Nutzpflanzen

Kräuterspirale bauen und verschiedene Kräuter pflanzen

Kräuterschnecke für ein ideales Pflanzenwachstum

kraut-1Ein üppiges Kräuterbeet ist eine Bereicherung für Garten und Küche. Viele Hobbygärtner sehen sich jedoch mit dem Problem konfrontiert, dass nicht alle Kräuter miteinander harmonieren: Besonders südländische und einheimische Kräuter setzen unterschiedliche Ansprüche an den Boden, um gesund und stetig zu wachsen. Dennoch wird ein privater, vielfältiger Nutzgarten in zunehmendem Maße bedeutsamer. Was also tun?

Eine Kräuterspirale, gerne auch als Kräuterschnecke bezeichnet, ist die ideale Lösung: Hier werden unterschiedliche klimatische Zonen auf kleinem Raum nachgestellt und ermöglichen einen Anbau verschiedener Kräuter: So kann Estragon neben Petersilie und Salbei neben Dill gedeihen – Ihrer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Erfahren Sie im Folgenden mehr zu den Vorteilen und zum Bau einer eigenen Kräuterspirale.

Auf die Kräuter kommt es an – der richtige Platz für ein Kräuterbeet

Der optimale Standort garantiert ein üppiges und gesundes Pflanzenwachstum. Dabei müssen Hobbygärtner zwischen heimischen und südländischen Kräutern differenzieren:

Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet wie etwa Salbei, Thymian oder Oregano bevorzugen sonnige Orte mit trockenem, durchlässigem Boden. Ihr Pflegebedürfnis fällt dabei eher gering aus. Eine Trockenmauer unterstützt das Wachstum noch zusätzlich, da sie als natürlicher Wärmespeicher dient.

Heimatliche Gewürzpflanzen wie Waldmeister, Petersilie oder Schnittlauch gedeihen vorwiegend im Schatten oder Halbschatten, während der Untergrund nährstoffreich, locker und humos sein sollte. Falls der Boden zu stark verdichtet und nährstoffarm ist, kann er entsprechend mit organischem Dünger, wie beispielsweise Kompost oder Mulch, aufbereitet werden.

Wenn Sie sich für die Pflanzung verschiedener Kräuter interessieren, sollten Sie über den Bau einer platzsparenden, aber vielfältig nutzbaren Kräuterschnecke nachdenken.

Klimazonen der Kräuterspirale

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In einer Kräuterspirale können viele unterschiedliche Kräuter und Gewürze optimal gedeihen.

Die dreidimensionale Kräuterspirale benötigt zwischen zwei und drei Quadratmeter Gartenfläche und wird optimalerweise in nord-südliche Richtung ausgerichtet, um die einzelnen Mikroklimata ermöglichen zu können. Heimische Kräuter werden auf eher schattige Plätze gepflanzt, während südländische Gewürze die pralle Sonne genießen dürfen.

Grundprinzip der Kräuterspirale ist eine sich windende Steinmauer, die kontinuierlich ansteigt – wie die Windungen eines kleinen Schneckenhauses. Optimalerweise unterteilt sie sich schließlich in vier Bereiche, die den verschiedenen Kräuter-Bedürfnissen entgegenkommen.

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Verschiedene Klimazonen ermöglichen ein optimales Pflanzenwachstum unterschiedlicher Gewächse.
  1. Die Wasserzone besteht aus einem winzigen Teich am Fuße der Kräuterschnecke. Er ermöglicht eine Verbindung zur anliegenden Umgebung. Hier gedeihen Pflanzen, die Feuchtigkeit lieben, etwa die Wasserminze oder Brunnenkresse. (Dieser Bereich ist optional, wird von Experten jedoch empfohlen.)
  2. Die anschließende Feuchtzone ist besonders humusreich, feucht und durch Kompost angereichert. Der Standort ist sonnig und bietet Gewächsen wie Petersilie oder Kerbel einen guten Ort zum Wachsen.
  3. Die Normalzone liegt auf der schattigen Seite der Kräuterspirale und verfügt über trockenes, humoses Substrat. Pflanzen wie die Pimpinelle oder Zitronenmelisse schätzen diese klimatischen Bedingungen.
  4. Die Mittelmeerzone bildet den obersten Beetbereich und ist besonders mager und trocken. Für ein gesundes Pflanzenwachstum wird Kalk ins Substrat gemischt und eine Drainageschicht aus Kiesel oder Bauschutt eingearbeitet. Hier wachsen die mediterranen Kräuter wie Thymian, Oregano und Salbei.

Tipp: Errichten Sie die Kräuterschnecke in Haus- bzw. Terrassennähe, um sich lange Wege zwischen Küche und Kräuterbeet zu ersparen.

Substratzusammensetzungen in der Kräuterschnecke

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Für unterschiedliche Kräuter müssen eine entsprechende Bodenbeschaffenheit und Substratzusammensetzung realisiert werden.

Ein optimales Pflanzenwachstum erreichen Sie durch das Einfüllen unterschiedlicher Substratzusammensetzungen: Für die unterschiedlichen Zonen empfehlen Experten eine individuelle Mischung aus Gartenerde, Sand und Kompost, die den entsprechenden Standortansprüchen der Gewächse entspricht.

Für den obersten Teil der Kräuterspirale werden Erde und Sand in gleichen Teilen gemischt. Hier gedeihen mediterrane Kräuter wie Thymian und Majoran besonders gut. Für die folgenden Zonen wird immer weniger Sand eingesetzt und und der Anteil an Kompost nimmt vermehrt zu, sodass am Fuß der Kräuterschnecke schließlich besonders nährstoffreiches und feuchtes Substrat zu finden ist. Im mittleren Bereich gedeihen Petersilie und Zitronenmelisse, am Ende der Spirale wachsen Dill, Estragon und Schnittlauch besonders gut.

Schritt 1: Fundament der Kräuterschnecke

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Die erste Steinreihe bestimmt die Größe und Form der Kräuterspirale. Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand. Der Boden kann (wie im Bild zu sehen) abgedeckt oder vorab gezielt umgegraben werden. Bedenken Sie: Unansehnliche Abdeckungen müssen später wieder begrünt werden, um ein harmonisches Gesamtkonzept zu erzielen.

Falls Sie einen kleinen Teich anlegen wollen, bildet das Ausheben eines entsprechend großen, nach Süden ausgerichteten Lochs den ersten Arbeitsschritt. Legen Sie den Teich mit spezieller Folie aus und gestalten Sie seinen Rand harmonisch mit abgerundeten Steinen und wasserliebenden Pflanzen. Alternativ kann ein runder oder eckiger Maurerkübel in den Boden eingearbeitet werden.

Ist der Bereich der Kräuterspirale abgesteckt, wird der Boden spatentief abgetragen und eine schmale Drainageschicht aus Schotter erzeugt. Diese sorgt für einen gesunden Wasserabfluss und verhindert Staunässe, die den Pflanzen schadet.

Vom Teich aus wird nun die Steinmauer von außen nach innen aufsteigend gezogen. Achten Sie bei der ersten Steinreihe auf einen ausreichenden Abstand: Der Pflanzbereich zwischen den Mauern der Kräuterschnecke sollte mindestens 50-60 Zentimeter betragen, um ein gesundes Pflanzenwachstum zu ermöglichen.

Verwenden Sie für den sichtbaren Mauerabschnitt optisch ansprechende Steine wie Feld-, Kalk- oder Ziegelsteine. So erzielen Sie ein harmonisches Gesamtkonzept, das sich natürlich in den umliegenden Garten integriert. Falls Sie mit runden Natursteinen arbeiten, werden die Zwischenräume mit Lehm oder Erde ausgefüllt. Der höchste Punkt der Spiralmauer sollte schließlich in etwa bei einem Meter liegen.

Tipp: Ein Teich ist immer von Vorteil, weil sein Wasser das Sonnenlicht reflektiert und so die Gewächse zusätzlich wärmt. Zudem können Vögel den Teich als Tränke nutzen.

Schritt 2: Kräuterspirale bepflanzen

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Entsprechend der angelegten Klimazonen wird die Kräuterspirale mit verschiedenen Gewächsen bepflanzt, wobei mediterrane Kräuter an die Spitze gehören. Mit Stroh lassen sich letzte Lücken füllen.

Pflanzen Sie den Klimazonen entsprechend die Kräuterpflänzchen in das vorbereitete Substrat, das am Fuß der Kräuterschnecke besonders nährstoffreich und feucht, und im oberen Teil besonders mager und trocken sein sollte. Im unteren Bereich erzielen Sie ein optimales Substrat durch einen hohen Kompostanteil, mediterrane Kräuter an der Spitze der Spirale bevorzugen kalkhaltige Erde mit viel Sand.

Ihrer Phantasie sind bei der Bepflanzung keine Grenzen gesetzt. Dennoch sollten Sie sich an bestimmten Vorlieben der Pflanzen orientieren. Kapuzinerkresse bevorzugt beispielsweise einen Platz am Mauerrand, sodass sie sich nach außen hin weiter ausbreiten kann.

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Die Kräuter sind gesetzt und der umliegende Bereich ist für eine natürliche Optik mit Mulch bedeckt. Das Stroh ist optional, es schützt die Wurzeln vor einer zu starken Sonneneinstrahlung.

Basilikum und Rosmarin sind nur bedingt winterhart und müssen die kalten Monate im Innenbereich verbringen. Pflanzen Sie diese mediterranen Kräuter daher eher in einen Tontopf, den Sie auf die Mauer oder hinter hochwachsende Kräuter stellen. Im Herbst lässt er sich problemlos in die Küche tragen und gedeiht hier auf der warmen Fensterbank.

Kräuter mit besonders langen Wurzeln sollten nicht in die Spirale gesetzt werden, da sie einen starken Konkurrenzdruck ausüben oder sich mit langen Wurzelausläufern im gesamten Pflanzbereich ausbreiten. Hierzu zählen beispielsweise Liebstöckel, Beinwell oder Wermut.

Eine besonders beliebte Duftpflanze ist der Waldmeister. Er gedeiht problemlos im Schatten und kann am Fuß der Kräuterspirale gesetzt werden.

Tipp: Bepflanzen Sie Zwischenräume im Mauerwerk mit kriechend wachsendem Dachwurz oder Tripmadam. Diese beiden Gewächse bevorzugen eine nach Süden ausgerichtete Mauerseite und begrünen die Steinfläche besonders schonend und natürlich.

Kräuterschnecke richtig pflegen

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Verwenden Sie unterschiedliche Steinformen und Ausrichtungen für eine natürliche Optik der Kräuterspirale.

Eine Kräuterschnecke folgt der Philosophie der sogenannten Permakultur, bei der es um die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen geht. Gerne spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Nichts-tun-Landwirtschaft, da die Kräuterspirale nur wenig Pflege benötigt und besonders gut gedeiht, wenn sie in Ruhe wachsen kann.

Ein kleiner Teich dient als erster natürlicher Wasserlieferant. Wenn Sie in Ihrer neuen Gartenschnecke auf die Wasserzone verzichten, sollten Sie die Pflanzen entsprechend ihrer Bedürfnisse wässern. Vermeiden Sie jedoch anhaltende Feuchtigkeit.

Sonnenliebende, mediterrane Gewächse müssen generell weniger gedüngt werden. Das zeigt sich schon am gewählten Substrat: Es ist trocken und eher nährstoffarm. Untere Pflanzbereiche mit humosem Boden neigen zum Absacken und sollten gegebenenfalls aufgefüllt werden. Auch ein regelmäßiges Bewässern mit Brennesseljauche fördert in der Feucht- und Normalzone ein gesundes Pflanzenwachstum.

Gartenliebhaber wissen, dass eine regelmäßige Ernte die beste Pflege darstellt. Werden die Triebspitzen gezielt entfernt, kommt es zu einem starken Neuaustrieb. Wird eine Pflanze zu groß, lässt sie sich leicht ausgraben und fachmännisch teilen.

Expertentipp: Kräuterspirale aus Trockenmauer

Experten empfehlen den Bau einer Kräuterspirale aus einer Trockenmauer. Das bedeutet, dass sie ohne Mörtel erbaut wird und kleinere Lücken zwischen den Steinen bestehen bleiben. Große Zwischenräume können mit Lehm oder Erde entsprechend ausgefüllt werden. Diese Variante bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich: Eine Trockenmauer sieht natürlicher aus und bietet kleinen Nützlingen in Mauerspalten einen Unterschlupf.

Wenn Sie sich den eigenen Bau einer Kräuterschnecke nicht zutrauen, sind Fachbetriebe für Garten- und Landschaftsbau passende Ansprechspartner für große und kleine Gartenprojekte.

Video: Kräuterspirale selber bauen

 

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