Fruchtschmuck entwickeln. An Fruchtskimmien dagegen wachsen aus den abgeblühten Blüten knallrote kugelige Beeren.

Hinweis: Auch wenn die verblühten Pflanzenteile nicht mehr besonders ansehnlich aussehen, sollten Sie diese nicht entfernen, da sich sonst keine Beeren an der Skimmie bilden können.

Um eine üppige Beerenpracht bei Ihrer Skimmie hervorzurufen, benötigen Sie also mindestens eine männliche Pflanze auf fünf weibliche Skimmien. Mittlerweile gibt es allerdings auch zwittrige Züchtungen, die sich selbst befruchten können. So beispielsweise die Skimmia japonica ‚reevesiana‘, ein winterharter kleiner Strauch, an dem rote Steinfrüchte heranwachsen, die fast das ganze Jahr über bleiben, ohne dass eine weitere Skimmien-Pflanze benötigt wird. Lassen Sie sich im Zweifelsfall eine Kaufberatung im nächsten Baumarkt oder Gartencenter geben, um die richtige Skimmien-Sorte zu finden.

skimmie mit blüten und früchten

Aus den zarten Blüten entwickeln sich kugelförmige Früchte, die allerdings giftig sind.

2. Standort der Skimmie: Halbschattig und geschützt

Nachbarn der Skimmie

Halten Sie auch Rhododendron, Wacholder oder Eibe? Die Skimmie wächst sehr gerne mit ihnen zusammen. Rhododendron hat ähnliche Standortansprüche und kann daher problemlos neben der Skimmie gepflanzt werden. Und auch Nadelgehölzer bieten sich als Nachbarn an, da ihr Boden ebenfalls leicht sauer und kalkarm beschaffen ist.

Der Standort der Skimmie sollte zwar hell, aber nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, also bestenfalls halbschattig. Windgeschützt unter einem dichten Baum oder im Schattenbeet fühlt sich die Pflanze am wohlsten. Zu viel Sonne erkennen Sie daran, dass sich die Blätter der Skimmie einrollen und gelblich verfärben.

Skimmien überwintern grundsätzlich sehr gut im Freien, nur Jungpflanzen sollten noch vor starkem Frost geschützt werden. Dafür können Sie einfach eine dicke Schicht aus Laub, Kompost, Tannenzweige oder Stroh um die Pflanze herum auslegen. Ist die Skimmie bereits gut eingewurzelt, hält sie auch starkem Frost Stand und Sie brauchen nichts weiter zu tun. Frostschäden an der Skimmie entstehen nur sehr selten bei Temperaturen unter -20 °C.

Möchten Sie Ihre Skimmie als Zimmerpflanze kultivieren, sollte sie nur kühlen bis mäßig warmen Zimmertemperaturen ausgesetzt sein. Im Sommer kann man sie auf die Terrasse oder auf den Balkon an ein schattiges Plätzchen stellen. Vor Zugluft sollte man die Pflanze allerdings innen sowie außen schützen. Falls man sie das ganze Jahr über im Zimmer wachsen lässt, muss aber dennoch regelmäßig für genügend Frischluftzufuhr gesorgt werden.

Sie fühlt sich am wohlsten auf feuchtem Humusboden und hält nur minimal kalkhaltige Böden aus. Wir von Heimwerker.de empfehlen durchlässige, leicht saure Rhododendron-Erde.

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skimmie rubella

Die Skimmia japonica ‚rubella‘ schmückt den Garten mit rosafarbenen Blüten.

3. Skimmie pflegen: Bewässerung, Düngung und Rückschnitt

Die beste Zeit, um die Skimmie einzupflanzen, ist April bis Mai. Danach hat Ihre Pflanze den Sommer über Zeit, sich an Ihren Standort zu gewöhnen und einzuwurzeln. Nach der Einpflanzung zeigt sich die Skimmie grundsätzlich pflegeleicht und wird mit nur wenig aufwändigen Pflegemaßnahmen zum Blütenwunder in Ihrem Garten.

3.1. Skimmie mäßig gießen

Ihre Skimmie sollte mit kalkarmem, weichem Wasser gegossen werden, idealerweise Regenwasser. Die Oberfläche darf vor jedem Gießvorgang leicht angetrocknet sein, jedoch verkraftet die Pflanze die Austrocknung des Wurzelballens absolut nicht, weswegen es dieses als zu vermeiden gilt. Mit einem Hydrometer kann der Feuchtigkeitsgehalt der Erde jederzeit überprüft und das Austrocknen sowie eine Überbewässerung verhindert werden.

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Ab August sollten die Wasserzugaben für Skimmien im Outdoor-Bereich verringert werden, damit neu entwickelte Triebe der Skimmie keine Frostschäden davontragen. Dennoch benötigt sie stetig eine gewisse Wasserzufuhr, um auch im Winter Ihren Garten mit hübschen Früchten zu verzieren. Als Zimmerpflanze kann sie dagegen ganzjährig gleichmäßig bewässert werden.

3.2. Skimmie braucht nicht viele Nährstoffzugaben

skimmie mit rosa knospen

Die Skimmie kann ein auffälliger Farbtupfer im Garten sein.

Bezüglich des Düngens zeigt sich die exotische Pflanze genügsam: Die Zugabe eines Langzeitdüngers einmal pro Jahr ist ausreichend. Dabei ist zu beachten, dass Skimmien Kalk nicht vertragen, der Dünger also kalkfrei sein und nicht im Winter zugegeben werden sollte. Alternativ kann die Skimmie im Freien während ihrer Hauptvegetationszeit von April bis September mit Kompost gedüngt werden, der einfach im Abstand von 4 bis 8 Wochen mit unter die Erde gemischt wird.

Die Skimmie im Kübel kann mit einem Flüssigdünger, der in das Gießwasser gemischt wird, oder Düngestäbchen versorgt werden. Insgesamt gilt aber, dass zu viele Nährstoffe die Pflanze überfordern können, daher sollten Sie die Skimmie nicht düngen, wenn sie frisch umgetopft oder eingepflanzt wurde.

3.3. Skimmie nicht radikal schneiden

Bei der langsamwüchsigen Skimmien-Pflanze ist nur selten ein Rückschnitt wirklich erforderlich. Da sie nur ca. 5-15 cm pro Jahr wächst, sollten die Schnittmaßnahmen so minimal wie möglich ausfallen. Sie können Ihre Skimmie dennoch auslichten, um für einen schöneren und dichteren Wuchs zu sorgen. Wir geben Ihnen eine Anleitung zur Auslichtung mit an die Hand:

  1. Wählen Sie einen Zeitpunkt während oder kurz nach der Blüte.
  2. Entfernen Sie vollständig abgestorbene Zweige vorsichtig.
  3. Schneiden Sie blühfaule, ältere Zweige ab, um Jungtrieben Freiraum zur Entfaltung zu schaffen.
  4. Entfernen Sie auch Zweige direkt über dem Boden, damit die Skimmie nicht von unten verkahlt.
  5. Nur bei männlichen Skimmien: Verblühtes kann ausgeputzt werden.

Zusätzlich können Sie auch störende Nebentriebe an der Basis der Skimmie abschneiden, zwingend notwendig ist das aber nicht. Generell sollten Sie lieber etwas zu vorsichtig beim Rückschnitt sein, als zu radikal vorzugehen.

skimmie mit roten beeren

Die leuchtend roten Früchte der Skimmie sind bei Vögeln sehr beliebt.

4. Skimmie vermehren mit viel Geduld

Die Skimmie günstig zu vermehren ist nicht schwer, erfordert aber etwas mehr Zeit und Geduld. Das Vermehren erfolgt vielversprechend über Stecklinge, die zwischen Mai und August von der Mutterpflanze abgeschnitten werden. Wählen Sie dafür gesunde und kräftige Triebe aus, die ca. 15 – 20 cm lang sind.

Die Blätter, Blüten und Knospen im unteren Bereich des Stecklings werden mit einem scharfen Messer abgeschnitten und dieser Teil anschließend in ein Gefäß mit nährstoffarmer, leicht angefeuchteter Anzuchterde gesteckt. Die Stecklinge sollten möglichst warm und feucht gehalten werden und bleiben bis zum nächsten Frühling im Haus, da die Wurzeln davor noch nicht ausreichend ausgebildet sind.

Im April/Mai können die Stecklinge der Skimmie ausgepflanzt werden. Suchen Sie sich einen halbschattigen Standort im Garten oder auf dem Balkon aus und beobachten Sie, wie sich allmählich eine neue Blütenpracht entwickelt.

skimmienzweige als herbstdeko

Abgeschnittene Zweige der Skimmie machen sich auch als Herbst- und Winterdeko sehr gut.

5. Weitere Fragen rund um die Skimmie und ihre Pflege

Abschließend beantworten wir Ihnen noch offene Fragen, die Sie interessieren könnten, wenn Sie sich eine Skimmie kaufen möchten.

5.1. Ist die Skimmie giftig?

Die Skimmie wird für Menschen als giftig deklariert, da sie in allen Pflanzenteilen Alkaloide enthält. Achten Sie also darauf, dass Kinder nicht in Versuchung kommen, die erbsengroßen Früchte zu verschlucken. Das kann erhebliche Vergiftungserscheinungen auslösen.

5.2. Was ist zu tun, wenn die Skimmie gelbe Blätter trägt?

Zunächst einmal sollte die Ursache geklärt werden. Gelbe Blätter treten bei Skimmien auf, wenn der ausgewählte Standort zu sonnig ist, der Boden zu kalkhaltig oder zu nass ist, die Luft zu trocken oder zu viel Dünger hinzugeführt wurde. Versuchen Sie also zuerst zu klären, an was es der Pflanze mangelt und lassen Sie die gelben Blätter stehen, bis sie von alleine abfallen, da sie weiterhin zur Photosynthese nützlich sein können.

5.3. Sollte man die Skimmie regelmäßig umpflanzen?

Da die Pflanze so langsam wächst, ist es bei der Skimmie im Kübel oder Topf maximal alle zwei Jahre im Frühjahr erforderlich, Sie in ein größeres Gefäß mit frischem Substrat umzutopfen. In der freien Natur ist das nicht notwendig, außer, der Standort der Skimmie bekommt ihr nicht. Dann verkraften junge Skimmien eine Übersiedlung an einen neuen Standort noch gut. Das Umpflanzen sollte dann an einem frostfreien Herbsttag stattfinden und dabei besonders darauf geachtet werden, dass die Wurzeln keinen Schaden nehmen.

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