Nutzpflanzen

Sommerzeit ist Kirschenzeit! Alles Wissenswerte rund um die Kirschernte

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Vitaminbombe

Kirschen sind reich an Vitamin C, B-Vitaminen und Folsäure. Darüber hinaus enthalten sie Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Pünktlich zum offiziellen Sommeranfang kann man in Deutschland die ersten Kirschen ernten. In manchen Regionen und bei einer günstigen Witterung lassen sich bereits Ende Mai oder Anfang Juni die ersten Kirschen pflücken.

Der Erntezeitraum, die sogenannten Kirschwochen, erstreckt sich bis in die Mitte des Augusts hinein. In jeder Woche erreichen unterschiedliche Kirschsorten ihre Reife – das sorgt für geschmackliche Abwechslung!

Entscheidendes Kriterium für die Reife der Früchte ist der Geschmack. Sind die Früchte süß und saftig wird es höchste Zeit für die Kirschenernte, denn die reifen Früchte können bei heftigem, andauernden Regen aufplatzen und sind damit für die Kirschenernte verloren.

Obstbauern schützen daher ihre empfindlichen Kirschen, indem sie riesige Schirme über ihre Kirschenanlagen aufspannen.

Wir verraten alles Wissenswerte rund um Kirschen und die Kirschernte, damit Sie schon bald in den vollen Genuss der leckeren Früchte kommen können.

1. Kirschbäume im Garten

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Die Blüten eines Kirschbaums.

Kirschbäume sind nicht nur wegen ihrer nur kurze Zeit andauernden Blütenpracht im Frühling ein besonderer Hingucker.

Auch wegen ihrer säuerlich bis süß schmeckenden Früchte im Sommer erfreuen sie sich großer Beliebtheit.

Zudem gehören Sie zu den besonders pflegeleichten Bäumen.

Zum Herbstanfang gepflanzt und mit Düngemittel versorgt, kann bei einem kleinen Kirschbaum aus der Gärtnerei schon im Folgejahr die Ernte erfolgen.

Während sich Sauerkirschen aufgrund ihrer Fruchtsäure besonders für Marmeladen eignen, sind Süßkirschen vor allem für den Frischverzehr gedacht.

Tipp: Damit man die leckeren Früchte genießen kann, sollte frühzeitig ab Mitte Mai mit der Bekämpfung der Kirschfruchtfliege begonnen und die Kirschbäume und -sträucher mit Fallen ausgestattet werden. Ansonsten muss man im Frühsommer leider mit dem Auftreten der Kirschfruchtfliege rechnen. Weiter unten erfahren Sie alles, was Sie über diesen Schädling namens Kirschfruchtfliege – wie man ihn bekämpft – wissen müssen.

Für einen optimalen Wuchs und eine reiche Kirschenernte müssen Triebe, die bereits Früchte getragen haben, mit einer Astschere beschnitten werden, damit sie im nächsten Jahr wieder Früchte tragen.

Außerdem sollte man eng stehende Zweige, kranke Äste und Fruchtmumien ebenfalls entfernen. Ansonsten droht die Übertragung von Pilzkrankheiten.

Der Zeitpunkt nach der Kirschenernte ist ideal, da die Wunden in dieser Zeit schneller heilen. Dennoch ist es wichtig, dass man die Schnittwunden mit einem Wundverschluss verstreicht, damit der Kirschbaum vor Schädlingsbefall geschützt wird.

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2. Wie unterscheiden sich Süß- von Sauerkirschbäumen?

Art Beschreibung
Süßkirschbäume
  • Die Vogel-Kirsche (Prunus avium), auch bekannt als Süßkirsche, blüht von Mai bis Mitte Juni und erreicht eine durchschnittliche Höhe von bis zu 20 Metern.
  • Die Früchte dieses Kirschbaumes haben eine gelbe, rote bis dunkelrote Färbung und ein festes Fruchtfleisch.
  • Außerdem wird zwischen Herzkirschen (Prunus avium subsp. juliana) und Knorpelkirschen (Prunus avium subsp. duracina) unterschieden.
  • Herzkirschen besitzen ein weiches, saftiges Fruchtfleisch.
  • Knorpelkirschen sind knackig und haben ein festeres, rötlich-gelbes Fruchtfleisch.
Sauerkirschbäume
  • Im Vergleich dazu werden Kirschbäume und -sträucher mit sog. Weichsel- bzw. Sauerkirschen (Prunus cerasus) bis zu 10 Meter hoch und bilden helle sowie dunkelrote bis schwarze Früchte, die säuerlicher als Süßkirschen schmecken.
  • Diese Kirschbäume bilden bereits im April und Mai ihre Blüten.

Tipp: Bedenken Sie bei der Baumwahl, dass ein Kirschbaum nach einigen Standjahren sehr hoch und ausladend werden kann. Planen Sie bereits vorab einen Standort ein, an dem der Kirschbaum ausreichend Abstand zum Nachbargarten hat und kleinere Nutz- und Zierpflanzen oder Sitzbereiche nicht ungünstig beschattet.

3. Kirschen pflücken

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Kirschen sollten vor dem Regen gepflückt werden, da sie sonst aufplatzen.

Bevor es ans Naschen der Kirschen geht, müssen diese zunächst vom Ast gepflückt werden – am besten bevor die süßen Früchte überreif zu Boden fallen.

Hier werden die matschigen Kirschen gerne von Wespen angeflogen, in die unachtsame Gartenbesucher schnell hineintreten können.

Um eine Wespenplage im Garten zu vermeiden, werden Kirschen frühzeitig geerntet oder umgehend entsorgt, falls sie bereits abgefallen sind.

Zudem sollten die reifen Früchte am Baum nicht nass werden, denn kurz vor der Entezeit hat das Fruchtfleisch einen besonders hohen Zuckergehalt.

Damit der Gehalt der gelösten Stoffe im Regenwasser und im Fruchtfleisch gleich ist, muss mehr Wasser in die Frucht, um die Fruchtlösung zu verdünnen. Die Wasseraufnahme führt dann zur Vergrößerung des Volumens und schließlich zum Aufplatzen der Früchte.

Empfehlenswert ist daher auch ein geflochtener Obstkorb. Das Holz kann austretendes Fruchtwasser aufnehmen und verhindert außerdem die Gefahr von Fäule oder unschönen Druckstellen.

Achtung: Wichtig ist zudem, dass Sie nicht waghalsig in die Baumkronen klettern, sondern eine standsichere Leiter verwenden. Auch wenn die Äste stabil aussehen, können sie leicht unter dem Gewicht des Gärtners – oder der Kinder – brechen.

4. Inhaltsstoffe der Kirschen

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Kirschen sind lecker und gesund.

Süßkirschen sind überaus beliebte Früchte, die nicht nur roh ein Genuss sind.

Sie werden auch als Füllung von Sahnetorten, als Belag von Obstkuchen und in Quarkspeisen gerne gegessen.

Sauerkirschen finden als eingekochte Marmeladen den Weg in unsere Speisekammern.

So verspeist jeder Bundesbürger durchschnittlich ein Kilogramm Kirschen pro Jahr.

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Köstlich: selbstgemachte Kirschmarmelade.

Neben ihrem aromatischen Geschmack können Süßkirschen auch mit ihren Mineralstoffen und Vitaminen trumpfen.

Kirschen enthalten eine ausgewogene Mischung aus Provitamin A, Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und E sowie bioaktiven Substanzen wie Anthocyane.

Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen runden das positive Gesamtbild ab.

100 Gramm Kirschen haben nicht einmal 60 Kilokalorien. Daher sind frische Kirschen an heißen Sommertagen nicht nur erfrischend, sondern vor allem lecker und gesund.

5. Geschmacksintensive Kirschen – 3 Tipps

Bei der Kirschernte gilt es einige spezifische Eigenarten der Kirschen zu beachten. Wenn Sie die folgenden drei Tipps beherzigen, steht dem maximalen Geschmackserlebnis nichts mehr im Wege.

5.1. Tipp 1: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Kirschen gehören nicht zu den nachreifenden Obstarten und sollten daher nur ausgefärbt gekauft bzw. reif werden. Die Frische bei Waren aus dem Supermarkt erkennt man am Grün des Stiels, der zudem glatt und fest mit der Kirsch verankert sein sollte.

Früchte mit Mängeln, etwa Druckstellen oder losen Stielen, bergen die Gefahr von Schimmelbildung und werden umgehend aus der Verpackung entnommen und entsorgt.

5.2. Tipp 2: Stiel entfernen

Der Stiel wird nach dem Waschen abgezupft, damit das Aroma nicht ausgewaschen wird und die Kirsche nur noch wässrig schmeckt.

Zudem sollten gepflückte Kirschen schnell verzehrt werden, da sie sich höchstens zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks halten.

5.3. Tipp 3: Entkernen

Vor dem Genuss muss zunächst der kleine Kern entfernt werden. Die Früchte lassen sich viel leichter entsteinen, wenn man sie vorher einige Minuten in das Gefrierfach legt.

Die entsteinten Süßkirschen können hervorragend als Konfitüre eingemacht werden. Besonders aromatisch wird diese übrigens mit jeweils zwei Kirschkernen pro Einmachglas.

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6. Kirschfruchtfliegen im Garten bekämpfen

Merkmale

Die Kirschfruchtfliege ähnelt in ihrem Aussehen einer Stubenfliege. Sie ist etwa fünf Millimeter lang, besitzt einen glänzenden, schwarzen Körper und große, grüne Augen. Als weiteres Kennzeichen hat sie gelbliche Beine und – besonders markant – ein gelbes, dreieckiges Schildchen zwischen den Flügeln.

Im Frühsommer muss mit dem Auftreten der Kirschfruchtfliege – Rhagoletis cerasi – gerechnet werden.

Wer später im Jahr eine reiche Süßkirschenernte aus seinem Garten erzielen möchte, sollte daher schon früh die Augen nach den Kirschfruchtfliegen im Garten zur rechtzeitigen Bekämpfung offen halten.

Mitte Mai bis Anfang Juni beginnt der Flug der Kirschfruchtfliegen. Sie sind vor allem bei trocken-warmer Witterung verstärkt aktiv. Ein direktes Bekämpfen der Kirschfruchtfliege vor der Ernte ist allerdings eher schwierig.

6.1. Was befällt die Kirschfruchtfliege?

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Die Kirschfruchtfliege ist der bedeutsamste Schädling im Süßkirschenanbau.

Die Kirschfruchtfliege, deren weiße, bis zu sechs Millimeter langen Larven als Maden später in reifen Früchten zu finden sind, gehört zu den bedeutendsten Schädlingen der Süßkirsche, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.

Befallen werden vor allem mittelspäte und späte Süßkirschensorten, während frühe Süßkirschensorten und Sauerkirschen bis zur Kirschernte kaum betroffen sind.

In seltenen Fällen ist aber auch ein Befall an Sauerkirschen zu beobachten.

Bei Neupflanzungen ist es daher ratsam, sich für Frühsorten, die seltener befallen werden, zu entscheiden.

6.2. Kann man die Larven der Kirschbaumfliege bekämpfen?

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Die Larven der Kirschfruchtfliege ernähren sich von den Früchten.

Das Weibchen der Kirschfruchtfliege sticht die Kirsche an, wenn sie sich von gelb nach gelbrot verfärben, und platziert ein Ei ins Innere.

Da jede Frucht nur eine Made aufnehmen kann, markiert die Kirschfruchtfliege jede Kirsche mit einem Duftstoff, der den anderen Weibchen signalisiert, dass diese Kirsche bereits besetzt ist.

Erste Anzeichen eines Befalls zeigen sich an heranreifenden Früchten durch einen braunen, eingesunkenen Fleck neben dem Fruchtstiel.

Das Fruchtfleisch im Bereich des Steins, wo später auch die Larve der Kirschfruchtfliege zu finden ist, wird weich.

In befallenen Früchten findet man dann die kleine, bis sechs Millimeter lange, weiße Made. Die voll entwickelte Larve bohrt sich aus der Frucht und lässt sich zu Boden fallen, wo sie sich in der obersten Bodenschicht verpuppt und überwintert.

Die Kirschfruchtfliege schlüpft schließlich zwischen Mitte Mai bis Ende Juni. Nach einem Reifungsfraß legen die Weibchen wieder ihre Eier in die Kirschfrüchte unter die Fruchtschale ab. Dies geschieht, sobald sich Kirschen von Grün nach Gelb färben und der Kreislauf beginnt von vorn.

6.3. Bekämpfung der Kirschfruchtfliege und ihrer Eier

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Fruchtfliegen sind besonders lästig.

Mit Maden der zu bekämpfenden Kirschfruchtfliege befallene Kirschen sollten vom Baum abgepflückt, aufgesammelt und vernichtet werden.

Ein Überdauern der Larven und Puppen im Boden lässt sich so zumindest teilweise verhindern.

Zur Vorbeugung sollte man die Bäume frühzeitig und restlos abernten.

Im Haus- und Kleingarten ist derzeit kein Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege zugelassen, um die Ernte zu retten.

Eine direkte Bekämpfung mit Insektiziden ist daher nicht möglich.

Um den Befall früher zu erkennen, können gelbe Leimtafeln zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege genutzt werden. Eine effektive Bekämpfung ist mit ihnen allein jedoch nicht möglich.

Experten raten von dem Gebrauch dieser Fallen im Freiland ab, da auch Nützlinge oder kleine Vögel die Klebefläche berühren und an den Folgen verenden können.

Wenn Sie sich für die Anwendung der Fallen entscheiden, sollten sie auf der Südseite im oberen Bereich der Kirschbäume aufgehängt werden, sobald sich die Früchte gelb färben.