Auto

Keilriemen wechseln

Im Motor übernimmt der Keilriemen die Übertragung der Motorkraft auf die Achsen.

Ein Keilriemen besteht aus extrem widerstandfähigen Gummi, aber im Betrieb bilden sich langsam Risse und es kommt zum Verschleiß oder Riss. Leider läßt sich der defekte Keilriemen nicht mehr - wie oft behauptet wird - einfach durch eine Damenstrumpfhose ersetzen.

Heimwerker.de zeigt ihnen, wie sie in wenigen Schritten selbst die Wartung und den Austausch dieses wichtigen Bauteils durchführen können.

Wozu dient der Keilriemen?

Keilriemen gerissen

Den Keilriemen findet man in nahezu jedem Fahrzeug, die meisten kennen jedoch nur das Quietschen des Keilriemen, wissen aber nichts über seine Funktion oder gar wo er verbaut ist.

Die Hauptaufgabe des Keilriemens ist es einen Generator (besser bekannt als "Lichtmaschine"), welcher durch Drehbewegung Strom erzeugt, mit der Kurbelwelle des Motors zu verbinden und somit die elektrische Energieversorgung im Fahrzeug zu gewährleisten.

Jeder der schon einmal in einem Auto gesessen hat, weiß wieviele Verbraucher es mittlerweile gibt. Ob elektrische Fensterheber, Radio oder Scheinwerfer, alles verbraucht Strom und würde eine einzelne Autobatterie völlig überlasten.  Sogar der Motor selbst benötigt Strom um einen Zündfunken an den Zündkerzen zu erzeugen.

Wo sitzt der Keilriemen?

Der Keilriemen besteht aus schwarzen Gummi mit einer Textil- oder Stahlseileinlage. Der Name ist abgeleitet aus der Form, denn seine Keilform erhöht die Reibung auf der Riemenscheibe und macht die Konstruktion effizienter.

Die Riemenscheiben sind das Erste was bei der Suche des Keilriemens im Motorraum ins Auge sticht. Sie sitzen oft seitlich am Motor und können durch andere Bauteile verdeckt sein.

Wartungsintervalle

Wann und wie oft muss gewechselt werden?

Die Lebensdauer eines Keilriemens ist normalerweise auf eine Laufleistung von 80.000 - 90.000KM oder ein Alter von 8 Jahren beschränkt. Natürlich kann die Lebensdauer darüber liegen, jedoch halten sich die meisten Hersteller an diese Wartungsintervalle.

Indikatoren für einen Wechsel:

  • Unangenehmes Quietschen: Der Keilriemen ist ausgeleiert und verfügt nicht über genügend Spannkraft. Feuchtigkeit und Schmutz erhöhen den Effekt. Es besteht jedoch noch die Möglichkeit des Nachspannens.
  • Risse / Alterung: Sollte der Keilriemen Risse und sonstige Altersspuren aufweisen, ist er sofort auszutauschen, da ein Riss in absehbarer Zeit vorprogrammiert ist.
  • Warnleuchten am Armaturenbrett: Falls der Keilriemen komplett gerissen sein sollte, werden sie über die Batteriewarnleuchte und ggf. über die Thermowarnleuchte benachrichtigt. ACHTUNG: Bei vielen Fahrzeugen treibt der Keilriemen auch die Kühlwasserpumpe an. Ist diese außer Funktion überhitzt der Motor binnen Minuten.

Wechsel des Keilriemens

maulschluessel

Der Generator des Fahrzeugs ist in der Regel mit zwei Schrauben am Motorblock befestigt. Eine davon steckt in einem Langloch und ermöglich somit den Wechsel, aber auch die Einstellung der Vorspannung am Keilriemen.

Diese Schraube gilt es also mit einem Schraubenschlüssel zu lösen, um die "Lichtmaschine" bewegen zu können. Aufgrund der Platzverhältnisse kann dies in einigen Fällen schwierig sein, daher sind Fingerspitzengefühl und gutes Werkzeug gefragt.

Der alte Riemen kann nun gelöst und abgenommen werden. Der Neue wird auf die Riemenscheiben aufgelegt und durch zurück drücken des Generators, mit Hilfe eines Hebels, gespannt. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Ist die Vorspannung zu gering, rutscht der Keilriemen durch und erzeugt die bekannten quietschenden Geräusche. Eine zu starke Spannung sollte ebenfalls nicht anliegen, da sie die Lager der Riemenscheiben unnötig belastet. Zum Testen sollte man kurz den Motor laufen lassen, nachdem die Schrauben der Lichtmaschine angezogen sind. Leuchten auch im Cockpit des Fahrzeugs keine Warnleuchten mehr auf, haben sie den Wechsel erfolgreich bewältigt und haben die nächsten 90.000KM Ruhe.

 

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