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Tagfahrlicht nachrüsten

Die Sicherheitsstandards im Straßenverkehr sind stets einem starken Entwicklungsprozess ausgesetzt. Das Ziel der Experten und Automobilhersteller ist es, die Zahl der Verkehrstoten zu halbieren. Seit dem 1. Oktober 1988 besteht daher bereits die Pflicht für Krafträder am Tag mit Abblendlicht zu fahren, um besser im Straßenverkehr wahrgenommen zu werden. (StVO §17 Abs. 2a)

Für Pkw gilt jedoch bisher nur eine Empfehlung das Licht auch am Tag einzuschalten. Eine feste Regelung sorgte bereits für viele Diskussionen und gespaltene Meinungen. Hauptargumente gegen sogenanntes Tagfahrl

icht (TFL) waren bisher die Benachteiligung schwächerer Verkehrsteilnehmer wie Motorrad- und Fahrradfahrer, sowie der höhere Spritverbrauch von etwa 0,2l/100km. Durch innovative Technik ist jedoch der Spritverbraucht leicht zu senken. Viele Hersteller haben sich bereits auf Tagfahrleuchten mit LED Technik spezialisiert, welche nur ca. 0,02l/100km Mehrverbrauch ausmachen würden.

Tagfahrlicht – lohnt das Nachrüsten

 Diese Frage ist schwer zu beantworten und die Experten streiten über Sinn. Einerseits ist es verständlich, dass auch tagsüber beleuchtet Fahrzeuge besser wahr genommen werden, anderseits können wieder unbeleuchtete Verkehrsteilnehmer dadurch übersehen werden, da sich unser Gehirn auf beleuchtete Verkehrsteilnehmer einstellt. In Ländern, in denen sich die Dämmerung über einen längeren Zeitraum bewegt (Norwegen, Schweden, Finnland), macht es durchaus Sinn, da hier in der langen Übergangszeit nicht gleich das Abblendlicht eingeschaltet wird, was zu einem erhöhten Unfallvorkommen führt. Andere Länder habe es mit einem generellen Lichtfahrgebot probiert, was zwar deutliche Mehrkosten mit sich brachte aber nur bedingt die Unfallstatistik senkte.

Dennoch macht das Tagfahrlicht durchaus Sinn. Gerade Langstreckenfahrer, welche viel auf der Autobahn unterwegs sind, können davon profitieren. Auf der Autobahn werden schneller unterschiedliche Wetterzonen durchfahren und dunklere Regenfronten werden bei der Beleuchtung schnell vernachlässigt. Wer möchte schon ständig das Abblendlich an- und ausschalten. Dauerhaftes Abblendlich führt schließlich zu einem Kraftstoffmehrverbrauch. Ein Tagfahrlicht wirkt sich kaum negativ auf den Verbrauch aus, schafft aber Sicherheit, falls das Abblendlicht nicht rechtzeitig eingeschaltet wird. Eine verschlechterte Wahrnehmung unbeleuchteter Fußgänger ist hier nicht zu befürchten.

Tagfahrlicht und erhöhter Kraftstoffverbrauch

Ein beleuchtetes Fahrzeug wird früher wahrgenommen und gesehen, das ist sicher nicht zu bestreiten. Nur die Art der Umsetzung ist umstritten. Ein großer Streitpunkt ist der zusätzliche Strom- und damit Kraftstoffverbrauch. Daher möchten wir die unterschiedlichen Varianten aufführen.

  • Die einfachste Variante ist das Abblendlicht, zu dem es in einigen Ländern bereits ein Gebot zur dauerhaften Nutzung gab. Der erhöhte Kraftstoffverbrauch ist dabei allerdings nicht zu unterschätzen, denn mit dem Abblendlicht schalten sich weitere Teile der Beleuchtungsanlage ein, was zu einem Mehrverbrauch von durchschnittlich 0,2 l/km führt.
  • LED-Tagfahrlichter haben einen deutlich geringeren Verbrauch und werden einzeln ohne Rück- und Kennzeichenbeleuchtung genutzt. Dadurch ergibt sich ein deutlich geringerer Kraftstoffmehrverbrauch von 0,01 l/km bis 0,02 l/km.

Wissenswertes zum Tagfahrlicht

Normen und Vorschriften zur Nachrüstung von Tagfahrlicht

Wie für jede Beleuchtung am KFZ, gibt es auch für Tagfahrlichter einzuhaltene Vorschriften. In erster Linie müssen die verbauten Lichter der ECE-Regelung unterliegen, mit den üblichen E gekennzeichnet sein und zusätzlich eine besondere Bezeichnung RL für den Betrieb als Tagfahrlicht besitzen. Diese beschreibt die Einhaltung der Leuchtstärke und auch der Farbtemperatur.

Hinzu kommen Vorschriften zur Positionierung der Leuchten. Auch wenn Tagfahrlichter gerne zur optischen Zierde genutzt werden, dürfen sie nur in bestimmten Bereichen verbaut werden. So muss die Anbauhöhe zwischen 250 mm und 1500 mm liegen und müssen die symmetrisch angebrachten Tagfahrlichter mindestens 600 mm auseinander liegen. Dabei dürfen sie nicht mehr als 400 mm von der seitlichen Begrenzung entfernt sein.

Den elektrischen Anschluss der Tagfahrlichter sollte einem Fachbetrieb überlassen werden, da hier zusätzliche Schaltfunktionen zu beachten sind. Vorgeschrieben ist eine Einschaltung mit der Zündung, jedoch ebenso eine automatische Abschaltung beim Betrieb des Abblendlichtes.

Eine bestimmte Form des Tagfahrlichtes ist nicht vorgeschrieben und so sind neben Lichtleisten auch Ringe und Wellenformen gestattet.

Tagfahrlicht als Beleuchtung am Kettcar

LED-Tagfahrlicht im Heimwerkerbereich

Abgesehen von ihrer eigentlichen Verwendung, sind LED-Tagfahrlichter ebenso im Heimwerker und Bastelbereich beliebt. Neben einem geringen Stromverbrauch, verbinden sie einen günstigen Preis mit einer schier endlosen Designwahl. Hinzu kommt bei universellen Tagfahrlichtern die Möglichkeit sie überall zu befestigen. Gerade weil viele für kein spezielles Fahrzeug gedacht sind, bringen sie Halterungen und Befestigungsmöglichkeiten mit, die sich überall nutzen lassen. Auch die Betriebsspannung von 12 V ist leicht durch kleine Batterien oder Akkus alter Akkugeräte bereit zu stellen. Gerade für Kinderfahrzeuge ist das nicht nur ein nettes Gimmik, sondern trägt auch zur besseren Wahrnehmung bei.

 

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