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Stoßdämpfer wechseln: Praktische Anleitung in 3 einfachen Schritten

stoessdaempfer wechseln

Die Stoßdämpfer und Federn am Fahrwerk eines Fahrzeugs sorgen für eine sichere Straßenlage und Komfort beim Reisen, jedoch ist es damit schnell vorbei, wenn die Stoßdämpfer ihren Zenit überschritten haben.

Schmutz, Korrosion und Nässe setzen ihnen zu und das Material ist nach rund 100.000 km ermüdet. Dann sollten sie schnell handeln und die Stoßdämpfer, oder bei Bedarf auch die Federn, austauschen, um ein schwammiges Fahrverhalten zu vermeiden.

In dieser Anleitung zum Thema „Stoßdämpfer wechseln“ auf Heimwerker.de verraten wir Ihnen, wann Sie Ihre Stoßdämpfer wechseln müssen, wie Sie dabei am besten vorgehen und ob Sie Stoßdämpfer ohne Ausbau wechseln können. Zudem gehen wir in unseren FAQ am Ende des Artikels darauf ein, mit welchen Kosten Sie beim Stoßdämpfer wechseln, bei ATU oder einem anderen Dienstleister Ihrer Wahl, in etwa zu rechnen haben.

Sicherheitshinweis:

Das Fahrwerk des Fahrzeugs ist ein Sicherheitsrelevantes Bauteil und erfordert entsprechendes KnowHow und Erfahrung um Veränderungen daran durchzuführen. Für die Arbeiten sind darüber hinaus Spezialwerkzeuge bzw. Maschinen notwendig, um diese ordnungsgemäß durchzuführen und kein Sicherheitsrisiko einzugehen.

Falls sie also noch nie am Fahrwerk eines KFZ gearbeitet haben, sorgen Sie unbedingt für fachkundige Unterstützung! In den meisten Hobbywerkstätten steht Ihnen ein erfahrener Meister mit Rat und Tat zur Seite. Denken Sie daran: Sicherheit geht immer vor!

Heimwerker.de distanziert sich von jeglichen Schäden, die durch unsachgemäße Arbeiten am Fahrzeug entstehen.

1. Einführung in die Grundlagen: Aufbau eines Fahrwerks

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Zum Fahrwerk selbst zählen die Räder, die Radaufhängung, die Stoßdämpfer, die Federung, die Lenkung und die Betriebsbremse.

Oft denkt man bei dem Begriff „Fahrwerk“ nur an die Stoßdämpfer sowie die Federn. Diese sind jedoch nur ein Bestandteil des gesamten Fahrwerks.

Das Gewicht des Fahrzeugs stützt sich über die Federn und Reifen auf der Straße ab. Federn haben die Eigenschaft bei Auslenkung in die andere Richtung zurück zu schwingen, daher ist es notwendig dieses Überschwingen mit Hilfe eines Stoßdämpfers zu dämpfen. Ohne Stoßdämpfer würde das Fahrzeug bei jeder Unebenheit aufschaukeln und stark nachschwingen.

Die Stoßdämpfer arbeiten mit Öl, welches unter hohem Druck durch kleine Bohrungen fließen muss. Die Härte der Dämpfer kann durch die Größe der Löcher, durch die das Öl fließen muss, variiert werden. Durch diesen Aufbau wird Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt.

Die Feder-Dämpfer Kombination hat starken Einfluss auf die gesamte Fahrdynamik eines Fahrzeugs, daher gibt es auch verschieden abgestimmt Kombinationen. In Fahrzeugen der Oberklasse werden darüber hinaus elektronisch einstellbare Fahrwerke angeboten, welche sich den eigenen Bedürfnissen und dem Fahrstil anpassen lassen.

Weitere wichtige Fahrwerkseinstellungen die sich auf die Fahrdynamik auswirken sind der Radsturz, die Spur, der Nachlauf und die Spreizung. Diese Einstellungen müssen nach jeder Änderung am Fahrwerk unbedingt von einer Fachwerkstatt überprüft und korrekt eingestellt werden, da es dafür spezieller Messgeräte bedarf.

2. Wie überprüft man das Fahrwerk auf Schäden?

rostiger stossdaempfer

Warten Sie nicht, bis der Stoßdämpfer Rost ansetzt: Überprüfen Sie lieber frühzeitig seine Funktionsfähigkeit.

Ob die Stoßdämpfer eines Fahrzeugs noch in Ordnung sind, lässt sich leicht selbst überprüfen. Zum einen kann man eine Sichtprüfung durchführen und schauen ob an den Dämpfern Öl austritt und diese undicht sind.

Zum anderen kann man das Auto nacheinander an allen 4 Ecken herunter drücken und das Ausfedern beobachten. Das Fahrwerk sollte den Wagen nur wieder nach oben drücken, ohne das dieser nachwippt. Das Nachwippen der Karosserie wäre ein Indiz für einen defekten Stoßdämpfer.

Oft macht sich allerdings schon beim Fahren bemerkbar, dass sie die Stoßdämpfer vorne oder hinten wechseln sollten. Die Anzeichen für Defekte sind hierbei das Einknicken des Fahrzeugs in Kurven, Aufschaukeln bei Bodenwellen, sowie ein verlängerter Bremsweg. Damit ist die Frage, wann Sie die Stoßdämpfer wechseln sollten, beantwortet: Sobald Sie eines der aufgelisteten Anzeichen beim Fahren feststellen.

Sollten sie sich unsicher sein, ob das Fahrwerk noch in Ordnung ist oder einer Reparatur bedarf, können sie es auch günstig bei vielen Werkstätten oder dem TÜV und der Dekra überprüfen lassen.

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3. Anleitung: Stoßdämpfer selber wechseln in 3 leichten Schritten

Benötigtes Material für den Wechsel
  • Stoßdämpfer (+ Federn)
  • Selbstsichernde Schrauben
  • Domlager
  • Axialrillenkugellager
  • Anschlagpuffer

Zum Wechsel der Federn und Dämpfer sollte man ein breites Werkzeug Sortiment zur Hand haben, welches auch Spezialwerkzeuge enthält, wie Federspanner oder Schraubenschlüssel mit unüblichen Größen, wie sie oft im Automobilbereich eingesetzt werden.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, das Wechseln der Stoßdämpfer in einer Werkstatt durchzuführen, da diese nicht nur über die benötigten Einrichtungen verfügt, sondern auch über beratendes Fachpersonal. Es kursieren im Internet zwar diverse Anleitungen, wie Sie Stoßdämpfer ohne Hebebühne wechseln können, doch davon möchten wir Ihnen entschieden abraten. Diese Anleitung handelt auch nicht davon, wie Sie Stoßdämpfer ohne Ausbau wechseln können, d.h. Sie kommen um die Durchführung in einer Werkstatt nicht herum.

Selbstsichernde Schrauben sollten nach benutzen unbedingt ersetzt werden, da sie nach einmaliger Benutzung ihre Wirkung verlieren. Die Domlager puffern die Karosse an der Aufnahme des Federbeins, wobei die Axialrillenkugellager den vorderen Federbeinen eine Drehbewegung zum Lenken ermöglichen. Beide Lager sollten ebenfalls überprüft werden und bei Bedarf gewechselt. Die Anschlagpuffer sind Einsätze aus Schaumstoff, welche bei voller Einfederung den Anschlag am Stoßdämpfer dämpfen und somit auch relativ schnell verschleißen.

3.1. Schritt 1: Ausbau des Fahrwerks

Zunächst den Wagen mit der Hebebühne anheben und Räder demontieren. Die obere Verschraubung des Federbeins danach anlösen. Die untere Verschraubung des Federbeins am Achsschenkel lösen und Schrauben entfernen.

Entfernen Sie im Anschluss daran Bremsschläuche und evtl. vorhandene ABS Leitungen aus Halterungen. Obere Verschraubung des Federbeins komplett lösen, dabei Achsschenkel nach unten drücken und das Federbein nach unten hin herausnehmen.

3.2. Schritt 2: Einbau des Fahrwerks

Kfz-Stoßdämpfer

Wechseln Sie bei Bedarf nicht nur die Stoßdämpfer, sondern auch gleich die Federn mit aus.

Sofern Sie lediglich die Stoßdämpfer wechseln möchten und die alten Federn beibehalten werden sollen, ist es notwendig, die Federbeine zu zerlegen, um die alten Federn am neuen Stoßdämpfer montieren zu können. Dazu müssen die Federn, in ausgebautem Zustand, mit Hilfe eines Federspanners vorgespannt werden, da sich sonst das neue Federbein nicht zusammenschrauben lässt!

Sind die Federbeine fertig zusammengesetzt, kann der Einbau durchgeführt werden.

  1. Achsschenkel nach unten drücken und Federbein wieder einsetzen. Obere Verschraubung handfest verschrauben.
  2. Bremsschläuche und ABS Leitungen wieder an den entsprechenden Halterungen befestigen.
  3. Untere Verschraubung des Federbeins mit passendem Drehmoment am Achsschenkel festschrauben.
  4. Obere Verschraubung des Federbeins am Dom mit entsprechendem Drehmoment festschrauben.
  5. Räder montieren und das Fahrzeug mit der Hebebühne wieder ablassen.

Anmerkungen zum Ausbau / Einbau: Diese Anleitung ist allgemein gehalten, um das Grundprinzip eines Fahrwerkwechsels zu veranschaulichen. Die Fahrwerkskonstruktion ist von Fahrzeug zu Fahrzeug sehr unterschiedlich, was es schwierig, macht die Schritte zu pauschalisieren. Bevor Sie mit dem Umbau starten, ist es sinnvoll, sich fahrzeugspezifische Informationen einzuholen.

3.3. Schritt 3: Abschließende Arbeiten

Nach dem Wechsel der Dämpferbeine ist zu Beachten, dass durch den Einbau die Spur verstellt wurde. Daher sollte man unverzüglich eine Werkstatt mit entsprechenden Vermessungsapparatur aufsuchen und die Spur des Fahrzeugs durch Fachpersonal einstellen lassen.

Nach der Einstellung der Spur ist eine Probefahrt durchzuführen und zu überprüfen, ob alles einwandfrei funktioniert. Dieser Schritt gehört jedoch mit zu den Tätigkeiten der Werkstatt und wird auch von dieser durchgeführt.

Falls sie sich für ein modifiziertes Fahrwerk (Sportfahrwerk) entschieden haben sollten, ist zusätzlich die Eintragung des Fahrwerks im Fahrzeugschein Pflicht. Durchgeführt werden Abnahmen solcher Art beim TÜV oder der Dekra. Halten sie dazu eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder ein Gutachten für die verbauten Teile bereit.

4. FAQ: Fragen und Antworten rund ums Fahrwerk wechseln

Was es sonst noch zum Thema Stoßdämpfer vorne und hinten wechseln zu wissen gibt, haben wir abschließend für Sie in diesem Kapitel zusammengefasst. Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen beim Austausch!

4.1. Worauf gilt es beim Kauf neuer Stoßdämpfer zu achten?

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Bevorzugte Hersteller von Stoßdämpfern sind Eibach, H&R, KW oder Bilstein, um nur einige zu nennen.

Beim Kauf von neuen Stoßdämpfern oder einer Feder-Dämpfer Kombination, sollte man nicht am falschen Ende sparen und auf gar keinen Fall Stoßdämpfer kaufen, die besonders günstig angeboten werden. Vor allem im Internet wird mittlerweile viel in diesem Bereich geworben, wobei die angepriesene Qualität sich leider oft stark in Grenzen hält und die Komponenten nicht ansatzweise mit Erstausrüster Material mithalten können.

Wollen sie lediglich die defekten Stoßdämpfer wechseln möchten, greifen sie zu Produkten des Fahrzeugherstellers, oder auf Produkte von bewährten Zulieferern wie Bilstein, Koni oder Sachs zurück. Sollten sie sich dennoch unsicher sein, fragen Sie in einer Werkstatt Ihres Vertrauens nach einer Kaufberatung.

Neben den serienmäßigen Fahrwerken besteht auch die Möglichkeit Fahrwerke zu verbauen, welche die Fahrdynamik deutlich verändern und nebenbei auch die Optik des Fahrzeugs aufwerten. Den meisten ist diese Modifikation als „Tieferlegung“ bekannt, welche ein sportlicheres Fahrverhalten mit sich bringt, allerdings auf Einbußen von Fahrkomfort. Sportfahrwerke sind oft sehr straff abgestimmt, um vor allem in Kurven und beim Beschleunigen ein besseres Fahrverhalten aufzuweisen.

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4.2. Wie lange dauert der Austausch der Stoßdämpfer?

Die Dauer für das Stoßdämpfer wechseln hängt von verschiedenen Faktoren ab: Vor allem kommt es auf den jeweiligen Fahrzeug-Typ an, denn ob Sie die Stoßdämpfer eines Golf 5 wechseln oder die Stoßdämpfer eines BMW E91 wechseln, ist für die Dauer des Vorgangs nicht unerheblich. Zudem ist die Kompetenz der Person, die den Austausch vornimmt, dabei ausschlaggebend: Ein erfahrener Mechaniker wird in der Regel schneller damit fertig als ein Laie.

Grundsätzlich können Sie mit den folgenden Zeitangaben rechnen, wenn Sie den Austausch in einer Werkstatt vom Fachpersonal vornehmen lassen: Das Wechseln der Stoßdämpfer vorne kann bis zu 90 Minuten in Anspruch nehmen, das Wechseln der Stoßdämpfer hinten geht in der Regel schneller und dauert nur 30 bis 60 Minuten.

4.3. Stoßdämpfer wechseln – welche Kosten sind zu erwarten?

Die Kosten für das Wechseln der Stoßdämpfer richten sich danach, ob die vorderen oder die hinteren Stoßdämpfer betroffen sind:

Art des Stoßdämpfers Kosten
Vordere Stoßdämpfer
  • die hinteren Stoßdämpfer kosten ca. 200 bis 500 €
  • für den Einbau müssen Sie in etwa 45 bis 120 € einkalkulieren
  • Gesamtkosten: ca. 250 bis 620 €
Hintere Stoßdämpfer
  • 120 bis 250 € kosten die vorderen Stoßdämpfer in etwa
  • der Einbau der vorderen Stoßdämpfer beträgt ca. 76 bis 150 €
  • Gesamtkosten: ca. 200 bis 400 €

Insgesamt betrachtet ist der Preis für das Wechseln der Stoßdämpfer hinten etwas günstiger. Eine gute Anlaufstelle ist ATU, um die Kosten beim Stoßdämpfer wechseln so niedrig wie möglich zu halten, da das Unternehmen hin und wieder besondere Angebote mit Sparpotential für den Stoßdämpferwechsel offeriert.

Bildnachweise: Adobe Stock/silamime, Adobe Stock/silamime, Adobe Stock/Орлов Александр, Adobe Stock/komokvm, Adobe Stock/Nik, Adobe Stock/goce risteski (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)