Zierpflanzen

Blühendes Heidekraut pflanzen: 5 Tipps für die richtige Pflege

  • Die meisten Heidekrautarten sind winterhart und blühen auch bei niedrigen Temperaturen. Kombiniert mit anderen Sorten können Sie Ihren Garten so das ganze Jahr über farbenfroh halten.
  • Heidekraut mag es gern sonnig und feucht. Auch im Winter sollte das Substrat niemals komplett austrocknen.
  • In Kombination mit anderen Pflanzen kommt das Heidekraut besonders zur Geltung. Hierfür eignet sich Rhododendron oder klein wüchsige Kiefern.

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Vorkommen des Heidekrauts

Beheimatet ist das Heidekraut vor allem in Mittel- und Nordeuropa. Schottische Einwanderer brachten es im 19. Jahrhundert allerdings nach Kanada und hat sich von dort aus in ganz Nordamerika verbreitet.

Die Heidekräuter (Erica) werden umgangssprachlich auch nur als Heiden oder Erikas bezeichnet und bilden eine eigene Pflanzengattung in der Familie der Heidekrautgewächse.

Nur wenige der über 860 verschiedenen Arten sind in Europa vertreten und dennoch fasziniert die immergrüne Pflanze mit ihren farbenfrohen Blüten jedes Jahr aufs Neue.

Neben der Heidekraut-Erika zählen auch noch die eng verwandte Besenheide sowie die Blau- und Preiselbeere zu den Heidekrautgewächsen.

Heidekraut erkennt man leicht an ihren nadelförmigen Blättern, die in Wirteln angeordnet sind.

Durch eine Zusammenstellung verschiedener Erika-Arten erzielen Sie einen dauerhaft blühenden Heidegarten. Doch auch mit anderen Pflanzen, Sträuchern und Ziergräsern lassen sich die pflegeleichten Heidekräuter optimal kombinieren.

Im Folgenden erfahren aus Heimwerker.de alle wissenswerten Informationen, wie Sie Heidekraut richtig pflanzen und pflegen.

1. Sortenvielfalt bei den Heidekräutern

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Heidekraut eignet sich für die Begrünung von größeren Flächen, gedeiht aber auch wunderbar im Kübel.

Nicht nur in der Lüneburger Heide können die Heidekrautgewächse bestaunt werden: Die Pflanzen gedeihen auch im heimischen Hausgarten oder im Kübel optimal.

Wenn Sie Heidekraut im Handel kaufen, sind die meisten Sorten winterharte, immergrüne Sträucher, die im Herbst eine schöne rote Laubfärbung entwickeln.

Nicht nur in ihrer Gestalt, auch in ihren vielfältigen Blütenfarben unterscheiden sich die Erikas voneinander: Das Farbspektrum reicht von weißen über hellgrünen bis hin zu lilafarbenen Blütenständen, sodass sich für jede individuelle Gartengestaltung passende Exemplare pflanzen lassen.

Dabei unterscheiden Botaniker zwischen zwei grundlegenden Heidearten: Den Sommerheiden und Winterheiden, die sich in ihrer Blütephase unterscheiden.

Tipp: Werden die Erikas richtig kombiniert, können Gartenfreunde so das gesamte Jahr über Heidekraut im Garten blühen sehen.

1.1. Wann blühen verschiedene Heidekraut Sorten?

Heidekraut-Art Blühzeit
Baumheide Februar – Juli
Besenheide August – September
Winterheide Dezember – April

2. Ansprüche und Standort des Heidekrauts

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Heidekraut fühlt sich besonders an sonnigen Standorten wohl.

Für ein gesundes Pflanzenwachstum benötigen Heidekräuter einen leicht sauren, nährstoffreichen und gut durchfeuchteten Untergrund, der nicht zu Staunässe neigt.

Zudem gedeihen die Erikas an einem vollsonnigen Standort besonders gut, schattige Bereiche hemmen hingegen die Blütenbildung.

Um der Pflanze ein leichtes Anwachsen zu ermöglichen, sollte der Boden bereits vor der Pflanzung gelockert und aufbereitet werden: Geben Sie dafür Torf oder Moorerde unter den Aushub und entfernen Sie zeitgleich sämtliche Unkräuter für einen geminderten Konkurrenzdruck.

Hinweis: Experten empfehlen zudem eine drei Zentimeter dicke Rindenmulchschicht im oberen Pflanzbereich. Mit ihr erzielen Sie einen leicht sauren Boden für ein optimales Wachstum.

Falls Ihre Gartenerde zu stark verdichtet ist, hat sich das Beimischen von Buchenlauberde oder Sand bewährt. Beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass Sommerheiden kalkempfindlicher sind als Winterheiden. Ein pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 gilt beim Anbau von Heidekräutern als ideal.

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3. Heidekraut richtig pflanzen

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Viele Arten des Heidekrauts sind winterhart und sorgen auch bei Schnee für einen farbenfrohen Garten.

Heidekraut wird ganzjährig als Containerware im Fachhandel angeboten. Dennoch hat sich eine Frühjahrs- oder Herbstpflanzung bewährt, da die Pflanze zu diesen Zeitpunkten noch ausreichend Zeit für ein gesundes Anwachsen hat.

Wenn der optimale Standort ermittelt ist und der Boden eine lockere Struktur aufweist, können die Pflanzlöcher ausgehoben werden.

Der Abstand des Heidekrauts ergibt sich aus der Wuchshöhe und -stärke der gewählten Pflanzen. Hochwachsende Heidekräuter benötigen eine Pflanzabstand von bis zu 40 Zentimetern, kompakte Arten können deutlich enger gesetzt werden, sodass bis zu zwölf Pflanzen im Beet Platz finden.

Die Pflanztiefe sollte so gewählt werden, dass der Wurzelballen nach dem Andrücken und Setzen der Erde weiterhin komplett bedeckt bleibt.

Tipp: Durch Moorbeetsubstrat, feinen Sand und organischen Dünger kann der Aushub optimiert werden. Nach dem Andrücken der Erde wird diese gut angewässert, so erleichtern Sie der Pflanze das Anwachsen am neuen Standort.

Kompakte Pflanzen können problemlos in einen Kübel gepflanzt und an einen sonnigen Ort auf dem Südbalkon oder der Terrasse gestellt werden.

Achten Sie auch bei einer Kübelpflanzung auf einen ausreichenden Wasserabzug und verwenden Sie daher nur drainagefähige Gefäße mit einem Loch im Boden. Eine zusätzliche Schicht aus Kies und Sand unterstützt die Pflanzengesundheit.

4. Heidekraut im Garten pflegen

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Heidekraut benötigt eine regelmäßige Wasserzufuhr.

Besonders während anhaltender Trockenperioden im Sommer ist auf eine ausreichende und regelmäßige Wasserversorgung zu achten. Ebenso darf der Boden auch im Winter nie vollständig austrocknen.

Geben Sie daher bereits im Herbst eine schützende Schicht aus feuchtem Laub oder Moorbeetsubstrat über die Erde. Diese dienen als optimaler Feuchtigskeitsspeicher und schützen die empfindlichen Wurzeln vor dem Austrocknen.

Sommergrüne und somit nicht winterharte Heidesorten werden durch Reisig, Tannennadeln oder Laub vor starken Frösten geschützt.

Im Winter entfällt eine zusätzliche Düngung, während der Wachstumsphase kann organischer Dünger in die Erde eingearbeitet oder mineralischer Dünger über das Gießwasser gegeben werden. Idealerweise wird die Pflanze nach Schnittmaßnahmen mit einer Handvoll Hornspänen auf den Winter vorbereitet.

Verblühte Sommerheiden bilden schneebedeckt einen schönen Anblick im Winter und werden daher erst im zeitigen Fürhjahr vor dem starken Neuaustrieb zurückgeschnitten.

Experten empfehlen Sommerheiden generell nur leicht zu stutzen, um sie in Form zu halten. Das kann bei Bedarf auch direkt nach der Blüte im Herbst geschehen. Ein Formschnitt für Winterheiden erfolgt hingegen erst im Frühjahr.

Führen Sie den Schnitt immer möglichst schräg durch und benutzen Sie geschärfte Scheren, um Quetschungen und Verletzungen der Pflanzenteile zu vermeiden.

Generell gilt: Stark wachsende Heiden werden stark zurückgeschnitten, schwach wachsende Exemplare entsprechend weniger.

5. Besondere Arten des Heidekrautes

5.1. Lavendelheide (Pieris)

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Die Lavendelheide ist ein farbenfroher Frühblüher und kann bei guter Pflege bis zu 70 Jahre alt werden.

Die Lavendelheide (Pieris), oft auch als Schattenglöckchen oder Rosmarinheide bezeichnet, ist ein immergrüner Frühlingsblüher, der bereits ab März seine zahlreichen Blüten zeigt.

Die Vermutung, die Lavendelheide sei mit dem Lavendel verwandt, liegt nahe, ist jedoch nicht korrekt: Vielmehr gehört die aus den Bergwäldern Japans und Nordamerikas stammende Lavendelheide zur Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).

Die Pflanze gilt generell als anspruchslos und gedeiht auf leicht saurem, nährstoffreichem und gelockertem Boden viele Jahrzehnte optimal.

Bei einer Kübel- als auch Beetpflanzung empfiehlt sich eine Beimischung von Rhododendronsubstrat und bei der Düngung sollte beachtet werden, dass die Lavendelheide keinen mineralischen Dünger verträgt.

Als natürliche Alternative kann organischer Dünger in den Boden eingearbeitet werden. Schnittmaßnahmen sind nicht erforderlich, können aber bei Bedarf nach der Blüte erfolgen.

Achtung: Immergrüne Pflanzen benötigen auch im Winter Wasser und sollten an frostfreien Tagen bewässert werden. Dies gilt besonders für Topfpflanzen.

Beliebte Sorten der Lavendelheide sind beispielsweise das Weißbunte Schattenglöckchen (Pieris japonica Variegat) mit seinen ganzjährlich gelblich umrandeten Blatträndern sowie die Bunte Traubenheide (Rainbow, Leucothoe walteri) mit mehrfarbigen Laubblättern.

5.2. Besenheide (Calluna vulgaris)

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Die immergrüne Besenheide ist prägend für die Heidenladschaft und kann als Zwergstrauch bis zu 100 Zentimeter hoch werden.

Die Besenheide ist die einzige Art der Gattung Calluna, die zur Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächsen zählt. Dennoch wird der immergrüne Zwergstrauch gerne als Heidekraut oder Erika bezeichnet, obwohl ihre schuppenförmigen, gegenständige Blätter sie von den typischen Erica-Arten unterscheiden.

Calluna vulgaris blüht vom Spätsommer bis in den Herbst hinein und bildet dabei rosafarbene bis purpurne traubige Blütenstände, die zahlreiche Insekten in den Sommergarten locken.

Besonders beliebt ist die Besenheide bei Bienen, sie können aus ihrem Nektar einzigartigen Heidehonig produzieren und fliegen die Pflanze besonders gerne an.

Für eine Farbenpracht im Sommer wird die Besenheide auf saure Böden mit geringem Kalkgehalt gepflanzt. Mit einem jährlichen Rückschnitt im April um die Hälfte des vorherigen Neuaustriebs erhalten Sie die Blühfreudigkeit Ihrer Besenheide.

Die frostharte Pflanze verträgt anhaltende Trockenheit nur sehr schlecht und muss durchgehend feucht gehalten werden.

Tipp für eine letzte Rettung: Falls das Substrat im Topf ausgetrocknet sein sollte, wird der gesamte Topf in ein großes Wasserbecken gestellt, bis keine Luftperlen mehr aufsteigen.

5.3. Empfehlenswerte Pflanzkombinationen

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Heidekrautgewächse blühen in unterschiedlichen Farben und ermöglichen eine flächendeckende Begrünung.

Wenn sich der Sommer dem Ende neigt und der morgendliche Herbstnebel dem Garten einen unwirklichen Charme verleiht, beginnt die Hauptblüte der Heidepflanzen.

Im herbstlichen Garten blühen nun zahlreiche filigrane Blüten in unterschiedlichen Farben und Formen.

Wenn Sie bereits im Vorjahr bewusst gewählte Begleitpflanzen in unmittelbare Nähe der Heide gesetzt haben, können Sie die Farbtöne noch intensiver und satter erscheinen lassen. Eine optimale Hintergrundkulisse bilden immergrüne Rhododendren oder klein bleibende Kiefern und Birken.

Blattschmuckstauden betonen mit ihren farbigen, großen Blättern die Feinheit der filigranen Erikablüten besonders natürlich.

Pflanzen Sie Ihre Erikas in Gruppen und setzen Sie hier auf bewusste Farbkontraste bei Arten mit gleicher Blütezeit. Wählen Sie sowohl Sommer- als auch Winterheiden für einen blühenden Weidegarten über das gesamte Jahr.