Nutzpflanzen

Stangenbohnen und Buschbohnen pflanzen und pflegen

Stangenbohnen oder Buschbohnen pflanzen und pflegen

bohnen-1Die Bohne bildet eine Pflanzenart der Schmetterlingsblütler und kann als Nutzpflanze problemlos im Gemüsebeet angebaut werden. Hobbygärtner können zwischen zwei Wuchsformen für den eigenen Anbau wählen: die Busch- oder Stangenbohne. Die einjährige Stangenbohne wächst als Linkswinder an Rankhilfen hoch, während die Buschbohne über einen kompakten Wuchs verfügt und sich ideal für kleinere Gärten eignet. Blütezeit ist von Juni bis in den September hinein.

Die Gartenbohne wurde durch den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse des Jahres 2004 ernannt. Erfahren Sie hier, wie Sie die Gartenbohne richtig pflanzen und pflegen.

Achtung: Gartenbohnen enthalten giftige Lektrine, die beim Kochen zerstört werden. Bohnen dürfen daher nicht roh verzehrt werden, ansonsten kommt es zu starken Vergiftungssymptomen.

Stangenbohne oder Buschbohne?

Bei den Gartenbohnen unterscheidet man zwischen zwei Varietäten, die sich in ihren Eigenschaften und Anbaumethoden unterscheiden. So sollten Sie bereits vorab entscheiden, ob Sie sich für den Anbau von hochwachsenden oder kompakt bleibenden Gartenbohnen interessieren.

Buschbohnen sind bodennah wachsende Nutzpflanzen und sind ca. drei Monate nach der Aussaat erntereif. Die Farben der unterschiedlichen Buschbohnenhülsen variieren zwischen grünen, gelben und violetten Nuancen. Im Anbau und in der Pflege unterscheiden sich die Buschbohnen nur wenig von den Stangenbohnen. Ihr Vorteil ist, dass sie kein Gerüst für ein gesundes Pflanzenwachstum im Beet benötigen und auch im Kübel gut gedeihen.

bohnen-2Stangenbohnen werden seit dem 16. Jahrhundert in Europa angebaut und wachsen am idealen Standort bis zu vier Meter hoch. Die Nutzpflanze windet sich gegen den Uhrzeigersinn um Stützen. Hier dienen Zäune, gespannte Seile oder stabile Holzstäbe als ideale Rankhilfe.

So wird die Bohne auch gerne zur natürlichen Wandbegrünung eingesetzt und eignet sich als grüner Sichtschutz mit Nutzfaktor. Dabei wächst die Bohne sehr schnell und kann zeitig geerntet werden, die Rankhilfen sind also nur kurze Zeit ein unschöner Anblick und werden schnell ansprechend grün. Zudem bilden die farbenfrohen Schmetterlingsblüten einen schönen Blickfang im Sommergarten. Die flachen oder runden Hülsen können gelb, blau, grün oder sogar schwarz sein und auch die Samen sind unterschiedlich geformt.

Ansprüche und Standort der Gartenbohne

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Buschbohnen wachsen bodennah und benötigen keine Rankhilfe.

Bohnen bevorzugen für ein gesundes Wachstum einen sonnigen Standort in einer windgeschützen Ecke im Garten. Wichtig ist, dass die Nutzpflanzen nicht durch Hecken oder hochwachsende Stauden beschattet werden. Besonders Stangenbohnen benötigen einen ausreichenden Windschutz, um bei Unwetter nicht zu stark belastet zu werden. Buschbohnen sind diesbezüglich genügsamer, weil sie dem Wind weniger Angriffsfläche bieten.

Bohnen bilden viele lange Wurzeln aus und benötigen daher tiefgründiges und nährstoffreiches Substrat für einen hohen Ernteertrag. Gewöhnlicher Gartenboden kann mit gut verrottetem Kompost aufbereitet werden und bietet auf diese Weise sämtliche Nährstoffe, die einjährige Gartenbohnen in der Wachstumsphase benötigen.

Auch im Kübel können Bohnen gedeihen. Hier sollte auf ein ausreichend tiefes Gefäß zurückgegriffen werden, in dem die Bohnen genügend Platz für eine gesunde Wurzelbildung haben. Stangenbohnen benötigen auch hier eine Rankhilfe und dienen so als natürlicher Sichtschutz auf dem Balkon.

Bohnen pflanzen

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Stangenbohnen benötigen eine Rankhilfe für ein optimales Wachstum.

Ist der ideale Standort gefunden, können die Bohnensamen ab Mai ausgesät werden. Wichtig ist, dass keine Bodenfröste mehr drohen und das Erdreich ausreichend warm ist. Experten empfehlen zu warten, bis der Boden 10°C aufweist, das ist meist nach den Eisheiligen, also Ende Mai zutreffend. Die Bohnensamen können aber auch noch problemlos im Juli ausgebracht werden.

Die Samen werden ca. 3 Zentimeter tief in die Erde eingebracht und leicht mit Sand oder Substrat bedeckt. Halten Sie schließlich im Beet zwischen den einzelnen Bohnen einen Pflanzabstand von 10-15 Zentimeter ein, so erleichtern Sie sich die spätere Ernte. Wenn die Samen zu keimen beginnen, können Sie etwas Substrat um die kleinen Pflanzen anhäufen. Diese Maßnahme gibt Stabilität und bietet zusätzlichen Schutz.

Tipp: Sie können Gartenbohnensamen bereits im Innenbereich auf einer sonnigen Fensterbank in einem Blumentopf mit feuchter Anzuchterde vorziehen. Vorgezogene Jungpflanzen wachsen schneller und sind widerstandsfähiger gegen Keime und Erreger.

Rankhilfe für Stangenbohnen

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Auch gespannte Schnüre können der Bohne als Kletterhilfe dienen.

Stangenbohnen wachsen schnell und benötigen ab dem ersten Tag im freien Beet eine Kletterhilfe für ein gesundes Wachstum. Bereits vor der Pflanzung der Samen sollten Sie eine Rankhilfe im Beet anbringen. Hier haben sich sogenannte Stangenzelte bewährt. Stecken Sie dazu einfach fünf oder mehr Holzstäbe in den Boden und befestigen Sie alle Spitzen mit einem robusten Band, wie es in unserem einleitenden Introbild zu sehen ist.

Auch einzelne Rankstäbe, gespannte Seile oder ein Gitter vor einer warmen Hauswand dienen den Linkswindern als praktische Kletterhilfe.

Wenn Sie einzelne Stangen setzen, wählen Sie bis zu 2,5 Meter lange Exemplare und graben Sie diese 50 Zentimeter tief ins Beet ein, um einen sicheren Stand zu gewährleisten. Ab einer Höhe von 2 Metern wird die Ernte unnötig erschwert, daher reicht selbst bei sehr hochwachsenden Exemplaren diese Stabhöhe vollkommen aus. Um jede dieser fünf Stangen können Sie nun bis zu sechs Bohnensamen oder Jungpflanzen, wie oben beschrieben, in den Boden geben.

Tipp: Wenn Sie ein Spalier als Kletterhilfe wählen, können Sie die Wuchsform Ihrer Bohnenranken gut kontrollieren und erzielen eine lückenlose Begrünung.

Gartenbohnen richtig pflegen

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Für eine reiche Ernte sollte die Bohnenpflanze regelmäßig mit organischem Dünger versorgt werden.

Am richtigen Standort gibt es bei der Pflege der Bohne nur wenig zu beachten. Regenwasser verträgt sie genau so gut wie Leitungswasser, wobei auf einen möglichst geringen Kalkanteil geachtet werden sollte. Vor der Keimung wird das Substrat feucht gehalten, aber nur mäßig gegossen. Nach der Keimung erfolgt die Wassergabe reichlicher. Achten Sie jedoch darauf, dass es nicht zu ungesunder Staunässe kommt.

Wurde das Substrat zur Pflanzung bereits mit organischem Dünger aufbereitet, genügt ein regelmäßiges Untergraben von Kompost im oberen Erdbereich rund um die Pflanzenbasis. Als zusätzliche Nährstoffliferanten können Holzasche, Knochenmehl oder spezielle Flüssigdünger alle drei Wochen gereicht werden. So optimieren Sie die Fruchtbildung und fördern das generelle Pflanzenwachstum.

Stangenbohnen wachsen sehr hoch, Buschbohnen können sehr ausladend werden. Es ist generell nicht nötig, Bohnen zu schneiden. Dennoch können Schnittmaßnahmen sinnvoll werden, wenn Triebe ungünstig liegen oder zu stark verwickelt sind. Entfernen Sie solche Triebe noch vor dem Winter, sodass die Pflanze ihre Kraft in gesunde und starke Triebe investieren kann. Natürlich werden zusätzlich sämtliche Triebe entfernt, die Anzeichen von Krankheiten zeigen.

Krankheiten und Schädlinge

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Bohnen gedeihen auch im Kübel und sind hier besser vor Schädlingen geschützt. Im Winter müssen diese Pflanzen in den Innenbereich.

Bohnen bilden viele Blätter aus und sind somit häufig von Pilzerkrankungen betroffen, da fliegende Pilzsporen leicht an feuchten Blättern haften bleiben und sich hier schlagartig vermehren. Bei einem Pilzbefall werden alle betroffenen Pflanzenteile radikal abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt, da Pilzsporen im Boden oder Kompost mehrere Jahre überdauern können.

Besonders lästig sind zudem Blattläuse und die sogenannte Bohnenfliege. Dabei sind vor allem Jungpflanzen, die nicht im Haus vorgezogen wurden, sehr anfällig. Die Maden der Fliege fressen die Wurzeln und Blätter der Bohne an, woraufhin die Pflanze verkümmert oder nur noch schlecht gedeiht. Als natürliche Barriere dienen stark duftende Pflanzen wie Tagetes, Kamille oder Tomaten.

Tipp: Eine regelmäßige Kontrolle verschafft bessere Behandlungserfolge.

Bohnenrost an Stangenbohnen

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Schadbild des Bohnenrostes an Blättern und Stängel.

An Stangenbohnen kann im Sommer der unliebsame Bohnenrost auftreten. Bei Befall bilden sich auf der Oberseite der Blätter gelbbraune Flecken mit leichter Wölbung. Auf den Blattunterseiten entstehen zunächst weißliche Pusteln, die sich im Laufe der Zeit braun-schwarz verfärben.

Der Bohnenrost tritt vornehmlich an Stangenbohnen, seltener an Buschbohnen auf. Ein stärkerer Befall kann die Pflanzen schwächen. Der Pilz überdauert sowohl an den zurückbleibenden Pflanzenresten im Boden als auch an Kletterhilfen.

Wenn die Stangenbohnen bereits erkrankt waren, sollten Sie zunächst die Anbaufläche wechseln, um einem erneuten Befall vorzubeugen und die Rankhilfen gründlich reinigen. Empfehlenswert sind Mittel auf Benzoe-Säure-Basis. Eine gute Alternative zu den Stangen ist das Aufleiten der Bohnen an Schnüren. Zudem sollten befallene Pflanzenteile umgehend entfernt und im Hausmüll entsorgt werden.

Bohnen ernten

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Rohe Bohnen sind giftig. Für eine Weiterverarbeitung werden die Enden entfernt.

Bohnen sind etwa drei Monate nach der Aussaat erntereif und können bei gutem Wetter schon Ende Juli geerntet werden. Eine reife Bohne können Sie durch einen einfachen Test erkennen: Brechen Sie eine Bohne mittig durch und begutachten Sie das Innere – ist es grün und saftig und ist die Bruchstelle glatt, so ist die Bohne reif und kann weiterverarbeitet werden.

Rohe Bohnen sind für den Menschen giftig! Bohnen werden vor dem Verzehr immer erhitzt, um das gesundheitsschädliche Phasin zu zerstören.

Die Bohnenhülsen werden nicht abgeschnitten, sondern leicht an der Basis abgedreht oder abgeknipst. Häufig kann dann ein weiteres Mal im Herbst geerntet werden.

 

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