Nutzpflanzen

Dillkraut pflanzen und pflegen

Dillkraut pflanzen und pflegen

dill-1Dill (Anethum graveolens) stammt ursprünglich aus Vorderasien und gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler. Am idealen Standort kann die einjährige Pflanze eine Wuchshöhe von bis zu 75 Zentimetern erreichen und verbreitet einen angenehmen Duft.

Die Blütenstände sind 15- bis 30-strahlige Doppeldolden mit einem Durchmesser von rund 15 Zentimetern, daher wird der Dill auch gerne als blühende Zierpflanze in den Garten gesetzt.

Der Dill überzeugt jedoch nicht nur durch seine einmalige Würze, sondern wurde auch schon von den alten Ägyptern und Römern als Heilpflanze bei Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen eingesetzt.

Im Folgenden finden Sie wissenswerte Tipps und Tricks zum richtigen Anbau und zur gezielten Pflege des Gurkenkrautes, wie der Dill auch gerne genannt wird.

Beliebte Dillsorten für den eigenen Anbau

Dill wird auf der gesamten Welt bereits seit vielen Jahrtausenden angebaut und überzeugt sowohl als Gewürz-, Zier- und Heilpflanze. Dabei unterscheiden Botaniker zwischen mehreren Hundert Sorten, die sich im Geschmack und ihrer Form sowie Blüte unterscheiden. Für den Anbau im mitteleuropäischen Klima haben sich vier Sorten besonders bewährt.

Tetra-Dill ist eine ausgesprochen ertragsreiche Dillsorte mit starken Stängeln und filigranen gelben Blütendolden. Diese robuste Pflanze kann sehr schön in dekorative Blumensträuße eingebunden werden und bildet große, stark aromatische Blätter. In der Normalzone einer Kräuterspirale gedeiht Tetra-Dill besonders gut.

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Dill blüht in unterschiedlichen Farbtönen und eignet sich so auch als Zierpflanze im Kräutergarten.

Die Sorte Tetra-Dill Mammut ist eine besonders blattreiche Gewürzpflanze, die ein stark duftendes, frisches Aroma verbreitet und sich besonders gut als Würzkraut zu Gurkensalat oder Fischgerichten eignet. Die Pflanze kann problemlos eingefroren werden und blüht noch bis spät in den Herbst hinein.

Die Dillsorte Hercules ist eine deutsche Neuzüchtung und wächst besonders hoch: Bis zu 150 Zentimeter kann diese Sorte am idealen Standort erreichen und so als natürlicher Sichtschutz dienen. Das Würzkraut ist eine einjährige Pflanze und bildet besonders aromatische Blätter und eine späte Blüte.

Die starkwachsende, tetraploide Sorte Vierling bildet lange, schöne Stängel und blaugrüne Blätter. Mit seinen gelben Doldenblüten eignet sich dieser Dill auch für schöne Blumengestecke oder eine sommerliche Dekoration im Glas auf einer Grillparty oder Geburtstagsfeier.

Für welche Dillpflanze Sie sich entscheiden, hängt auch vom zur Verfügung stehenden Platzangebot ab, denn Dill bildet lange Pfahlwurzeln, die für ein gesundes Pflanzenwachstum tief ins Erdreich eindringen müssen. Es gilt beim richtigen Anbau also einiges zu beachten.

Dill im Freiland anbauen

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Dill wird nicht vorgezogen. Säen Sie die Samen in Reihen ins Feld.

Dill kann sowohl im Topf als auch im Beet kultiviert werden. Im Freiland setzt das Gurkenkraut auf einen lockeren, tiefgründigen Boden mit einem hohen Kalkanteil. Zudem sollte der Standort sonnig bis halbschattig und idealerweise windgeschützt sein, um eine spätere Ernte der filigranen, aromatischen Triebspitzen zu erleichtern.

Dill wird nicht in Vorkultur angezogen, sondern zwischen März und Juni ausgesät. Setzen Sie die Dillsamen in Reihe (Reihenabstand mindestens 20 Zentimeter) und beachten Sie einen handbreiten Pflanzabstand zwischen den einzelnen Pflanzen, ein späteres Vereinzeln ist aufgrund langer Wurzeln sehr aufwendig.

Geben Sie das Saatgut ca. 2 cm tief unter die Erde und wässern Sie ausgiebig an. In der Regel keimt Dill bereits nach 10-17 Tagen. Durch eine kurze Dusche vor der Pflanzung wird die Keimfähigkeit der Samen gesteigert.

Tipp: Säen Sie Dillsamen zwischen März und August alle drei Wochen neu aus, um so eine besonders lange Erntephase zu erreichen.

Tipp: Dill wirkt sich positiv auf viele Gemüsearten aus und kann daher gerne in Mischkultur mit Gurken, Möhren und Salat gezogen werden. Vermeiden Sie hingegen eine unmittelbare Nachbarschaft zu Fenchel, Melisse, Estragon und Basilikum.

Dill im Außenbereich pflegen

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Sommerregen auf der sich bald öffnenden Dillblüte.

Da Dill nicht extra vorgezogen wird, leiden die jungen Keimlinge unter Konkurrenzdruck. Experten empfehlen daher ein regelmäßiges Unkrautjäten des Kräuterbeetes, um den Keimlingen ein optimales Pflanzenwachstum zu ermöglichen.

Zudem benötigen die Pflanzen in der Anfangsphase ausreichend Wasser, das Substrat darf nie austrocknen oder aber zu nass werden. Anhaltende Staunässe in verdichteter Erde kann mithilfe einer Drainageschicht aus Blähton verhindert werden, alternativ lässt sich die Gartenerde mit Sand auflockern.

Verzichten Sie auf eine zusätzliche Düngung mit synthetischen Produkten. Eine Bodenaufbereitung mit organischem Dünger ist vollkommen ausreichend und fördert eine gesunde Stängelbildung. Eine Überdüngung kann zu weichen Stängeln führen, die bei Wind schnell umknicken und nur wenig aromatische Triebspitzen bilden. Daher gilt beim Düngen von Freilanddill: weniger ist mehr.

Im Herbst sät Dill sich schließlich wieder selbst aus. Alternativ können Sie die kleinen Samen im September aus den Blütendolden sammeln und bis zum nächsten Frühjahr für eine gezielte Aussaat trocken lagern, etwa in einem Briefumschlag mit Erntedatum. Erst im Frühjahr wird Dill schließlich auf eine Höhe von 20 Zentimetern zurückgeschnitten.

Dill im Kübel kultivieren

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Auch im Kübel gedeiht der Dill an einem vollsonnigen Standort gut.

Wählen Sie für eine Kübelpflanzung einen vollsonnigen Standort in windgeschützter Lage und greifen Sie auf kleinwüchsige Exemplare zurück, um ein optimales Pflanzenwachstum auf kleinem Raum zu ermöglichen.

Für den Anbau von Dill im Blumenkasten raten Experten ab. Die Pflanze bildet lange Pfahlwurzeln, die sich tief ins Erdreich eingraben müssen, um so für eine ausreichende Standfestigkeit zu sorgen. Wenn Sie Dill dennoch gerne auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen möchten, sollten Sie auf hohe Kübelgefäße zurückgreifen.

Die Ausbeute bleibt bei dieser Anbaumethode zwar deutlich überschaubarer als im freien Beet, für eine gelegentliche Verwendung als Küchengewürz reicht die Ernte jedoch immer aus. Wenn Sie die Samen zudem zeitlich versetzt pflanzen, können Sie den Dill mehrere Monate lang täglich frisch in der Küche verarbeiten.

Dill als Kübelpflanze pflegen

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Setzen Sie bei einer Kübelpflanzung auf kleinwüchsige Dillsorten mit aromatischen Trieben.

Dill verträgt Staunässe nur sehr schlecht. Achten Sie daher bereits bei der Pflanzung auf ein ausreichend großes Auslaufloch im Kübelboden. Legen Sie eine kleine Tonscherbe von innen über das Loch, um ein Vorstopfen durch Substrat zu verhindern. Stellen Sie den Topf an einen sonnigen, warmen Ort am Fenster und wässern Sie die Pflanze regelmäßig, sodass das Substrat immer leicht feucht verbleibt, sich jedoch keine gefährliche Staunässe bildet.

Nach den Eisheiligen können kräftige Jungpflanzen auf den Balkon oder die Terrasse umziehen, die Ernte erfolgt dann etwas früher als bei Freilanddill bereits im Mai, da die Anzucht im Haus ab März möglich ist. Ein zusätzliches Düngen ist im Blumentopf nicht nötig, bei Bedarf kann alte Erde durch frisches, humusreiches Substrat ersetzt werden.

Tipp: Die jungen Triebe und Spitzen sind besonders aromatisch, ältere Triebenden schmecken herber. Auch die Blüten sind essbar und sind als eher scharf zu bezeichnen. Zudem können mit ihnen farbenfrohe Akzente auf dem Teller gesetzt werden.

Dill ernten und lagern

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Die Triebspitzen, Blätter und Samen des Dills sind essbar und schmecken unterschiedlich aromatisch.

Dill kann jederzeit zwischen Juni und Ende September geerntet werden. Dafür werden die Stängel nach Bedarf abgeschnitten oder die einzelnen Blättchen abgezupft. Ein Abschneiden der Stängel bei der Ernte fördert einen schnelleren Neuaustrieb und wird empfohlen. Frischer Dill bleibt in Plastikfolie eingewickelt im Kühlschrank rund drei Wochen aromatisch.

Alternativ lässt sich der Dill ganz einfach trocknen. Ernten Sie hierfür einige Dillstängel und binden Sie diese zu einem kleinen Bündel zusammen. Dieses kann nun kopfüber an einem warmen, trockenen Ort rund drei Wochen lang trocknen.

Auch die Dillsamen können verzehrt werden. Wenn sich die Blütendolden allmählich braun verfärben, können die Samen geerntet und in einem lichtdichten Gefäß aufbewahrt werden. Knusprig geröstet finden sie im sommerlichen Salat Verwendung. Alternativ können Sie die trockenen Samen in einen Briefumschlag geben, um sie im folgenden Frühjahr wieder auszusäen.

Tipp: Getrockneter Dill ist weniger aromatisch als junge, frische Triebspitzen. Dennoch sollten Sie einen guten Teil trocknen oder besonders schonend einfrieren, um ihn im Winter als gartenfrisches Küchengewürz nutzen zu können.

Dillkraut als Heilpflanze

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Dill harmoniert besonders gut mit frischem Lachs, der Säure der Zitrone und den Röstaromen vom Holzkohlegrill.

Im alten Rom schätzte man Dill nicht nur aufgrund seiner Würze für Geflügelgerichte und Weine, auch seine Heilwirkung ist schon seit mehreren Jahrtausenden bekannt. Im Lorscher Arzneibuch, das als ältestes erhaltenes Werk der Klostermedizin im deutschsprachigen Raum gilt und das heilkundliches Wissen zur Karolingerzeit dokumentiert, wird Dill als Mittel bei Magen- und Darmbeschwerden, bei Husten und Lungenleiden empfohlen. In der Homöopathie setzt man auf die frische blühende Pflanze bei Herz- und Kreislauferkrankungen.

Noch heute wird Tee aus Dillsamen gerne bei Verdauungsbeschwerden verabreicht, da Dill krampflösend wirkt. Für einen Dilltee übergießen Sie einen Teelöffel Dillsamen mit 200 ml heißem, nicht siedendem Wasser und lassen das Getränk 5 Minuten ziehen. Im Anschluss werden die Samen vor dem Trinken noch abgeseiht.

 

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