Gartenzaun

Weidezaun selber bauen: Elektrischer Weidezaun

Elektrozaun selber bauen

Benötigtes Material:
  • Weidezaungerät
  • Warnschild
  • Stromzaun
  • Isolatoren
  • Zaun-Kontroll-Licht

Wer in seinem Garten oder auf seinem Grundstück häufig ungebetene Gäste hat, verfügt nur über wenige humane Möglichkeiten, diese fernzuhalten. Eine Möglichkeit ist ein elektrischer Weidezaun, wie er auch in der Landwirtschaft verwendet wird. Dieser teilt spürbare, aber ungefährliche Stromstöße aus wenn ihm jemand zu nahe kommt.

Je nach Aufbau eignen sich Elektrozäune für Groß- oder Kleintiere. Besitzer einer Vogelvoliere möchten sich beispielsweise vor der Nachbarskatze schützen, Oldtimerliebhaber vor Mardern, Hühnerzüchter vor Füchsen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen effektiven Elektrozaun für Ihren jeweiligen Einsatzzweck bauen können.

Ganz nebenbei: Was draußen hält, hält auch drinnen. So können Sie natürlich auch Ihr Vieh oder Ihre Kleintiere mit einem Elektrozaun am unerlaubten Ausbruch hindern.

Elektrischer Weidezaun: Wichtige Hinweise

Warnschild Elektrozaun
Warnschild

Ein elektrischer Weidezaun, so klein er auch ist, muss bestimmten baulichen Anforderungen genügen um in Deutschland betrieben werden zu dürfen. So muss bei Zäunen an Verkehrswegen (dazu gehören auch und vor allem Fußwege) ein Schild mit der Aufschrift: Vorsicht, Elektrozaun! (siehe Bild) angebracht sein.

Auch sollten alle Teile regelmäßig geprüft werden, um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten. Der Zaun sollte zudem frei von Bewuchs gehalten werden. Die elektrische Spannung wird sonst nutzlos in die Pflanzen abgeleitet, was den Stromverbrauch erhöht.

Tierschützer, aufgepasst:

Sicher ist ein Elektrozaun keine allzu freundliche Maßnahme, zudem weckt er unschöne Assoziationen. Moderne Technik sorgt allerdings für absolut "zivile" Stromschläge: Der Zaun wird mit zwar mit etwa 5.000 V geladen, die Stromstärke aber, und diese ist entscheidend, ist vergleichsweise winzig. Der entstehende Schock für Mensch und Tier ist demnach völlig harm- und folgenlos, aber erzieherisch wirksam! 

Elektrozaun-Aufbau

Skizze zum Aufbau eines Weidezauns
Skizze zum Aufbau eines Elektrozauns

A und O bei einem elektrischen Weidezaun ist eine funktionierende Erdung: Ansonsten kann das Weidezaungerät keine richtige Spannung aufbauen. Der Erdungsstab wird bei den meisten Weidezaungeräten direkt mitgeliefert und sollte möglichst tief in die Erde eingeschlagen werden.

Wichtig ist auch eine sorgfältige Montage der Isolatoren an den Zaunpfählen.

Achtung: Weidezaungeräte unterliegen zudem in Deutschland Normen: Nur Geräte mit den Kennzeichnungen VDE 0667 oder, neuer, EN 61011 dürfen verwendet werden. Die Kennzeichnung ist deutlich sichtbar auf korrekten Weidezaungeräten angebracht.

Elektrozaun setzen

Bevor Sie den Zaun setzen, sollten Sie sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Art von Tier Sie abhalten möchten. Bei Kleintieren empfiehlt sich eine engmaschige Verteilung der Litze, Katzen können beispielsweise unter 15 cm Weidezaunhöhe noch durchkriechen, von Mardern ganz zu schweigen.

Der Zaun sollte auch nicht zu niedrig sein, viele Tiere können springen oder klettern und sind zudem ganz schön schlau: Speziell Katzen finden oft verblüffende Wege, ein solches Hindernis zu überwinden. Achten Sie daher also auf mögliche Kletter- und Sprunghilfen (Bäume, Mauern) in der Umgebung des Zaunes.

Isolatoren anbringen

Schrauben Sie nach dem Setzen der Zaunpfähle die Isolatoren ein, achten Sie dabei auf eine korrekte Einhaltung der Abstände. Die Isolatoren sollten fest eingeschraubt werden, allerdings nicht zu nah am Holz liegen. Wird dies bei Regenwetter nass, kann es zu Kriechströmen und/oder Funkenschlag kommen.

Anschließend werden die Zaunlitzen miteinander fest verbunden und an das Weidezaungerät angeklemmt. Der Erdungsspieß wird fest und tief in den Boden gerammt. Dann sollten Sie das Gerät probeweise einschalten.

Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang ein "Zaun-Kontrollicht" (im Fachhandel erhältlich). Es misst die Spannung im Zaun und zeigt den Takt der Zaunspannung durch LEDs an. Zudem erlischt es bei einer Unterschreitung der Mindestspannung von 3000 V. So kann insbesondere bei nicht permanent verwendeten Zäunen eine Funktionsgewährleistung gegeben werden.

Zuleitung und Anschluss - Spannungsversorgung

Sollte der mit dem Elektrozaun geschützte Bereich fernab von Netzspannungsversorgung liegen, gibt es auch Weidezaungeräte mit Batterie- oder Akkubetrieb. Letztere müssen freilich häufiger geprüft werden.

Elektrische Leitungen zur Zaunspannungsversorgung können natürlich auch gelegt werden: Hier empfiehlt sich die Verlegung in einem stabilen Kunststoffrohr, mindestens 80 cm tief in der Erde eingegraben. So kann das Kabel nicht von Tieren angefressen oder bei Gartenarbeiten beschädigt werden.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Installation und dem Betrieb Ihres Elektrozauns.

 

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Kommentare
  • Eine so Umfangreiche und gute Anleitung für Weidezäune habe ich schon lange nicht mehr gelesen, danke dafür!
    Marco 30.06.2016 09:47:12 antworten
  • "Der Zaun wird mit zwar mit etwa 5.000 V geladen, die Stromstärke aber, und diese ist entscheidend, ist vergleichsweise winzig" - auf diesem Prinzip arbeiteten die uralten Geräte. Moderne Geräte haben ganz beachtliche Stromstärken, begrenzen aber die Impulszeit auf ungefährliche Werte. Ein derartiger Schock ist schmerzhafter und vor allem einprägsamer bei Mensch und Tier.
    foto42 19.05.2015 12:27:45 antworten
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