Nutzpflanzen

Tomaten richtig anbauen: Tipps zur richtigen Pflege

  • Tomaten können sehr gut im Garten angebaut werden. Für den Balkon eignen sich besonders Kirsch- und Strauchtomaten, da diese Pflanzen nicht allzu groß werden.
  • Tomaten bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Standort und vertragen starken Regen nicht sehr gut. Jungpflanzen sollten Sie erst Mitte Mai nach draußen bringen.
  • Zum Dünger sollten Sie etwa alle zwei Wochen greifen. Organische Brennnesseljauche eignet sich hierfür ausgezeichnet.

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Die stark wachsenden Tomatenpflanzen eignen sich ideal für den Anbau im Hausgarten oder eine Balkonpflanzung. Dabei können Hobbygärtner zwischen zahlreichen Tomatensorten wählen. Diese unterscheiden sich in Form und Geschmack.

Für eine reiche Ernte im Spätsommer sind der richtige Pflanzzeitpunkt und ein vor Witterungseinflüssen geschützter Standort ausschlaggebend. Erfahren Sie hier mehr zum Bau eines praktischen Tomatengewächshauses.

Tomaten sind sehr gesund und kalorienarm und somit der ideale Snack für zwischendurch. Im Folgenden finden Sie wichtige Tipps zum richtigen Anbau und eine Anleitung zur gezielten Pflege von Tomatenpflanzen.

1. Tomatenvielfalt im Gemüsebeet

Tomaten überzeugen durch ihren intensiven Geschmack, das feste Fruchtfleisch und ihre ausgeprägte Saftigkeit. Für jeden Geschmack lässt sich die ideale Tomatenpflanze für den heimischen Anbau im Handel erwerben. Auf Heimwerker.de stellen wir Ihnen einige der populärsten Tomatensorten vor:

Tomatensorte Eigenschaften
Stabtomaten

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  • etwa 70% des Weltanbaus
  • mittelgroße Früchte
  • können sehr hoch werden (180 bis 200 cm) und müssen durch Schnüre und Stäbe gestützt werden
  • Seitentriebe müssen ständig entfernt werden, damit Früchte sich ausbilden können
  • bekannte Sorten: Hellfrucht, Matina, Red Zebra
Busch- oder Strauchtomaten

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  • kleiner und kompakter als Stabtomaten
  • werden zwischen 30 und 150 cm und benötigen keine Stützen
  • ideal für Terrasse und Balkon
  • eignen sich somit zum Anbau im Kübel
Cocktailtomaten

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  • kleine Pflanze mit kleinen Früchten
  • perfekt für den Anbau im Kübel
  • Ernte sehr ertragreich
  • schmeckt nach der Ernte am besten
Fleischtomaten

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  • sehr große Früchte (zwischen 100 gr und 1 kg)
  • geringer Säuregehalt
  • benötigen ein sonniges und warmes Klima
  • besonders für Pasta-Gerichte beliebt
Kirschtomaten

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  • durch geringen Säuregehalt sehr süß
  • besonders klein
  • rund, oval oder länglich
  • auch in verschiedenen Farbvariantion erhältlich

2. Geeignete Tomaten für den Anbau auf dem Balkon und im Garten

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Cocktail- oder Strauchtomaten sind Tomaten, die im Topf angepflanzt werden können.

Da Tomatenpflanzen ein unbegrenztes Wachstum aufweisen und schnell sehr hoch und ausladend werden, sollten Sie für eine Balkonpflanzung auf weniger stark wachsende Sorten zurückgreifen, die keine Rankhilfe benötigen.

Die Buschtomate eignet sich ideal für einen Anbau im Blumentopf, da sie kleiner bleibt als andere Tomatensorten. Besonders beliebt ist die hängend wachsende Sorte Tumbling Tom Yellow, die Sie gut in Blumenampeln anpflanzen können.

Für den Hausgarten bietet sich dem Hobbygärtner eine große Auswahl an ansprechenden Tomatenpflanzen, wählen Sie hier nach angestrebtem Verwendungszweck und persönlichem Geschmack.

Die Pflanzen der Kirschtomaten und Cocktailtomaten bilden besonders kleine und süße Früchte aus, die sich gut für einen schnellen Frischverzehr für zwischendurch eignen. Beliebte Sorten sind hier Dasher oder Sweet Million.

Auch die Fleischtomaten verfügen über einen geringen Säuregehalt, sind aber generell fester und saftärmer als andere Tomaten und werden daher gerne für Gerichten aus der italienischen Küche verwendet. Für den heimischen Anbau eignen sich die Sorten Agro, Timos und Myrto besonders gut.

Tipp: Für ein farbenfrohes Gemüsebeet können Sie auf bunte Tomatensorten zurückgreifen. Die Tomatensorte Orangino produziert beispielsweise orangefarbene Früchte mit einem intensiven Aroma und die Sorte Aunt Ruby’s German Green überzeugt durch ihre großen und flachen Früchte, die zur Vollreife grün sind.

3. Ansprüche und idealer Standort der Tomatenpflanze

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Der Zeitpunkt zum Anpflanzen von Tomaten liegt Mitte Mai.

Für den Anbau Ihrer Tomatenpflanzen wählen Sie einen sonnigen und windgeschützten Standort im Garten oder auf dem Balkon. Da die Gemüsepflanzen sehr kälteempfindlich sind, sollten sie nicht vor den Eisheiligen, also erst ab Mitte Mai im Freiland angebaut werden.

Sind die Nächte noch kalt, schützt ein zusätzliches Vlies die zarten Jungpflanzen vor Nachtfrösten – nehmen Sie dieses Vlies tagsüber wieder ab, um einer Pilzinfektion vorzubeugen. In einem geschlossenen Gewächshaus ist natürlich auch ein früherer Pflanzzeitpunkt möglich.

Achten Sie jedoch auch hier auf ein regelmäßiges Lüften, um die Luftfeuchtigkeit so gering wie möglich zu halten.

Tomatenpflanzen müssen gezielt vor Regen geschützt werden, da die meisten Tomatensorten anfällig für die Kraut- und Braunfäule (mehr dazu unten) sind. Ein spezielles Tomatengewächshaus ist die ideale Lösung für kleinere Nutzgärten. Experten raten zudem zum Pflanzen resistenter Sorten.

4. Tomaten pflanzen

Tomatenpflanzen schneiden

Tomaten wachsen an Sträuchern, die schnell breit und unübersichtlich werden können. Daher ist es wichtig, junge Seitentriebe unmittelbar nach Erscheinen abzuschneiden. Dieser Vorgang nennt sich Ausgeizen. Die Tomaten werden durch die regelmäßigen Schnittarbeiten größer und die Ernte wird durch ein kontrolliertes Breitenwachstum erleichtert.

Spezielle Züchtungen der Tomate können bunt gestreift oder dunkel sein. Solche ausgefallenen Sorten werden in der Regel nur als Saatgut angeboten und müssen vorgezogen werden. Pflanzen Sie die Tomatensaamen ab März in einen Blumentopf, bedecken Sie diesen mit einer Frischhaltefolie und stellen Sie den Topf auf eine sonnige Fensterbank.

Sind die Pflanzen groß genug, können Sie ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden. Das gleich gilt natürlich auch für geläufigere Sorten.

Der Anbau von Tomaten ist nicht ganz einfach, da die Pflanzen zu den starkzehrenden Gemüsekulturen zählen und hohe Ansprüche an den Boden stellen. Für ein gesundes Pflanzenwachstum ist es daher besonders wichtig, die Erde bereits vor der Pflanzung mit ausreichend organischem Dünger und Hornspänen anzureichern.

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Tomatenpflanzen werden mit einem Abstand von 60 – 89 cm eingepflanzt.

Zudem sollten Tomatenpflanzen im Folgejahr im Beet versetzt werden, nur so ist die Grundversorgung mit Nährstoffen gesichert.

Auch der richtige Pflanzabstand hat Einfluss auf die Gesundheit der Tomatenpflanzen. Zu eng gesetzte Pflanzen nehmen sich gegenseitig das Licht und Pilzsporen werden schneller übertragen.

Pflanzen Sie Ihre jungen Tomaten mit einem Abstand von 60 – 80 cm nach allen Seiten ins Gemüsebeet. Wollen Sie die Tomaten in Reihe pflanzen, ist ein Reihenabstand von bis zu 100 cm einzuhalten.

Setzen Sie unveredelte Tomatenpflanzen so in die Erde, dass der Wurzelballen für eine ausreichende Nährstoffaufnahme ca. 5 cm unter der Oberfläche liegt. Bei veredelten Tomatensorten muss die dicke Veredelungsstelle oberirdisch verbleiben.

Tomaten wachsen schnell und hoch. Bei vielen Sorten ist eine Rankhilfe notwendig, damit die Tomatenpflanzen nicht unter der Last der vielen Früchte umknicken. Setzen Sie den langen Stab idealerweise bereits vor der Pflanze ausreichend tief in das Pflanzloch ein, so werden die zarten Wurzeln nicht verletzt. Befestigen Sie abschließend die Triebe mit speziellen Pflanzenclips oder weichen Schnüren.

Tipp: Setzen Sie Ihre Tomatenpflanzen nicht neben Kartoffeln. Beide Gemüsearten sind anfällig für Pilzerkrankungen und können sich gegenseitig infizieren.

5. Richtige Pflege von Tomaten

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Tomaten müssen jeden Tag gegossen werden.

Tomaten haben einen besonders hohen Nährstoffbedarf. Setzen Sie bei der Tomatenpflege daher schon vorab auf eine hochwertige Pflanzenerde, die mit Kompost angereichert wird. Arbeiten Sie zusätzlich alle 14 Tage Spezialdünger in die Erdoberfläche ein.

Generell müssen Tomatenpflanzen oft gewässert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nur der Stammgrund und nicht die oberirdische Pflanze befeuchtet wird, um die anfälligen Tomatenpflanzen vor Pilzinfektionen zu schützen.

Gießen Sie zudem lieber täglich mäßig als selten und dafür stark, so beugen Sie einem Platzen der Tomaten vor.

Tipp: Als organische Alternativen haben sich kleingeschnittene Brennnesselblätter im Pflanzloch oder ein regelmäßiges Bewässern der Erde mit Brennnesselsud bewährt.

6. Ernte und Verzehr der Tomaten

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Tomaten können ab Ende Juni geerntet werden.

Die zunächst grünen Tomaten werden Ende Juli erntereif. Sie sind nun intensiv gefärbt und lassen sich leicht vom Strauch pflücken und frisch verzehren. Wenn die Tomaten nach dem Pflücken noch nicht ausreichend süß schmecken, können sie in der Sonne noch einige Tage nachreifen.

Gründlich gewaschen können Sie Ihre gartenfrischen Tomaten nun als knackigen Salat oder in Kombination mit Mozzarella, Basilikum und Balsamicoessig genießen.

Natürlich können Sie die Tomaten auch zu einer schmackhaft-fruchtigen Nudelsauce oder zu einem herzhaften Brotaufstrich weiterverarbeiten. Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Achtung: Unreife Tomaten sind giftig und dürfen nicht gegessen werden. Vor der Vollreife enthalten die Früchte die Substanz Solanin in hoher Konzentration. Entfernen Sie vor dem Frischverzehr oder einer Weiterverarbeitung zudem den Strunk der Tomate, auch dieser enthält das Solanin und sollte nicht verspeist werden.