Zierpflanzen

Hibiskus pflegen: 5 Anleitungen für die blütenprächtige Zierpflanze

mehrere hibiskus-blueten an einem standort im freien

Die Blüten der Hibiskuspflanze sind nicht nur wunderschön, sie kommen auch, je nach Art, in einer Fülle verschiedener Farben. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Hibiskus eine beliebte Zimmerpflanze ist und auch draußen im Garten oder auf Balkon und Terrasse gerne gehalten wird. Ganz einfach ist die Pflege allerdings nicht, weswegen wir Ihnen auf Heimwerker.de eine Anleitung bieten, mit der Sie den Hibiskus korrekt pflegen können.

Unter anderem ist der Hibiskus ein Tiefwurzler, wodurch beim Umtopfen besondere Maßnahmen zu ergreifen sind. Auch bezüglich Standort und dem Schneiden gibt es Besonderheiten, denn bei vielen Arten ist ein regelmäßiger und großzügiger Schnitt für ein ansehnliches Wachstum notwendig. Aber wenn Sie den Hibiskus richtig pflegen, erhalten Sie nicht nur einen beeindruckenden Blickfang. Die Blüten einiger Arten werden zudem für Speisen und besonders für die Herstellung von Tee genutzt.

1. Einige Hibiskus-Arten sind Nutzpflanzen und Zierpflanzen zugleich

Malventee

Der Malventee kann sowohl aus den Blüten der Wilden Malve als auch aus Hibiskusblüten gewonnen werden. Beide Pflanzen sind Malvengewächse.

Hibiskus, auch Eibisch genannt, kann im Topf oder Kübel 1 bis 1,5 m hoch werden. Er wartet mit großen, trichterförmigen Blüten auf, je nach Sorte in Weiß, Gelb, Rosa und Dunkelrot – mitunter auch mehrfarbig. Eine Art der Gattung, die den größten zusätzlichen Nutzen findet, ist Hibiscus sabdariffa.

Die fleischigen Blütenkelche der Pflanze dienen als Basis für eine Reihe an Speisen und Getränken wie Limonade, Marmelade oder Süßspeisen. Am häufigsten ist jedoch die Verwendung für Hibiskustee, der manchmal auch Malventee genannt wird. Der Tee ist reich an Vitamin C und förderlich für das Immunsystem, zudem werden ihm Blutdruck-senkende Eigenschaften zugeschrieben.

getrocknete blueten von hibiskus zu tee verarbeitet

Zur Zubereitung von Tee werden die getrockneten Blütenkelche von Hibiscus sabdariffa verwendet.

2. Der Standort muss hell sein, kann aber je nach Art abweichen

Nur wenn Sie Ihrem Hibiskus einen besonders hellen, warmen, luftigen und sonnigen Standort geben, wird die Pflanze Sie während der Sommermonate auch mit Blüten erfreuen. Dennoch sollte die volle Mittagssonne nicht zu lange ungeschützt auf den Hibiskus scheinen. Ein Wechsel des Standortes bekommt dem Hibiskus oft schlecht: er reagiert darauf mit Knospen- und Blütenfall.

Tipp: Wenn Sie eine eingetopfte Pflanze umstellen, sollten Sie versuchen, die vorherigen Lichtverhältnisse wieder nachzuempfinden, damit der Standortwechsel leichter angenommen wird.

Im Winter kann die Pflanze innen kühler stehen, bei etwa 12 °C. Für ein Plätzchen auf dem Balkon oder der Terrasse ist die sonnenhungrige Pflanze von Mai bis September dankbar. Einige Arten können Sie jedoch auch fest im Garten einpflanzen, wo sie Frost vertragen – teils mit Unterstützung, teils ohne.

Winterhärte Hibiskus-Arten
nicht winterhart
  • Chinesischer Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis
  • Kletterhibiskus, Hibiscus caesius
  • Roselle, Hibiscus sabdariffa
bedingt winterhart
  • Straucheibisch, Hibiscus syriacus
  • Scharlach-Hibiskus, Hibiscus coccineus
winterhart
  • Sumpfeibisch, Hibiscus moscheutos
  • Stundenblume, Hibiscus trionum

Besonders der Roseneibisch und der Strauch- oder Garteneibisch werden häufig als Zierpflanze verwendet. Wollen Sie eine seltenere Art kaufen, informieren Sie sich besser vorher über die Winterhärte der Pflanze. Nicht winterharte Arten müssen Sie in der Wohnung überwintern. Bedingt winterharte Arten sollten Sie vor besonders kalten Temperaturen schützen, indem Sie eine dicke Schicht Rindenmulch auf dem Boden ausbringen, bevor der Frost einsetzt.

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hibiskus-standort im garten

Je nach Art kann Hibiskus ganzjährig im Freien stehen oder muss in der Wohnung überwintern.

3. Den Hibiskus pflegen Sie mit richtigem Gießen und Schnitt

  1. Die bevorzugte Erde für den Hibiskus ist nährstoff- und humusreich. Sie können das Substrat selbst mischen, dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass die Erde durchlässig ist. Staunässe verträgt der Hibiskus nämlich nicht. Das erreichen Sie entweder durch die Zugabe von Sand oder eine Drainage, etwa mit Blähton – oder durch eine Kombination aus beidem.
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  2. Wenn Sie den Hibiskus pflegen müssen Sie bedenken, dass die Pflanze besonders durstig ist. Das gesamte Substrat sollte beim Gießen bewässert werden, es darf nie eine Ballentrockenheit auftreten. Fehlendes Wasser und zu wenig Nährstoffe sind schnell durch gelbe Blätter sichtbar. Ein Übernässen sollte jedoch ebenso vermieden werden.
  3. Von Mai bis August müssen Sie einmal wöchentlich düngen, um der Pflanze alle benötigten Nährstoffe zu liefern. Dazu eignet sich ein Flüssigdünger beim Gießen.
  4. Alle zwei Jahre sollte der Hibiskus in einen einige Zentimeter größeren Topf umgesetzt werden. Dies erfolgt am besten im Frühjahr. Hier gilt: Der Hibiskus ist Tiefwurzler. Geben Sie also acht, wenn Sie die Wurzeln aus dem alten Topf lösen. Lockern Sie den Ballen vor dem Umtopfen etwas auf und schneiden Sie eventuell einige überstehende Wurzeln leicht zurück.
  5. Während das Schneiden bei vielen Pflanzen ein optionaler Zusatz ist, ist es relativ bedeutsam, wenn Sie einen Eibisch pflegen. Bleibt das Schneiden aus, nimmt die Blütenfülle und die Verzweigung stark ab. Stutzen Sie die Pflanzenkrone ab dem dritten Jahr jeweils im Mai, um ihren kompakten Aufbau zu fördern. Es lässt sich nicht verhindern, dass beim Stutzen einige Knospen abgeschnitten werden. Schneiden Sie möglichst immer 2 mm über einer nach außen liegenden Knospe.

Achtung: Falls Sie einen Hibiskus selten pflegen und die Pflanze überaltert, ist ein radikalerer Rückschnitt erforderlich. Danach findet die reguläre nächste Blüte jedoch nicht statt, also haben Sie Geduld und werfen Sie die Pflanze nicht sofort weg.

4. Weitere Fragen zum Hibiskus

orangene bluete einer hibiskus-art

Triebe mit Blüten oder Knospen sollten zum Vermehren nicht abgeschnitten werden.

Bei Pflanzen, die durch Pflegefehler leicht Schaden nehmen können, ist eine Kaufberatung umso bedeutsamer. Zu deren Vollständigkeit haben wir hier zusätzliche Fragen beantwortet.

4.1. Wie erfolgt die Vermehrung?

Den Hibiskus vermehren Sie am besten über Samen oder über Ableger. Samen können Sie entweder am Sommerende von der Pflanze sammeln oder günstig im Fachhandel kaufen. Diese werden dann im Frühjahr in einem Topf leicht mit Kompost bedeckt und befeuchtet.

Ableger bieten sich oft eher an, da durch den Schnitt an der Pflanze ohnehin Stecklinge anfallen. Stecklinge sollten kräftig und ohne Knospen und Blüten sein. Schneiden Sie etwa 12 bis 15 cm lange Triebe schräg ab und entfernen Sie die unteren Blätter. Anschließend können Sie 5 cm tief in Anzuchterde gepflanzt werden, die dauerhaft leicht feucht gehalten wird. Nach zwei bis drei Monaten an einem hellen und warmen Standort sollten sich Wurzeln gebildet haben.

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4.2. Ist der Hibiskus giftig?

Die als geläufige Zimmerpflanzen verwendeten Arten sind weder für Menschen noch für Haustiere giftig.

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Bildnachweise: stock.adobe.com/Volodymyr, stock.adobe.com/fydorov, stock.adobe.com/Solarisys, stock.adobe.com/nittaya mungma/EyeEm (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)