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Japanischen Garten anlegen: 7 Tipps für eine gelunge Gartengestaltung

  • Ein japanischer Garten soll in erster Linie meditativ wirken, gleichzeitig ist er die Miniatur einer Landschaft – im Idealfall mit einer Brücke und einem Teehaus.
  • Es erfordert viel Engagement und Arbeit einen solchen Garten zu pflegen, wobei die meditative Pflege ein wesentlicher Teil der Bestimmung des Gartens ist.
  • Obwohl es sich um eine komplett künstlich angelegte Inszenierung handelt, soll das Ganze vollkommen natürlich wirken. Es gibt also nicht die eine Anleitung für die Planung eines japanischen Gartens.

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Heutzutage suchen viele Menschen Ruhe und Entspannung im Garten. Das verspricht insbesondere der japanische Garten, der als Ort des Nachdenkens und Besinnens konzipiert ist. Obwohl ein japanischer Garten sehr strengen Gestaltungsprinzipien unterliegt, erscheint er sehr natürlich. Stille und Schönheit des Gartens führen bei der Betrachtung zu Wohlbefinden und Ruhe. Ein Gefühl des inneren Friedens kehrt ein.Die Geschichte der japanischen Gartenkunst beginnt um das Jahr 0 und erlebte im 7. Jahrhundert ihren ersten großen Höhepunkt, als die chinesische Gartenkunst in Japan eingeführt wurde.

Japanische Gärten sind wie chinesische Gärten als idealisierte Nachahmung einer natürlichen Landschaft im Kleinen zu verstehen. Felsen, Wasser, Gehölze und Moos spiegeln die Strukturen der japanischen Inseln wieder, die zu drei Vierteln von schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt sind.

Wer einen japanischen Garten selbst anlegen möchte, muss damit rechnen, viel Zeit zu investieren, dass gehört für Gartenfreunde aber mit zum Spaß dazu. Auf Heimwerker.de helfen wir Ihnen bei der Planung Ihres japanischen Gartens. Wir geben unter anderem Gestaltungstipps zur Deko und verraten, welche Pflanzen einen japanischen Garten so besonders machen.

1. Einen japanischen Garten gestalten: Diese zwei Stile finden Sie besonders häufig

Garten-Stil Eigenschaften
Kare-san-sui-Stil

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  • abstrakte Gestaltung als Trockengarten
  • auf Wasser und größere Bepflanzung wird verzichtet
  • bestehen im Wesentlichen aus Felsen, Sand und Kies
  • die richtige Wahl, wenn sie einen japanischen Zen Garten anlegen wollen
  • stark vom Zen-Buddhismus geprägt, dient der Meditation
Tsukiyama-Stil

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  • hügeliege Gestaltung durch Steinhaufen und künstliche Anhöhen stehen für Berge
  • verschiedene Bepflanzung spiegelt die Bergwälder wieder
  • ein Teich symbolisiert das Meer
  • Grün- und Rottöne domineren, Weiß wird als Akzentfarbe genutzt

Tipp: Wollen Sie nicht einen japanischen Garten anlegen, der nur einen Stil widerspiegelt, raten wir Ihnen zu einem Tsukiyama-Garten mit einem kleinen Bereich für einen Zen-Garten mit Kies.

2. Ein privater japanischer Garten: Auf diese Gestaltungsprinzipien kommt es an

Für einen japanischen Garten gibt es Gestaltungsideen, die auf keinen Fall fehlen sollten. Dazu gehören die vier Hauptelemente Felsen, Wasser, Gehölze und Moos, die eine ausprägte symbolische Bedeutung haben. Grundlegend für das Zusammenspiel der einzelnen Elemente ist ihre asymmetrische Anordnung zueinander.

Eine fließende, natürliche Formensprache bei der Gartengestaltung ist wichtig. Selten soll etwas gerade verlaufen oder in einer geraden Anzahl vorhanden sein. Eine ungerade Anzahl an Felsen und Pflanzen verheißt nach traditionell-japanischem Glauben nämlich Glück und Abwehr von bösen Geistern.

Hinweis: Wichtig beim Anlegen eines japanischen Gartens ist außerdem, für ein ausgewogenes Yin und Yang zu sorgen. Das bedeutet, dass sowohl Gegensätze betont als auch gegenseitige Abhängigkeiten der Elemente demonstriert werden sollen. Rauhes wechselt sich ab mit Weichem, Trockenes mit Feuchtem, Hohes mit Niedrigem, Helles mit Dunklem, Eckiges mit Rundem.

3. Für einen Zen-Garten essentiell: Felsen und Steine

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Arrangements aus Sand und Steinen sind für die japanische Garten-Deko besonders wichtig.

Kunstvoll geformte Steinarrangements spiegeln die Struktur der bergigen Inseln Japans wider. Sie stehen außerdem symbolisch für verschiedene Tiere und Götter. Daher werden Steine auch verwendet, um daraus Tierskulpturen, Gottheiten und andere Gartenelemente (siehe unten) zu formen.

Sand, Kies und speziell Granitkies werden im Zen-Garten als Ersatz für Wasser verwendet. Diese Materialien werden in Form von Meeren, Seen oder Flüssen ausgebreitet oder über Kaskaden von kleinen Felsen als Wasserfälle aufgeschichtet.

Der Kies wird dabei nicht einfach glatt abgezogen, sondern in Wellenform geharkt. In konzentrischen Kreisen und sanften Kurven legen sich die Linien um Felsformationen, Moosflächen und Bäume in den Kiesbetten, kein Anfang und kein Ende der Linien soll erkennbar sein.

Um zu verhindern, dass sich Unkraut im Kiesbett bildet, ist ein dickes Unkraut-Vlies als Kiesunterlage wichtig. Und damit das Kiesbett nicht von den Katzen aus der Nachbarschaft genutzt wird, sollte man besser groben Kies wählen.

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4. Ein Koi-Teich als Hingucker: Wasser im japanischen Garten

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Haben Sie den Platz und die finanziellen Möglichkeiten, sollten Sie einen japanischen Garten mit Teich anlegen.

Die zahlreichen Inseln Japans sind von Meer umgeben, daher darf Wasser in keinem japanischen Garten fehlen. Nach einer chinesischen Legende wird ein Fisch, der einen Wasserfall hinauf schwimmen kann, zu einem Drachen. Er ist das Sinnbild für Erleuchtung. Quellsteine, kaskadenförmig angelegte Bachläufe, kleine Wasserfälle und Fischteiche lassen sich daher sehr gut in das Gesamtbild einfügen.

Wer seinen Garten vom Fischaufkommen her ebenfalls japanisch gestalten möchte, sollte Koi-Karfen in den Teich setzen. Der Koi-Karpfen wurde früher in abgelegenen Bergdörfern gezüchtet, um auch im Winter proteinreiche Nahrung zur Verfügung zu haben. Heute wird er vor allem wegen seiner auffälligen, dekorativen Farben gezüchtet. Er ist einer der beeindruckendsten und teuersten Fische der Welt. Ein Koi-Karpfen kann schon mal mehrere Tausend Euro Wert sein. Es gibt aber auch günstige Exemplare, deren Zeichnung sie zwar nicht zum Preisträger prädestiniert, für den privaten Koi-Teich aber völlig ausreicht.

Als Grundregel für die Teichgestaltung gilt, dass größere Gartenteiche leichter ihr biologisches Gleichgewicht halten. So sollte für Fische eine Wassertiefe von mindestens 60-80 cm angedacht werden, da diese sonst im Winter nur schwer überleben können. Bei einer Größe von weniger als sieben Quadratmetern kann ein Gartenteich mit einem vorgefertigten Becken angelegt werden. Wer hingegen einen größeren Gartenteich plant, sollte mit entsprechender Teichfolie arbeiten. Vielleicht interessieren Sie sich auch für unseren Beitrag zu Badeteichen.

Hinweis: Für Koi-Karpfen gelten besondere Anforderungen, da sie besonders groß und alt werden können. Wassertiefe, -qualität, -temperatur, Lichtervhältnisse und Futter müssen genaustens auf die Bedürfnisse des Koi-Karpfens abgestimmt werden.

5. Den japanischen Garten stimmungsvoll bepflanzen: Verzichten Sie auf bunte Blumen

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Im japanischen Garten bilden Bäume den Rahmen und stehen für den Kreislauf des Lebens.

Wer einen japanischen Garten anlegen möchte, sollte auf keinen Fall auf Bäume verzichten, die in Japan Sinnbild für den Kreislauf des Lebens sind. Pflaumen- und Kirschbäume symbolisieren mit ihren Blüten, die aufblühen und wieder vergehen, die Vergänglichkeit.

Demgegenüber stehen die immergrünen Kiefern für die Ewigkeit. Stehen ein Pflaumenbaum und eine Kiefer nebeneinander wird der Dualismus von Augenblick und Ewigkeit zum Ausdruck gebracht.

Typische japanische Garten-Pflanzen sind beispielsweise:

  • japanischer Fächerahorn
  • Azaleen
  • Schneeball
  • Rhododendren
  • Weißdorn
  • hohe Gräser
  • Bambus

Blumen sollten eher sparsam eingesetzt werden, um den meditativen, puren Charakter eines japanischen Gartens nicht zu beeinträchtigen. Alle Pflanzen werden aufwändig kultiviert und in Form geschnitten.

Das gilt insbesondere für den Bonsai. Wie der Garten als Ganzes, stellt auch der Bonsai im Einzelnen das Abbild einer Landschaft im Kleinen dar und soll die Harmonie und Einheit von Mensch und Natur symbolisieren.

6. Natürliche Wege im japanischen Garten: Neue Perspektiven entdecken

Moos: Eine oft übersehene Pflanze

Typisch für einen japanischen Garten, insbesondere für einen Zen-Garten, sind außerdem Moose, wie sie an den höher gelegenen Berghängen der japanischen Inseln wachsen. Sie stehen aufgrund ihrer Überlebensfähigkeit für Dauerhaftigkeit und ein langes Leben.

Im japanischen Garten wird auf eine gerade Wegführung weitgehend verzichtet. Stattdessen verlaufen die schmalen Wege in sanften Kurven, um viele überraschende Perspektiven zu bieten. Daher sind die Wege auch teilweise holprig und uneben, um den Betrachter nicht teilnahmslos durch den Garten gehen zu lassen.

Insofern ähnelt der japanische Garten dem englischen Landschaftsgarten, in dem jeder neue Ausblick einem Gemälde gleichen soll. Gerade Wege werden nur für eine gezielte Blickführung eingesetzt.

Die Wege bestehen aus Kies, Trittplatten oder anderen natürlichen Materialien wie festgestampften Lehm, Rindenmulch und kleinen Zweigen. Beton, Asphalt oder Gehwegplatten würden den Ausdruck eines japanischen Gartens verfälschen. Die Flächen zwischen den Wegen werden als sanft ansteigende Hügel, verwundene Wasserläufe und unregelmäßige Kiesflächen angelegt.

7. FAQ: Heimwerker.de beantwortet häufige Fragen zum Thema „Japanischem Garten anlegen“

Wir hoffen, dass wir Ihnen schon einen guten Überblick über die einzelnen Gestaltungselemente eines japanischen Gartens geben konnten. Zum Abschluss wollen wir noch einmal häufige Fragen zum japanischen Garten beantworten.

7.1. Welche Deko eignet sich für einen japanischen Garten?

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Dekorationen wie eine Steinlaterne sind ein unaufdringlicher Blickfang.

Die Deko im japanischen Garten sollte nicht zu bunt und aufdringlich sein. Laternen, Schalen, Pagoden und Skulpturen von Gottheiten aus Stein haben eine ausgeprägte symbolische Bedeutung und werden daher mit Bedacht ausgewählt und aufgestellt.

Statuen, die Buddha oder einen der sieben japanischen Glücksgötter darstellen, werden nicht prominent aufgestellt und beleuchtet, sondern wie zufällig an einem unauffälligen Ort platziert.

Die Verwendung von kleineren Nachbildungen von Pagoden trägt ebenfalls zum typischen Aussehen eines japanischen Gartens bei. Insgesamt sollte der Einsatz der verschiedenen Elemente nur sparsam erfolgen, um den meditativen Charakter des japanischen Gartens nicht zu beinträchtigen.

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7.2. Welche Kosten entstehen beim Anlegen eines japanischen Gartens?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da Sie sich die Antwort ganz nach Ihren persönlichen Vorstellungen richtet. Wollen Sie komplett neue Wege anlegen, einen Teich ausgraben und neue Bäume pflanzen, kann das Projekt schnell mehrere hundert Euro kosten.

Sie können einen japanischen Garten aber auch als Langzeitprojekt betrachten und jedes Jahr ein paar schöne Dinge für Ihren Garten kaufen oder mit einem Pflanzencenter oder Baumarkt in Ihrer Nähe im Rahmen einer Kaufberatung ein Konzept erarbeiten.

Möglich wäre es auch, erst einmal klein zu starten und einen japanischen Garten auf der Terrasse oder dem Balkon anzulegen. Ihre Möglichkeiten und Kreativität können Sie hier freien Lauf lassen.

Bildnachweise: stock.adobe/Delphotostock, stock.adobe/vladimirzhoga, stock.adobe/Grecaud Paul, stock.adobe/RobertoC, stock.adobe/PB-Photography (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)