Zierpflanzen

Anemonen pflanzen: Tipps für die Pflege und Pflanzung

  • Anemonen gibt es als im Frühjahr blühende, klein bleibende Knollenpflanzen und auch als im Herbst blühende, größere Stauden.
  • Die kleinwüchsigen Anemonen werden gerne als Bodendecker gepflanzt, diese Form sät sich selbstständig weiter aus.
  • Viele Anemonen-Arten sind winterhart, sollten aber zum Beispiel mit einem Gartenvlies vor Frost und Feuchtigkeit geschützt werden.

Anemonen als Bodendecker reich blühend

Achtung beim Pflanzen von Anemonen

Alle Anemonen-Arten sind schwach giftig und können nach dem Verzehr Erbrechen und Durchfall auslösen. Pflanzen Sie Windröschen deswegen außer Reichweite von Kleinkindern oder Haustieren.

Nein, es handelt sich hierbei nicht um die Anemone aus dem Meer, sondern um die Anemone, die Sie im eigenen Garten anpflanzen können. In Deutschland ist die Anemone auch als Windröschen bekannt.

Diese Pflanzen sind wahre Schmuckstücke: Je nach Art und Sorte und zu unterschiedlichen Blühzeiten bereichern sie jeden Garten. Dabei kann der ambitionierte Hobbygärtner zwischen über 150 verschiedenen Arten wählen, die im Frühjahr, Sommer oder Herbst ihre farbenfrohen und vielfältig geformten Blüten zeigen.

Bei der Pflanzengattung der Anemonen muss zwischen Knollen und Stauden differenziert werden. So gilt es bei der Pflanzung und Pflege der Anemone artspezifische Unterschiede zu bedenken. Während die Knollenvariante häufig eher klein bleibt und im Frühjahr blüht, zeigen hochwachsende Stauden ihre Blütenpracht erst im Herbst.

Im Folgenden geben wir Ihnen auf Heimwerker.de wissenswerte Pflegehinweise und Tipps zur Pflanzung unterschiedlicher Anemonenarten.

1. Knollenpflanze oder Staude – wo liegen die Unterschiede?

Bei der Pflanzengattung der Anemonen wird zwischen Stauden und Knollenpflanzen unterschieden. Nicht nur bei der Pflanzung, sondern auch bei der Pflege und Vermehrung gibt es hier Abweichungen, die ein guter Gärtner beachten und entsprechend umsetzen sollte.

Gattung Eigenschaften
Knollengewächse
  • Anemonen werden als Knollen-Zwiebel gepflanzt
  • frühe Blüte im Frühjahr, häufig bereits ab März
  • Wuchshöhe von maximal 20cm
  • können auch im Kübel auf Balkon gehalten werden
  • oft nicht winterhart
  • beliebet Arten: Buschwindröschen, Garten-Anemone, Strahlen-Anemone
Stauden
  • Stauden-Anemonen blühen im Herbst
  • deutlich höhere Wuchshöhe von bis zu 1,5m
  • eignen sich als Solitärpflanze
  • meist winterhart
  • beliebte Art: Herbt-Anemone

2. Standortansprüche der Anemone: Halbschatten verspricht eine volle Blüte

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Kleinwüchsige Anemonen werden auch als Bodendecker eingesetzt.

Da bei geringer Sonneneinstrahlung mit einer verminderten Blüte gerechnet werden muss, sollten Sie keine vollschattigen Plätze wählen. Doch auch in praller Sonne leiden die zierlichen Pflanzen.

Wählen Sie für Ihre Windröschen daher einen Platz im lichten Halbschatten, wo sie nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt sind, jedoch noch ausreichend Sonnenstrahlen einfangen können. Optimal geeignet ist ein Standort unter lichtdurchlässigen Sträuchern oder Laubbäumen.

Zudem sollte der Boden humos, nährstoffreich, kalkhaltig und leicht lehmig sein. Wichtig für ein gesundes Pflanzenwachstum ist dennoch eine gute Tiefenlockerung, um die Erde für die Wurzeln leicht durchdringbar zu machen. Schwere Böden, die stark verdichtet sind, können mit etwas Sand während der Pflanzung aufbereitet werden.

Tipp: Bei der Standortauswahl gilt es zu bedenken, dass der pH-Wert des Bodens idealerweise zwischen 6,5 und 7,5 liegt. Dieser Wert wird nicht unter gesunden Nadelbäumen erreicht, hier ist der pH-Wert meistens zu niedrig.

3. Anemonen richtig pflanzen: Beachten Sie den Unterschied zwischen Knollen und Stauden

3.1. Anemone als Zwiebel pflanzen: Achten Sie auf ausreichenden Winterschutz

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Das Buschwindröschen ist das beliebteste Knollengewächs der Anemonen.

Die frühblühenden Windröschenarten werden in den meisten Fällen günstig als Knolle, ähnlich einer Blumenzwiebel, verkauft. Diese Frühblüher werden bereits im Herbst gepflanzt, um über den Winter ausreichend anwurzeln zu können. Vor der Pflanzung empfiehlt es sich, die Knolle für einen Tag in Wasser quellen zu lassen.

Heben Sie nun ein Pflanzloch von mindestens 5 cm Tiefe aus und halten Sie zwischen den einzelnen Knollen einen Pflanzabstand von etwa 15-25 cm ein.

Decken Sie die Knolle leicht mit Erde ab und bewässern Sie alles mäßig. Eine zusätzliche Laubschicht schützt die Knollen im Winter vor zu starken Frösten.

Tipp: Kleinwüchsige Windröschen wirken als blühender Bodendecker besonders schön, wenn sie in Horsten von mindestens fünf Pflanzen gesetzt werden.

3.2. Stauden pflanzen: Ein ausreichender Pflanzabstand

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Herbst-Anemonen sind hochwachsende Pflanzen und bilden ihre farbenprächtige Blüten erst im Spätherbst.

Herbst-Anemonen werden nicht als Knolle, sondern als Pflanze im Topf verkauft. Die Containerware wird im späten Frühjahr ins freie Beet gepflanzt, sodass sich im frühen Herbst die ersten bunten Blüten zeigen.

Entfernen Sie hierzu den Plastiktopf, setzen Sie den Wurzelballen in ein ausreichend tiefes Pflanzloch und bedecken alles mit nährstoffreicher Erde, die mit frischem Kompost aufbereitet wurde. Auf diese Weise unterstützen Sie ein optimales Pflanzenwachstum, ohne auf chemische Zusätze zurückgreifen zu müssen.

Nicht immer werden hochwachsende Anemonen als Topfpflanze geliefert. Bestellen Sie etwa Pflanzen über einen Versandhandel, werden Ihnen häufig Wurzelstücke geliefert.

Experten sprechen hier von Wurzelstecklingen oder Wurzelschnitten. Diese werden tief in lockere Erde gelegt – da aus jedem Wurzelschnitt eine eigene Pflanze entsteht, wird für jedes Wurzelstück ein eigenes Pflanzloch ausgehoben.

Tipp: Herbst-Anemonen reagieren empfindlich auf Wurzeldruck – halten Sie daher einen Pflanzabstand von einer halben Wuchsbreite ein. Je nach Sorte entspricht das 20-50 cm.

4. Anemonen richtig pflegen: Im Halbschatten muss weniger gegossen werden

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Anemonen fühlen sich in lockerer Erde besonders wohl.

Bei einer optimalen Nährstoffversorgung am richtigen Standort gelten Windröschen generell als äußerst pflegeleicht. Wichtig ist, dass Sie sowohl anhaltende Trockenheit als auch stehende Feuchtigkeit vermeiden – auf beides reagiert die Anemone empfindlich.

Als Faustregel gilt hier: Je sonniger der Standort, desto mehr Wasser benötigen die Zierpflanzen. Im Halbschatten wird hingegen nur dann gegossen, wenn der Boden einmal austrocknen sollte.

Für eine gute Bodenqualität, die ein gesundes Pflanzenwachstum fördert, werden Jungpflanzen im Frühjahr mit Humus oder Kompost gedüngt. Während der Blütezeit reichen Sie zudem organischen Langzeitdünger, wie etwa Holzspäne, um die Blütephase zu verlängern.

Generell sollte der Wurzelbereich stets locker und luftig gehalten werden. Entfernen Sie weiterhin stets Unkraut, das besonders den kleinwüchsigen Pflanzen zu starke Konkurrenz machen würde. Achten Sie jedoch beim Unkrautjäten und Harken darauf, dass die empfindlichen Wurzeln keinen Schaden nehmen.

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5. Vermehrung von Anemonen: Gezielte Aussaat ist durch Rhizome möglich

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In ihrem natürlichen Lebensraum säen Wildröschen sich eigenständig aus.

Viele frühblühenden Anemonenarten säen sich selbst aus, wenn sie nach der Blüte nicht rechtzeitig abgeschnitten werden. Wenn Sie eine wilde Verbreitung im Garten wünschen, sollten Sie die Blütentriebe bis lange nach dem Verblühen stehen lassen.

Wenn Sie Ihre kleinwüchsigen Bodendecker jedoch gezielt vermehren wollen, gelingt dies durch sogenannte Rhizome im Herbst. An der bereits im Garten verpflanzten Knolle bilden sich mehrere Ausläufer mit kleineren Knollen.

Diese werden vorsichtig mit einem scharfen Messer abgetrennt und in gleicher Wuchsrichtung an einem neuen Standort in 5 cm Tiefe wieder eingepflanzt. Halten Sie die Erde feucht und bedecken Sie sie mit einem ausreichenden Frostschutz, wie etwa Reisig oder Laub.

Tipp: Wenn Sie die Knolle nicht direkt verpflanzen möchten, können Sie die Nebenknollen in einer trockenen Kiste, die mit Stroh und Sägespänen ausgelegt ist, bis zur Pflanzung lagern.

6. Anemonen-FAQ: Was gibt es noch über Windröschen zu wissen?

6.1. Wie werden Anemonen geschnitten?

Im Gegensatz zu Knollengewächsen säen sich Herbst-Anemonen nicht selber aus und können daher bereits nach der Blüte bodennah abgeschnitten werden. Wichtig ist, dass Blätter generell nie vor dem Vergilben entfernt werden, da Anemonen bis in den Spätherbst hinein noch Nährstoffe sammeln, die sie von den Blättern ins Wurzelwerk verlagern. Werden die Blätter zu früh entfernt, fehlt der Pflanze die Kraft für die folgende Wachstumsphase.

Daher eignen sich Anemonen auch nicht als Schnittblumen, wenn Sie im nächsten Jahr neue Blüten wünschen – die Pflanze würde eingehen, wenn sie während der Blütephase bodennah abgeschnitten wird. Generell lassen Anemonen in der Vase schon nach wenigen Stunden die Köpfe hängen – genießen Sie die Blütenpracht daher lieber im Garten.

6.2. Wann haben Anemonen Blütezeit?

Die Antwort auf diese Frage hängt grundsätzlich von der Gattung der Anemone ab. Knollengewächse blühen im Frühjahr und Sommer, während Stauden erst im Herbst mit ihrer Blüte beginnen.

Wenn Sie verschiedene Anemonen-Arten in Ihrem Garten pflanzen, können Sie sich also auf ein ganzes Jahr voller Blüten freuen. Damit Sie die Blüte im Frühjahr nicht verpassen, sollten Sie die Knolle schon im Herbst kaufen und einpflanzen. Im Pflanzencenter Ihres Vertrauens können Sie auch nach einer Kaufberatung im Hinblick auf Standort und Pflege fragen.

6.3. Wie kann man Windröschen überwintern?

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Schützen Sie Windröschen im Winter zusätzlich vor Frost.

Der Großteil der Anemonenarten ist winterhart und kann den Winter über im Erdreich verbleiben. Handelt es sich bei den von Ihnen gepflanzten Windröschen um empfindliche Arten, wie etwa die beliebte Garten-Anemone, werden die Knollen im Herbst ausgegraben und trocken sowie frostfrei gelagert. Als ideal erweist sich hier eine Holzkiste, die mit Stroh und Sägespänen ausgelegt wurde.

Auch winterharte Sorten sollten zusätzlich vor Frost und Feuchtigkeit geschützt werden. Belassen Sie bei Jungpflanzen das Laub an den Trieben, Blütenstiele werden jedoch am Ansatz abgeschnitten. Vor dem Neuaustrieb werden schließlich im Frühjahr alte Blätter entfernt.

An älteren Pflanzen kann das Laub bereits vor der Winterruhe entfernt werden, da sie nach einigen Standjahren ausreichend robust sind. Als zusätzliche Isolationsschicht haben sich Herbstlaub und Reisig sowie Stroh bewährt.

Tipp: Verwenden Sie keine Nadelbaumzweige als zusätzlichen Winterschutz. Sie senken den pH-Wert des Bodens und schaden so der Pflanze.

Bildnachweise: adobe.stock/candy1812, adobe.stock/billyfam, adobe.stock/hivaka, adobe.stock/Tatiana Belova, adobe.stock/のら, adobe.stock/Oksana Schmidt, adobe.stock/Mara Zemgaliete (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)