Unkraut & Schädlinge

Schnecken bekämpfen: 6 Hausmittel und 2 chemische Methoden

  • Eine Bedrohung geht lediglich von Nacktschnecken im Garten aus. Andere Schnecken, wie etwa die Weinbergschnecke, dürfen Sie bedenkenlos in Ihrem Garten willkommen heißen.
  • Verwenden Sie am besten biologische Mittel um Schnecken zu bekämpfen. Diese sind auch oft günstiger als chemische Mittel aus dem Baumarkt.
  • Chemische Mittel sorgen dafür, dass die Schnecken sterben. Außerdem können Sie damit auch Ihre Haustiere oder Kinder gefährden.

Schnecke im Blumenbeet

Fast jeder Hobbygärtner hat sich bereits über eine Schneckenplage in seinem Garten geärgert. Insbesondere die Nacktschnecken gehören zu den radikalsten Schädlingen, denn die nächtlichen Blattfresser verspeisen alle Blätter in Blumen- und Gemüsebeeten, können dort große Schäden anrichten und hinterlassen obendrein schleimige Spuren.

Wenn Sie die Schnecken aber frühzeitig bekämpfen und verschiedene Methoden kombinieren, können Sie eine starke Vermehrung, und somit eine Schneckenplage, verhindern. Wir von heimwerker.de stellen Ihnen die effektivsten Hausmittel und chemischen Methoden zur Schneckenbekämpfung vor.

1. Wie Sie einen Schneckenbefall im Garten erkennen

nacktschnecke

Nacktschnecken sind für jeden Gartenbesitzer ein Alptraum.

Bei feuchter Witterung fallen unzählige Schnecken über Salatpflanzen, Kräuter oder Kohlpflanzen her und können diese über Nacht vollständig zerstören. Doch nicht nur Gemüse, sondern auch Zierpflanzen, wie Dahlien, Funkien, Studentenblumen oder junge Sonnenblumen fallen ihnen zum Opfer.

In unseren Gärten sind meistens Weg- und Ackerschnecken unterwegs. Allgemeiner sind sie unter dem Sammelbegriff Nacktschnecken bekannt. Verglichen mit anderen Schnecken tragen Nacktschnecken kein Haus auf dem Rücken bzw. haben ein zurückgebildetes Haus in Form eines rudimentären Kalkdepots im Inneren. Ein Haus dient Schnecken in erster Linie zum Schutz vor Fressfeinden und Kälte. Nacktschnecken besitzen dagegen eine sehr, dicke und schleimige Haut, die ihnen als Schutz dient. Bei Kälte verkriechen sie sich.

Sie leben in Wiesen und Hecken und sind hauptsächlich am Abend, in der Nacht oder an regnerischen Tagen aktiv, da sie tagsüber zu viel Flüssigkeit verlieren und ein zu hoher Flüssigkeitsverlust zur ihrer Austrocknung und zum Tod führen kann.

Um herauszufinden, ob sich in Ihrem Garten eine Schneckenplage anbahnt, achten Sie auf folgende Hinweise:

Als Allesfresser sind Nacktschnecken im Garten nicht wählerisch und können die meisten Gartenpflanzen fressen. Übrig bleiben von ihnen nur abgefressene Stängel, in deren Nähe oftmals Schleimspuren oder Kotreste zu finden sind.

Der richtige Zeitpunkt um Schnecken im Garten zu bekämpfen: Während sich Schnecken in warmen und trockenen Sommern verkriechen, können sie sich an kühlen und regnerischen Herbsttagen hervorragend vermehren. Aus diesem Grund ist es wichtig, diese Schädlinge im Frühjahr und Herbst zu bekämpfen, bevor der Nachwuchs aus den Eiern schlüpft und eine Schneckenplage im Garten ausbricht.

2. Schnecken sollten Sie am besten biologisch bekämpfen

Schnecke im Garten

Nicht alle Schnecken schaden Ihren Pflanzen.

Zum Schnecken bekämpfen haben Gartenbesitzer die Wahl zwischen Hausmitteln, mechanischen Mitteln und chemischen Substanzen. Grundsätzlich sollte man nur zu Chemikalien greifen, wenn die natürlichen oder mechanischen Methoden nicht helfen. Chemische Mittel schaden nämlich nicht nur den Schnecken, sondern auch anderen Lebewesen in Ihrem Garten. Haben Sie Haustiere oder streift die Nachbarskatze gerne durch Ihren Garten, sind chemische Mittel tabu.

Die bekanntesten Mittel gegen Schnecken sind folgende:

Mechanisch Natürlich Chemisch
Erde auflockern Fadenwürmer sowie natürliche Fressfeinde anlocken Schneckenkorn
Schnecken händisch absammeln Schneckenzäune und Salathauben Eisenphosphat und Methaldehyd

Natürliche Fressfeinde von Schnecken sind zum Beispiel: Igel, Vögel (z. B. Amsel), Hühner, Laufenten, Blindschleichen, Frösche oder Hundertfüßler.

3. Schnecken bekämpfen mit Hausmitteln

Bevor Sie Mittel zur Schneckenbekämpfung kaufen, empfehlen wir Ihnen, es mit ein wenig Handarbeit und Hausmitteln zu probieren. Oft reicht die folgenden Methoden schon aus, um Schnecken im Garten zu bekämpfen.

3.1. Lockern Sie den Boden auf

Schnecken legen im Herbst ihre Eier im Boden ab. Damit diese bei Frost erfrieren, sollte man die Erde mulchen und auflockern. Wichtig ist, für das Mulchen keine frischen Gemüsereste zu verwenden, denn diese können Schnecken anziehen. Besser ist es, trockenes Stroh in den Mulch zu mischen.

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Um Erde gekonnt aufzulockern, darf eine Harke nicht fehlen. Hat Ihre Harke bereits ihre besten Zeiten hinter sich, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Harken-Vergleich inklusive Kaufberatung.

3.2. Mühselig aber effektiv: Schnecken absammeln

Schnecken werden in der Dunkelheit aktiv. Deshalb sollte man den Garten morgens wässern, sodass die Pflanzen das Wasser aufnehmen und der Boden bis zum Abend trocknener wird. Verlassen die Schädlinge ihr Versteck, können Sie sie abends einsammeln, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für ein leichteres Einsammeln kann man Bretter oder Kartons auslegen, unter denen sich die Tiere verstecken.

3.3. Schneckenzäune und -kragen als günstige Barrieren für Ihre Beete

Salathauben

Salathauben sehen auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig aus.

Eine andere Methode, Schnecken zu bekämpfen, sind Schneckenzäune und Schneckenkragen. Diese Barrieren bestehen aus einem glatten Material, wie Kunststoff oder verzinktes Stahlblech und haben einen nach außen gebogenen Rand, der verhindert, dass hochkriechende Schnecken sie überwinden. Schneckenzäune werden 10 cm tief in den Boden gesetzt und sollten mindestens 10 cm hoch sein. Damit die Tiere nicht über Pflanzen das Hindernis überwinden, müssen diese Zäune regelmäßig gesäubert werden.

Wer Salat im Garten anbaut, schützt die Köpfe am besten mit einer Salathaube. Diese wird einfach über den Salat gesetzt und hält so gefrässige Schnecken ab. Schneckenzäune und Salathauben können Sie bereits sehr günstig online oder im Baumarkt kaufen.

3.4. Natürliche Sperren halten Schnecken aus Ihren Beeten fern

Nacktschnecken bevorzugen feuchte und nasse Wege, um zu den Pflanzen zu gelangen. Streut man Sägemehl, Sand, Gesteinsmehl oder Branntkalk um die Beete oder entlang der Hecken, werden sie den rauen Boden meiden.

Um die Tiere von den Gartenbeeten fernzuhalten, stellen manche Gärtner eine sogenannte Schneckenbrühe her, bei der tote Schnecken, zerschnitten und verjaucht werden, um sie anschließend über die Pflanzen zu gießen.

3.5. Fadenwürmer gegen genetzte Ackerschnecken

Speziell zur Bekämpfung von genetzten Ackerschnecken haben sich Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita als sehr effektiv erwiesen. Die Fadenwürmer dringen in die Schnecken ein und geben ein Bakterium ab, das nach drei Tagen Fraßstop verursacht. Nach weiteren drei bis sechs Tagen sterben die Schnecken ab.

Diese Methode empfehlen wir Ihnen nur, wenn Sie anderweitig der Lage nicht mehr Herr werden. Selbstverständlich sind Schnecken im Garten lästig, allerdings muss das Schnecken bekämpfen nicht zwingend tödlich für die Tiere enden.

3.6. Schneckenabwehr: Schneckenfalle mit Bier

Eine einfache und wirkungsvolle Schneckenfalle, die die Tiere im Frühjahr anlockt, lässt sich mit einem stabilen Becher und ein wenig Bier selber basteln. Graben Sie den Becher bis auf drei Zentimeter in den Boden ein, damit keine anderen Tiere hineinfallen, und füllen ihn zur Hälfte mit Bier.

Der Geruch des Bieres lockt Schnecken auf 50 m Entfernung an. Diese kriechen hinein und ertrinken. Der Nachteil: Nach jedem Regen muss das Bier ausgetauscht werden. Soll die Schneckenfalle länger im Einsatz bleiben, sollte der Becher überdacht sein. Alternativ sind solche überdachten Fallen im Handel erhältlich.

Allerdings zieht diese Schneckenfalle nicht nur jene aus dem eigenen Garten, sondern auch nützliche Schnecken aus der Umgebung an.

4. Chemische Mittel gegen Schnecken

Weinbergschnecke

Mit chemischen Mitteln töten Sie auch die Weinbergschnecke.

Wenn die Hausmittel nicht helfen und keine Schneckenzäune errichtet werden sollen, hilft nur der Einsatz von chemischen Präparaten, die im Fachhandel erhältlich sind:

  • Eisenphosphat
  • Methaldehyd

4.1. Halten Sie sich an die Anweisungen auf der Packung

Verwenden Sie Eisenphosphat oder Methaldehyd, um Schnecken zu bekämpfen, richten Sie sich zwingend nach den Angaben auf der Anleitung. Zudem sollten Sie bedenken, dass diese Mittel die Schnecken regelrecht vernichten – sie wirken tödlich.

Eine Besonderheit: Eisenphosphat bewirkt, dass sich die Schnecken vor ihrem Tod eingraben.

Bedenken Sie bei dem Einsatz von chemischern Mitteln, dass diese ebenfalls nützliche Schnecken, wie die unter Naturschutz stehende Weinbergschnecke töten, die Gelege von Nacktschnecken frisst.

4.2. Mit Schneckenkorn effektiv gegen Schnecken

Schnecken mit Salz bekämpfen

Sehen Sie unbedingt davon ab, Schnecken mit Salz zu bekämpfen. Wenn Sie Salz auf die Schnecken streuen, erleiden diese durch eine schnelle Austrocknung einen grauenvollen Tod.

4.2.1. Anwendung: Die Plage stoppen Sie mit einer wöchentlichen Anwendung

Bei sehr starkem Befall kommt häufig Schneckenkorn zum Einsatz. Am Effektivsten lassen sich Schnecken mit ihm nach abendlichen Regengüssen bekämpfen. Gemäß der Gebrauchsanweisung werden sowohl die zu schützenden Gartenflächen als auch die anliegenden Bereiche behandelt. Um sicherzustellen, dass alle Schnecken entfernt wurden, sollte man Schneckenkorn in wöchentlichen Abständen anwenden.

4.2.2. Wirkung: In jedem Falle tödlich

Die Wirkung dieses Mittels hängt von dem enthaltenen Wirkstoff ab. Wer keine toten Schnecken in den Beeten vorfinden möchte, sollte zu Eisen-III-Phosphat greifen. Dieser Stoff stoppt den Fraß der Tiere schnell und veranlasst sie, sich vor ihrem Tod in ein Versteck zurückzuziehen. Bei anderen chemischen Mitteln sterben die Schnecken vorort und schleimen aus.

4.2.3. Nachteile des Schneckenkorns: Auch andere Gartenbewohner werden Gefahren ausgesetzt

Schneckenkorn tötet alle Schneckenarten, weshalb ihnen auch die unter Naturschutz stehende Weinbergschnecke zum Opfer fällt. Diese gilt nicht als Schädling. Zudem stellen die Wirkstoffe eine Gefahr für andere Gartenbewohner sowie Haustiere und Kinder dar.