Zierpflanzen

Blattkakteen: 6 Pflegehinweise und Tipps zum idealen Standort

blattkaktus mit roter bluete

Bei strahlender Blütenpracht denkt man vielleicht nicht zuallererst an einen Kaktus. Dabei sind Kakteen weit mehr als stachelig-grüne Nischenpflanzen. Tatsächlich gibt es eine riesige Vielfalt an Arten mit ganz besonderen Merkmalen, die so manchen Kaktus zum absoluten Blickfang machen. Und während ein Großteil an Kakteen ganz nach ihrem Ruf pflegeleicht ist, gibt es je nach Art dennoch einige Aspekte, die Sie bei Pflege und Standort beachten müssen.

Auf Heimwerker.de informieren wir Sie über Blattkakteen und bieten Ihnen Anleitungen zu eventuell anfallenden Arbeitsschritten. So steht einem Erwerb dieser schönen Kaktussorte als Zimmerpflanze nichts mehr im Wege.

1. Blattkaktus ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gattungen

Sukkulente

Kakteen gehören zu den Sukkulenten. Diese Pflanzen sind besonders saftreich und speichern Wasser in einem dafür umgebildeten Organ.

Die ursprünglichen Gattungen der Blattkakteen kamen aus den tropischen Wäldern von Mittel- und Südamerika. Daher ist auch eine höhere Luftfeuchtigkeit für die Pflanzen kein Problem und oftmals sogar von ihnen bevorzugt.

Durch Züchtung kam es zu Pflanzen mit großer Blüte von teilweise 20 – 30 cm. Unter den Hybriden sind weiß- und gelbblühende Sorten ebenso wie alle möglichen Rottöne zu finden. Die Blütezeiten unterscheiden sich je nach Art stark, manch eine Gattung blüht nicht für mehrere Jahre. Wenn die erste Blüte also auf sich warten lässt, muss das nicht an falscher Pflege liegen.

An dieser Stelle zeigen wir Ihnen einen Überblick über die gängigsten Blattkakteen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine umfassende Kaufberatung, sondern lediglich um einen Einblick in eine weitläufige Sammlung von Pflanzengattungen:

Art Besonderheit
Epiphyllum
  • oft synonym mit Blattkaktus verwendet; an vielen Stellen wird unter „Blattkaktus“ lediglich die Gattung Epiphyllum behandelt
  • einzeln stehende Blüten, bis zu 30 cm lang
Disocactus
  • zusammen mit der Gattung Epiphyllum die häufigste Blattkakteen-Art im Handel
  • Blüten meistens trichter- oder röhrenförmig, besonders leuchtende Farben
Schlumbergera
  • einige Arten werden in Deutschland wegen der Blütezeit als Weihnachtskakteen bezeichnet und sind eine beliebte Zimmerpflanze
  • längliche, röhrenförmige Blüten
Lepismium
  • hängende, lange Triebe
  • rad- oder glockenförmige kleine Blüten
Rhipsalis
  • strauchförmig
  • kleine, meist weiße Blüten, eher unscheinbar

Achtung: Einige der erhältlichen Informationen über die Gattungen beziehen sich auf die Wildpflanzen. Die Zimmerpflanzen im Handel sind meist gezüchtete Hybride, die nur noch einige der Eigenschaften der Wildwüchse aufweisen. So blüht Epiphyllum etwa ursprünglich nachts, gehandelte Exemplare sind aber mehrheitlich tagblühend.

2. Ein heller Standort ohne direkten Sonneneinfall ist für den Blattkaktus ideal

epiphyllum, eine der vielen arten von blattkakteen

Blattkakteen, wie diese Epiphyllum-Art, benötigen einen hellen und warmen Standort.

Der beste Standort für Blattkakteen ist in einer absonnigen Umgebung. Das bedeutet ein heller, warmer Platz, an dem die Pflanze dennoch nicht für längere Zeit der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, ist im Sommer ein Platz im Freien für den Blattkaktus optimal.

Steht der Blattkaktus im Zimmer, benötigt er im Gegensatz zu vielen anderen Kakteengewächsen während der Sommermonate meist eine hohe Luftfeuchtigkeit, die bei 50 – 60 % liegen sollte.

Natürlich ist der Blattkaktus nicht winterhart. Um ihn zu überwintern, empfiehlt sich jedoch eine deutliche Temperaturabsenkung auf etwa 10-15 °C. Dabei sollte trotzdem ausreichend Helligkeit vorhanden sein. Ein wenig beheizter Raum, wie etwa das Schlafzimmer, ist eine gute Wahl für das Überwintern.

3. Bei der Pflege kann man sich nicht an anderen Kakteen orientieren

giessen eines blattkaktusses der gattung schlumberga

Der Wasserbedarf von Blattkakteen, hier eine Schlumberga-Gattung, ist weitaus höher als der von anderen Kakteen.

  1. Substrat: Bereits beim Substrat wird deutlich, dass der Blattkaktus nicht mit anderen Kakteen verglichen werden kann. Normale Kaktuserde ist zur Pflanzung ungeeignet. Durchlässige, humusreiche Böden sind ideal, als Erde für Blattkakteen kaufen Sie entweder Orchideenerde oder speziell auf Blattkakteen abgestimmte Mischungen.
  2. Gießen: Blattkakteen benötigen viel Feuchtigkeit. Gießen Sie vom Frühjahr bis zum Herbst regelmäßig mit kalkarmem Wasser, die Erde sollte stets feucht sein. Staunässe sollte aber vermieden werden! Zum Überwintern wird das Gießen stark reduziert, auf etwa ein bis zwei Mal pro Monat.
  3. Düngen: Auch beim Düngen sind wie beim Substrat reguläre Kakteen-Produkte nicht geeignet. Im Frühjahr und Sommer sollten Sie stattdessen einen normalen Zimmerpflanzendünger in halber Dosierung alle zwei Wochen hinzugeben.
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  4. Umtopfen: Manche Gattungen wachsen schnell und müssen jährlich oder alle zwei Jahre umgetopft werden. Das Umtopfen ist jedoch unkompliziert und die Erneuerung des Substrats ist gut für die Pflanze.
  5. Schneiden: Ab hier erfüllen sich die Erwartungen an die besondere Pflegeleichtigkeit von Kakteen tatsächlich. Blattkakteen vertragen Schnitte gut, da sie allerdings selbst sehr symmetrisch wachsen ist Schneiden kaum nötig. Nur offensichtlich geschädigte Triebe sollten abgeschnitten werden.
  6. Schädlinge und Krankheiten: Die Pflanzen sind nicht anfällig für Krankheiten, angebliche Anzeichen von Krankheiten sind häufiger auf falsche Pflege zurückzuführen, etwa zu wenig Helligkeit, Nährstoffmangel oder Staunässe. Auch Schädlinge wie Schmierläuse sind selten.

4. Die Vermehrung durch Stecklinge ist einfacher als die Aussaat

steckling wird mit gartenschere abgeschnitten

Mit etwa 15 cm langen Stecklingen können Sie Blattkakteen einfach vermehren.

Sie können Blattkakteen entweder mittels Stecklingen oder mittels Samen vermehren. Über Stecklinge ist dies wesentlich einfacher und vorhersehbarer. Schneiden Sie dazu einen starken Trieb ungefähr in Handlänge ab und lassen Sie ihn einige Tage trocknen. Dies vermeidet Fäulnis. Anschließend wird der Steckling etwa 3 cm tief in Anzuchtsubstrat gesteckt und über mehrere Wochen leicht feucht gehalten. Danach sollte er bereits Wurzeln geschlagen haben und wachsen.

Da die meisten Blattkakteen im Handel Hybride sind, ist oft nicht garantiert, dass eine aus einem Samen gezogene Pflanze der Ursprungspflanze ähnelt. Zudem bilden viele Kakteen in unserem Klima keine Früchte aus. Wenn Ihre Pflanze dennoch Samen liefert oder Sie diese günstig im Handel erworben haben, säen Sie sie auf Kokoserde, ohne sie zu bedecken! Die Saat benötigt Helligkeit und Feuchtigkeit. Dann ist Geduld gefragt, denn die Keimzeit kann mehrere Monate betragen.

5. Welche zusätzlichen Pflegetricks gibt es?

Bei der Pflege können sich neben den Hauptkategorien noch weitere Fragen ergeben. Hier beantworten wir Ihnen eine Auswahl:

5.1. Sollen Blattkakteen mit Wasser besprüht werden?

Ein regelmäßiges Besprühen der Triebe mit warmem Wasser tut dem Blattkaktus im Frühling und Sommer gut. Vermeiden Sie dabei jedoch, wenn möglich, die Blüten zu bewässern.

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5.2. Wie gehe ich vor, wenn ein Befall mit Schmierläusen vorliegt?

Isolieren Sie von Schmierläusen befallene Pflanzen von gesunden Pflanzen. Wischen Sie dann über mehrere Tage mit einem in Spiritus getränktem Tuch die Blätter ab. Ist das bei einem Blattkaktus aufgrund des Wuchses nicht möglich, müssen Sie eventuell ein chemisches Spritzmittel kaufen.

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Bildnachweise: stock.adobe.com/New Africa, stock.adobe.com/KarinD, stock.adobe.com/New Africa, stock.adobe.com/SophiaPics (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)